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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.02.2019

Die Liebe, die uns antreibt...

Liebes Kind
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Lena wird seit vierzehn Jahren vermisst, sie ist nach einem Party-besuch spurlos verschwunden und alle Ermittlungen der Polizei ergaben bisher keine Spur ihres Verbleibens. Sie lebt in einer einsamen und ...

Lena wird seit vierzehn Jahren vermisst, sie ist nach einem Party-besuch spurlos verschwunden und alle Ermittlungen der Polizei ergaben bisher keine Spur ihres Verbleibens. Sie lebt in einer einsamen und abgeschotteten Hütte, ihr "Mann" hält sie dort mit ihren mittlerweile zwei Kindern unter strengen Regeln gefangen. Als ihr eines Tages die Flucht gelingt, ahnt sie noch nicht, dass für alle Beteiligten das Grauen noch lange nicht beendet ist...

Romy Hausmann ist aus meiner Sicht mit ihrem Debutroman "Liebes Kind" ein packender und beeindruckender Thriller gelungen. Sie schreibt die berührende Geschichte aus unterschiedlichen Erzähl-perspektiven und macht sie so aus den Blickwinkeln der Haupt-protagonisten erlebbar. Hierbei verleiht sie den Personen mit ihren Gedanken und ihrem Handeln eine Seele, die das Ganze noch ergreifender machen. Der Spannungsbogen wird direkt mit dem Ausbruch Lenas aus ihrem "Gefängnis" auf ein hohes Niveau gehoben und durch die ungeklärten Hintergründe ihres Verschwindens sowie den seelischen Nachwirkungen der Protagonisten stets dort gehalten. Die vielen kurzen Kapitel und die damit verbundenen Perspektivwechsel beleben das Geschehen und Romy Hausmann arbeitet hier auch mit sehr gekonnten Cliffhängern, die den Leser das Buch nicht aus der Hand legen lassen. Das fulminante Finale kann dann auch noch mit Überraschungen aufwarten und bis zum Schluss begeistern.

"Liebes Kind" ist ein richtig guter Thriller, der mich absolut fesseln konnte. Er beginnt da, wo viele andere Büches des Genres aufhören und sticht so aus der Menge heraus. Ein für mich sehr gelungenes Debut, welches hoffen lässt, dass die Autorin mit ihrer erfrischend anderen und sehr flüssig zu lesenden Schreibweise noch das ein oder andere Buch veröffentlicht. Ich empfehle das Buch unbedingt als sehr lesenswert weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 15.02.2019

Auf der Suche nach der Wahrheit

Lügenmeer
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Magnus ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und kehrt nach 19 Jahren in seine alte Heimat zurück. Damals ist er mit schlimmen Vorwürfen aus der Gemeinschaft vertrieben worden. Er sollte für den rätsel-haften ...

Magnus ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und kehrt nach 19 Jahren in seine alte Heimat zurück. Damals ist er mit schlimmen Vorwürfen aus der Gemeinschaft vertrieben worden. Er sollte für den rätsel-haften Tod seiner damaligen Freundin Milla verantwortlich gewesen sein. Ein Gericht hat ihn zwar freigesprochen, aber die Zweifel blieben damals bestehen. Als er seine neue Kanzlei genau an diesem Ort neu einrichtet, will er auch mit den damaligen Lügen aufräumen. Was ist damals wirklich geschehen? Was ist aus seinen früheren Freunden geworden? Und, können sie ihm verzeihen?

Susanne Kliem ist eine erfolgreiche Autorin von Kriminalromanen, bisher habe ich aber noch keines ihrer Bücher gelesen. Die vielen guten Bewertungen, die sie bisher erhalten hat, haben mich neugierig gemacht und mich mit hohen Erwartungen in das Buch starten lassen. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir auf Anhieb. Sie erzählt die Geschichte in einer lebhaften und sehr lebendigen Art, die mich schnell an das Buch fesselte. Die Protagonisten werden ausführlich und spannend charakterisiert und der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften Tod in der Vergangenheit gut aufgebaut. Geschickt verbindet Susanne Kliem die Handlungen der Gegenwart und der Vergangenheit zu einem Ganzen und die vielen kurzen Kapitel mit den damit verbundenen häufigen Perspektivwechseln verleihen der Geschichte ein zusätzliches Tempo. Die Auflösung des Rätsels aus der Vergangenheit ist vielschichtig und der Leser bekommt im Verlauf des Buches durch neue Informationen oder überraschende Wendungen immer wieder die Gelegenheit, eigene Überlegungen zum Hintergrund des verhängnisvollen Todes anzustellen.

Aus meiner Sicht ist Susanne Kliem mit "Lügenmeer" ein packender und zugleich sehr spannender Roman gelungen, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 15.02.2019

Harter Thriller mit brisantem Thema

Tannenstein
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Der Ex-Polizist Alexander Born wird aus der Haft entlassen und wird nur von dem Ziel angetrieben, Rache zu nehmen für seine getötete Geliebte. Der Mann, hinter dem er her ist, nennt sich "Der Wanderer". ...

Der Ex-Polizist Alexander Born wird aus der Haft entlassen und wird nur von dem Ziel angetrieben, Rache zu nehmen für seine getötete Geliebte. Der Mann, hinter dem er her ist, nennt sich "Der Wanderer". Wo er auftaucht kommt es kurz über lang zu Toten. Die Polizei scheint mit der Suche nach ihm überfordert zu sein und wird ihm zu keiner Zeit gefährlich. Born hingegen nimmt die Fährte über seine Beziehungen zur Russenmafia auf und stößt so immer wieder auf Spuren von ihm. Auf dem Rechtsweg will er seinen Gegner aber nicht besiegen, seine Wut auf ihn ist einfach zu groß und hat das Urteil für ihn bereits gefällt. Wird er den Wanderer finden? Kommt es zum Duell der beiden?

Ich habe bereits einige Bücher vom Autor Linus Geschke gelesen und ich war stets begeistert. Gerade die Serie um den Kölner Reporter Jan Römer hat es mir angetan, und so dass ich mit viel Vorfreude und sehr hohen Erwartungen in sein neues Buch gestartet bin. Um es gleich vorwegzunehmen, ich wurde zu keiner Zeit enttäuscht, obwohl es sich bei "Tannenstein", wie angekündigt, um ein völlig anderes Buch handelt. Hier lernte ich den Autor von seiner deutlich härteren Seite kennen und er scheute sich nicht, mit der Selbstjustiz ein sehr brisantes aber auch packendes Thema in den Fokus zu stellen. Der Hauptprotagonist Alexander Born wird als ein kaltblütiger und von Hass getriebener Mensch beschrieben. Er leidet noch unter den großen Verlust seiner getöteten Lebensgefährtin, so dass er bereit ist alle Regeln, die vorher für ihn galten, über Bord zu werfen und den Tod mit einem Mord zu vergelten. Linus Geschke schafft es, mich auch mit seiner raueren Seite an die Geschichte zu fesseln, ohne die Gewalt zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Sein Schreibstil liest sich unglaublich flüssig und lässt mich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Der Spannungsbogen, wird gleich zu Beginn auf ein hohes Niveau geführt und mit viel Action und überraschenden Wendungen auch dort gehalten. Das fulminante Finale ist dann gut nachvollziehbar und hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen.

"Tannenstein" ist für mich mein erstes Lesehighlight in diesem Jahr. Gerade das brisante Thema, welches beim Lesen nicht immer ein gutes Gefühl erzeugt, und der, zur Thematik passende, härtere Schreibstil machen das Buch zu etwas Besonderen. Der Thriller wird so sicherlich polarisieren, aber ich empfehle es denen, die mit einer etwas derberen Sprache und Handlung kein Problem haben, sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig auch mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 10.02.2019

Packende Fortsetzung

Aarauer Finsternis
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Als Enrico die Kündigung eines pflichtbewussten und engagierten Mitarbeiters seiner Firma Juramed vorliegen hat und dieser kurz darauf auch noch verschwunden ist, begibt er sich mit seiner Lebensgefährtin ...

Als Enrico die Kündigung eines pflichtbewussten und engagierten Mitarbeiters seiner Firma Juramed vorliegen hat und dieser kurz darauf auch noch verschwunden ist, begibt er sich mit seiner Lebensgefährtin Andrina auf die Suche. Die beiden nehmen Kontakt zu dessen Schwester auf, bleiben mit ihren Recherchen allerdings erfolglos. Als dann auch noch Enrico von einer Geschäftsreise nicht zurückkehrt, weiß sich Andrina keinen anderen Rat und kontaktiert ihren ehemaligen Freund und Polizisten Marco Feller. Dieser fühlt sich noch immer zu Andrina hingezogen und beginnt mit den Ermittlungen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bei dem niemand mehr weiß, wem er trauen kann...

"Aarauer Finsternis" ist bereits der siebte Band aus der Reihe um die sympathische Lektorin Andrina Kaufmann. Mich konnten die vorherigen Bücher schon begeistern, so dass ich mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet bin. Ich wurde zu keiner Zeit enttäuscht und die lebendige und sehr gut zu lesende Schreibweise von Ina Haller hatte mich schnell wieder in den Bann gezogen. Gekonnt wird mit dem mysteriösen Verschwinden des Juramed-Mitarbeiters der Spannungsbogen aufgebaut und mit dem zusätzlichen Verschwinden Enricos und der verzweifelten Suche nach den beiden Vermissten auf einem hohen Niveau gehalten. Der Leser hat immer wieder die Möglichkeit eigene Theorien für die Hinter-gründe der Tat anzustellen und wird am Ende wohl doch vom packenden Finale überrascht. Den besonderen Charme erhält das Buch aber durch seine Hauptprotagonistin Andrina. Es ist wirklich fesselnd ihrem persönlichen Schicksal zu folgen, welches sie immer wieder in gefährliche Situationen bringt.

"Aarauer Finsternis" ist für mich die sehr gelungene Fortsetzung einer besonderen Krimi-Reihe. Einweiteres mal konnte mich Ina Haller mit einer packenden Story begeistern. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter, rate aber gleichzeitig demjenigen, der die Serie noch nicht kennt, mit dem ersten Band zu beginnen, es lohnt sich. Meine Bewertung fällt mit den vollen fünf von fünf Sternen folgerichtig positiv aus.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Sehr gelungener Auftakt einer neuen skandinavischen Krimi-Reihe

Doggerland. Fehltritt (Ein Doggerland-Krimi 1)
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Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht nach dem traditionellen Austernfest neben ihrem unsympathischen Vorgesetzten Journas Smeed auf. Den hohen Alkoholkonsum des Vorabends bereut sie sofort und schleicht ...

Kommissarin Karen Eiken Hornby wacht nach dem traditionellen Austernfest neben ihrem unsympathischen Vorgesetzten Journas Smeed auf. Den hohen Alkoholkonsum des Vorabends bereut sie sofort und schleicht sich aus dem Hotelzimmer. An diesem Morgen geschieht allerdings auch ein Mord, und zwar an Journas Ex-Frau. Aufgrund seiner Verbindung zum Opfer kann er die Ermittlungen nicht leiten und die Aufgabe fällt Karen zu. Nun kann sie beweisen, dass mehr in ihr steckt, als alle denken, steht aber gleichzeitig unter einem enormen Erfolgsdruck...

"Doggerland - Fehltritt" von Maria Adolfsson ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe aus Skandinavien. Das Buch spielt auf Doggerland, einer Inselgruppe in der Nordsee zwischen Dänemark und Großbritannien, die eigentlich schon vor 8000 Jahren versunken ist. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem detailreichen und sehr atmosphärischen Schreibstil, was aus meiner Sicht, den skandinavischen Lokalkolorit hervorragend wiedergegeben hat. So war ich schnell in der fiktiven Welt der verschwundenen Inseln gefangen und es fiel mir zunehmend schwere, das Buch aus der Hand zu legen. Maria Adolfsson baut den Spannungsbogen mit dem Tod an der Ex-Frau von Karens Vorgesetzten klassisch auf und hält ihn mit der besonderen Konstellation zwischen Karen und ihrem Chef sowie den spannenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau. Der Leser erhält die Gelegenheit, immer wieder eigene Theorien zum Hintergrund der Tat und des Mörders anzustellen, um dann am Ende mit einem für mich sehr gelungenen Plot überrascht zu werden. Einen besonderen Charme erhält das Buch durch seine ein wenig extravaganten Protagonisten, die von der Autorin sehr interessant charakterisiert sind. Hier sticht vor allem Karen als Ermittlerin mit einer traumatischen Vergangenheit heraus. Der bemerkenswerte Auftakt hat mir Lust auf die Folgebände gemacht, von denen bereits zwei weitere angekündigt sind.

Insgesamt ist "Doggerland - Fehltritt" ein aus meiner Sicht sehr spannender Kriminalroman, der mich mit seiner intensiven und detailreichen Beschreibung der Protagonisten und Umgebung wirklich beeindruckt hat. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.