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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2019

Urlaub, Meer und Theater

Das kleine Theater am Meer
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Wie im Klappentext erwähnt handelt das Buch von Faye, die das Haus ihrer Freundin Charlotte auf Sardinien hütet und dort ein Jobangebot bekommt. Sie ist Innenarchitektin und soll nun das kleine Theater ...

Wie im Klappentext erwähnt handelt das Buch von Faye, die das Haus ihrer Freundin Charlotte auf Sardinien hütet und dort ein Jobangebot bekommt. Sie ist Innenarchitektin und soll nun das kleine Theater in der Stadt Deriu aus dem Dornröschenschlaf wecken.

Leider ist der Klappentext etwas missverständlich: Zwar besitzt Charlotte ein Hotel, Faye kümmert sich aber während des Aufenthalts auf der Insel nicht darum. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Renovierung des Theaters.

Anfangs hat mich das etwas irritiert, denn fand ich es aber nicht mehr schlimm. Denn richtig schön war es, die Insel zu entdecken. Ich war noch nie auf Sardinien, aber aufgrund des sehr anschaulichen Schreibstils der Autorin wurde man richtig dorthin entführt. Das italienische Lebensgefühl, das Meer und die Eigenheiten der Inselbewohner kamen wirklich gut herüber. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Allerdings hat es das Buch auch etwas in die Länge gezogen. Denn mit der eigentlichen Geschichte - der Renovierung des Theaters - ging es nur langsam voran. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass auch das etwas in den Hintergrund rückt. Hier hätte ich mir einfach noch mehr Einzelheiten gewünscht.

Dafür hätte ich auf die Geschichte in der Geschichte verzichten können. Denn auch wenn Faye die Hauptperson ist, switcht die Handlung zwischendurch nach England zu ihren Eltern, die Eheprobleme haben. Ich habe es beim Lesen als harten Bruch empfunden und wäre lieber bei der Hauptgeschichte geblieben, da diese Nebenhandlung nicht für die eigentliche Geschichte relevant war - zumindest in meinen Augen.

Gut gefallen dagegen hat mir, dass es auch ein bisschen Liebe und ein bisschen Spannung gab. Von beiden nicht zu viel, sondern genau richtig. So wurde die Story nicht kitschig, aber das Herz konnte sich freuen. Und auch nicht so gruselig wie man es von einem Krimi kennt, doch trotzdem gab es die Möglichkeit, mitzurätseln und ein Verbrechen aufzuklären. Die Mischung war sehr gelungen.

Insgesamt war es eine schöne Lektüre, allerdings wird mir das Buch nicht sooo lange in Erinnerung bleiben. Von mir gibt es deswegen 3 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Atmosphäre
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2019

Bleib online

Stream - Gehst du offline, ist sie tot
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Das Buch ist sehr gut aufgebaut: Gleich am Anfang lernt man das Team rund um Frank Banta kennen, das mitten in einem Einsatz steckt. So erfährt man, was sie eigentlich machen - nämlich gefährliche Missionen ...

Das Buch ist sehr gut aufgebaut: Gleich am Anfang lernt man das Team rund um Frank Banta kennen, das mitten in einem Einsatz steckt. So erfährt man, was sie eigentlich machen - nämlich gefährliche Missionen übernehmen, oft von Privatleuten angeheuert, und das ganze mit Unterstützung von ganz viel Technik,

Meine erste Befürchtung war, dass sehr viele technische Begriffe in den Raum geworfen werden, was auch so war. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, zu wenig zu verstehen. Es hat sich einfach gut eingefügt und zum Inhalt gepasst.

Die eigentliche Geschichte, die auch im Klappentext erwähnt hat, beginnt erst etwas später, steht dann aber im Mittelpunkt. Trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass der Stream etwas zu kurz kommt - denn eigentlich geht es um die Handlung drumherum, um herauszufinden, wo Anna, Franks totgeglaubte Frau, gefangen gehalten wird.

Und hier passieren mir dann einfach zu viele Zufälle. Alles klappt verhältnismäßig reibungslos, auch wenn es nicht immer einfach ist, den Stream zu halten. Frank und sein Team sind dann viel unterwegs, die Ortswechsel haben mich teilweise etwas irritiert, vor allem weil es keine wirkliche Reisezeit zu geben scheint.

Gut gefallen hat mir, dass man eigentlich immer im Dunkeln tappt, wer hinter Annas Entführung und dem Stream steckt. Es werden vom Autor einige falsche Fährten gelegt, denen man als Leser nur zu gerne folgt - nur um dann zu erkennen, dass es doch ganz anders ist. Deswegen ist das Ende auch wirklich überraschend. Trotzdem konnte es mich nicht komplett überzeugen. Es bleiben einfach zu viele Fragen offen, wichtige Informationen werden nur angeschnitten und es wirkt mir zu konstruiert und nicht wirklich glaubwürdig. Zumindest konnte ich das Verhalten der handelnden Personen nicht nachvollziehen.

Insgesamt war es eine nette Unterhaltung mit guten Ansätzen, aber in meinen Augen auch einigen Schwächen, deswegen gibt es von mir 3 Sterne!

Veröffentlicht am 15.01.2019

Fliegende Fische?!

Zorn - Kalter Rauch
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Ich liebe diese Reihe rund um Kommissar Zorn und Schröder.
Leider konnte mich ihr 5. Fall aber nicht ganz überzeugen. Gut gefallen hat mir die Entwicklung, die in der Beziehung zwischen den Beiden voranschreitet ...

Ich liebe diese Reihe rund um Kommissar Zorn und Schröder.
Leider konnte mich ihr 5. Fall aber nicht ganz überzeugen. Gut gefallen hat mir die Entwicklung, die in der Beziehung zwischen den Beiden voranschreitet und natürlich auch, dass wieder viel über das Privatleben der zwei erzählt wird. Dafür muss man aber meiner Meinung nach die Vorgänger kennen, wenn man es wirklich genießen will.
Der Fall an sich war diesmal nicht so gut. Er stand auch fast gar nicht mehr im Mittelpunkt.
Gleich zu Beginn geht es um tote Fische, die vom Himmel fallen. Was es damit auf sich hat, wird leider nicht aufgeklärt.
Irgendwie war der Krimi etwas unrund, teilweise auch etwas in die Länge gezogen.
Für Fans auf jeden Fall ein Muss - aber ich hoffe, dass mich der nächste Teil wieder mehr überzeugt.

Veröffentlicht am 29.12.2018

Einblick in den Palast

Motte und Licht
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Ich habe "Zorn und Morgenröte" noch nicht gelesen, aber weil ich das Setting im Orient und auch die Idee hinter dem Plot sehr spannend finde, habe ich als "Extra-Große-Leseprobe" diese Kurzgeschichte gelesen. ...

Ich habe "Zorn und Morgenröte" noch nicht gelesen, aber weil ich das Setting im Orient und auch die Idee hinter dem Plot sehr spannend finde, habe ich als "Extra-Große-Leseprobe" diese Kurzgeschichte gelesen. Sie beschreibt die Vorgeschichte - also bevor der König jede seiner Frauen am nächsten Tag umbringen lässt - aus der Sicht der Dienerin Despina.

Gut gefallen hat mir der Schreibstil, denn er ist sehr bildgewaltig, arbeitet mit allen Sinnen. Man hat wirklich das Gefühl, die kräftigen Farben, die Qualität der Stoffe und den Geruch der Blumen und Parfums zu riechen. Der Leser befindet sich mitten in einem orientalischen Palast - wirklich toll.

Von der Geschichte habe ich allerdings mehr erwartet. Ja, es ist eine Kurzgeschichte, aber sie hätte ein bisschen länger sein und ruhig auch ein bisschen tiefer gehen können. Denn gerade, als man sich in das Setting hineinversetzt, ist es auch schon wieder vorbei. Auch die kleine Liebesgeschichte, die schon im Klappentext angedeutet wird, bleibt leider sehr oberflächlich.

Ich werde "Zorn und Morgenröte" aber wahrscheinlich jetzt doch lesen, weil ich denke, dass dann einige Unklarheiten ausgeräumt werden. Und das Setting hat mir eben doch sehr gut gefallen. Der Roman sollte dann ja auch tiefer gehen.

Super fand ich - und fast interessanter als die Kurzgeschichte selbst - das Interview mit der Autorin am Ende des Buches. Es ist sehr ausführlich, was man sonst selten so findet.

Insgesamt ist "Motte und Licht" eine gute Ergänzung zur Buchreihe, aber alleine überzeugt es nicht zu 100%, deswegen nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 27.12.2018

Lerne zu töten

Die Blutschule
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Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, vor allem weil ich gelesen habe, dass es wirklich unter die Haut ging. Dementsprechend enttäuscht war ich dann, dass es doch sehr langsam und gediegen los geht. ...

Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, vor allem weil ich gelesen habe, dass es wirklich unter die Haut ging. Dementsprechend enttäuscht war ich dann, dass es doch sehr langsam und gediegen los geht. Das, was schon im Klappentext verraten wird, kommt nämlich erst ab der Hälfte des Buches.

Der Thriller ist als eine Art Tagebuch aufgebaut, denn der Protagonist Simon, mittlerweile erwachsen, schreibt auf Anraten seines Arztes seine Erlebnisse nieder, während er in der Psychiatrie ist. Er erzählt in der Ich-Form und chronologisch, ohne dass die Tage genau bestimmt sind. Dadurch wird die Geschichte nicht unterbrochen, das hat mir sehr gut gefallen. Außerdem spricht Simon manchmal direkt den Leser an - auch ein Pluspunkt.

So brutal, wie ich es erwartet hatte, fand ich den Thriller allerdings nicht. Wie gesagt geht es am Anfang sehr normal los, erst ab ca. der Hälfte kommt die Blutschule ins Spiel. Hier hätte ich mir doch mehr den Schwerpunkt gewünscht. Natürlich sind die Lektionen, die Simon und sein Bruder lernen sollen, nichts für schwache Nerven, aber es passt zu diesem Genre.

Was mir leider gar nicht gefallen hat, war das Spiegel-Element, dass das Buch durchzieht. Zwar hat man hier einen roten Faden, allerdings bin ich gerade bei Thrillern ein Fan davon, wenn sie realistisch sind. Die magischen Kräfte des Spiegels haben hier für mich nicht hineingepasst, auch wenn es für die Handlung natürlich wichtig ist und auch einiges erklärt.

Das Ende war dann auch nicht unbedingt überraschend. Es sorgt sicher bei dem ein oder anderen Leser für Gänsehaut, ich habe aber ehrlich gesagt nur die Stirn gerunzelt.

Schuld an meiner Enttäuschung sind sicherlich auch die hohen Erwartungen, die ich an "Die Blutschule" gestellt habe. Jetzt bin ich gespannt auf "Das Joshua-Profil" gespannt und ob sich hier Parallelen zeigen. Insgesamt gibt es von mir aber nur 3 Sterne.