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EstherStu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2019

schräge Zeitreise

Ein Tropfen vom Glück
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Wie doch eine alte Flasche Wein alles verändern kann:
Vier Bekannte feiern mit einer Flasche Rotwein aus dem Jahr 1954 die Befreiung aus dem Keller nach einem Einbruch. Am nächsten Morgen finden sich die ...

Wie doch eine alte Flasche Wein alles verändern kann:
Vier Bekannte feiern mit einer Flasche Rotwein aus dem Jahr 1954 die Befreiung aus dem Keller nach einem Einbruch. Am nächsten Morgen finden sich die vier im Jahr des Weines in Paris wieder.
Jetzt beginnt für die vier Freunde eine neue Zeit. Jeder der Gruppe versucht, auf seine Art und Weise diese unfreiwillige Reise für sich zu nutzen und lernt Paris von einer ganz neuen Seite kennen. Sie tauchen ein in dieses ganz spezielle Flair dieser Epoche.
Für mich hatte dieses Buch genau das, was man bei Unterhaltungsromanen manchmal "französische Leichtigkeit" nennt. Diesem Buch fehlt es an nichts: Es ist sehr witzig, die Charaktere sind gut gezeichnet und die Handlung rund, wenn auch stellenweise schräg, wie wir das von den Franzosen gewohnt sind. Zur Sommerlektüre empfohlen!!

Veröffentlicht am 05.04.2019

eingefangene Atmosphäre

An den Ufern der Seine
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Ich war schon einige Male selbst in Paris und weiß, dass die Stadt einen ganz eigenenZauber versprüht. Diese Atmosphäre habe ich auch beim Lesen dieses Buches immer wieder verspürt.
Die Autorin beschreibt ...

Ich war schon einige Male selbst in Paris und weiß, dass die Stadt einen ganz eigenenZauber versprüht. Diese Atmosphäre habe ich auch beim Lesen dieses Buches immer wieder verspürt.
Die Autorin beschreibt in "An den Ufern der Seine" ein Paris der 40er und 50er Jahre, die geprägt ist von bahnbrechender Kunst, Literatur und Philosophie, die in Europa ihresgleichen sucht.
Neben dieser kulturellen Vielfalt, die in den schrecklichen Wirren der 40er Jahre teilweise eine Parallelwelt zu sein scheinen, verknüpft die Autorin aber einen mythischen Mikrokosmos (aber durchaus im Zusammenhang mit der Weltgeschichte) mit einzelnen- sehr spannenden- Künstlerbiografien, von denen Simone de Beauvoir, Albert Camus oder Pablo Picasso nur drei Exemplarische sind.
Dass all diese schlauen Köpfe zur gleichen Zeit am gleichen Ort zusammen kamen,kann doch kein Zufall gewesen sein
Übrigens: Sprachlich gesehen steht das Buch seinem Inhalt in nichts nach: es liest sich mitreißend wie ein Roman!
Unbedingte Empfehlung!

Veröffentlicht am 25.02.2019

5 Lebensschicksale

Die Liebe im Ernstfall
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Fünf Frauen, Fünf Geschichten, Fünf Schicksale, so könnte man das Buch von Daniela Krien gut einleiten. Statt einer zusammenhängenden Handlung erwartet den Leser in 5 Kapiteln jeweils eine Lebensgeschichte ...

Fünf Frauen, Fünf Geschichten, Fünf Schicksale, so könnte man das Buch von Daniela Krien gut einleiten. Statt einer zusammenhängenden Handlung erwartet den Leser in 5 Kapiteln jeweils eine Lebensgeschichte einer der Protagonistinnen, die im Leipzig der heutigen Zeit ihr leben meistern.
Da wäre Paula, die über einen schrecklichen Verlust hinwegkommen muss, der sie in eine tiefe Krise gestürzt hat. Ihre Freundin Judith, erfolgreiche Ärztin, aber weniger erfolgreiche Beziehungs- und Familienfrau. Brida, die um ihre große Liebe gegen eine jüngere Frau konkurrieren muss und die beiedn Schwestern Malika und Jorinde, die über die Entzweiung mit den Eltern nach langer Funkstelle wieder zueinander finden.
Alle diese Frauen stehen etwa in ihren frühen Vierzigern und haben in ihrem Leben bereits einiges erlebt, vielleicht sogar schwere Schicksalsschläge verkraften müssen. Durch Zeitsprünge ist der Leser stets an der Seite der Frauen und wird mit ihren Gefühlen ständig mitgerissen, was für mich das Buch zu einem echten Pageturner machte. Krien versteht es, dass der Leser (oder in meinem Fall Leserin) sich in jeder dieser Frauen wiederfindet, auch wenn man manchmal so da sitzt und verständnislos den Kopf schüttelt, wenn wieder eine der Frauen einer zukunftslosen Schwärmerei hinterher läuft.
Über die vielen Tiefs in ihren Leben finden aber viele der Frauen auch wieder zu Lebensfreude und Vitalität, Stellen, die einem großen Mut machen. Denn über die ernsten Hintergründe hinaus ist das Buch ausgesprochen leicht geschrieben und liest sich sehr angenehm und schnörkellos.
Ich bin ein großer Fan dieser Frauen und des Buchs geworden und empfehle es wärmstens weiter, auch solchen Frauen, die das Leben noch nicht gebrochen hat.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Harter Stoff

Stella
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Da ich den ersten Roman von Takis Würger bereits begeistert verschlungen hatte, war ich auch auf dieses neue Werk sehr gespannt. Nach kürzester Zeit wird einem aber klar, dass es mit dem Coming-of-Age-Thema ...

Da ich den ersten Roman von Takis Würger bereits begeistert verschlungen hatte, war ich auch auf dieses neue Werk sehr gespannt. Nach kürzester Zeit wird einem aber klar, dass es mit dem Coming-of-Age-Thema des Vorgängers so gar nichts gemein hat. Im Mittelpunkt steht der junge Friedrich, der aus einer reichen Schweizer Familie ins, so glaubt er, aufregende und lebensfrohe Berlin zieht. Dort lernt er Kristin kennen, die sich alsbald als Stella entpuppt, Jüdin im Untergrund. Um ihre Familie vor der Deportation zu schützen, verrät sie Berliner Juden an die Nazis.
Dass es sich hierbei um eine historische Person handelt, weiß man ja inzwischen auch durch den medialen Wirbel, der um das Buch gemacht wird. Aber auch die im Buch angeschnittenen Verhörprotokolle von Stella Goldschlag machen einem auf so simple Art diesen Tiefpunkt deutscher Geschichte bewusst.
Ich war von dem Buch schwer beeidruckt und kann es nur empfehlen.

Veröffentlicht am 30.12.2018

noch mehr tolle Porträts

Good Night Stories for Rebel Girls 2
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Nach dem ersten Teil von "Good Night Stories for Rebel Girls" hatte ich jetzt das Glück, auch den Nachfolgeband in die Hände zu bekommen.
Vorweg: Er steht seinem Vorgänger in Nichts nach! Beim ersten Durchblättern ...

Nach dem ersten Teil von "Good Night Stories for Rebel Girls" hatte ich jetzt das Glück, auch den Nachfolgeband in die Hände zu bekommen.
Vorweg: Er steht seinem Vorgänger in Nichts nach! Beim ersten Durchblättern fallen als erstes die tollen Illustrationen auf, die wieder von verschiedenen weiblichen Zeichnerinnen zusammen getragen wurden. Das bringt ene unwahrscheinliche Vielfalt mit sich, die sich auch in den dazugehörigen Porträts niederschlägt. Die Autorin hat wirklich eine tolle Arbeit geleistet, verschiedenste starke Frauen zu beschreiben und ihre inspirierenden Lebensläufe wie eine spannende Guten-Nacht-Geschichte aufzuzeichnen.
Es ist wohl offiziell ein Kinderbuch, ich finde aber, dass es in jedem Alter gelesen werden kann und sollte