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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2019

Allerbeste Unterhaltung

Das Dach muss vor dem Winter drauf
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Renate Bergmann freut sich: Neffe Stefan wird zum zweiten Mal Vater. Jedoch wird Stefans Wohnung jetzt zu eng. Wie gut, daß Renate ein Grundstück in Spandau besitzt! Dort wird nun ein Haus gebaut! Denn ...

Renate Bergmann freut sich: Neffe Stefan wird zum zweiten Mal Vater. Jedoch wird Stefans Wohnung jetzt zu eng. Wie gut, daß Renate ein Grundstück in Spandau besitzt! Dort wird nun ein Haus gebaut! Denn was Renate will, das zieht sie auch durch. Und während Stefans Frau Ariane sich mit Übelkeit plagt, helfen Renate, Gertrud, Gunter, Ilse und Kurt auf dem Bau. Es gilt die Arbeiter zu verpflegen, Nachbarn und den Kinderchor abzuwehren, sich mit dem Amt zu plagen und bei einigen Arbeiten selbst Hand anzulegen. Natürlich alles auf die eigene Art und Weise....


Renate Bergmann ist Kult. Und das ganz zu recht. Auch hier herrscht Spaß und Humor vor. Schon ihre Art und Weise Fremdwörter zu schreiben bereitet Spaß. Sie hat für einige Dinge mit englischem Namen eigene Wortkreationen, die den Leser erstmal stutzen lassen - und dann herzhaft lachen. Denn ihre Kreationen passen perfekt. Auch in ihrer Art, kritisch mit einigen Dingen umzugehen. So wird es wirklich immer unterschiedlich dargestellt, ob einem jungen oder altern Mensch ein Missgeschick passiert. Beim jungen Mensch wird gelacht - der alte Mensch ist senil. Ein Fakt, der in diesem Buch zum nachdenken anregt. Ebenso wie Ihre Ansichten über die hochtrabenden neuen Bezeichnungen urtümlicher Speisen. Man gebe den Dingen einen neuen Namen - und schon ist die Sache teurer und angesagt. Renate Bergmann hat einen ganz feinen Humor. Spitzzüngig, aber nicht beleidigend oder billig. Sie verletzt dabei niemanden, hält der Menschheit aber einen Spiegel vor. Dabei schreibt sie, wie ihr ihre "Berliner Schnauze" gewachsen ist. Sie schreibt nicht gestelzt, sondern so, wie man sich unterhält. Von Freund zu Freund. Und genau das ist Renate mittlerweile für mich geworden. Sie und ihre Freunde und Familie sind absolute Sympathieträger. Es sind Menschen wie du und ich, mit Stärken und Schwächen, Sorgen und trotz allem guter Laune. Sie meistern ihr Leben auf ihre Weise und machen stets das Beste aus jeder Situation. Wie sagt Renate Bergmann? Man muß an sich selbst glauben. Recht hat sie!

Veröffentlicht am 11.03.2019

Gelungener Auftakt

Blinde Rache
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Mara Billinsky tritt ihre neue  Arbeitsstelle bei der Frankfurter Mordkommission an. Aufgrund ihres Äußeren - sie trägt Tattoos und schwarze Kleidung - bekommt sie den Spitznamen "Die Krähe". Vorerst wird ...

Mara Billinsky tritt ihre neue  Arbeitsstelle bei der Frankfurter Mordkommission an. Aufgrund ihres Äußeren - sie trägt Tattoos und schwarze Kleidung - bekommt sie den Spitznamen "Die Krähe". Vorerst wird sie auf das Abstellgleis gesetzt - ihre erste Aufgabe ist es, eine Einbruchserie in Villen aufzuklären. Als es in Frankfurt zu einer Mordserie kommt, will Mara ihr Können beweisen und ermittelt auf eigene Faust. Sie ahnt nicht, wie gefährlich das für sie wird....


Dies ist der erste Band einer neuen Thrillerserie. Und dieser Band hat es in sich. Von Beginn an verfügt das Buch über eine hohe Spannung, die konstant bleibt und kaum Zeit zum Luft holen läßt. Leo Born schafft durch seinen Schreibstil eine vor Spannung knisternde Atmosphäre, die den Leser sofort packt. Man wird immer wieder auf falsche Fährten gelockt und hat immer wieder neue Verdächtige. Mit den Charakteren geht Leo Winter einen untypischen Weg: Mara ist nicht sonderlich sympathisch. Man muß sich an sie und ihren Stil erst gewöhnen. Jedoch bekommt man auch mit ihr Mitleid. Die Art und Weise, wie sie von ihrem Chef und ihren Kollegen behandelt wird, ist äußerst gemein. Es spiegelt jedoch das normale Arbeitsleben wieder. Wer etwas anders ist und seine eigene Art lebt, sich  nicht ins Schema pressen läßt, hat ein Problem. Insofern ist das Buch auch ein Stück Kritik an der Gesellschaft. Die Morde sind brutal, werden jedoch nicht bis in das letzte Detail beschrieben. Hier kann der Leser selbst entscheiden, wieviel er sich in seiner Phantasie zumutet. 


Für mich ein absolut gelungener Serienstart und ich bin schon jetzt auf Band 2 gespannt!

Veröffentlicht am 11.03.2019

Ein faszinierender Einblick in den Tower

Der Herr der Raben
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Der Londoner Tower ist bekannt. Vor allem für seine Raben und deren Legende, nach der das Königreich fällt, wenn die Raben den Tower verlassen. Damit dies nicht geschieht, gibt es den Ravenmaster. Derzeit ...

Der Londoner Tower ist bekannt. Vor allem für seine Raben und deren Legende, nach der das Königreich fällt, wenn die Raben den Tower verlassen. Damit dies nicht geschieht, gibt es den Ravenmaster. Derzeit trägt Christopher Skaife diesen Titel. 


Mit seinem Buch "Der Herr der Raben - Mein Leben als Ravenmaster im Tower of London" nimmt Christopher Skaife den Leser mit in eine eigene Welt. Er läßt uns teilhaben an seinem Leben an diesem besonderen Ort und beschreibt seinen Werdegang von der Schule über das Militär zum Ravenmaster. Dabei verschweigt er seine Schwächen und gemachten Fehler nicht - dies macht ihn sehr sympathisch und menschlich. Er ist auf dem Boden geblieben und bildet sich nichts auf seinen außergewöhnlichen Beruf ein. Christopher Skaife schreibt auf wunderbar leichte und humorvolle Art, so daß man ihm gern folgt und dies vor allem auch gut kann.  Es macht sehr viel Spaß ihn zu begleiten, denn zwei Dinge ist das Buch auf gar keinen Fall: trocken oder langwrilig. Das Buch ist wirklich sehr vielseitig. Man erfährt viel über das Leben im Tower. Durch seine gute Art Dinge und Geschehnisse zu beschreiben, kann man sich lebhaft vorstellen, wie es ist zwischen all den Touristen zu wohnen. Dabei vermittelt Christopher Skaife auch viel geschichtliches Wissen - ganz nebenbei und ohne es zu merken lernt man noch dazu! Wunderbar! Ein kleines Kapitel Spukgeschichten ist natürlich auch dabei. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich bei den Raben. Die derzeitigen Bewohner werden kurz und präzise in einem kleinen Lebenslauf vorgestellt, ihre Charaktereigenschaften aufgeführt und die Farbe ihres Ringes erfährt man auch - man kann sie also bei einem Besuch des Towers namentlich benennen. So bekommen auch die Raben eine Persönlichkeit und man fühlt sich ihnen verbunden. Und obwohl Christopher Skaife betont, daß er kein Sachbuch geschrieben hat, lernt man sehr viel über die Ernährung, Charakter und Haltung von Raben. Einen kleinen Ausflug in die Ornithologie inbegriffen. In der Buchmitte befindet sich ein kleiner Bildteil mit wunderschönen Farbfotos, am Ende des Buches eine Liste aller Rabenmeister seit 1946 mit Namen, Dienstgrad, Dienstzeit und der Zeit, die er für die Raben verantwortlich war.


Mich hat dieses Buch fasziniert und gefesselt. Ich kann es allen Lesern empfehlen, die sich für die Geschichte des Towers, die Raben und für ein interessantes Leben interessieren.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Sehr spannend

Jetzt gehörst du mir (Ein Marina-Esposito-Thriller 8)
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In Colchester werden innerhalb kürzester Zeit drei männliche Leichen aufgefunden. Erschreckenderweise weisen alle Ähnlichkeit mit DI Phil Brennan auf. Eine weitere Ähnlichkeit zwischen den Toten: Der Täter ...

In Colchester werden innerhalb kürzester Zeit drei männliche Leichen aufgefunden. Erschreckenderweise weisen alle Ähnlichkeit mit DI Phil Brennan auf. Eine weitere Ähnlichkeit zwischen den Toten: Der Täter hat bei allen die Tarotkarte.
"Der Gehängte" hinterlassen, auf deren Rückseite Phils Name steht. Die Vermutung liegt nah, daß es sich bei dem Täter um die Stalkerin handelt, von der Phil schon längere Zeit verfolgt wird. Um dies herauszufinden, reißt Phil nach Colchester. Doch er kommt dort nie an. Seine Frau, Profilerin Maria Esposito, macht sich auf die Suche nach ihm.

Dies ist der Abschluß der Serie und er ist gelungen! Von Beginn bis Ende spannend, Charaktere, die nicht aufgeben und wissen, was sie wollen. Ich würde aber empfehlen, zumindest einen der Vorgängerbände gelesen zu haben, sonst könnte es schwierig werden.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Sommerkrimi

Lago Mortale
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Der ehemalige Polizeireporter Simon Strasser entdeckt am Lago d'Orta die Leiche eines einflussreichen Fabrikantensohnes auf einer herrenlosen Yacht. Simons Spürsinn ist geweckt - doch seine Recherchen ...

Der ehemalige Polizeireporter Simon Strasser entdeckt am Lago d'Orta die Leiche eines einflussreichen Fabrikantensohnes auf einer herrenlosen Yacht. Simons Spürsinn ist geweckt - doch seine Recherchen erweisen sich als äußerst schwierig. Denn in dieser beschaulichen Gegend scheint jeder ein Geheimnis zu hüten, das auf jeden Fall und um jeden Preis gewahrt werden muss.

Dies ist ein Krimi der ruhigen Art. Hier gibt es ruhige Recherchen ohne wüste Schießereien oder sinnloses blutiges Abschlachten. Sehr angenehm! Man kann das Buch völlig entspannt lesen. Auch der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar, man kommt sofort in die Handlung hinein und ist umringt von sympathischen, gut vorgestellten Charakteren. Auch die Landschaft ist gut vorstellbar. Somit hat man hier den perfekten Sommerkrimi!