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Veröffentlicht am 08.03.2019

Käsekuchen geht immer!

Käsekuchen & Cheesecakes. Rezepte mit Frischkäse oder Quark
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"Käsekuchen & Cheesecakes. Rezepte mit Frischkäse oder Quark" von Christin Geweke, welches im Bassermann Verlag erscheint. Dieses Buch umfasst 96 Seiten und ist praktischerweise mit
einem flexiblen und ...

"Käsekuchen & Cheesecakes. Rezepte mit Frischkäse oder Quark" von Christin Geweke, welches im Bassermann Verlag erscheint. Dieses Buch umfasst 96 Seiten und ist praktischerweise mit
einem flexiblen und abwischbaren Einband versehen.


Dieses Käsekuchen-Standardwerk enthält viele Rezepte, von fruchtig-frisch mit Obst, cremig-zart mit Mascarpone, schokoladig-nussig und aromatisch mit Espresso ist alles vertreten. Da darf auch der berühmte New-York-Cheesecake nicht fehlen. Diese Rezepte sind von der Autorin erprobt und damit auch gelingsicher.

Nach einer kleinen Einführung über die Backausstattung, die perfekte Vorbereitung, den perfekten Boden und die perfekte Füllung, informiert die Autorin über die besten Backmethoden, damit der gebackene Kuchen sich perfekt aus der Form löst und nicht reißt. Dabei spielt auch das Abkühlen eine entscheidende Rolle. Sie geht auf die verschiedenen Toppings ein und auf die Haltbarkeit, wenn denn etwas übrig bleiben sollte.

In vier Kapiteln werden die Rezepte mit ganzseitigem Bild und den Zubereitungsinformationen vorgestellt. Kalorienangaben fehlen sicherheitshalber.
Es geht mit den Klassikern los.

Mohn-Käsekuchen (habe ich schon nachgebacken, himmlisch!)
Käsekuchen mit Himbeerspiegel
Tränchenkuchen mit Baiser (ein Träumchen!)
Russische Zupftorte
Käsekuchen vom Blech
Käsekuchen mit Streuseln


Das nächste Kapitel stellt die Fruchtvarianten vor.

Joghurt-Himbeer-Cheesecake (ohne Backen)
Key Lime Pie
Apfel-Käsekuchen mit Mandeln
Mango-Kokos-Cheesecake
Schmandkuchen mit Kirschen
Strawberry Cheesecake (Besonders fruchtig durch die Erdbeertoppingmasse)

Kapitel Schokolade

Cheesecake Brownie
White Chocolate Cheesecake mit Blaubeeren (der Knaller)
Espresso Cheesecake

Das letzte Kapitel widmet sich Spielereien.

Frozen Cheesecake
Mini-Cheesecake mit Ziegenfrischkäse
Käsekucheneis am Stiel
Cheesecake-Dessert mit roten Johannisbeeren

Ein nach Zutaten und Namen geordnetes Register beschliesst das Buch. Viele neue und altbewährte Varianten rund um Quark, Frischkäse und Schmand machen das Backen und Nachmachen zum Genuss.

Wer kann schon Käsekuchen widerstehen? Dieses Buch zeigt einige klassische Varianten, sorgt aber auch mit modernen Rezepten für Furore. Käsekuchen im Glas oder als Dessert bringen neuen Schwung auf den Tisch. Und mit Whoopies, Törtchen, Shakes und Eis am Stiel gibt es auch moderne Ideen und Varianten zu entdecken.


Das Buch enthält einen bunten Querschnitt an Vorschlägen, alles sieht sehr lecker aus und ich bin beim Mohn-Käse-Kuchen hängengeblieben, der mir gut gelungen ist und himmlisch schmeckte.

Es macht Spaß, hier zu blättern und sich zum Nachmachen inspirieren zu lassen.

Bei dem Rezept einer Key Lime Pie war ich völlig überrascht, denn sie wird ganz ohne Quark, Frischkäse oder Schmand gemacht, nur mit Kondensmilch. Die Verwendung von 4 ganzen Limetten verspricht einen Vitaminstoss und reichlich fruchtige Frische.

Besonders gut gefällt mir, dass die Kuchen nur aus Zutaten bestehen, die man entweder selbst zu Hause hat oder in jedem Supermarkt bekommt.


Für alle Freunde von Cheesecake und Käsekuchen gibt es hier viele genussvolle Varianten zum Ausprobieren, Nachbacken und Genießen.

Veröffentlicht am 08.03.2019

Wieder hat Nicola Förg einen neuen Krimiband mit Tiefsinn und Spannung geschaffen!

Wütende Wölfe
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Der Alpenkrimi "Wütende Wölfe" von Nicola Förg ist der 10. Band der erfolgreichen Reihe um die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. Die Reihe erscheint im Pendo Verlag, zugehörig dem Piper Verlag. ...

Der Alpenkrimi "Wütende Wölfe" von Nicola Förg ist der 10. Band der erfolgreichen Reihe um die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl. Die Reihe erscheint im Pendo Verlag, zugehörig dem Piper Verlag.


Kommissarin Irmi Mangold hat eine Auszeit als Hirtin auf einer Kuhalm eingelegt, um zur Ruhe zu kommen und auch über ihr Leben nachzudenken. Mit Luise, eine gestandene Landrätin, bekommt sie zupackende Hilfe und angenehme Gesellschaft. Es wird jedoch weniger eine entspannende Auszeit, denn auf der Alm scheint ein Wolf umzugehen und der versetzt nicht nur die Tiere in Angst. Kurz darauf findet Irmi einen toten Mann, der in einem Schlageisen gefangen ist. Galt der Anschlag einem Wolf? Die Ermittlungen halten Irmi von ihrer Käserei ab und von Auszeit kann man nicht mehr reden.

"Seht ihr im Wolf nicht auch einen Konkurrenten?...Reh, Gams, Rothirsch und Sauen werden nun von Wölfen gefressen und nicht von halbblinden Jagdpächtern erschossen." Zitat Seite 109

Nicola Förgs Krimis leben von den liebevoll und genau gezeichneten Charakteren der Ermittler und Nebenfiguren. Sie sorgen mit interessanten Dialogen zum Thema Wolf und mit privaten Einblicken für angenehme und teilweise humorvolle Unterhaltung.

Die Spuren der Ermittlungen führen immer wieder zum Ort der Alm zurück und so bleibt Irmi gar nichts anderes übrig, als die Fäden aufzunehmen und ihnen nachzugehen. Von einer ruhigen Almzeit kann man also nicht reden. Der Fall führt in die Vergangenheit zu einen Leistungskurs im Abiturjahrgang. Welche Verbindungen führen von den Schülern damals und ihrem Lehrer zu den aktuellen Vorgängen? Wieder kann man als Leser eigene Mutmaßungen anstellen und gut mitraten.

Der Fall ist etwas verzwickt, kann aber durchschaut werden, auch wenn die Motive erst zum Ende offengelegt werden.

Für mich sind die Bücher von Nicola Förg immer wieder ein echtes Leseerlebnis!

Denn neben einer gut aufgebauten Krimihandlung finden sich darin immer kritische Anmerkungen und Fragen zu Umwelt und Naturschutz. Dieses Mal geht es um das kontrovers diskutierte Thema der Wölfe, um Kühe mit Hörnern, um Weidehaltung, Milchwirtschaft und Käserei und das Leben auf einer Alm.

Wieder ist es der Autorin gelungen, mich mit ihrer Geschichte nicht nur spannend und gut zu unterhalten, sondern auch noch mit Informationen rund um Weidewirtschaft auf Almen, giftige Pflanzen und über den Wolf zu versorgen.

Während einer Diskussionsrunde zur Wolfsfrage lässt die Autorin Irmi teilnehmen und damit auch den Leser tief eintauchen. Man erfährt etwas über die verschiedenen Sichtweisen von Naturschützern, Jägern und Anwohnern. Außerdem über die Verbreitung der Tiere, ihr Fressverhalten, die Kosten für Schutzzäune und die Zahlen von tot aufgefundenen Wölfen.

Seit 2000 gab es in Deutschland 222 tote Wölfe, zwei wurden entnommen, 155 davon starben im Straßenverkehr und 28 durch illegale Aktivitäten. 23 starben eines natürlichen Todes und l2 wurden legal getötet.
Mit solchem Zahlenmaterial relativiert sich manche Ansichtsweise.
Nicola Förg beschreibt in ihren Bücher einiges was viele Menschen nicht wissen, sie fügt es lehrreich ein oder belehrend zu wirken.


Wie gewohnt lässt die Autorin Nicola Förg vor der atmosphärischen Kulisse einer Bergalm eine spannende Krimihandlung entstehen. Und natürlich gibt es auch wieder ein aktuelles und heiß diskutiertes Thema aus der Tierwelt. Dieses Mal geht es um die Rückkehr der Wölfe in Deutschland und man erfährt viele Ansichten, Informationen zu den Populationen und zum Beuteschema und Reißverhalten der Wölfe. Es lohnt sich schon deshalb, diesen Krimi zu lesen!

Veröffentlicht am 05.03.2019

Ein perfides Thrillerdebüt

Kalter Strand
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Der Thriller "Kalter Strand" ist der erste Band einer Reihe um den Kommissar Tom Skagen von Anne Nordby, es ist ihr Debüt. Das Buch erscheint am 13.03.2019 im Gmeiner Verlag.


»Und jetzt zu deiner neuen ...

Der Thriller "Kalter Strand" ist der erste Band einer Reihe um den Kommissar Tom Skagen von Anne Nordby, es ist ihr Debüt. Das Buch erscheint am 13.03.2019 im Gmeiner Verlag.


»Und jetzt zu deiner neuen Aufgabe: Kaufe vier Benzinkanister, gehe zu einem Haus in
deiner Nachbarschaft - aber eines, in dem auch Menschen sind! - und schütte das Benzin dort aus. Mit der Fackel zündest du das Haus an! Widersetzt du dich meinem Befehl, bekommst du Stefanies Kopf mit der Post zugeschickt. Du hast nur heute Nacht Zeit!
Und vergiss nicht: Ich sehe alles.
DAS AUGE.«

In "Kalter Strand" entführt uns Anne Nordby gemeinsam mit ihren Ermittlern Tom Skagen und seiner Chefin Jette Vestergaard an Dänemarks Westküste, genauer gesagt an den Ringkøbing Fjord, wo sie den Tod einer deutschen Frau untersuchen sollen. Doch es bleibt nicht bei der Toten, denn ein perfider Killer treibt sein Unwesen unter den deutschen Touristen in der Ferienhaussiedlung.


Das Buch beginnt mit einem brutalen Vorhaben, ein Mann namens Markus bereitet einen Brandanschlag auf ein bewohntes Haus vor. Es gilt das Motto: Tod für Leben. Die Gründe dafür versteht er selbst nicht und er hat Angst. Diesen mörderische Auftrag führt er auf Anweisung eines Unbekannten aus, der sich "Das Auge" nennt.

Dann springt die Handlung eine Woche zurück und die Ermittler von SKANPOL werden vorgestellt. Sie haben einen Einsatz und werden von ihrer Hamburger Basisstation nach Dänemark angefordert. Dort gab es ein Tötungsdelikt einer Deutschen in Verbindung mit Drogen.


Der Ermittler Tom Skagen hat eine bewegte Vergangenheit, er fuhr als Offizier auf Containerschiffen zur See und erlebte im Golf von Aden einen Überfall somalischer Piraten mit. Danach suchte er Veränderung in seinem Leben und bekam einen Job bei SKANPOL, denn seine dänischen Sprachkenntnisse bringen ihm Vorteile in der Bearbeitung grenzüberschreitender Ermittlung.
An den Folgen seiner Traumatisierung leidet er noch immer.

Dieser Thriller ist einer von der gemäßigten Art. Wobei die Vorhaben und Aufforderungen, die das Auge vorschreibt, schon sehr brutal und ohne Skrupel das Töten von Menschen in Kauf nehmen.

Mehrere Familien hat der Unbekannte im Blick und versucht, sie zu erpressen und zu Straftaten zu manipulieren und damit das eigene Leben oder die eigene Familie zu schützen.
Kalt und ohne Gefühle für menschliches Leid erlebt man den Täter aus der Perspektive eines stillen Beobachters mit.

Daneben erlebt man Tom Skagen ebenfalls hautnah bei seinen Ermittlungen, er nimmt detailgenau alles unter die Lupe, hört auf sein Bauchgefühl und stellt eine Verbindung zwischen der getöteten Frau namens Elena und den anderen Verbrechen am Ringkøbingfjord her. Seine Chefin ist anderer Ansicht und möchte der dänischen Polizei nicht im Wege stehen. Sie fühlt sich nur für die deutsche Leiche zuständig.

Die Handlung ist abwechslungsreich, die personellen Einblicke sorgen für Anteilnahme an den Figuren und gerade mit Tom leidet man besonders mit. Denn er versucht sich seiner Traumatisierung zu stellen und es wird klar, welche Schwierigkeiten er damit hat. Als Leser erlebt man seine Schlafstörungen und Alpträume mit und sieht wie er Schwindelgefühle und Angstattacken bekämpft.


Auch mit Markus und seiner Familie habe ich gebangt, welche Ängste und Skrupel in seinem Kopf umgingen, ist kaum in Worte zu fassen. Wenn Menschen sich um ihre Liebsten sorgen und sie diese Liebe angreifbar macht und sie manipulativen Tatwerkzeugen benutzt werden, ist das absolut perfide und schrecklich.


Im letzten Drittel des Buches hatte ich einen Tatverdächtigen ausgemacht, wie das Ganze zusammenhängen könnte und welches Motiv dahinterstecken könnte, war jedoch nicht ersichtlich.


Hier muss ich der Autorin ein großes Lob aussprechen, sie hat die Spur zum Täter gut verdeckt und die Spannung allmählich und kontinuierlich ansteigen lassen, bis am Ende ein grandioser Showdown den Fall gekonnt beschliesst. Auch die Auflösung ist hieb- und stichfest und das Motiv ist in der Welt der psychisch Gestörten denkbar.



"Kalter Strand" ist ein gelungenes Thrillerdebüt mit einer dauerhaft ansteigenden Spannungskurve und einem interessanten Ermittler. Die Fortsetzung der Reihe erwarte ich mit großer Neugierde.

Veröffentlicht am 04.03.2019

Für Kunstinteressierte ein lohnenswertes Nachschlagewerk

50 Künstlerinnen, die man kennen sollte
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Der Bildband "50 Künstlerinnen, die man kennen sollte" von Christiane Weidemann erscheint im Prestel Verlag. Ebenfalls zum Buch beigetragen haben Petra Larass und Melanie Klier.

Bis ins frühe 20. Jahrhundert ...

Der Bildband "50 Künstlerinnen, die man kennen sollte" von Christiane Weidemann erscheint im Prestel Verlag. Ebenfalls zum Buch beigetragen haben Petra Larass und Melanie Klier.

Bis ins frühe 20. Jahrhundert galten Künstlerinnen als "Ausnahmeerscheinungen".

Die abgebildeten Beispiele ziehen sich von der Renaissance bis in die Neuzeit und zeigen beeindruckende Werke von 50 Künstlerinnen, die ihre Schaffenskraft im künstlerischen Bereich ausgelebt haben. Zu den einzelnen Kunstschaffenden erfährt man interessante Lebensläufe und Informationen über ihre Werke und Aussageformen.

Die darstellende Kunst ist seit jeher eine Männerdomäne gewesen, wenn man von Kunst im Altertum redet, fallen fast immer Namen von bekannten Malern oder Bildhauern, die als Meister wieder Männer ausbildeten. Ihre gesellschaftliche Stellung verhinderte den Frauen Zugang in die Gilden und Werkstätten. Sie waren allenfalls Modell oder Muse, selten eigenständige Künstlerinnen. Wenn sie dennoch eigene Werke erschufen, so nur unter dem Deckmantel eines männlichen Pseudonyms.

50 wichtig Künstlerinnen, die es geschafft haben, sich in der Kunst einen Namen zu machen und sich mit ihren Werken behaupten konnten, würdigt dieser Bildband.

Die Vorstellung der Künstlerinnen erfolgt in chronologischer Reihenfolge, zu jeder Künstlerin gibt es auf einer oder zwei Doppelseiten die Stationen ihres Lebenslaufes, ihren persönlichen Werdegang in der entsprechenden Kunstepoche mit Informationen zu ihrer Vita und ihrem Gesamtwerk und beispielhaften Bildern ihrer Werke.

Das Buch ist chronologisch geordnet. Vorn und hinten im Einband befindet sich eine Timeline, sie beginnt mit der 1528 geborenen Catharina van Hemessen, einer flämischen Portraitmalerin aus der Zeit von Pieter Brueghel d. Ä.

Die Timeline endet 1965 mit der Britin Tacita Dean, die Film, Zeichnung und Fotografie in ihren Werken verbindet.

Während die frühen Künstlerinnen in der Malerei tätig waren, kommen in der Moderne die Darstellungsformen der Fotografie, Skultpuren, Konzeptkunst und Videoinstallationen hinzu.

Von der Renaissance bis zur Postmoderne sind darunter:

Die niederländische Malerin Judith Leyster, deren Werke lange Frans Hals zugeordnet wurden.

Die Italienerin Barbara Longhi, die im Familienbetrieb ihres Vaters lernte und mitarbeitete, die flämische Malerin Clara Peeters, die aufwendig gestaltete Stillleben darstellte und Maria Sybilla Merian, deren botanische Studien und Insektenbilder wegen ihrer einzigartigen detailgetreuen Präzision für hohe Beachtung in Fachkreisen sorgte.

Rosa Bonheur, die als berühmteste Tiermalerin des 19. Jahrhunderts gilt.

Berthe Morisot, deren Bilder als einziger Frau auf der ersten Impressionistenausstellung zu sehen waren.

Die Worpsweder Künstlerin Paula Modersohn-Becker malte lange vor der Zeit bereits avantgardistische Bilder.

Mit ihren plastischen Arbeiten galt Camille Claudel bereits 1885 als erste europäische Bildhauerin.

Zu den bekanntesten deutschen Künstlerinnen zählen Käthe Kollwitz und Gabriele Münter.

Desweiteren werden Niki de Saint Phalle, Frida Kahlo oder Meret Oppenheim, Barbara Kruger und Kiki Smith, Shirin Neshat und Pipilotti Rist vorgestellt.

Dieser Überblick durch alle Stilrichtungen hat mir verdeutlicht, wie gewaltig und ausdrucksstark Kunstwerke sein können und wie diese allein durch weibliche Schaffenskraft den Werken der Männer in nichts nachstehen. Dank der einzelnen Vorstellungen kann man sich der jeweiligen Künstlerin gut nähern, bekommt einen Eindruck über ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Werke. Die Biografien erklären und machen die gesellschaftlichen Schwierigkeiten deutlich, denen sich Frauen von jeher aussetzen mussten.

Man muss für diesen Bildband nicht kunsthistorisch vorgebildet sein. Die vielfältigen Kunstwerke kann man bestaunen, bewundern oder hinterfragen, ganz im Sinne ihrer Erschaffenden und durch die Abbildungen und Erklärungen bekommt man zu ihnen einen persönlichen Zugang.

Die Werke sind international und in vielen Stilrichtungen und Darstellungsformen vertreten.

Diese Kunst ist weiblichen Ursprungs und die damit verbundenen Hindernisse in der Vergangenheit sollte man sich klar vor Augen halten.

Im Glossar werden die wichtigsten Fachbegriffe von abstraktem Expressionismus bis zum Surrealismus erklärt und eine Übersicht gibt Informationen zu den gezeigten Portraits über Farben, Größe, Erstellungsjahr und wo sich das Kunstwerk heute befindet.

Dieser vielseitige und umfassende Querschnitt durch die Epochen der Kunst stellt namhafte Künstlerinnen und ihre Werke vor und ist damit ein gelungener Einstieg in die Kunstgeschichte. Stilvorlieben entdecken oder sich auf neue Darstellungsformen einlassen, in diesem Lehrbuch gibt es diverse Beispiele weiblicher Schaffenskraft zu bewundern. Für Kunstinteressierte ein lohnenswertes Nachschlagewerk.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Historischer Lesestoff, der mich gefesselt hat bis zum Ende

Licht in den Wolken
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"Licht in den Woken" ist der zweite Band nach "Tage des Sturms" in ihrer Berlin-Trilogie. Der neue Roman erscheint am 1.3.2019 im Knaur Verlag.

Das Autorenduo Iny Lorentz steht für fesselnde historische ...

"Licht in den Woken" ist der zweite Band nach "Tage des Sturms" in ihrer Berlin-Trilogie. Der neue Roman erscheint am 1.3.2019 im Knaur Verlag.

Das Autorenduo Iny Lorentz steht für fesselnde historische Romane, allein im Knaur Verlag sind von ihnen bereits 33 Romane erschienen.

1864: Deutschland befindet sich in den Wirren des Deutsch-Französischen Krieges. In der Zeit wird Friederike von Gantzow, die Tochter eines verarmten Offiziers auf ein Internat für höhere Töchter geschickt. Das Schulgeld bezahlt ihre Tante. Rieke ist selbstbewusst, ehrgeizig und gewinnt schnell eine neue Freundin, Gunda von Hartung und auch ihren Bruder Theo lernt sie bald kennen. Beide stammen aus einer reichen Fabrikantenfamilie. Rieke verbringt die Ferien bei den Hartungs, sie verliebt sich in Theo, doch ihre Verwandten haben andere Pläne mit ihr. Theo zieht in den Krieg und wer weiß, ob sie sich wiedersehen.

"Zum ersten Mal in ihrem Leben fuhr Rieke mit der Eisenbahn und kam aus dem Staunen kaum heraus. Die kleine Garnisonstadt, in der ihr Vater stationiert war, blieb so schnell hinter dem Zug zurück, dass es ihr wie ein Wunder erschien." Zitat Buchbeginn Seite 7



Wenn man die Romane von Iny Lorentz kennt, weiß man, dass sie vor den historischen Hintergründen eine Geschichte entstehen lassen, die sich mit Irrungen, Wendungen und einer gewissen Dramatik abspielt. Es geht meistens um eine Romanze und so ist es auch in diesem Roman.

Rieke und Theo müssen sich in diesem Roman durch viele Hindernisse kämpfen, bis ihre Liebe Erfolg haben kann.

Eingebettet in die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges erlebt man das Schicksal der jungen Friederike, die sich als Mädchen und als Mitglied einer verarmten Familie behaupten muss.

Militarismus und übergriffiger Patriotismus beherrschen die Zeit. Wer in der Armee Rang und Namen hat, wird hoch angesehen, auch adelige Abstammung sorgt für Ansehen. Die sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich sind groß, Aufstiegschancen fast unmöglich und die Standesdünkel erschreckend. Das sorgt bei dem Großteil der Bevölkerung für finanzielle Not und großes Leid und lässt nur wenige an Reichtum und Macht teilhaben. Sie kämpfen ihre Schlachten auf dem Rücken der Abgehängten und Armen.

Mit Rieke kann man wunderbar mitfühlen, ihre Schwierigkeiten im Internat besteht sie trotz harter Schläge eisern, ihre Freundschaft zu Gunda, aber auch zu einfachen Dienstboten, macht sie zu einer sympathischen Titelfigur, die man gerne begleitet.

Es gibt viele Probleme und Missstände, Entbehrung und Verdruß in ihrem Leben. Auch in der Schule hat sie es nicht leicht, doch ihre Freundschaft zu Gunda lässt viele Hoffnungsschimmer zu. Denn auch Gundas Bruder ist ein Lichtblick in Riekes Leben. Vom Vater verhöhnt, von der Mutter nicht groß beachtet, fristet sie ein Leben in Abhängikeit von ihrer Wohltäterin, ihrer Tante, die das Schulgeld bezahlt.

Doch was kommt nach der Schulzeit? Die Ausbildung im Internat zielt auf die Führung eines höheren Haushaltes als Ehefrau hin. Will Rieke das wirklich? Sich wie ihre Mutter einem Mann unterordnen

Die Story ist mitreißend, die Figuren haben eine ausgeprägte Lebendigkeit, der man sich nicht entziehen kann. Die historischen Details leben vom Säbelrasseln, von Duellen und Kriegsgebahren. Doch auch die Schattenseiten des Krieges sind sichtbar, Verletzungen, Verstümmelungen und Tod für das Vaterland werden in der Handlung deutlich gemacht.

Glaubhaft dargestellte Emotionen der Frauenfiguren, fragwürdige Ehrbegriffe und veraltete Ansichten und das Spiel von guten und bösen Charakteren sorgen für unterhaltsame Abwechslung und lassen die Spannung stetig mitspielen. Auch wenn einige Zufälle eingebaut werden, so stören sie nicht die Grundhandlung.



Dieser Roman ist klassisch nach bewährtem Iny Lorentz-Strickmuster geschrieben und bis zum Ende absolut fesselnd.