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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2019

Rache ist süß

Die Farben des Feuers
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"Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin ...

"Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um."

"Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums – in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen."

- Quelle: vorablesen.de

Dieses Buch kommt in gebundener Form daher und fühlt sich sehr schwer und hochwertig an. Erschienen ist der Roman im Klett-Cotta Verlag und kostet 25,00€. Das Cover zeigt eine Schwarz-Weiß Fotografie einer Frau, die uns den Rücken zukehrt. Sie hält einen Regenschirm und läuft durch die Pfützen einer großen Straße. Die Farben sind in Schwarz-Weiß und Rot gehalten, was mir persönlich sehr zusagt. Allgemein finde ich den Buchumschlag sehr schön gestaltet und ansprechend.

Ich würde dieses Buch und den Stil als "typisch französisch" beschreiben. Es fällt mir sehr schwer das zu erklären, aber jeder der schon einmal französische Bücher gelesen hat kann mir vermutlich beipflichten und weiß was ich meine. Dieser Roman entführt uns nach Paris in den 30er Jahren. Dreh und Angelpunkt ist Madeleine Péricourt, Ehefrau des französischen Bankiers Marcel Péricourt. Als ihr Mann stirbt, nimmt das Unglück ihren Lauf. Ihr über alles geliebter Sohn Paul stürzt sich am Tage der Beerdigung aus dem Fenster und überlebt nur knapp. Jedoch kann er nicht wieder laufen und ist nun auf seine Mutter Madeleine angewiesen, die sich ihm hingebungsvoll aufopfert. Ihr großes Erbe bringt natürlich nicht nur Freunde mit sich und so wird sie Opfer einer Intrige, die sie ihres Vermögens berauben soll. Doch Madeleine beweist Kampfgeist und hat schon einen geschickten Plan in der Hinterhand...

Ein fesselndes Buch, das aber volle Konzentration erfordert. Den Schreibstil finde ich stellenweise etwas anstrengend, aber man gewöhnt sich relativ gut daran und so fliegen die Seiten nur so dahin. Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch konnte es mich nicht ganz überzeugen. Es war ganz nett, jedoch kein absolutes Muss.

Veröffentlicht am 19.03.2018

Eher ein Kriminalroman

Zu nah
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Zuerst muss ich das großartige Cover dieses Buches loben. Für mich sieht das sehr bedrohlich und vielversprechend aus. Leider muss ich gestehen, dass dieses Buch eher die Bezeichnung "Kriminalroman" ...

Zuerst muss ich das großartige Cover dieses Buches loben. Für mich sieht das sehr bedrohlich und vielversprechend aus. Leider muss ich gestehen, dass dieses Buch eher die Bezeichnung "Kriminalroman" tragen sollte - für einen Thriller ist es ein wenig zu "lasch". Dennoch kann man sagen, dass mich das Buch gut unterhalten hat und es keinesfalls ein Flopp ist - nur hatte ich aufgrund der Titulierung "Thriller" anderes erwartet.

Im Buch geht es um Detective Frankie Sheehan, die nachdem sie bei einem Einsatz beinahe getötet worden wäre und jetzt wieder ihren Dienst aufnimmt. Als erstes wird sie auch gleich zu einer Professorin gerufen, die erhängt aufgefunden wurde. Als klar wird, dass es sich nicht um Suizid handelt beginnt Frankie Sheehan zu ermitteln, doch schon bald wird eine zweite weibliche Leiche aufgefunden..

Veröffentlicht am 19.03.2018

Tolles Jugendbuch

Nackt über Berlin
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Im Vordergrund der Story stehen Jannik und sein Klassenkamerad Tai. Jannik hat es in der Schule nicht leicht und ist aufgrund seines Übergewichts öfter mal die Zielscheibe für seine Klassenkameraden. ...

Im Vordergrund der Story stehen Jannik und sein Klassenkamerad Tai. Jannik hat es in der Schule nicht leicht und ist aufgrund seines Übergewichts öfter mal die Zielscheibe für seine Klassenkameraden. Trotz allem freundet sich "Fetti" mit seinem vietnamesischen Klassenkameraden Tai an. Tai hat eine Vorliebe für das Filmen und hält so ziemlich alles mit seinem Camcorder fest. Eines Nachts entdecken beide den volltrunkenen, verhassten bzw. eher unbeliebten Rektor Jens Lamprecht auf der Straße. Kurzerhand beschließen beide ihren Rektor zu entführen - in seine eigene Wohnung. Doch irgendwann wird aus Spaß Ernst...

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, auch wenn ich mich durch die ersten Seiten ziemmlich durchkämpfen musste. Aber das durchkämpfen und weiterlesen hat sich gelohnt und ich wurde mit einer tollen Geschichte belohnt. Ein tolles Jugendbuch das auch durchaus nett für Erwachsene zu lesen ist.

Veröffentlicht am 08.03.2019

Kulturelle Unterschiede und andere Wertvorstellungen

Worauf wir hoffen
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"Amar hat es sich nicht ausgesucht, einziger Sohn und Stolz der Familie zu sein. Wenn er gegen seine muslimischen Eltern rebelliert, ist es seine ältere Schwester Hadia, die ihn schützt. Bis ...

"Amar hat es sich nicht ausgesucht, einziger Sohn und Stolz der Familie zu sein. Wenn er gegen seine muslimischen Eltern rebelliert, ist es seine ältere Schwester Hadia, die ihn schützt. Bis sie sich fragt: wovor eigentlich? Vor den Möglichkeiten, die sie als junge Frau nicht hat? Nach einem Streit mit dem Vater läuft Amar von zu Hause weg. Und Hadia nimmt nach und nach seinen Platz ein. Drei Jahre später heiratet sie einen Mann ihrer eigenen Wahl: für die Familie die Chance, sich neu zu erfinden. Doch dann kehrt Amar zurück.

Gibt es eine Eifersucht, die verzweifelter ist, als die unter Geschwistern? Müssen wir die Welt unserer Eltern erst akzeptieren, bevor wir uns daraus befreien können?"

- Quelle: vorablesen.de


Zuerst einmal muss man die wunderbare Buchgestaltung loben. Das Buch fühlt sich in der Hand sehr gut an (auch wenn ich nicht weiß ob das die endgültige Gestaltung und Fassung bleiben wird). Die Farbgestaltung und die Zeichnung des Baumes finde ich sehr schön anzusehen und irgendwie passend zur Geschichte.

Zum Inhalt:

Das Ehepaar Laila und Rafik kommen ursprünglich aus Indien und sind in die USA eingewandert. Beide haben strenge Wertevorstellungen, wie sie ihrem Heimatland eben entsprechen. Das Brauchtum und "was sich gehört" wird groß geschrieben. Ganz anders als ihre Kinder Hadia, Huda und Amar, die ja in den USA geboren sind und nicht viel mit den moralischen Grundsätzen der Eltern anfangen können.

Besonders berührt hat mich Hadia, die ihren Eltern gefallen will und sie mit Stolz erfüllen will. So trägt sie zum Beispiel eine Hijab, obwohl man merkt dass dies nicht ganz aus eigenen Stücken geschieht. Wohingegen der Bruder Amar nichts mit alldem zu tun haben möchte und sich komplett aus der Familie ausgeklammert hat und sich seit Jahren nicht mehr meldet.

Ich glaube solche Konstellationen gibt es sehr viele - Eltern die alte Wertevorstellungen und Sitten pflegen und Kinder die in der "modernen Welt" groß werden, wo der Hase eben anders läuft. Dieser Spagat muss für die Kinder, als auch für die Eltern wahnsinnig schwer sein.

Das Buch hatte einige Längen, war aber dennoch schön geschrieben. Die Autorin hat einen ganz sanften, poetischen Schreibstil, der einen über die ein oder andere langweilige Stelle hinwegsehen lässt.

3 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 10.12.2018

Neuer Blickwinkel

Gehen. Weiter gehen
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"Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß ...

"Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß zur Arbeit und macht Wochenendausflüge in die nahegelegene Natur. »Das Leben ist ein langer Fußmarsch«, sagt der Weltwanderer. In seinem neuen Buch »Gehen. Weiter gehen« schildert er eigene Erfahrungen, befragt Weggefährten, Philosophen und Schriftsteller und nimmt uns mit auf eine meditative Reise zu Fuß. Kagge erklärt, warum sich beim Gehen ein Glücksgefühl einstellt, die Gedanken zu fließen beginnen und wir dabei mit der Welt eins werden – egal wo wir gehen."


In Zeiten von zuviel Arbeit, zuviel Sitzen am Schreibtisch, auf der Couch liegen, ist Gehen eher zur lästigen Pflicht geworden, dabei bringt es soviel schönes mit sich.

Erling Kagge nimmt uns mit auf die Reise des gehens. Gehen ist viel mehr als nur Gehen - das wird uns in diesem Buch in kleinen Geschichten, Fakten und Anekdoten erzählt. Dieses Buch ist gut für zwischendurch um immer einmal wieder darin zu lesen, jedoch habe ich es nicht am Stück geschafft, da es nicht einfach ein normaler Roman ist.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn einige Textpassagen sehr langatmig und überflüssig waren. Das Cover und die Gestaltung des Buches fand ich sehr ansprechend.

Alles in allem ein Buch dass man zwischendurch einmal lesen kann, wenn man etwas über den Tellerrand blicken möchte.

3 von 5 Sternen.