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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2019

Erschreckend

Gefahr aus dem Watt
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Zwei Leichen in einer Ferienregion: Zuerst im Otterndorfer Watt, kurz darauf an der Alten Liebe in Cuxhaven. Die Spuren führen die Kommissare Olofsen und Greiner zu einer Biotechnologiefirma. Der Verdacht, ...

Zwei Leichen in einer Ferienregion: Zuerst im Otterndorfer Watt, kurz darauf an der Alten Liebe in Cuxhaven. Die Spuren führen die Kommissare Olofsen und Greiner zu einer Biotechnologiefirma. Der Verdacht, daß die Firma ein verunreinigtes Medikament in Umlauf bringen will kommt auf. Als immer mehr Menschen an einem Virus sterben, drängt die Zeit. 


"Gefahr aus dem Watt" ist von der Thematik her ein eher untypischer Regionalkrimi. Tödliche Viren - das Thema ist mir in diesem Genre neu. Aber von daher sehr interessant. Markus Rahaus hat hier ein sehr sensibles Thema aufgegriffen und man merkt dem Buch sein Wissen an. Er hat nicht einfach irgendwie losgeschrieben - er hat wirklich Fachwissen. Und dies vermittelt er hier so ganz nebenbei auf einfache und verständliche Art. Eingebettet ist die Handlung, die aus mehreren Strängen besteht und schließlich eins wird, in eine wunderschöne Landschaft, bei der man eigentlich nur an Ferien denkt. Diese Landschaft ist perfekt beschrieben. Man fühlt dich direkt dorthin versetzt. Die Charaktere der Kommissare sind erfrischend. Eigentlich passen sie zueinander wie Feuer und Wasser - aber einer funktioniert nicht ohne den anderen. Sie ergänzen sich bei den Ermittlungen perfekt. Und sorgen bei diesem ernsten Thema für die Prise Humor, die auflockert.

Veröffentlicht am 24.03.2019

Dorf trifft Großstadt

Mörder mögen keine Matjes
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Herbst in Fredenbüll. Während eines Sturmes wird ein Container angeschwemmt. Der Inhalt: Elektroschrott und eine Leiche. Es sieht eindeutig nach einem in Hamburg begangenem Mord aus. Dorfpolizist Thies ...

Herbst in Fredenbüll. Während eines Sturmes wird ein Container angeschwemmt. Der Inhalt: Elektroschrott und eine Leiche. Es sieht eindeutig nach einem in Hamburg begangenem Mord aus. Dorfpolizist Thies Detlefsen reist folglich nach Hamburg - jedoch nicht allein. Seine Freunde aus der Hidden Kist begleiten ihn. Fredenbüll in der Großstadt - das kann nur chaotisch werden!


Dies ist bereits der siebte Fall für Thies und die Freunde aus der Hidden Kist. Und Krischan Koch hat mich wieder begeistert. Seine Ideen scheinen ihm nicht auszugehen. Auch hier gibt es einen spannenden Fall, der bis zum Schluß Rätsel aufgibt. Immer wieder laufen die Spuren ins Leere und man beginnt von vorne darüber zu grübeln, wie denn die Auflösung sein könnte. In dieser Serie ist man als Stammleser schon Humor gewohnt, aber die Fredenbüller in der großen Stadt - da kommt man aus dem Lächeln fast nicht mehr heraus. Spannung und Humor - dies verbindet Krischan Koch ganz geschickt. Nichts davon hat die Oberhand, beides hält sich gekonnt im Gleichgewicht. Die Charaktere sind einfach umwerfend sympathisch und mittlerweile zu Freunden geworden. Es dürfte niemand in den Geschichten fehlen. Sie ergeben zusammen ein wunderbares Ganzes. 


Mich begeistert die Serie jedes Jahr aufs Neue!

Veröffentlicht am 21.03.2019

Macht nachdenklich

Boten des Wandels
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Holger Schulz ist Biologe und hat sich den Weißstörchen verschrieben. Er begleitet sie auf ihren Flügen in die Winterquartiere, erforscht ihr Leben sowohl im Storchendorf Bergenhusen als auch in den unwirtlichen ...

Holger Schulz ist Biologe und hat sich den Weißstörchen verschrieben. Er begleitet sie auf ihren Flügen in die Winterquartiere, erforscht ihr Leben sowohl im Storchendorf Bergenhusen als auch in den unwirtlichen und gefährlichen Ländern Afrikas. Für seine Störche nimmt er sehr viel auf sich.


Mit dem Buch "Boten des Wandels" nimmt Holger Schulz den Leser mit in seine Welt. Man erfährt, wie der junge Holger Schulz zu seinem Beruf kam und mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte. Doch er hat seinen Traum wahr gemacht. Anschaulich beschreibt er, wie schwierig der Beginn des Storchenschutzes selbst in Deutschland und der Schweiz war. Er berichtet über die anfänglich gemachten Fehler und die daraus entstandenen Konsequenzen. Was heute selbstverständlich erscheint, entstand durch lange Auseinandersetzungen. Man erlebt mit ihm die Höhen und Tiefen im Storchenleben in Bergenhusen. Dies sind zum Teil traurige, zu Herzen gehende Geschehnisse, aber auch Geschehnisse, die den Leser aufatmen lassen werden. Besonderes Augenmerk verdienen hier die Reisebeschreibungen auf der Zugroute der europäischen Störche. Holger Schulz beschreibt wirklich sehr bildhaft die Strapazen der Biologen. Gerade der afrikanische Kontinent birgt Gefahren durch Überfälle und nicht kalkulierbare Risiken aufgrund des unwegsamen Geländes. Hier wird richtig klar, daß ein Forscherleben nicht nur aus purer Romantik besteht. Der Autor liebt seine Störche jedoch - und so ist ihm nichts zu belastend für ihre Erforschung. Seine Forschungsergebnisse vermittelt er auf verständige Art. Auch als Laie kann man seinen Ausführungen folgen und diese verstehen. Man lernt viel dazu und bekommt ein neues Verständnis für diese bezaubernden Vögel. Jedoch lernt man nicht nur über Störche dazu, sondern auch über das Leben ihrer Nahrung. Es war faszinierend zu erfahren, wie aus einer einzelnen Heuschrecke eine gefräßige Wanderheuschrecke wird. 


Angereichert ist das Buch durch interessantes Kartenmaterial, welches die Zugrouten der Störche und die Reiserouten der Expeditionen zeigt. In der Mitte des Buches befindet sich ein Bildteil mit Farbfotos. Zum Teil sind diese einfach wunderschön. Zum anderen Teil traurig und aufrüttelnd. Sie zeigen auf, welche Auswirkungen der Wandel der Natur auf die Lebensweise der Störche hat und welchen Gefahren sie ausgesetzt sind. Bilder von Störchen auf spanischen Müllkippen, mit Plastikringen über dem Schnabel oder Plastiktüte an den Beinen. Zum Tode verurteilt - man hat als Leser dabei Tränen in den Augen und beginnt umzudenken. Holger Schulz hat damit sein Ziel erreicht - und man merkt, daß der Titel des Buches nicht treffender hätte gewählt werden können!

Veröffentlicht am 15.03.2019

Hansi Scharnagl - der neue Held

KAMASUTRA IN UNTERFILZBACH
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Im beschaulichen Unterfilzbach geht Hansi Scharnagl seinem Job im Bauhof nach, hat Frau und drei Kinder und führt ein zufriedenes Leben. Als er jedoch beim Schneeräumen die Leiche des Apothekers findet ...

Im beschaulichen Unterfilzbach geht Hansi Scharnagl seinem Job im Bauhof nach, hat Frau und drei Kinder und führt ein zufriedenes Leben. Als er jedoch beim Schneeräumen die Leiche des Apothekers findet und kurz darauf die Leiche der Metzgereiverkäuferin Sandra tot im Gefrierraum auffindet, ist es mit der Ruhe erstmal vorbei. Im Gegensatz zur Polizei glauben Hansi und sein Bauhof-Kollege Sepp  nicht an Unfälle. In ihren Verdacht gerät Ashanti, der mit seiner Esoterik  und den Kamasutra-Kursen allen Frauen des Dorfes den Kopf verdreht. Hansi setzt alles daran, die Todesfälle aufzuklären.


"Kamasutra in Unterfilzbach" hat mich begeistert. Das ist Regionalkrimi, wie es sich gehört. Eva Adam schafft eine richtige Dorfidylle, die es in sich hat. Hier stimmt alles. Die Dorfbewohner sind so, wie sie überall zu finden sind. Die Tratschtante, die sich über alles und jeden "das Maul zerreißt", den Sonderling, der mit seiner Weltanschauung ins Abseits gerät und die Jugend, die ihren eigenen Weg gehen will und Dummheiten macht. Aber auch die liebenswerten Menschen,  auf die immer Verlaß ist. Sie alle hat Eva Adam als liebenswerte und sympathische Dorfgemeinschaft vereint. Sie beschreibt hier Traditionen und Dorffeste so bildhaft, daß man die genannten Lieder selbst nicht mehr aus dem Ohr bekommt. Überhaupt ist ihr Schreibstil so wunderbar bildlich, man meint selbst durch die Straßen Unterfilzbachs zu fahren oder in den Wäldern zu spazieren. Dazu liest sich ihr Stil sehr schön locker und leicht. Es wird Fröhlichkeit vermittelt, die sich in gutem Humor auswirkt. Schön empfand ich den eingestreuten Dialekt. Die bayrischen Begriffe geben dem Buch den gewissen Schliff, sind dabei aber sehr gut zu verstehen und zum Teil auch schon im Text erklärt. Die Kriminalfälle nehmen hier nur einen sehr geringen Teil ein, geben aber trotzdem bis zum rasanten Schluß Spannung. 


Hansis Frau Bettina hat die Franz-Eberhofer-Krimis als Lieblingsbücher - ich würde sagen: Eberhofer muß aufpassen. Hier kommt Hansi auf direkter Überholspur! Diese Krimikomödie macht atemlos!

Veröffentlicht am 12.03.2019

Allerbeste Unterhaltung

Das Dach muss vor dem Winter drauf
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Renate Bergmann freut sich: Neffe Stefan wird zum zweiten Mal Vater. Jedoch wird Stefans Wohnung jetzt zu eng. Wie gut, daß Renate ein Grundstück in Spandau besitzt! Dort wird nun ein Haus gebaut! Denn ...

Renate Bergmann freut sich: Neffe Stefan wird zum zweiten Mal Vater. Jedoch wird Stefans Wohnung jetzt zu eng. Wie gut, daß Renate ein Grundstück in Spandau besitzt! Dort wird nun ein Haus gebaut! Denn was Renate will, das zieht sie auch durch. Und während Stefans Frau Ariane sich mit Übelkeit plagt, helfen Renate, Gertrud, Gunter, Ilse und Kurt auf dem Bau. Es gilt die Arbeiter zu verpflegen, Nachbarn und den Kinderchor abzuwehren, sich mit dem Amt zu plagen und bei einigen Arbeiten selbst Hand anzulegen. Natürlich alles auf die eigene Art und Weise....


Renate Bergmann ist Kult. Und das ganz zu recht. Auch hier herrscht Spaß und Humor vor. Schon ihre Art und Weise Fremdwörter zu schreiben bereitet Spaß. Sie hat für einige Dinge mit englischem Namen eigene Wortkreationen, die den Leser erstmal stutzen lassen - und dann herzhaft lachen. Denn ihre Kreationen passen perfekt. Auch in ihrer Art, kritisch mit einigen Dingen umzugehen. So wird es wirklich immer unterschiedlich dargestellt, ob einem jungen oder altern Mensch ein Missgeschick passiert. Beim jungen Mensch wird gelacht - der alte Mensch ist senil. Ein Fakt, der in diesem Buch zum nachdenken anregt. Ebenso wie Ihre Ansichten über die hochtrabenden neuen Bezeichnungen urtümlicher Speisen. Man gebe den Dingen einen neuen Namen - und schon ist die Sache teurer und angesagt. Renate Bergmann hat einen ganz feinen Humor. Spitzzüngig, aber nicht beleidigend oder billig. Sie verletzt dabei niemanden, hält der Menschheit aber einen Spiegel vor. Dabei schreibt sie, wie ihr ihre "Berliner Schnauze" gewachsen ist. Sie schreibt nicht gestelzt, sondern so, wie man sich unterhält. Von Freund zu Freund. Und genau das ist Renate mittlerweile für mich geworden. Sie und ihre Freunde und Familie sind absolute Sympathieträger. Es sind Menschen wie du und ich, mit Stärken und Schwächen, Sorgen und trotz allem guter Laune. Sie meistern ihr Leben auf ihre Weise und machen stets das Beste aus jeder Situation. Wie sagt Renate Bergmann? Man muß an sich selbst glauben. Recht hat sie!