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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Ist mir zu amerikanisch

Spellcaster
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Die Story ist einfach. Eine junge Frau, wohlbehütet mit 4 Geschwistern aufgewachsen kommt an eine für Hexen sehr bekannte Zauberschule, um ihre magische Kraft zu entdecken und sich somit auf ihr künftiges ...

Die Story ist einfach. Eine junge Frau, wohlbehütet mit 4 Geschwistern aufgewachsen kommt an eine für Hexen sehr bekannte Zauberschule, um ihre magische Kraft zu entdecken und sich somit auf ihr künftiges Leben in in einem Hexenzirkel vorzubereiten. Kaum dort angekommen trifft Paisley auf Logen. Zwischen den Familien der beiden besteht eine Blutfehde, so dass sich beide erst einmal eher feindlich gegenüberstehen. Und während das Collegejahr seinen Gang nimmt, kommt es um Paisley herum zu bedrohlichen Ereignissen, die sich auch auf die Schule auswirken. Und auch wenn die junge Frau davon ausgeht, dass Logan dahintersteckt, hilft eben jener ihr doch immer wieder.
Und selbstverständlich, träumt Paisley regelmäßig von ihm und sehnt sich nach körperlicher Nähe seinerseits.

Ich denke so in etwas trifft es die Story.
Was mir gut gefallen hat ist die Beschreibung der Hexengesellschaft, die parallel innerhalb unserer Welt existiert und die Beschreibung der Zauberschule mit ihren akademischen Abläufen.
Und dann bin ich leider auch schon bei dem Punkt angelangt, bei dem das Buch bei mir nicht funktioniert. Für meinen Geschmack ist es einfach zu amerikanisch. Anders vermag ich es nicht auszudrücken.
Paisley ist 22 und erst in diesem Alter beginnt die Collegephase in ihrem Leben. Als Hintergrund dafür wird die Art und Weise, wie Hexen ihre Kinder aufziehen angeführt. Die Schule beginnt erst mit 10 Jahren, davor ist Erziehung im Familienkreis angesagt, der auch anscheinend normalerweise etwas größer ist. Immerhin hat Paisley vier Geschwister, die alle älter sind als sie selbst. Dieses Aufziehen in der Gemeinschaft dient der Vorbereitung auf ihr künftiges Leben innerhalb der Hexenzirkel, also immer innerhalb größerer Gemeinschaften. Hinzu kommt das Verhältnis zwischen (Ehe)Partnern. Hexer haben anscheinend einen all umfassenden Besitzanspruch an ihre Partner und dieser wird durch die Autorin so beschrieben, dass Hexer alles und jeden zerstören würden, der zwischen sie und ihre Partnerin treten würde. Das erinnert bildlich an weiße, ländliche, christliche Bevölkerungsgruppen mit einem sehr traditionellen Familienbild.
Dazu kommt, wie unreflektiert Paisley die Aussagen ihrer Familie annimmt und auf den Umgang mit anderen überträgt. Logan ist dafür das Paradebeispiel. Paisleys Vater gibt klar vor, dass Logan nur ein Feind sein kann, der Paisley etwas antun will. Auch die anderen Geschwister nehmen ihn gleich als Bedrohung für ihre jüngste Schwester wahr. Logan wird als Spellcaster als herausragender Hexer beschrieben, der jedes der Geschwister locker in die Tasche stecken würde. Doch das Bedrohungsszenario wird ausschließlich für die Protagonistin aufgebaut. Das ist mir etwas zu dürftig.
Auch Logan selbst als Charakter ist für mich nur sehr oberflächlich umrissen. Seine Rolle zumindest in diesem Band reduziert sich auf, ja was eigentlich? Am ehesten ist er etwas wie ein introvertierter Machoverschnitt, wenn es denn so etwas geben sollte. Er wird als arrogant beschrieben, was er nach meinem Bild nicht ist, eher introvertiert, da er eben keinen großen Freundeskreis benötigt und auch nicht sehr kontaktfreudig wirkt. Die Machonote zeigt sich im Umgang mit Paisley – in fast jedem Dialog mit der Protagonistin fällt das Word „Kleines“. Hätte er auch nur einmal gesagt „Schau mir in die Augen, ….“, wäre der 40er Jahre Bogart perfekt gewesen.
Zudem hat mir die fast inflationäre Umgang mit dem Wort „Arschloch“ nicht zugesagt.

Und nun zum Thema Romantasy. Ja, das Buch gehört zweifelsohne in dieses Genre. Doch die Entwicklung der beiden Hauptfiguren von Feinden zu Liebenden bleibt in diesem Buch zumindest sehr flach, bisweilen kaum wahrnehmbar. Eigentlich ist hier alles nur um den Spicy-Trope herum aufgebaut. Hauptsache Paisley bekommt irgendwann ihre Träume erfüllt und den ersehnten Sex mit Logan, auch wenn es für sie eigentlich keine erkennbaren Gründe gibt, warum sie sich zu ihm hin gezogen fühlt. Das wird alles immer nur sehr wage, kurz und eher oberflächlich behandelt.

Vielleicht kommt da ja im zweiten Band ja deutlich mehr. Ich werde diesen jedoch nicht lesen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass der zweite Band mehr Gehalt bekommen wird.

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Entsprach nicht meinen Erwartungen

Die Götter von Asgard
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Um ehrlich zu sein. Ich weiß nicht, was ich von der Geschichte halten soll.
Die Story ließ sich zwar leicht und recht schnell lesen, entsprach aber weder meinen Erwartungen an den Titel noch irgendeinem ...

Um ehrlich zu sein. Ich weiß nicht, was ich von der Geschichte halten soll.
Die Story ließ sich zwar leicht und recht schnell lesen, entsprach aber weder meinen Erwartungen an den Titel noch irgendeinem gehaltvollen Lesegenuss.
Es handelt sich um eine sehr seichte Mädchengeschichte über Ray, die ihren Weg im Leben bisher nicht gefunden hat.
Die Autorin betont recht regelmäßig die Rolle der Protagonisten als Heldin. Doch wie eine derartige kommt Ray mir nicht vor, eher wie ein noch immer nicht ganz flügge gewordener Vogel.

Vom Titel her hätte ich mir den Einfluss der nordischen Götterwelt auf das gesamte Leseerlebnis doch anders vorgestellt. Auch wenn die in der Geschichte vorkommenden Götter und Wesen ihren Stereotypen, die eigentlich jeder kennt gerecht werden, konnte mich die Umsetzung überhaupt nicht überzeugen. Die ganze mythologische Welt bildet im Kern nur den Rahmen für Ray’s Selbstfindungstrip und die Beziehungsgeschichte zischen Ray und Tyr.

Mein Fazit – seichte Geschichte und eigentlich nichts für Liebhaber klassischer Fantasy. Ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Werke der Autorin lesen werde.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Zuviel von allem

Anarchie Déco
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Naja, der Slogan „Babylon Berlin mit Magie“ ist für mich viel zu hoch gegriffen.
Das Buch im allgemeinen ist schon interessant, war für mich jedoch zu langatmig, viel zu wenig Flair der 20er Jahre in Berlin ...

Naja, der Slogan „Babylon Berlin mit Magie“ ist für mich viel zu hoch gegriffen.
Das Buch im allgemeinen ist schon interessant, war für mich jedoch zu langatmig, viel zu wenig Flair der 20er Jahre in Berlin und zu sehr bemüht allen Leseansprüchen im Hinblick auf Herkunft, Geschlechtlichkeit und politischen Interessen gerecht zu werden.
Ich mag Berlin und ich mag die Goldenen Zwanziger. Aber die besondere Synthese der damaligen Zeit kam trotz der gefühlt unzähligen Verweise auf reale Orte und Personen nicht zustande. Wenn es durch diese nicht an Berlin gebunden wäre, hätte es auch überall anders spielen können.

Ich habe versucht das Buch in den letzte 3 Jahren wiederholt zu lesen, bin aber nie über die Hälfte hinausgekommen und lege es nunmehr endgültig zur Seite.

Meiner Meinung nach hätte dem Roman etwas weniger von Allem oder eine Fokussierung auf einzelne Aspekte besser getan.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Hier bin leider ich fast gestorben

Die Götter müssen sterben
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Um es einmal kurz zu machen, denn zu diesem Buch sind bereits eine Fülle von Rezensionen erschienen, ich konnte dem Roman nicht wirklich viel abgewinnen.
Und ich muss das Pferd „von hinten aufzäumen“, ...

Um es einmal kurz zu machen, denn zu diesem Buch sind bereits eine Fülle von Rezensionen erschienen, ich konnte dem Roman nicht wirklich viel abgewinnen.
Und ich muss das Pferd „von hinten aufzäumen“, denn das Nachwort der Autorin am Ende des Buches hat mir mehr gefallen und mehr gegeben, als das Buch insgesamt.
Da Nora Bendzko starkes Gewicht auf die Darstellung von Diversität bei den Charakteren legt haben mich ihre Erläuterungen bezüglich des Warum und Wie beindruckt. Hinzu kommt auch die tiefgehende Hintergrundrecherche zu den Amazonen, vor allem innerhalb der griechischen Geschichtsschreibung.

Der Roman war mir jedoch zu dystopisch umgesetzt? Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es das trifft. Vielleicht eher zu pro-feministisch? Ich weiß nicht so ganz genau, wie ich verbal greifen soll, was mir nicht gefallen hat. Aber ich will da ganz ehrlich sein, der Ansatz die patriarchale griechische Gesellschaft als geradezu frauenverachtend und überdimensioniert männlich brutal dazustellen, hat mich nicht abholen können. Ich mag solche schwarz-weiß Übersteigerungen nicht. Da hat es auch nicht geholfen zu zeigen, dass auch bei den Amazonen nicht alles super liberal und positiv innerhalb der Gesellschaft verläuft.

Da ist also nicht viel, was ich mochte. Obwohl, wenn ich ehrlich bin. Das rein schriftstellerische Können der Autorin war schon gut. Denn wie sie Handlungen und Charaktere beschreibt ließ sich gut lesen. Vielleicht könnte mich ein anderes Werk der Autorin ja mehr überzeugen.

Für mich war das Buch ein Fehlgriff und ich kann es leider auch nicht weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 15.03.2019

Nicht der packendste Roman aus der Welt von Splittermond

Alles zum Schein
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Der Roman hat eigentlich eine sehr geradlinige Handlung. Ein Schüler kommt neu an eine etwas unheimliche Magierakademie und erfährt über eine Gefährtin, dass an der Schule Schüler verschwunden sind, es ...

Der Roman hat eigentlich eine sehr geradlinige Handlung. Ein Schüler kommt neu an eine etwas unheimliche Magierakademie und erfährt über eine Gefährtin, dass an der Schule Schüler verschwunden sind, es einen unheimlich wirkenden Zirkel gibt und der Akademieverwalter auch etwas dubios wirkt. Zeitgleich werden in der gesamten Umgegend Anwohner durch Söldner entführt und an eine dubiose Gruppe verkauft. Diese benötigen die Entführten für ein Ritual, um ein Wesen aus Feenwelt, dem sie verfallen waren, in diese Welt zu ziehen. Das das nicht gut ist und letztendlich verhindert werden muss stellt im Wesentlichen die Geschichte dar.
Im Verlauf der Handlung werden recht viele Charaktere eingeführt, die auch relativ komplex sind.

Alles in Allem also durchaus ein Stoff für eine gute Fantasystory. Aber irgendwie packte mich die Handlung nicht. Ich musste das Buch immer wieder zur Seite legen. Weder der Schreibstil noch die einzelnen Handlungsstränge konnten mich in ihren Bann ziehen. Es war alles sehr langwierig, aber zugleich auch wieder irgendwie Standard. Anders kann ich es eigentlich nicht in Worte fassen.

Zusammenfassend ist es schon ein nettes Fantasywerk, aber da bleibt bei mir einfach nichts im Nachklang, als dass ich mich ein wenig durchgequält habe.
Dieses Buch ist eben halt Geschmackssache.