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Veröffentlicht am 07.04.2019

Ewiges Leben...

Das Ambrosia-Experiment
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Beim "Ambrosia Experiment" geht es nicht nur um einen Mörder, sondern auch um die Unsterblichkeit. Zumindest wird das angedeutet. Denn auch wenn es um geheimnisvolle Medikamente und Experimente sowie verschwundene ...

Beim "Ambrosia Experiment" geht es nicht nur um einen Mörder, sondern auch um die Unsterblichkeit. Zumindest wird das angedeutet. Denn auch wenn es um geheimnisvolle Medikamente und Experimente sowie verschwundene Rentner geht, handelt es sich hier nicht um einen abgehobenen Plot, sondern er ist sehr realitätsnah.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Protagonisten Kommissar Lucas Prinz und die schüchterne Jule Rahn. Die Beiden treffen mehr oder weniger zufällig aufeinander, als Jule Zeugin eines Mordes wird - der allerdings als Selbstmord getarnt wurde. Jule ist eine sehr sympathische Hauptfigur, die während des Lesens eine große Entwicklung durchmacht. Sie hatte eine sehr schwere und traumatische Kindheit und ist deswegen in vielen Zwängen gefangen, die sie sehr einschränken und ein richtiges Leben gar nicht möglich machen.
Kommissar Lucas Prinz ist eher das Gegenteil. Er scheut kein Risiko, kann sich aber leider auch nicht auf den Rückhalt seiner Kollegen verlassen. Er wurde nach Koblenz versetzt, nachdem er korrupte Polizisten überführt hatte. Prinz war mir sehr sympathisch, auch wenn ich noch etwas mehr über seine Vergangenheit hätte erfahren wollen.

Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Sie hat genau die richtige Mischung aus Spannung und Witz. Denn auch wenn einige Menschen sterben und der Mörder nicht zimperlich ist, gibt es doch immer wieder lustige Passagen, vor allem zwischen Jule und Lucas, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Ein bisschen Liebe ist auch dabei, wobei ich das nicht gebraucht hätte. Ich finde, es ist bei Krimis und Thrillern nicht so wichtig.

Gut gefallen hat mir, dass man immer mitraten konnte und nicht genau wusste, was als nächstes passiert. Leider war aber schnell klar, wer die Bösewichte sind - spannender war da natürlich eher das wie und warum. Das Ende war zwar nicht wirklich überraschend, hat aber gut gepasst und alles andere wäre auch irgendwie schade gewesen.

Etwas schade fand ich, dass die Bösewichte doch eher oberflächlich geblieben sind. Zwar erfährt man ein paar Hintergründe, doch das wird relativ kurz gefasst. Vor allem beim Twist am Ende hätte ich mir mehr Informationen gewünscht.

Insgesamt wurde ich aber gut unterhalten. Jule und Lucas sind ein tolles Ermittler-Duo, von denen ich gern mehr lesen würde. Von mir gibt es vier Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Spannung
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 07.04.2019

Alien-Mädchen...

Nichts als Liebe im Universum
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Ich gestehe: Das Buch hat mich von der ersten Seite gefesselt. Man lernt gleich zu Beginn Matty kennen, einen ganz normalen Jungen, der Sommerferien hat und in Pennsylvania lebt. Aus seiner Sicht wird ...

Ich gestehe: Das Buch hat mich von der ersten Seite gefesselt. Man lernt gleich zu Beginn Matty kennen, einen ganz normalen Jungen, der Sommerferien hat und in Pennsylvania lebt. Aus seiner Sicht wird auch die Geschichte erzählt. Seine Familiensituation ist nicht so gut, da das Verhältnis zu seinem Papa nicht mehr das Beste ist. Hier hat mir gefallen, dass dem in der Geschichte Raum gegeben wurde, ohne es in den Mittelpunkt zu stellen. Auch wie es sich entwickelt hat war sehr glaubwürdig und deswegen nicht nur äußerst schön, sondern auch richtig passend.

Im Mittelpunkt steht aber natürlich das Mädchen von einem fernen Planeten, dass Matty eines Tages auf dem Feld neben dem Haus entdeckt. Sie wartet eigentlich darauf, von ihrem Mutterschiff abgeholt und nach Hause gebracht zu werden, aber die Zeit bis dahin verbringt sie mit Matty.

Die Beziehung der Beiden entwickelt sich natürlich zu mehr als nur einer normalen Freundschaft. Sie lernen Beide voneinander und zeigen sich die Welt aus den Augen des jeweils anderen. Das war richtig schön. Sehr gut dazu gepasst hat natürlich auch das Setting. Ein Sommer, der danach schreit, seine Zeit mit Freunden am See zu verbringen oder auf dem Feld unter dem Sternenhimmel zu schlafen.

Das Buch ist in die einzelnen Tage eingeteilt, die die Matty und Priya miteinander verbringen. Leider sind es nur acht - für mich hätten es noch einige mehr sein können. Die einzelnen Tage wiederum sind nochmals in Kapitel eingeteilt, die mit Uhrzeiten überschrieben sind. Das ist für die Orientierung ganz gut, aber auf der anderen Seite hat es mich auch verwirrt. Der erste Tag beginnt zum Beispiel um kurz nach 6, dann kommt eine Episode um 12 Uhr und dann ist es auf einmal 9:28 Uhr. Aber grundsätzlich hat mich das nicht gestört.

Eigentlich war die Geschichte in sich richtig schön und rund. Allerdings war es für mich etwas durchschaubar. Schon ab ca. der Hälfte des Buches habe ich geahnt, wie es ausgehen wird. Das Ende hat mir gefallen, war aber auch ein bisschen schmerzhaft. Ich glaube, es wäre schlimmer gewesen, wenn ich mich nicht innerlich schon lange darauf vorbereitet hätte.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen - von mir gibt es 4 Sterne!

Veröffentlicht am 19.03.2019

Schuldig oder nicht?

Anatomie eines Skandals
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Ich bin ganz froh, dass dieses Buch als "Roman" und nicht als "Thriller" vermarktet wird (dieser Fehler wird meiner Meinung nach zu oft gemacht), denn "Roman" passt sehr gut - wenn auch einer, der mit ...

Ich bin ganz froh, dass dieses Buch als "Roman" und nicht als "Thriller" vermarktet wird (dieser Fehler wird meiner Meinung nach zu oft gemacht), denn "Roman" passt sehr gut - wenn auch einer, der mit viel Spannung und Widersprüchen gespickt ist.

Das ist es auch, was das Buch ausmacht. In den Perspektiven der Ehefrau Sophie und die der Staatsanwältin Kate wird der Fall des Politikers James geschildert, der wegen Vergewaltigung verklagt wird. Dabei zeigt Kate vor allem die juristische Seite und geht mit einem sehr großen Ehrgeiz in die Verhandlung. Sophie hingegen ist hin- und hergerissen, denn sie weiß nicht, wem sie glauben soll. Schließlich steht ihre Ehe und glückliche Familie auf dem Spiel. Daneben gibt es noch eine Perspektive aus der Vergangenheit, eine Studentin, die genauso wie James in Oxford studiert hat. Zuerst kann man sie nicht einordnen, aber man erfährt so auch etwas über die Vergangenheit des Angeklagten. Außerdem führt das zu einer wirklich überraschenden Wendung, die ich so nicht erwartet hätte, den Kreis aber gut schließt und die Geschichte logisch macht.

Geschrieben ist das Buch in einem eher nüchternen Stil, an einigen Stellen sogar sachlich. Vor allem die Passagen von Kate konzentrieren sich sehr auf Fakten. Im Gegensatz dazu zeigt die Perspektive von Sophie mehr Gefühle, aber vor allem versteckt, denn nach Außen soll alles perfekt sein. Hier wird deutlich, unter welchem gesellschaftlichen Druck die Ehefrau steht. Diese Art, die Geschichte zu erzählen, fand ich sehr passend und macht auch den Reiz aus.

Es steht nicht nur das vermeintliche Vergehen des Politikers im Mittelpunkt, sondern die Geschichte zeigt auch ein Netz von Vetternwirtschaft und sehr tief gehende Beziehungen zwischen erfolgreichen Männern auf, die teilweise schon an der Uni begonnen haben. Inwieweit das hier wirklich Tatsachen entspricht, kann ich nicht beurteilen - kann mir aber vorstellen, dass so etwas existiert, und dass nicht nur in England. Das hat bei mir Gänsehaut verursacht.

Insgesamt war es ein Buch, das nicht unbedingt dem Mainstream entspricht. Auch wenn es ein Roman ist, war es sehr spannend - dafür braucht es nicht immer unbedingt eine Menge Leichen. Weil es sehr realistisch war und die Figuren sehr authentisch waren, gibt es von mir 4 Sterne. Einen Stern ziehe ich ab, da die Handlung an der ein oder anderen Stelle nicht wirklich voranging.

Veröffentlicht am 17.03.2019

Wer ist sie wirklich?

Das Mädchen aus Brooklyn
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Du willst heiraten, scheinst aber deine zukünftige Frau gar nicht zu kennen. Das ist die Grundidee hinter diesem Roman. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht Raphaels, einem alleinerziehenden Vater, der ...

Du willst heiraten, scheinst aber deine zukünftige Frau gar nicht zu kennen. Das ist die Grundidee hinter diesem Roman. Geschrieben ist das Buch aus der Sicht Raphaels, einem alleinerziehenden Vater, der sich neu verliebt hat - bis sich einige Wochen vor der Hochzeit alles ändert. Seine zukünftige Ehefrau verschwindet, nachdem sie ihm ein dunkles Geheimnis offenbart hat - das man aber auf den ersten Blick nicht versteht.

Dann begibt man sich zusammen mit Raphael auf die Reise. Denn von Italien geht es zurück nach Paris und schließlich in die USA, um herauszufinden, wer Anna wirklich ist. Die Ortswechsel bringen sehr viel Leben in das Buch hinein, man hat das Gefühl, dass alles sehr schnell geht und man gar nicht zur Ruhe kommen kann.

Manchmal wechselt die Perspektive zu Raphaels Freund Marc, der ihm bei der Suche unterstützt. Auch er ist viel unterwegs, aber man hat bei keinem der Figuren Probleme, ihnen zu folgen. Der Aufbau ist sehr schlüssig und durchdacht.

Schnell wird auch klar, dass die Suche nach der Wahrheit nicht ungefährlich sein wird. Dass sorgt für den nötigen Thrill. Unterstützt wird das durch die Perspektivenwechsel, sodass immer wieder kleine Cliffhanger entstehen und man einfach nicht aufhören kann zu lesen. Spannung ist deshalb auf jeden Fall gegeben.

Gut gefallen hat mir die Vielschichtigkeit. Bis zur Auflösung dauert es nämlich eine Weile und man bekommt immer nur kleine Häppchen an Informationen. Mit dem Ende hätte ich auf keinen Fall gerechnet. Auch wenn man nach und nach die Richtung ahnen kann, war es doch sehr überraschend - vor allem wenn man anfangs nur den Klappentext gekannt hat.

Schade fand ich allerdings, dass Anna kaum eine Rolle in dem Buch spielt. Man lernt sie am Anfang kennen, aber dann erst wieder ganz am Ende vorkommt. Ihre Geschichte erfährt man nur durch andere. Wie sie selbst dazu steht, kommt nicht raus. Hier hätte ich mir eine weitere Perspektive gewünscht.

Insgesamt hat mir das Buch aber doch gut gefallen - deswegen 4 Sterne!

Veröffentlicht am 16.03.2019

Wunderbare Geschenke...

Der fabelhafte Geschenkeladen
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Im fünften Teil der Valerie Lane-Reihe steht Orchid, die Besitzerin des kleinen Geschenkeladens im Mittelpunkt. Auch wenn man die anderen Teile nicht kennt, kann man das Buch problemlos lesen. Allerdings ...

Im fünften Teil der Valerie Lane-Reihe steht Orchid, die Besitzerin des kleinen Geschenkeladens im Mittelpunkt. Auch wenn man die anderen Teile nicht kennt, kann man das Buch problemlos lesen. Allerdings empfehle ich trotzdem, von vorne anzufangen, weil man dann einfach die komplette Entwicklung der Freundinnen und Ladenbesitzerinnen mitbekommt.

Schon ab der ersten Seite war ich gedanklich wieder in Oxford in der kleinen bezaubernden Straße mit ihren tollen Geschäften. Und wieder wurde ich wehmütig, weil es sie nicht in Wirklichkeit gibt - denn ich würde so gerne dort einmal bummeln.

Ich gestehe: Orchid fand ich aufgrund der vorangegangenen Geschichten nicht unbedingt mega sympathisch, was einfach daran lag, dass sie den einzigen Mann in der Straße, den Besitzer des Blumenladens Tobin, immer so zickig war. Außerdem habe ich mich gefragt, wo hier die Liebesgeschichte sein soll, denn Orchid ist ja bereits vergeben.

Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen schlug das Buch eine etwas andere Richtung ein als die Bücher davor, denn es muss ja keine neue Liebe gefunden, sondern eine alte gerettet werden. Das Verhältnis zu Tobin wurde auch viel thematisiert und dadurch wurde ich auch mit der Protagonistin versöhnt, denn auf einmal hat alles ein bisschen mehr Sinn gemacht.

Grundsätzlich hat mir aber ein bisschen was gefehlt, nämlich der Laden an sich. In den anderen Büchern ging es mehr um das Geschäft, hier steht wirklich das Privatleben der Besitzerin im Vordergrund. Deswegen hatte ich teilweise das Gefühl, gar nicht so viel Zeit in der Valerie Lane zu verbringen, wie ich es gerne gehabt hätte. Auch die Bezüge zur Namensgeberin der Straße waren diesmal geringer als in der Vorgängern, aber vielleicht auch deshalb, weil schon viel gesagt war.

Der Schreibstil war gewohnt sehr flüssig und schön zu lesen. Der chronologische Aufbau mit gelegentlichen Rückblenden war schlüssig und hat es leicht gemacht, der Handlung zu folgen. Ich habe das Buch an einem verregneten Samstag ausgelesen.

Das Ende hat mich dann richtig überrascht und sogar etwas sprachlos zurückgelassen. Ich kann es gar nicht richtig glauben, denn es scheint ein Schnitt in der Valerie Lane-Ära zu sein. Trotzdem ist es passend und schlüssig. Ich bin richtig gespannt, wie es im sechsten und letzten Teil wieder aufgegriffen wird.

Insgesamt wieder ein schönes Buch: Von mir gibt es 4 Sterne!