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Veröffentlicht am 21.12.2020

Man kann nicht alles in die Fortsetzung schieben...

Vortex – Der Tag, an dem die Welt zerriss
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Schreibstil:
Das Buch ließ sich vom Schreibstil her sehr flüssig lesen. Es ging flott voran und die Beschreibungen waren super. Ich war sofort in der Geschichte drin, konnte mir alles sehr gut vorstellen ...

Schreibstil:
Das Buch ließ sich vom Schreibstil her sehr flüssig lesen. Es ging flott voran und die Beschreibungen waren super. Ich war sofort in der Geschichte drin, konnte mir alles sehr gut vorstellen und war fasziniert von der Welt, die die Autorin erschafft.

Meine Meinung:
Fangen wir doch mit Elaine an. Anfangs war ich mit ihr zusammen noch total euphorisch. Alles war neu, es gab so viel zu entdecken und Elaine ist mittendrin. Sie bemerkt, dass all das, was sie zuvor für die Normalität gehalten hat, ein Konstrukt ist, das einiges ausklammert. Sie war äußerlich betrachtet eine tolle Heldin der Geschichte: taff, mit „Superkräften“, verstrickt in Vergangenheit und Gegenwart und jemand, der alle zusammenhält. Auf tieferer Ebene kam ich allerdings gar nicht so richtig mit ihr zurecht. Ich wollte sie mögen, weil es einfach zur Geschichte gepasst hätte, aber es ging einfach nicht. Elaine verschließt dafür zu oft die Augen vor der Wahrheit. Sie führt sich zu oft auf, wie ein bockiges Kind, dass nicht glauben will, dass Zucker schlecht für die Zähne ist. Ich konnte immer nur wieder genervt die Augen verdrehen und musste mir gut zureden, um sie weiter zu verfolgen. Anstatt dass sie nämlich nachdenkt, lernt, offen ist und Fragen stellt, bleibt sie weiterhin auf ihrer Position, die mehr und mehr von den äußeren Geschehnissen durchlöchert wird. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass sie sich ein wenig mehr auf alles einlässt, auch, um mehr herauszufinden. Stattdessen bleibt sie geradezu naiv. Es war einfach enttäuschend. Vor allem, weil sie sich im Laufe der Geschichte nicht wirklich entwickelte. Man kann sich jetzt sagen, dass es ja noch mehr Bände gibt und das Elaine dann bestimmt die ersehnte Entwicklung durchmacht, allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn Ansätze davon schon früher in diesem Band zu bemerken gewesen wären.

Bale dagegen fand ich super. Er ist großteilig während der Geschichte sehr in sich gekehrt und verschlossen. Keiner birgt mehr Geheimnisse in sich und handelt ebenso verrückt wie überlegt. Ich konnte ihn immer sehr gut verstehen, wenn er genervt auf Elaine reagierte^^
Für mich war er auf jeden Fall die interessanteste Person der Geschichte, weil er in alles verwickelt ist. Er ist sozusagen der Stern, der alle überstrahlt, weil er das meiste Wissen in sich vereint.

Die Story an sich musste man einfach lieben. Anna Benning erschafft da eine einzigartige Welt, die sowohl Bösewichte wie auch Mischwesen (und damit meine ich, dass man nicht eindeutig weiß, ob gut oder böse) und gute, bzw. unschuldige Personen beherbergt. Ich mochte sehr gerne, wie alle an einem großen Ganzen zusammen arbeiten, ohne es zu bemerken. Ob nun mit guten oder unguten Absichten.
Das Prinzip der Vortexe ist unheimlich interessant und die Weltaufteilung macht neugierig auf mehr Informationen, ist aber auch wunderschön fantastisch gestaltet, sodass man sich gerne dahin entführen lässt.
Was ich aber eindeutig bemängele, ist die Logikkonstruktion. Man merkt während des Handlungsverlaufes sehr deutlich, dass es sich hierbei um einen Auftakt handelt. Es werden viele lose Handlungsstränge aufgeworfen, Informationen vorenthalten und Fragen in den Raum gestellt. Das alles lässt sich somit begründen. Es gab für mich aber auch Lücken in der Logik, die sich nicht so erklären ließen. Ich stieß immer wieder auf Fragen, die ich mit dem bereits Gelernten versuchte, zu erklären. Die Erklärungen schlugen jedoch fehl. Es passte nicht zusammen.
Selbst, wenn ich etwas übersehen, (wir haben es jedoch zu zweit überprüft), oder vielleicht nicht richtig verstanden haben sollte, so gab es dennoch zu viele solcher Lücken. Es war einfach alles in sich nicht ganz schlüssig und das hat mich gestört. Nicht alles kann mit dem zweiten Band, mit einer Fortführung begründet werden. Ich lese schließlich schon mit dem Auftakt ein vollwertiges Buch. Es war einfach sehr sehr schade, denn alles Drum Herum war so schön, so spannend, interessant und kreativ.
(Diese Lücken zeigen sich übrigens auch bei den Nebenprotagonisten der Story. Klar, kann da in der Fortsetzung noch mehr kommen, aber wenn jemand als bester Freund von jemandem bezeichnet wird, dann will ich schon mehr wissen als den Namen. Ebenso hatte ich das Gefühl, dass hier Bedrohungen einfach zur Vereinfachung der Story einmal „pausiert“ wurden. Das war recht unrealistisch und passte nicht ganz zu der nicht immer fröhlichen Welt der Science Fiction.)

Fazit:
Ich werde den zweiten Band definitiv noch lesen, weil ich gerne wissen möchte, ob wirklich alles auf die Fortsetzung gesetzt wurde. Überzeugen konnte mich dieses Buch jedoch nicht gänzlich. Die Thematik war spannend und interessant, die Welt sehr schön gezeichnet und die Idee der Vortexe für mich neu. Ich mochte Bale und seine Aufgabe in der Geschichte, die ganzen Handlungsstränge, die irgendwie ein großes Ganzes ergaben, bei dem definitiv Potential für die Fortsetzung geschaffen wurde. Über die Logiklücken konnte ich aber irgendwie nicht so ganz hinwegsehen, ebenso nicht darüber, dass Elaine mir alles andere als sympathisch war.

Von mir gibt es gerade so 3 von 5 Sterne.

Liebe Grüße

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Veröffentlicht am 20.03.2019

Viel Drama

Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Suche
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Inhalt:
Seit dem Tod ihrer Mutter zieht die 16-jährige Wylie sich immer mehr zurück. Erst ein Hilferuf ihrer verschwundenen Freundin Cassie lockt die menschenscheue Teenagerin aus der Reserve, denn sie ...

Inhalt:
Seit dem Tod ihrer Mutter zieht die 16-jährige Wylie sich immer mehr zurück. Erst ein Hilferuf ihrer verschwundenen Freundin Cassie lockt die menschenscheue Teenagerin aus der Reserve, denn sie spürt, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Und es folgen weitere rätselhafte Nachrichten. Was steckt hinter Cassies Verschwinden? Warum befindet sie sich irgendwo in den Wäldern Maines? Wylie nimmt all ihren Mut zusammen und begibt sich mit Cassies Freund, dem umschwärmten Bad Boy Jasper, auf die Suche. Doch damit geraten auch sie beide in größte Gefahr – vor allem, als Wylie eine Seite an sich entdeckt, von der sie bisher nichts geahnt hat …

Schreibstil:
Anfangs ging es eigentlich noch ganz gut, aber dann bin ich immer öfters gestolpert. Logikfehler, wenige räumliche Beschreibungen, sodass geradezu Sprünge in Zeit und Raum vorkamen, so zumindest wirkte es auf mich und zum Ende hin zog es sich dann auch unheimlich. Gerade das letzte Wort hat noch wieder Spannung hinein gebracht, aber man konnte sich ja eigentlich schon denken, dass es nicht so ist, wie es augenscheinlich wirkt.
Gut fand ich allerdings die Rückblicke, besonders zu Anfang. Dadurch, dass die Handlung nur über circa. 36 Stunden verläuft, hat man so doch noch einiges erfahren können.

Charaktere:
Zu Anfang war noch alles gut, aber dann ging es meiner Meinung nach mit den Charakteren bergab.
Wylie wird anfangs als psychisch labil beschrieben. Sobald aber das „Abenteuer“ anfing, geriet das eigentlich völlig in Vergessenheit. Ich hätte mir da schon noch mehr Auseinandersetzung gewünscht. Die Entwicklung war so natürlich super, aber eigentlich kam sie aus dem Nichts.
Cassie habe ich die ganze Geschichte über nicht zu fassen bekommen. Das mag zum größten Teil daran gelegen haben, dass die Rückblicke ihre Freundschaft mit Wylie nicht vollständig abzeichneten. Da hat eine Menge gefehlt und so war sie für mich eigentlich nur das Mädchen, das ihren Freund betrügt und Drogen nimmt und sowieso eigentlich jeden hintergeht.
Jasper fand ich als Einzigen richtig gut. Er ist im Laufe der Handlung zu einem tollen Charakter geworden und ich hoffe noch mehr von ihm zu lesen.
Alle anderen Figuren tauchten immer nur recht kurz auf, sodass ich sie gar nicht richtig greifen konnte. Was man sich beim Lesen dieses Buches vielleicht merken sollte: Keiner ist der, der er vorgibt zu sein. Das war mir aber leider hier schon zu viel. Ich hatte keine Konstante außer Wylie vielleicht, der ich trauen konnte. So hat mich die Geschichte oft nicht richtig gefangen nehmen können, weil ich irgendwann nur noch dachte: Der/Die treibt doch eh ein falsches Spiel.

Zur Geschichte allgemein:
Die ersten hundert Seiten ließen sich echt gut lesen. Es war einigermaßen spannend und auch noch irgendwie logisch. Danach ging es allerdings nicht so gut weiter, meiner Meinung nach. Es kamen immer mehr Logikfehler auf und alles geschah für mich völlig ohne Zusammenhang. Man konnte nichts voraussehen, was ja eigentlich gut ist, allerdings ist es hier so, dass es einfach übertrieben aneinandergehangen wirkt.
Irgendwann habe ich dann leider auch den Sinn der Geschichte nicht mehr so recht verstanden. Das mit den Outliers hätte ruhig etwas früher, etwas vertrauensvoller übermittelt werden können. So dachte ich immer nur: Okay, warum nochmal dieses riesen Drama? Und die Figuren haben es ja teilweise selbst auch nicht verstanden. Das wirkte für mich einfach alles so unecht, dass ich es nicht für voll nehmen konnte. Zumal die Begründungen immer sehr fadenscheinig waren.

Fazit:
Mir hat das Buch nur so mäßig gefallen. Es hatte viele Schwachstellen, kam für mich auch einfach zu spät auf den Punkt und zog sich zum Ende hin ziemlich. Da ich aber die ersten hundert Seiten wirklich interessant und spannend fand…

gibt es gerade noch so 3 von 5 Sterne von mir.

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Liebe Grüße

Veröffentlicht am 22.04.2026

Zwischendurch hatte ich Gänsehaut – und zwar nicht die gute

The Night We Met
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Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu ...

Schreibstil:
Wie immer ist der Schreibstil der Autorin super lesbar gewesen. Locker und flüssig und unheimlich amüsant. Ich musste immer wieder schmunzeln, aber auch andere Gefühle kamen fast schon zu gut bei mir an. So wurde mir zum Beispiel eng in der Brust, wenn die Situation komisch wurde. Das erste Mal gab es für mich aber auch ein paar längere Passagen, in denen die Autorin sich ein wenig in ihren Ausführungen verlor.

Die Geschichte – eine ausweglose Situation, die gar nicht gut ausgehen KANN

Ich bin richtig gut in die Geschichte reingekommen, denn man lernt gleich zwei unheimlich sympathische Figuren kennen: Larissa, die irgendwie mit dem klarkommen muss, was ihr das Leben gegeben hat und Chris, der seinen besten Freund in den Schutz nimmt und gleich versteht, was in Larissa vorgeht. Ich war einfach gleich verzaubert: von Larissas Kämpferwillen und Chris‘ aufmerksamen Verhalten. Zudem gibt es gleich eine super süße Szene und ich war nicht nur sofort neugierig, wie die beiden jemals zusammen kommen sollten, sondern auch darauf, wie Larissas Leben weitergehen würde. Der Grundstein für eine gute Geschichte war also gelegt.

Larissa – Wenn sich das Leben nur noch aufs Überleben beschränkt

Sie fand ich im ganzen Buch durchweg sehr cool. Als Selfmade-Frau ist sie es gewohnt, dass nichts sich von alleine einrenkt und dass am Ende sie es ist, die etwas tun muss, damit sich etwas ändert. So ist sie aber auch leider daran gewöhnt, dass sich keiner um sie kümmert. Dadurch kommt es, dass sie sich vor allem anfangs ziemlich schlecht behandeln lässt. Es fällt ihr gar nicht auf, wenn jemand nicht ehrlich, nicht aufopferungsvoll ist, stattdessen wälzt sie alles immer gleich auf sich selbst um. Trotzdem war sie für mich keineswegs eine schwache Figur. Neben all ihren Jobs, behielt sie stets gute Laune, war bereit, hart zu arbeiten, wollte sich nichts schenken lassen und hat das Beste aus dem gemacht, was sie sich leisten konnte. Ganz ohne zu überschwänglich oder zu unrealistisch zu werden.

Ich gebe zu, manchmal habe ich mich gefragt, wie sie all diese Dinge schafft, ohne dabei den Kopf zu verlieren. Wie viele Stunden ihr Tag überhaupt hat und wie sie es dann noch schafft, sich um einen Hund zu kümmern. Gefühlt hat sie auf jeden Fall nie geschlafen.
Zu ihrer Entwicklung kann ich sagen, dass sie sich eigentlich, was ihr Privatleben angeht, eher mittreiben lässt. Mit Mike ist alles geregelt, also läuft es weiter. Mit Chris ist alles einfach, also kann es doch auch so weiterlaufen. Die Jobs dagegen müssen wechseln, mehr Geld einbringen. Manchmal hatte ich während des Lesens das Gefühl, dass Larissa eigentlich gar nicht in dieser Phase ist, in der sie einen Freund haben will. Vielmehr jemanden, der sie unterstützt und sie ansonsten nicht so viel Zeit kostet. So wunderte es mich auch überhaupt nicht, dass bei ihr nicht unbedingt erotische Gedanken aufkommen. Dafür hat sie einfach keine Zeit.

Chris – Liebe bis zur Selbstaufgabe?

Bei Chris war ich die ganze Zeit zwiegespalten, denn einerseits ist er aufmerksam und unheimlich nett und versucht alle zu unterstützen (vor allem Larissa), andererseits aber hatte ich bei ihm auch so leichte cringe-Vibes wie in einem Film, in dem man den Stalker dabei beobachtet, wie er sich in sein Opfer „verliebt“. Er hat Larissa komplett studiert, ihr jeden Wunsch von den Augen abgelesen, konnte nicht mehr schlafen und hatte ständig Angst um sie. Und das, ganz ohne wirklichen Grund, denn eigentlich hatte es ihn nichts anzugehen.

Ich finde, bei ihm muss man „Verliebtsein“ wirklich hinterfragen, denn bedeutet das wirklich, dass ich so sehr in das Leben meines Love Interests eingreifen will? Ab wann mische ich mich zu viel ein? Bei Chris habe ich mir diese Frage die ganze Zeit gestellt, denn er lässt Larissa quasi keine Wahl, selbst zu entscheiden. Er nimmt ihr Dinge ab, bevor sie weiß, dass sie sie erbeten möchte, aber gleichzeitig auch, bevor sie ihre Einwilligung dazu geben kann. Ich empfand es so stellenweise als sehr übergriffig und konnte ihn deshalb leider nicht als das sehen, was er eigentlich sein sollte und was auch Larissa irgendwann in ihm sieht: einen aufmerksamen, liebevollen Mann, der für seine Partnerin alles geben würde.

Er selbst geht so völlig verloren. Was sind seine Ziele? Was belastet ihn? Warum kann er nicht schlafen? Es wird zwar angeschnitten, aber nicht richtig aufgearbeitet. Schon gar nicht mit Larissa, mit der er so viel teilt, aber nicht wirklich seine Gedanken. Dadurch kommt es stellenweise immer wieder zu Passagen, in denen er einfach gar nichts sagt und die anderen aus seinem Leben aussperrt. Es ist, als wäre sein Leben einzig auf Larissa ausgerichtet (davor auf Mike), sodass er selbst gar keinen Inhalt mehr hat.

Eine Liebesgeschichte, die zum Thriller werden will?

Zusammen sind Chris und Larissa wirklich süß. Chris macht alles für sie und lässt sich auch echt süße Sachen einfallen, außerdem sorgen die Szenen mit ihrem gemeinsamen Hund immer wieder für Lacher. Gleichzeitig weiß man aber natürlich von vorne herein, dass ihre Situation eigentlich auswegslos ist und die beiden nicht so eng miteinander sein sollten. Chris versucht, Grenzen einzuhalten, Larissa dagegen versteht lange Zeit gar nichts. Auch das bestärkte meine Theorie, dass sie noch gar nicht bereit ist. Denn sie springt nicht so richtig auf Chris und ihre gemeinsame Zeit an, genauso wenig wie auf die Probleme, die unter der Oberfläche brodeln. So übersieht sie auch Mike und seine Probleme. Erst, als es richtig deutlich wird, reagiert sie. Beinahe schon zu spät.

Letztlich weiß ich so gar nicht, ob ich hier von einer Lovestory oder eher einer Friendstory reden möchte. Mit Hinblick auf Chris‘ Übergriffigkeit hat beides aber einen komischen Beigeschmack. Was wäre passiert, wenn Larissa irgendwann „nein“ gesagt hätte? Wenn es doch Mike gewesen wäre? Was hätte Chris dann gemacht? Ich habe das Gefühl, es hätte auf einen Thriller hinauslaufen können und sollte das bei solch einem Liebesroman wirklich so sein?

Dazu passte dann leider auch, dass Larissa sich in Bezug auf Chris eher naiv gibt und ihm wahnsinnig schnell verzeiht. Auch da zeigt sie nicht unbedingt, dass das, was sie bisher über Männer gelernt hat, sie irgendwie skeptischer gemacht hat. Vielmehr verstößt sie gegen ihre eigenen Prinzipien und gibt sich ihm einfach hin. Da hätte ich mir doch sehr gewünscht, dass das noch tiefgreifender bearbeitet worden wäre. Gerade auch im Hinblick auf das Ende des Buches

Was die eigentliche Situation angeht: Ich fand es super interessant, mit welcher Idee sich dieses Buch beschäftigt. Denn ich denke, jede/r von uns oder ein Freund/eine Freundin von uns war bereits in einer Situation, in der es schien, als hätte man den falschen gewählt. Oder (wenn man es nicht unbedingt auf zwei Typen polen möchte), als hätte man zu früh den nächsten Freund, den Freund aus dem falschen Umfeld (Mitbewohner:in) oder irgendetwas anderes, was dazu geführt hat, dass die Beziehung gesellschaftlich nicht (sofort) anerkannt wurde).
Ich glaube, Kommunikation hätte dieser Geschichte definitiv nicht geschadet. So wäre die Situation am Ende vielleicht auch etwas befriedigender ausgefallen, denn so wie es ausgegangen ist, fand ich es etwas utopisch.

Letzten Endes muss ich sagen, dass ich das Buch zwar gelesen habe, ab und zu schmunzeln musste (Schreibstil top, die Situationen, in denen Tiere zu Schaden kamen, waren aber schlicht drüber) und stellenweise zumindest Larissa auch echt toll fand, ich das Buch aber einfach seeeehr problematisch finde. Hier wird eine Beziehung gezeigt, die nicht gesund ist. Die am Ende nicht für beide positive Aspekte bringt. Die eigentlich nur darauf wartet, dass etwas schief geht. Wenn man selbst wie Larissa ist und sich einfach nur verzweifelt nach jemandem sehnt, der sich endlich mal kümmert, dann kann man das glaube ich schlecht differenzieren und lässt sich von Chris einlullen. Auch die anderen Figuren sind zweifelhaft: die besten Freunde denken einfach nur gesellschaftskonform, die Mutter zeigt keinerlei Gefühle und Mikes Probleme werden ziemlich schnell nur zu einem Problem für die Beziehung von Chris und Larissa, nicht zu einem Problem, das vielleicht Unterstützung seines besten Freundes bedarf.

Fazit:
Ich liebe die Bücher der Autorin normalerweise und wollte auch dieses Buch lieben. Der Anfang war echt stark, die Story klang interessant, weil sie etwas ungemütlicher als gewohnt ist. Nach und nach wurde es aber immer komischer. Die Figuren waren unsympathisch, das Verhalten der Hauptfigur war übergriffig und damit schwer einordbar. Diese Geschichte muss man wirklich mit Vorsicht genießen und selbst dann gibt es einige Längen, in denen sich die Autorin verliert. Ich kann es leider nicht empfehlen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Zu viel Spice, zu wenig Handlung

Chicago Ruthless (Band 3) - Hopeful
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Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. ...

Hallo ihr Lieben ❤

Die Spice-Diskussion in Romance-Büchern ist immer noch hoch im Kurs. Ich persönlich lese gerne Spice und ich habe auch nichts dagegen, wenn es nicht nur eine Szene in dem Buch gibt. Mir ist allerdings immer sehr wichtig, dass die Story trotzdem noch Inhalt hat und Sinn ergibt. Ich möchte schließlich mitfiebern können und dann durch den Spice nur die Verbindung des Paares spüren.

Was ich nicht mag ist ergo, wenn die Story nur aus Spice besteht und man sich echt fragt, was man da gerade liest.

Schreibstil:


Die Autorin schreibt relativ unaufgeregt, aber liebevoll. Ich konnte mich gut einfühlen und kam auch gut mit der Handlung mit. Der Spice war okay geschrieben. Einfach alles in allem flüssig und gut lesbar.

Die Geschichte: Misshandlungs-Opfer trifft auf Mafia-Familie inkl. gebrochenem Mann

Erzählt wird nahezu abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Mia und Lorenzo. Die Story ist klar dem Mafia-Trope zuzuordnen, allerdings geht es auch viel um Misshandlung, denn Mia befreit sich gleich in der ersten Szene aus einer toxischen und missbräuchlichen Beziehung. So im Prinzip also schonmal eine gute Grundlage für eine spannende Geschichte, die emotional, aber gleichzeitig brutal werden konnte.

Mia: Sonnenschein ohne eigenes Leben

Mia habe ich ab der ersten Seite an einfach nur geliebt. Sie ist so verletzt und erniedrigt worden in ihrem Leben, hat quasi keinen Rückhalt und keine eigenen Entscheidungsmöglichkeiten und dennoch ist sie absolut lebensfroh. Ein Sonnenschein, wie Lorenzo sie immer wieder nennt. Ganz badass entzieht sie sich ihrem Ex-Mann und bietet danach Lorenzo die Stirn.

Ganz im ernst: ich fand es unglaublich toll, wie positiv sie war, wie sie Klischees einfach überging und sich nicht über Dinge aufgeregt oder hineingesteigert hat, die anders alles hätten zerstören können. Nur so war sie überhaupt die Richtige für Lorenzo, denn der brauchte echt jemanden, der offen ist und sich nicht eifersüchtig und egoistisch zeigt.

Manchmal hatte ich aber auch ein wenig das Gefühl, als wäre Mia zu gut, um wahr zu sein. Klar, man kann jetzt von innerer Stärke sprechen und das sie diese eben hat, um mit einigen Situationen so umzugehen. Aber sie ist einfach super schnell fein mit der Situation. Legt schnell ab, was sie vorher erlebt hat und ist völlig offen für einen neuen Mann. Da sind keine Zweifel, da wird ein bisschen außerhalb der Leser:innenperspektive recherchiert und schon sind auch andere Aspekte ihrer Beziehung zu Lorenzo einfach für sie geklärt.

Es gibt zwar einen kleinen Trigger, den sie hat, aber ich hätte mir irgendwie einfach gewünscht, dass sie sich mit allem noch etwas Zeit lässt. So wäre es glaube ich etwas authentischer geworden. Ich meine, das erste Mal richtig zusammen mit Lorenzo und danach Vollgas geschieht schon bei 25%. Für eine Frau, die über zehn Jahre in einer missbräuchlichen Beziehung gelebt hat, fand ich das schon reichlich fix. Allerdings kann ich das natürlich auch nicht richtig beurteilen, weil ich es zum Glück nicht nachempfinden kann.

Lorenzo: Ehemals verstoßen, jetzt trauernd. Ein Mann, der sein Licht verloren hat.

Wenn man mich fragen würde, wie genau ich mir Lorenzo vorstelle, dann kann ich auf jeden Fall nur von seinem Inneren sprechen. Von außen habe ich keinerlei Vorstellung. Das fehlte irgendwie, allerdings sind zum Glück ja die inneren Werte die, die zählen. Und die passten bei ihm.

In seiner Familie ist er der Einzelgänger, der aber voll im Mafia-Leben integriert ist und gerne auf andere Leute losgeht, um seine Wut loszuwerden. Sein Hintergrund: Seine Ehefrau Anya ist jung verstorben und er hat sich geschworen, nie wieder zu lieben. Und anscheinend auch, nie wieder richtig zu leben. Jedenfalls machte das so den Anschein auf uns und auch auf die restliche Moretti-Familie.

Ich fand an ihm gut, dass er sich trotzdem innerhalb der Familie sehr weich zeigt. Er passt auf die Kinder auf, geht unheimlich liebevoll mit ihnen um und ist generell ein aufmerksamer Zuhörer und ein guter Beschützer. Kein Wunder, das er gleich auf Mia und ihre Situation anspringt. Zudem ist er ein Dom, oder war zumindest einer. Was das für den Spice bedeutet, könnt ihr euch vielleicht denken.

Alles in allem fand ich ihn ganz interessant und ich mochte es, dass er so emotional war und da in dieser Geschichte tatsächlich den traumatisierteren Part übernahm. Seine Zweifel und innerlichen Sperren konnte man gut nachvollziehen, auch wenn sie den Handlungsverlauf oft ziemlich unnötig in die Länge zogen.

Mia und Lorenzo: Ein Paar zwischen einem anderen Mann und einer anderen Frau

Sooo, kommen wir zu der Storyline, die sich hier zwischen Lorenzos sehr guter Entwicklung vom gebrochenen Mann zum wieder liebenden Mann und von Mia abspielt. Letztere hat sich nicht ganz so sehr entwickelt meiner Meinung nach, weil sie nichts zum Entwickeln hatte bis auf ihr Verhältnis zu ihrem Körper, was durchaus auch sehr wichtig war, aber nicht unbedingt handlungstragend war.

Lorenzo gehört zur Mafia, genauso wie der Rest seiner Familie. Bis auf ein paar Prügelszenen und ewig langen Computersessions hat man davon allerdings nicht viel mitbekommen. Achse und ein bisschen dadurch, dass er und seine Brüder alles möglich machen konnten. Aber: Ganz ehrlich, bei Mafia und so viel Macht hätte ich da mehr erwartet. Ein wenig komplexere Hintergründe, vielleicht nochmal etwas, was von Seiten der Morettis Mias und Lorenzos Weg durchzieht und nicht nur das, was Mia quasi anschleppt.

Ich möchte jetzt nicht spoilern, deshalb nur ganz kurz, aber die aufregenden Elemente in dieser Story liefert definitiv Mias Vergangenheit, die auch zu einigen Problemen führt. Allerdings kann so eine Mafia-Familie damit natürlich easy umgehen.

Was ich im Handlungsverlauf da einfach noch schwierig fand, war, dass die beiden sich dreimal wegen quasi der gleichen Sache trennen und Mia Lorenzo immer sehr schnell wieder verzeiht, bzw. auch seine Gründe und Entschuldigungen, um sie zurückzuholen, immer die gleichen sind. Das hat mich zwischendurch leider ein wenig gelangweilt, weil ich immer nur auf die Prozentanzahl des Buches gestarrt habe und nur gewartet habe, dass die beiden wieder einmal der Misscommunication verfallen. Jedenfalls von Lorenzos Seite aus. Das war schade, weil es durch die wenige Abwechslung und das wenige Kämpfen von Lorenzo, weil Mia eben auch immer schnell bereit war, ihm zu verzeihen, nicht so richtig zu diesen krassen emotionalen Handlungen kam, die man von anderswo kennt. Zumindest eine hätte die Geschichte glaube ich gut unterstützen können.

Der Spice: Abwechslungsreich, no vanilla und vieeeeel

Ich habe nichts gegen viel Spice, besonders nicht, wenn er gut geschrieben ist. Aber hier war es zu viel. Es passiert schon ziemlich früh zum ersten Mal und ab dann geht es fast nur noch darum. Die ganze Familie Moretti scheint da sehr aktiv zu sein, aber Mia und Lorenzo setzen dem Ganzen nochmal die Krone auf. Und mir war es dann zu viel. Ich hätte es besser gefunden, wenn die Handlung noch etwas mehr Platz bekommen hätte, um sich auch noch etwas komplexer zu entfalten. Oder wenn Mia und Lorenzo auf mal außerhalb des Bettes ein paar tolle Momente geteilt hätten. So passte das zwar gut zu dem Dom/Sub-Thema, das die Autorin anscheinend gerne einflechten wollte und gegen das ich auch gar nichts hatte, es passte aber für mich nicht ganz für die Romance-Story dieser Geschichte.

Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht.

Fazit:
Mich konnte dieses Buch leider nicht wirklich überzeugen. Die Grundidee dieses Buches hätte echt viel Potential für eine aufregende und spannende Geschichte mit vielen Verstrickungen gehabt, was blieb war aber irgendwas zwischen Spice und simpler Rache und das hat mich enttäuscht. So war es dann auch gar nicht mehr so einfach, fließend der Handlung zu folgen. Schade, ich hätte mich gefreut, wenn es noch besser gewesen wäre, denn die Figuren sind echt super.

Von mir gibt es 2 von 5 Sternen.

3 Gründe, weshalb du dieses Buch trotzdem mögen könntest:

1. Spannende Grundidee: Mafia trifft Trauma-Healing

2. Starke Figurenansätze & emotionale Hintergründe

3. Für Leser:innen, die sehr viel Spice mögen

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Wenn's zu cozy ist

A Taste of Bitter Secrets
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Hi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes ...

Hi,
bevor die cozy Autumn-Zeit vorbeigeht und wir so richtig in Weihnachtsstimmung geraten, muss ich unbedingt noch Gedanken zu einem Buch loswerden, dass sich meiner Meinung nach etwas sehr auf cozy Vibes konzentriert hat. Ich bin aber vielleicht auch einfach nicht die Richtige für solch ein Buch, denn ich kann mit diesen richtigen „Autumn“-Büchern nichts anfangen (verlegenes Lachen).

Zum Schreibstil:
Ich bin leider so gar nicht mit der Geschichte warm geworden und das lag mit am Schreibstil. Eigentlich war er an sich ganz schön: flüssig und locker und schön beschreibend, sodass man sich die Szenen und Settings sehr gut vorstellen konnte. Allerdings lag der Fokus für mich zu viel darauf, dass alles cozy wirken sollte. Da kamen sehr viele Klischees durch, auf denen die Geschichte sich irgendwie ausruhte. I mean, irgendwann hatte ich verstanden, dass es cozy ist, da brauche ich nicht noch mehr Beschreibungen.

Zur Geschichte allgemein:
Ehrlich gesagt habe ich gar keine richtige Meinung zu Gwen, denn sie wohnt in London und ist Social-Media-Managerin und dann kommt sie zurück zu ihrer Familie und macht dort genau das Gleiche, während sie irgendwie versucht, ihre Familiensituation zu glätten. Was, wieso, weshalb weiß man eine ganz Zeit lang nicht, stattdessen bleibt alles in einem Setting mit immer wieder den gleichen Handlungen. Das einzig Aufregende (oder das, was aufregend sein müsste), ist der Koch Henry, der natürlich super gut aussieht, super gut kochen kann, den alle anhimmeln und der natürlich nicht begeistert ist von Gwen und ihren Ideen, das Restaurant anders zu gestalten. Was ich an Henry etwas schade fand, war, dass er ziemlich schnell als „hot Daddy“ abgestempelt wurde, wobei diese Vibes bei mir so gar nicht ankamen. Das war alles etwas an den Haaren herbeigezogen.

Weshalb Gwen sich zu ihm hingezogen fühlt, konnte ich mir so ungefähr zusammenreimen, aber ich konnte es durch sie nicht nachempfinden. Gwen blieb für mich total starr und unerreichbar. Ich habe sie nicht richtig verstanden und konnte mich so auch gar nicht richtig mit ihr zusammen in Henry verlieben. Emotional blieb die Geschichte für mich so ziemlich schwierig, da sie mich nicht erreichte.

Auch, wenn ich Gilmore-Girls nicht gelesen habe, so habe ich den Vibe dahinter doch schon öfters erzählt bekommen und war dann fast ein wenig erschlagen von den ganzen Hinweisen darauf. Die Autumn-Vibes, die Kleinstadt, ein Restaurant, wo sich alle treffen, Kürbisse natürlich und dann noch Gwens bester Freund, der Rory heißt und eigentlich nur dafür da ist, um sie immer wieder daran zu erinnern, wie toll sie ist. Positive Verstärkung eben, die in diesem Setting aber als zu viel rüberkam, weil gefühlt alles toll war.

Die Geschichte der beiden entwickelte sich für mich nur holprig. Man merkte richtig, wie nach und nach ziemlich plötzlich tiefere Hintergründe hervorgekramt wurden, diese mich aber einfach nicht emotional berühren konnten, weil schon die Basis in den Figuren nicht gelegt war. So werden zwar wichtige Themen aufgegriffen, die hauptsächlich damit zu tun haben, wie die beiden, besonders Henry, sich im Jetzt identifizieren, aber das war mir alles zu wenig in die Geschichte eingebunden und zu unemotional.

Auch das Ende konnte mich nicht richtig überzeugen. Mir ist immer ziemlich wichtig, dass die Lovestory so aufgebaut ist, dass ich hinterher das Gefühl habe, die beiden haben auch noch nach der Geschichte Bestand. Bei Gwen und Henry wäre ich mir da aber nicht so sicher.

Fazit:
Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen. Das lag vor allem daran, dass ich die Hauptprotagonistin nicht sympathisch fand und mich keine Emotionen erreichen konnten. Auch der Lesefluss war nicht ganz gegeben, weil erst sehr wenig und dann plötzlich alles Knall auf Fall passiert. Was das Buch allerdings hat, sind Cozy Autumn Vibes im Überfluss. Wer also Gefallen an sowas findet (lasst euch nicht vom Cover täuschen), wird mit diesem Buch vielleicht trotzdem glücklich.

Von mir gibt es 2 von 5 Sterne.

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