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Veröffentlicht am 14.10.2016

Mamihlapinatapai

DIE WAHRHEIT
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Ein spannender Thriller über eine beängstigende Situation.
Vor sieben Jahren verschwand der erfolgreiche Unternehmer und Ehemann von Sarah Ptersen spurlos auf einer Geschäftsreise. Es gibt keinerlei Spuren ...

Ein spannender Thriller über eine beängstigende Situation.
Vor sieben Jahren verschwand der erfolgreiche Unternehmer und Ehemann von Sarah Ptersen spurlos auf einer Geschäftsreise. Es gibt keinerlei Spuren oder Hinweise auf seinen Verbleib. Lösegeldforderungen wurden nie gestellt, so dass es unwahrscheinlich ist, Phillip Petersen jemals wiederzusehen. Seine frau lässt ihn aber niemals los und weigert sich immer wieder ihn für tot zu erklären lassen. Eines Tahes geschieht das scheinbar unvorstellbare, Sarah erhält die Nachricht, man habe ihren Mann befreien können und er kehrt nach Hause zurück. Sie fährt zum Flughafen, um ihn in Empfang zu nehmen und muss feststellen, dass sich ein ihr völlig unbekannter Mann als Phillip Petersen ausgiebt. Was steckt hinter der Fassade? Versucht jemand an das nicht unbeträchtliche Vermögen ihres verschwundenen Mannes zu kommen, oder schlummern da noch ganz andere Geheimnisse? Es entwickelt sich ein spannendes und faszinierendes Duell zwischen den vermeintlichen Eheleuten...
Melanie Raabe ist es mit ihrer sehr lebendien und temporeichen Sprache gelungen, mich an die Geschichte zu fesseln. Sie beschreibt die beiden Hauptprotagonisten als interessante Charaktere und es entwickelt sich ein spannendes Duell zwischen den Beiden. Immer wieder werden neuee Hinweise auf die mögliche Identität des Fremden und Sarahs Vergangenheit gegeben. Die Geschichte lädt daher zum fleissigen Mitraten ein, was hinter dem Auftauchen des vermeintlich Fremden oder doch nicht Fremden steckt. Wer sind seine Komplizen? Wem kann Sarah noch trauen? Was ist das eigentliche Ziel? Was ist damals wirklich passiert? Lebt ihr Mann noch? Melanie Raabe arbeit in "Die Wahrheit" mit vielen kürzeren Kapiteln mit jeweils wechselnden Perspektiven, was dem Buch ein zusätzliches Tempo verleiht. Die Spannung wird mit dem Auftauchen des Fremden und der mysteriösen Entwicklung auf hohem Niveau gehalten. Das Finale hingegen konnte dann dem aufgebauten Spannungsbogen aus meiner Sicht nicht ganz gerecht werden.
Insgesamt hat mir "Die Wahrheit" von Melanie Raabe einige spannende Lesestunden bereitet und ich kann das Buch daher gerne weiterempfehlen. Von mir erhält es daher vier von fünf Sterne!!!

Veröffentlicht am 14.10.2016

Der Fluch

Secret Fire
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Ein guter Auftakt in eine neue und vielversprechende Fantasyserie.

Auf der Familie von Sacha lastet ein uralter Fluch. Bis zur 13. Generation wird der jeweils erstgeborene Sohn an seinem 18. Geburtstag ...

Ein guter Auftakt in eine neue und vielversprechende Fantasyserie.

Auf der Familie von Sacha lastet ein uralter Fluch. Bis zur 13. Generation wird der jeweils erstgeborene Sohn an seinem 18. Geburtstag sterben. Sacha ist er erstgeborene Sohn und wird in ein paar Wochen auch 18 Jahre alt. Er weiß von seinem Schicksal und hat daher jegliches Interesse an ein normales Leben mit Schule und Freunden verloren. Stattdessen versucht er mit aberwitzigen Wetten Geld für seine Familie audzutreiben. So springt er von einm fünfstöckigen Hochhaus, mit der Gewißheit nicht sterben zu können, und steht unten wieder auf. Doch plötzlich tritt Taylor in sein Leben. Diese soll Sacha, so wünscht es ihr Lehrer, der ihr den erwünschten Weg nach Oxford ebnen kann, Nachhilfeunterricht geben. Doch es ist nicht einfach Einzug in das Leben von Sacha zu bekommen und dann ändert sich plötzlich alles. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn Sacha bleiben nur noch ein paar Wochen...

C.J. Daughtery erschafft mit Secret Fire eine sehr interessante Fantasywelt. Mit ihrer lebendigen und erfrischenden Schreibweise hat sie mich schnell an die Geschichte gefesselt. Die Hauptprotagonisten Sacha und Taylor werden jeweils in der Ich-Perspektive ausführlich vorgestellt und charakterisiert. Sehr gut gefallen haben mir hierbei die jeweiligen Perspektiv- und Ortswechsel. Dies hat die Geschichte belebt und die Annäherung der Beiden konnte so aus beiden Perspektiven nachvollzogen werden. Die Spannung in dem Buch wird durch den mystischen Hintergrund und dem bisher nicht vollkommen aufgeklärten Fluch erzeugt. Gibt es einen Ausweg für Sacha, sein scheinbar besiegeltes Schicksal noch zu ändern? Da es sich um den Auftakt einer Serie handelt, bleibt die Frage natürlich noch ungeklärt, allerdings kam das Ende für mich dann schon ein wenig überraschend und hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Die Geschichte gefällt mir aber richtig gut und ich bin auf die Fortsetzung sehr gespannt.

Secret Fire ist ein temporeicher und unterhaltsamer Fantasyroman, welcher mich sehr gut unterhalten hat. Sehr gerne empfehle ich ihn daher weiter und bewerte ihn mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 06.10.2016

Pssst...ein guter Krimi? Genauuu

Schlemihls Schatten
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Ein skurriler und sicherlich sehr ungewöhnlicher Kriminalroman aus Osnabrück.

Osnabrück wird von einem unheimlichen Serientäter heimgesucht. Er tötet auf bizarre und sehr gewaltsame Art und Weise zwei ...

Ein skurriler und sicherlich sehr ungewöhnlicher Kriminalroman aus Osnabrück.

Osnabrück wird von einem unheimlichen Serientäter heimgesucht. Er tötet auf bizarre und sehr gewaltsame Art und Weise zwei Menschen. Beide Opfer haben sich zu Lebzeiten nicht viele Freunde gemacht, so dass im Umfeld viele möglichen Täter in Frage kommen. Aber wie stehen die beiden Morde, die offensichtlich vom gleichen Täter verübt wurden im Zusammenhang? Tötet ein Wahnsinniger wahllos seine Opfer? In seiner Not beordert der zuständige Hauptkommissar Hollmann einen ehemaligen Kollegen wieder ins Team. Schnell sind die ersten Erfolge bei der Aufklärung zu verzeichnen, kann das Team einen weiteren Mord verhindern?

Christian Hardinghaus spricht bei seinem Krimidebüt selber von einem "durchgeknallten" Kriminalroman. Das hat mich neugierig gemacht und ich kann ihm im Nahhinein Recht geben, die Geschichte um die Osnabrücker Morde ist skurril aber gleichzeitig auch spannend und überraschend anders. Die beiden Charaktere des Täters Konrad und des Kommissars Echtner sind äußerst interessant gezeichnet und geben dem Roman seinen besonderen Charme. Interessanter Weise lagen meine Sympathien eher bei dem sehr gewaltbereiten Täter als bei dem durch Crystal Meth angespornten Ermittler. Die Spannung kommt trotz des von Anfang an bekannten Täters nicht zu kurz. Christian Hardinghaus schafft direkt zu Beginn des Krimis einen Spannungs-bogen, der sich über die gesamte Länge des Buches erstreckt und sich in einem fulminanten Finale aus meiner Sicht unvorhersehbar und überraschend auflöst. Der Schreibstil des Autors ist lebendig und flüssig zu lesen und trägt zur guten Krimiunterhaltung bei.

Insgesamt handelt es sich bei "Schlemihls Schatten" um einen spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman, der in erster Linie mit seiner Außergewöhnlichkeit besticht. Ich kann das Buch weiterempfehlen und bewerte es mit guten 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 30.09.2016

Religiöse Besessenheit

Loney
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Ein mysteriöser Roman mit einer sehr düsteren Atmosphäre und dem Thema einer religiösen Besessenheit.

The Loney ist die Endung eines Küstenstreifens in England. Ein trostloser Ort, dessen Bucht sich täglich ...

Ein mysteriöser Roman mit einer sehr düsteren Atmosphäre und dem Thema einer religiösen Besessenheit.

The Loney ist die Endung eines Küstenstreifens in England. Ein trostloser Ort, dessen Bucht sich täglich schnell mit Wasser füllt und schon vielen Menschen zum Verhängnis wurde. Eine kleine Glaubensgemeinschaft zieht es in den 70er Jahren an diesen Ort, um dort für ein Mitglied der Gemeinde zu beten und auf dessen Heilung zu hoffen. Betroffener ist Andrew, auch Hanny genannt, der ältere zweier Brüder, der seit seiner Geburt noch kein Wort gesprochen hat. Die Mutter, welche fast schon einem religiösen Wahn erlegen ist, führt die Gruppe an. Ihr Fanatismus droht die Gemeinschaft zu teilen, aber in diesem Jahr geschehen noch weitere mysteriöse Gegebenheiten. Teilweise schon in Vergessenheit geraten werden sie durch den Fund eines menschlichen Kinderskeletts wieder wachgerufen. Was ist damals wirklich geschehen?

Andrew Michael Hurley gelingt es in seinem Roman "Loney" ein äußerst mystische und bedrückende Stimmung aufzubauen. Diese wird zum einen durch den unfreundlichen Ort und zum anderen durch die religiöse Versessenheit einzelner Personen der Gemeinde erzeugt. Der Schreibstil des Autors ist bildreich und fordert vom Leser die volle Aufmerksamkeit. Die Protagonisten werden sehr ausführlich beschrieben und es ergeben sich interessante Charaktere, die der Geschichte ihre Würze verleihen. Aus meiner Sicht gab es aber im Verlauf der Geschichte einige Längen, die es zu überbrücken galt.

Die Umsetzung der Hörbuchfassung ist meines Erachtens sehr gut gelungen. Mit Steffen Groth konnte eine Stimme gewonnen werden, die der nicht einfachen Aufgabe, die besondere Atmosphäre wiederzugeben, gewachsen ist. Seine ruhige und hervorragend pointierte Stimme passt hervorragend zu dem anspruchsvollen Text. Auch hier war es nicht immer einfach dem Geschehen zu folgen, aber es erleichterte die Aufgabe enorm

Insgesamt handelt es sich bei "Loney" sicherlich um ein tiefgreifendes und und unheimliches Debut, welches aber aufgrund seiner Außergewöhnlichkeit die notwendige Aufmerksamkeit lohnt. Ich empfehle daher das Hörbuch gerne weiter, weise aber darauf hin, dass es nicht im Hintergrund konsumiert werden kann. Meine Bewertung lautet 4 von 5 Sternen!!

Veröffentlicht am 27.09.2016

Ergreifende und sehr authentische Geschichte

Die Attentäter
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Eine authentische und aufgrund ihrer Aktualität erschreckende Geschichte dreier Jugendlicher in Berlin.

Alain Cliff und Margarete sind Freunde. Sie leben in Berlin in einem Wohnblock. Cliff genießt leider ...

Eine authentische und aufgrund ihrer Aktualität erschreckende Geschichte dreier Jugendlicher in Berlin.

Alain Cliff und Margarete sind Freunde. Sie leben in Berlin in einem Wohnblock. Cliff genießt leider keine behütete Kindheit und ist oft dem gealttätigen Vater ausgeliefert. Er sucht eine neue Orientierung und findet sie nach unterschiedlichen Versuchen im islamischen Glauben. Er ist bereit Berlin und die ganze Welt zu verändern. Er plant den Tag Des Blutes. Ein Attentat soll auf den Islam aufmerksam machen. Die beiden Freunde stehen ihm aber zur Seite und sind jederzeit bereit ihn aufzufangen. So entwickelt sich ein Wettlauf mit der Zeit, in dem die drei Hauptprotagonisten miteinander verknüpft sind und somit in großer Gefahr schweben...

Antonia Michaelis hat mit "Die Attentäter" einen fesselnden und absolut authentisch Einblick in das Leben von Jugendlichen geworfen. Wer hat sich noch nicht die Frage gestellt, wie ein Mensch dazu gebracht werden kann, alle menschlichen Werte über Bord zu werfen und unschuldige Menschen zu töten. Dies Ganze auch noch mit der Überzeugung etwas Gutes getan zu haben. Dieses scheinbar unvorstellbare Phänomen erklärt uns die Autorin mit ihrem lebendigen und absolut fesselnden Erzählstil. Sie beschreibt sehr emotional, wie leicht es sein kann, gestrandeten Personen, mit wenig Selbstvertrauen und von der Gesellschaft enttäuscht, ein solches Denken zun infiltrieren. Sie erzählt gleichzeitig den Kampf nahestehender Menschen, die diese Veränderung nicht akzeptieren können und wollen, einen fanantisierten Menschen von seinen Zielen wieder abzubringen. Dies erzeugt eine Spannung, die sich über die gesamte Geschichte erstreckt.

Insgesamt hat mich die Geschichte der drei Freunde sehr berührt und auch nachdenklich gestimmt. Die fiktive Geschichte scheint aus der Realität gegriffen zu sein, alles ist gut vorstellbar und das erzeugt ein beängstigendes Gefühl. Ich möchte daher "Die Attentäter" von Antonia Michaelis sehr gerne weiterempfehlen und mit guten vier von fünf Sternen bewerten.