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Veröffentlicht am 26.03.2019

Berührende Familien- und Zeitgeschichte!

Was uns erinnern lässt
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Die junge Milla ist Angestellte in einer Anwaltskanzlei und allein erziehende Mutter eines 14-jährigen Sohnes. Ihr größtes Hobby ist es, nach "verlorenen Plätzen" oder "Lost Places" zu suchen. Als sie ...

Die junge Milla ist Angestellte in einer Anwaltskanzlei und allein erziehende Mutter eines 14-jährigen Sohnes. Ihr größtes Hobby ist es, nach "verlorenen Plätzen" oder "Lost Places" zu suchen. Als sie am Rennsteig in Thüringen durch den Wald wandert, stößt sie auf einen solchen Ort. Sie findet den Zugang zu einem Keller, wo die Zeit stehen geblieben ist. In den Regalen steht noch das Eingemachte, in Vitrinen jede Menge Geschirr und sogar Schulhefte finden sich dort. Dank des Namens auf den Heften und der Aufschrift des Hotels Waldeshöh auf dem Porzellan begibt sie sich auf die Suche nach den ehemaligen Bewohnern des Hauses, das offenbar über dem Keller gestanden hat.

Sie findet Christine Dressel, die mit ihrer Familie dort gelebt hat und als 14-jährige miterleben musste, wie die ganze Familie zwangsumgesiedelt und enteignet wurde. Die beiden freunden sich nach anfänglichem Misstrauen an und beschließen den Kampf um das Erbe der Dressels wieder aufzunehmen. Dabei wecken sie viele Erinnerungen - schöne wie auch unangenehme und eine unfassbare Wahrheit kommt ans Licht.

Diese wunderbare Familien- und Zeitgeschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal in der heutigen Zeit aus der Sicht von Milla und dann in der Zeit von 1945 bis 1977 aus der Sicht der Familie Dressel. Das Hotel Waldeshöh war früher sehr beliebt bei Wanderern und gut besucht. Im Krieg waren dort Kinder aus der Großstadt untergebracht, später Waldarbeiter. Doch die Familie, die so eng mit diesem Landstrich und dem Wald verbunden war, gab die Hoffnung nie auf, dass sie wieder ein richtiges Hotel führen könnten. Doch durch ihre Lage im Sperrbezirk war das aussichtslos. Dennoch gaben die starken Frauen dieser Familie nie auf, hielten die Zimmer sauber und jederzeit für Gäste bereit, die allerdings nie kamen. Dafür kamen die Soldaten mit LKWs und sie wurden zwangsumgesiedelt und enteignet.

Mir hat diese berührende Familiengeschichte sehr gut gefallen. Besonders interessant fand ich die Kapitel aus der Vergangenheit über das Leben und die Einschränkungen in der DDR. Es ist auch eine Geschichte über Heimat und deren Bedeutung, über Misstrauen und Behörden-Willkür, wie sie damals an der Tagesordnung war. Aber auch über Freundschaft und Familie, die von starken Frauen zusammen gehalten wurde und denen ein einfaches Leben und alle Einschränkungen nichts ausmachte und die in ihrer Heimat dennoch glücklich waren. Alle Figuren sind sehr lebensnah und einfühlsam gezeichnet, so dass man sie sich sehr gut vorstellen kann. Ein hilfreicher Stammbaum der Familie Dressel ist auch enthalten. Ein sehr bewegendes Buch, das einen nicht mehr loslässt und das ich nur empfehlenk kann!

Veröffentlicht am 17.03.2019

Kriminell spannend mit einigen Überraschungen!

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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In England treibt ein brutaler Serienmörder sein Unwesen. In Sussex wird ein grausig zugerichtetes Ehepaar ermordet aufgefunden. DI Bishop hat daher die forensische Psychiaterin Holly Wakefield zu Rate ...

In England treibt ein brutaler Serienmörder sein Unwesen. In Sussex wird ein grausig zugerichtetes Ehepaar ermordet aufgefunden. DI Bishop hat daher die forensische Psychiaterin Holly Wakefield zu Rate gezogen. Holly, die ansonsten versucht, gefährliche Mörder zu therapieren und Vorlesungen am College hält, ist zum ersten Mal an so einem schlimmen Tatort persönlich anwesend. Sie findet heraus, dass der Täter immer nach einem bestimmten Modus Operandi vorgeht und sucht nach weiteren Fällen in der Vergangenheit und nach Tätern, die in das Profilbild passen, das sie erstellt hat. DI Bishop und sie bilden ein gutes Team, das sich ganz gut versteht. Vielleicht liegt das auch daran, dass sie beide schon Schlimmes in ihrer Vergangenheit erlebt haben. Insbesonders Holly hütet ein dunkles Geheimnis, das später noch eine Rolle spielt.

Dieser Thriller ist der erste Band einer neuen Reihe um die forensische Psychiaterin Holly und DI Bishop. Dieser hat mir sowohl vom Schreibstil als auch von den Protagonisten her sehr gut gefallen. Das Buch ist von Anfang an sehr spannend geschrieben, es kommen auch einige recht blutige und brutale Szenen vor, was es für sehr zart besaitete Leser vielleicht nicht so ideal macht. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und freue mich schon auf einen zweiten Band dieser interessanten Reihe.

Veröffentlicht am 09.03.2019

Unterhaltsame Kurz-Krimis!

Der Sturz nach oben
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In diesem Buch vereinen sich 23 äußerst unterhaltsame 5-Minuten-Krimis zu einem reinen Lesevergnügen! Ich habe die kleinen Krimis sehr genossen und immer mal wieder einen schnell zwischendurch gelesen. ...

In diesem Buch vereinen sich 23 äußerst unterhaltsame 5-Minuten-Krimis zu einem reinen Lesevergnügen! Ich habe die kleinen Krimis sehr genossen und immer mal wieder einen schnell zwischendurch gelesen. Denn dazu eignen sie sich bestens, um z.B. eine kurze Wartezeit zu verschönen.

Die sogenannten "Lady-Krimis" wurden von 1992 - 1997 in der Yellow Press veröffentlicht und erreichten somit ein Millionenpublikum. Sie handeln bevorzugt von Gattenmord, aber auch von Rache unter Einbrechern. Besonders gut gefallen haben mir die Geschichten "Treibsand" und "Kreuzfahrt in den Tod". Aber auch alle anderen versprechen gute Unterhaltung und großes Lesevergrnügen!

Veröffentlicht am 06.03.2019

Turbulenter Urlaub auf Teneriffa!

Schwarze Küste
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Der Coburger Kommissar Richard Levin weilt in einem exklusiven Ressort auf Teneriffa. Seine Nachbarin, eine Nürnberger Richterin mit Familie, kennt er flüchtig, auch wenn seine Erinnerungen nicht gerade ...

Der Coburger Kommissar Richard Levin weilt in einem exklusiven Ressort auf Teneriffa. Seine Nachbarin, eine Nürnberger Richterin mit Familie, kennt er flüchtig, auch wenn seine Erinnerungen nicht gerade positiv sind. Da wird deren 9-jähriger Sohn entführt und am Strand wird ein ermordeter Straßenhändler aufgefunden. Haben die beiden Fälle etwas miteinander zu tun? Obwohl er keinerlei Befugnisse hat, kann es Richard nicht lassen, eigene Nachforschungen anzustellen. Er freundet sich mit dem hiesigen Commissario an und unterstützt ihn bei seinen Ermittlungen, was ganz schön gefährlich für ihn wird.

Nichts war es mit Urlaub für den Coburger Kommissar Richard Levin in seinem dritten Fall, der in seiner Freizeit auf Teneriffa mitermittelt. In diesem wieder überaus gut und spannend geschriebenen Krimi geht es um Kindesentführung, Erpressung, Drogenhandel und verbotene Hundekämpfe. All das vor der Kulisse der wunderschönen Kanareninsel Teneriffa, deren Sehenswürdigkeiten detailliert beschrieben werden. Die eher kurzen Kapitel, jeweils mit dem Namen eines Protagonisten überschrieben und aus dessen Sicht erzählt, sorgen für einen guten Lesefluss und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Auch das Privatleben des Coburger Kommissars kam zur Sprache und wir konnten eine zarte Annäherung zu seiner Chefin miterleben. Bitte bald mehr davon!

Veröffentlicht am 26.02.2019

Amüsanter Österreich-Krimi!

Das letzte Achtel
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Offiziell weilt das Ermittler-Duo der Wiener Kriminalpolizei Hawelka und Schierhuber ja in Hamburg bei einem Krimineser-Treffen, aber jeder weiß, dass sie im Weinviertel in Retz undercover bezüglich eines ...

Offiziell weilt das Ermittler-Duo der Wiener Kriminalpolizei Hawelka und Schierhuber ja in Hamburg bei einem Krimineser-Treffen, aber jeder weiß, dass sie im Weinviertel in Retz undercover bezüglich eines seltsamen Mordes tätig sind. Der Hofrat Zauner, in Polizeikreisen besser bekannt als der Erzherzog, hat die Beiden dorthin gesandt, um unauffällig zu ermitteln und ihnen befohlen, sich täglich bei ihm zum Bericht erstatten zu melden. Beides gelingt ihnen nicht! Stattdessen lassen sie sich den guten Wein schmecken und finden sich nach dem Verabreichen von k.o.-Tropfen im unterirdischen Keller-Labyrinth gefangen wieder. Erst als die Berlakovic vom Auskunftsbüro zu ihnen stößt, kommen die Ermittlungen wieder in Schwung.

Ich habe mich über diesen österreichischen Krimi köstlich amüsiert! Lauter skurrile Gestalten bevölkern die Szene, die Dialoge sind oft einmalig komisch und die Nachforschungen gestalten sich dann auch dementsprechend. Für Nicht-Österreicher sind reichlich Fußnoten vorhanden, um unbekannte Begriffe zu erklären - auch das ganz witzig gemacht. Selten habe ich bei einem Krimi so viel gelacht - bite mehr davon!