Profilbild von Jiskett

Jiskett

Lesejury Star
offline

Jiskett ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jiskett über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2016

Guter Krimi

Hengste, Henker, Herbstlaub
0

"Hengste, Henker, Herbstlaub" ist der vierte Band der Steif und Kantig-Krimis, aber der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Dennoch hatte ich keine Probleme, der Handlung zu folgen - die Familienverhältnisse ...

"Hengste, Henker, Herbstlaub" ist der vierte Band der Steif und Kantig-Krimis, aber der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Dennoch hatte ich keine Probleme, der Handlung zu folgen - die Familienverhältnisse waren am Anfang ein bisschen undurchsichtig, aber die Geschichte an sich ist in sich geschlossen und lässt sich somit auch für Quereinsteiger gut lesen.

Die Handlung passt sehr gut zur Jahreszeit, denn sie spielt im Herbst und gerade am Anfang wird auch eine sehr herbstliche Stimmung aufgebaut, da die Charaktere dauernd über Pilze sprechen und sie sammeln und auch eine der Toten durch eine Pilzvergiftung ums Leben gekommen ist. Auch ansonsten ist die Atmosphäre gut - es ist eine stimmige Mischung aus Krimi und Humor, wobei letzteres vor allem durch die beiden 'Ermittlerinnen' (Schnüfflerinnen trifft es wohl eher) zustande kommt - Steif und Kantig sind etwas schrullige, aber (die meiste Zeit) sympathische Damen, die sich wie so viele Schwestern gerne kabbeln und die durch ihre Eigenarten und Macken sehr menschlich und greifbar wirken. Es gab ein paar Szenen, in denen mich die kleinen Streitereien genervt haben, aber es hat sich zum Glück auch immer schnell gelegt.
Gut gefallen hat mir, dass die beiden nicht alles alleine aufklären, sondern dass auch die Polizei eine Rolle spielt. Wie die beiden an ihre Informationen gekommen sind, fand ich ziemlich realistisch, auch wenn ihnen natürlich auch oft der Zufall zu Hilfe gekommen ist, aber kombiniert haben sie selbst und das ziemlich gut. Für mich war der Täter recht schnell offensichtlich, aber das genaue Motiv und die Tatumstände wurden erst spät aufgeklärt und dieser Teil der Auflösung war für mich doch überraschend, aber überzeugend und passend. Generell war der Fall gut aufgebaut und es war interessant zu überlegen, wie alles zusammenhängt und was die Verbindung zwischen den beiden Toten sein könnte, und ich fand gut, dass auch scheinbar belanglose Szenen später noch bedeutsam waren.

"Hengste, Henker, Herbstlaub" hat mir insgesamt gut gefallen und die anderen Bände der Reihe werde ich bei Gelegenheit auf jeden Fall lesen. Von mir gibt es 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 13.10.2016

Schöne Atmosphäre

Winterglück
0

"Winterglück" ist eine Geschichte von Neuanfängen, Liebe und Vergebung. Jo Marie hat ihren Mann verloren und krempelt ihr Leben völlig um, indem sie ein kleines Bed & Breakfast eröffnet, und auch ihre ...

"Winterglück" ist eine Geschichte von Neuanfängen, Liebe und Vergebung. Jo Marie hat ihren Mann verloren und krempelt ihr Leben völlig um, indem sie ein kleines Bed & Breakfast eröffnet, und auch ihre beiden Gäste haben mit Schicksalsschlägen in der Vergangenheit zu kämpfen, die sie immer noch belasten. Mir hat gefallen, dass der Fokus ungefähr gleich stark auf allen drei Personen lag, aber das Rose Harbor Inn der Dreh- und Angelpunkt der Handlung war und dass es ein zentrales Thema gab. Dabei waren mir sowohl Jo Marie als auch Abby und Josh sympathisch.

Das Buch wird eher ruhig erzählt und die Autorin baut eine gewisse Wohlfühlatmosphäre auf; obwohl es Konflikte für die Figuren und auch emotionale Szenen (gerade am Anfang) gibt, ist "Winterglück" doch leichte, entspannende Lektüre, die man an einem entspannten Nachmittag locker herunterlesen kann. Die drei Geschichten haben mir ganz gut gefallen und ich fand auch, dass alle drei zufriedenstellend erzählt wurden - es war schön zu sehen, dass es den Charakteren am Ende besser ging als am Anfang und ich bin schon gespannt darauf, wie es den nächsten Gästen ergehen wird. Es gab ein paar spirituelle Szenen, die ein bisschen befremdlich waren, aber doch irgendwie zum Buch gepasst haben. Das einzige, womit ich nicht ganz zufrieden bin, ist die Geschichte von Josh und seinem Stiefvater... wie es mit ihnen ausgegangen ist, war natürlich schön, aber ich glaube nicht, dass ich dem Stiefvater hätte verzeihen können. Mag sein, dass Josh sich auch nicht immer richtig verhalten hat, aber er war nicht der Erwachsene in der Situation.
Davon abgesehen hat mir das Buch aber gefallen und es gibt von mir :4 Sterne.

Veröffentlicht am 15.10.2016

Märchenhaft

Die silberne Königin
0

Ich war schon sehr auf „Die silberne Königin“ gespannt; auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das wunderschöne Cover und die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht. Deshalb habe ich mich ...

Ich war schon sehr auf „Die silberne Königin“ gespannt; auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das wunderschöne Cover und die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht. Deshalb habe ich mich sehr über die Gelegenheit gefreut, das Buch vorab zu lesen - und es hat mir sehr gefallen.

Von Anfang an ist die Geschichte sehr fesselnd. Zwar ist es ein eher ruhiges Buch, aber die Autorin schafft es mühelos, den Leser in die Welt voll Eis und Schnee hineinzuziehen. Die Beschreibungen sind sehr gut und die ganze Atmosphäre ist beinahe greifbar. Dazu kommt noch, dass die Geschichte etwas Märchenhaftes an sich hat, das mir gut gefallen hat; gerade die Szenen, in denen tatsächlich Märchen erzählt werden, habe ich gemocht, da man sich leicht vorstellen konnte, vor einem Feuer zu sitzen und die Geschichte vorgelesen zu bekommen. Außerdem habe ich mich natürlich gefragt, wie das Märchen von der silbernen Königin mit Emmas Leben zusammenhängt und es hat Spaß gemacht, Theorien aufzustellen, auch wenn ich letztendlich danebenlag. Aber auch die eigentliche Handlung ist geheimnisvoll und märchenhaft, was das Buch zu einem schönen Leseerlebnis macht. Es gibt ein paar Parallelen zu bekannten Märchen und auch ein paar typische Motive, aber davon abgesehen war die Geschichte für mich neu und interessant. Ich konnte wirklich in die Welt eintauchen und mit den Figuren mitleben.
Es gab ein paar Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die Handlung hat sich auch in eine Richtung entwickelt, die mich überrascht hat. Es gab ein paar Enthüllungen und Ereignisse, die mir auf den ersten Blick nicht zugesagt haben und vom letzten Drittel war ich nicht mehr so sehr begeistert wie vom Anfang, aber am Ende ist alles schön zusammengelaufen und der Ausgang hat mir gefallen.

Die Charaktere selbst sind recht gut ausgearbeitet, vor allem Emma. Sie ist eine tolle Protagonistin - selbstlos, mutig, klug und mit einem großen Herzen, aber nicht auf den Mund gefallen und nicht so leicht klein zu kriegen. Es war interessant zu sehen, wie sie sich langsam verändert hat und wie sie an den Aufgaben reifte, die das Leben ihr gestellt hat. Die Nebenfiguren sind stellenweise ein wenig zu kurz gekommen, gerade später, als eine neue Person viel Raum in Emmas Leben einnimmt, aber sie waren liebenswert und sympathisch. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren.

FAZIT
„Die silberne Königin“ ist eine gute, wunderbar geschriebene Geschichte. Auch wenn es ein paar Entwicklungen gab, die mir nicht gefallen haben, und die Handlung letztlich anders war, als ich erwartet hatte, kann ich das Buch insgesamt doch empfehlen. Es hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 10.10.2016

Kann man immer wieder lesen

Drachenreiter 1
0

Da die Inhaltsangabe vom Buchrücken nichts über den Inhalt verrät, hatte ich keinerlei Vorstellungen darüber, um was es in dem Buch gehen sollte. Ich dachte, es würde um irgendeinen Kerl gehen, der einen ...

Da die Inhaltsangabe vom Buchrücken nichts über den Inhalt verrät, hatte ich keinerlei Vorstellungen darüber, um was es in dem Buch gehen sollte. Ich dachte, es würde um irgendeinen Kerl gehen, der einen Drachen gezähmt hat, der nun auf ihm reitet und dabei Abenteuer besteht. Nun, grob gesagt geht es in Der Drachenreiter auch darum - aber nicht nur.

Zunächst sind da einmal die ungewöhnlichen Charaktere: neben dem Drachen Lung und seinem Reiter, dem kleinen Jungen Ben, gibt es noch den Kobold Schwefelfell, den Homunkulus Fliegenbein und den geheimnisvollen Goldenen, daneben noch Steinzwerge und viele andere Fabelwesen, allerdings auch Menschen wie den freundlichen Forscher Wiesenfeld und seine Familie. Die Charaktere sind zwar ein wenig stereotyp, da es sich aber um ein Kinderbuch handelt, kann ich darüber hinwegsehen. Wichtiger fand ich, dass jede Figur ihrem Charakter absolut treu bleibt oder zumindest eine nachvollziehbare Wandlung durchläuft. Da der Gegenspieler zudem das ganze Buch über konstant eine ernsthafte Bedrohung darstellt und es kein Klacks ist, ihn zu besiegen, wirkte die Dynamik echt und glaubhaft - man konnte verstehen, wieso alle den Goldenen fürchten.
Insgesamt ist aber natürlich auch die ganze Geschichte schön aufgebaut: die verschiedenen Fantasie-Kreaturen sind liebevoll gezeichnet, ihr Lebensraum interessant und wie sie miteinander interagieren ist ebenfalls faszinierend. Dass ein Jucken auf der Haut anzeigt, wenn ein anderes Fabelwesen auftaucht, ist eine schöne Idee, aber auch die "gemeinsame Sprache".
Ein wenig schade fand ich nur, wie selbstverständlich Ben auf den Drachen reagiert hat. Ich weiß natürlich nicht, ob er irgendwie schon größeren Kontakt zu Fabelwesen hatte, aber ich würde nicht gelassen bleiben, würde plötzlich ein großer Drache vor mir stehen.

Gut sind auch die verschiedenen Sichtweisen: Wir erfahren nicht nur, was unser "Heldengespann" jetzt gerade unternimmt, sondern an passenden Stellen gibt es auch Kapitel über die Aktivitäten des Goldenen oder der Unterstützer der Protagonisten. Dadurch wird Spannung erzeugt und man kann mit den Protagonisten mitfiebern - man hofft, dass sie ihren Gegenspieler doch austricksen können und ihr Ziel erreichen.

Schön fand ich auch das Ende, die große Auflösung. Alle Fäden liefen zusammen und viel, das vorher nur beiläufig erwähnt wurde, bekam plötzlich eine gewisse Wichtigkeit. Gut gefallen hat mir vor allem, dass die Freunde zusammen arbeiten mussten, um Nesselbrand zu besiegen - hätte man einen von ihnen weggenommen, hätte ihr Plan nicht funktioniert und Nesselbrand wäre tatsächlich unbesiegbar gewesen. Insgesamt hat mir das Buch also gut gefallen, was bei einem Funke für mich keineswegs selbstverständlich ist (die Tinten-Trilogie wartet immer noch auf eine zweite Chance, während ich "Reckless" sehr gut fand). Ich hätte noch ewig von den Abenteuern von Lung, Ben und Schwefelfell lesen können, weil alles so gut beschrieben und dargestellt war, dass man das Gefühl hatte, mit den Protagonisten die Welt zu umfliegen und Abenteuer zu erleben. Die Fantasie-Welt, die Funke hier aufbaut, harmoniert so gut mit unserer realen Welt, dass alles sehr glaubwürdig und echt erscheint. Fast schon würde ich Drachenreiter als modernes Märchen bezeichnen, das bestimmt vor allem für Kinder ein schönes Lese-Erlebnis ist.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Guter zweiter Band

Drachenreiter 2. Die Feder eines Greifs
0

Als ich gehört habe, dass es zu "Drachenreiter" eine Fortsetzung geben soll, war ich erst skeptisch - für mich war die Geschichte abgeschlossen und ich konnte mir nicht vorstellen, was noch zu erzählen ...

Als ich gehört habe, dass es zu "Drachenreiter" eine Fortsetzung geben soll, war ich erst skeptisch - für mich war die Geschichte abgeschlossen und ich konnte mir nicht vorstellen, was noch zu erzählen sein sollte. Die Inhaltsangabe versprach aber ein ganz neues Abenteuer für die bekannten Figuren und hat mich sehr neugierig gemacht - und das Buch hat mir auch gut gefallen.

Die Wiesengrunds haben in Norwegen eine Art Reservat für Fabelwesen aufgemacht, in dem die bedrohten Tiere umsorgt und gepflegt werden; schon das Setting bietet also viel Potential für neue Geschichten, da die Familie immer auf der Suche nach neuen Tieren, die gerettet werden müssen, ist und sie hierbei bestimmt einige Abenteuer erleben. So handelt auch die Geschichte von "Die Feder eines Greifs" davon, dass sie sich auf eine gefährliche Reise begeben müssen, um die letzten Pegasus-Fohlen vor dem sicheren Tod zu retten. Dabei stoßen sie natürlich auf verschiedene Hindernisse und wie schon im ersten Band müssen alle zusammenarbeiten, um ans Ziel zu gelangen, was mir sehr gut gefallen hat. Die Autorin hat hier wirklich gezeigt, dass jeder, egal, welche Kapazitäten, Stärken und Schwächen er hat, nützlich ist und man auf niemanden verzichten kann.
Die Handlung selbst war interessant und durchaus spannend. Am Ausgang habe ich nie gezweifelt und auch einige der Entwicklungen waren für mich vorhersehbar, aber andere Wendungen haben mich überrascht. Ein paar Szenen waren auch sehr emotional und vor allem das Ende hat mir die Tränen in die Augen getrieben, aber auch Humor kam nicht zu kurz. Besonders mochte ich aber die ganzen Informationen über verschiedene Fabelwesen und ihre Lebensumstände, aber auch die Einbindung moderner Technologie fand ich interessant, da die Geschichte so irgendwie realistischer wurde.

Natürlich war auch das Wiedersehen mit den ganzen bekannten Figuren schön und es war interessant zu sehen, wie sie sich weiter entwickelt haben und welche Probleme, Gedanken und Sehnsüchte sie haben. Gerade die Gefühle von Lung und Ben aufgrund ihrer ständigen Trennung waren gut herausgearbeitet, aber auch die anderen Charaktere haben sich gut entwickelt und die neu eingeführten Figuren haben mir ebenfalls gefallen. Die Drachen kamen in der ersten Hälfte weniger vor, was mich ein bisschen enttäuscht hat, aber sie sind später auf jeden Fall wichtig und da die Pegasi im Mittelpunkt der Geschichte stehen, konnte ich es verschmerzen.

FAZIT
"Die Feder eines Greifs" hat mir sehr gut gefallen, sogar etwas besser als der erste Band. Dies liegt hauptsächlich daran, wie sehr die Geschichte mich am Ende bewegen konnte, aber auch die tollen Illustrationen haben dazu beigetragen. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.
4,5/5 Sternen