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Veröffentlicht am 02.05.2017

Deutsche Geschichte hautnah erlebt

Die fremde Königin
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Mit dem Roman "Die fremde Königin" legt Frau Gablé den zweiten Band zur Geschichte von König Otto I. vor. Die Leser begleiten Otto auf seinem Weg zur Kaiserkrone. Meiner Meinung nach sollte man den ersten ...

Mit dem Roman "Die fremde Königin" legt Frau Gablé den zweiten Band zur Geschichte von König Otto I. vor. Die Leser begleiten Otto auf seinem Weg zur Kaiserkrone. Meiner Meinung nach sollte man den ersten Teil, "Das Haupt der Welt", unbedingt gelesen haben, sonst entgeht einem so manches und man brächte sich selbst um das volle Vergnügen.

Mitte des 10. Jahrhunderts angesiedelt, erweckt die Autorin nicht nur Geschichte zum Leben, sondern schafft auch wie in ihren früheren Werken plastische, interessante Charaktere. Dies gilt für die historisch verbürgten ebenso wie die fiktionalen Protagonisten. Im Mittelpunkt steht der junge Panzerreiter Gaidemar, mit dem Makel unehelicher Geburt behaftet. Gaidemar ist ein typischer Gablé-Held, edelmütig trotz häufiger Übervorteilung, seinen Prinzipien oft treuer als ihm guttut. Dennoch zeigt er auch ein paar recht drastische Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Rachedurst. Zwar sind diese sicherlich den Umständen der damaligen Zeit geschuldet, sie haben ihn bei mir allerdings zumindest ein paar Sympathiepunkte gekostet. Gleichzeitig hat er aber so auch Ecken und Kanten und mehr Tiefe gewonnen.

Insgesamt nimmt Gaidemar in dem Roman einen nicht ganz so großen Platz ein wie Tugomir im ersten Band.Fürst Tugomir hat im Übrigen hier eine Nebenrolle erhalten, ebenso wie seine Tochter Jasna.

Neben Tugomir trifft man König Otto I. und seine Geschwister wieder, außerdem Ottos Kinder, inzwischen erwachsen geworden.

Zum Auftakt befreit Gaidemar die verwitwete Adelheid von Burgund, Königin von Italien, aus dem Kerker des machthungrigen Berengar. Dieser will Adelheid gegen ihren Willen mit seinem Sohn verheiraten. Gaidemar verrät ihr, wie sie sich aus ihrem Verlies herausgraben kann. Ausgerechnet dieses unwahrscheinlich erscheinende Detail, die Flucht durch Graben, ist historisch verbürgt, wie die Autorin im Nachwort berichtet. Überhaupt spürt man auf beinahe jeder Seite, wieviel Recherche den Roman so authentisch wirken lässt.

Gaidemar verliebt sich in Adelheid, doch diese wird Ottos zweite Frau. Wo Gaidemar stattdessen sein Glück finden wird, hat mich zu mancherlei Spekulation veranlasst. Hier wurde ich schließlich überrascht.

Berengar bleibt nicht der einzige Gegenspieler Ottos. Auch Ottos intriganter Bruder Henning ist wieder mit von der Partie. Schließlich ist da noch Gaidemars neidischer Ziehbruder Immed, der für manches Fiasko sorgt.

Insgesamt ist dieser Roman schlachtenlastiger als der Vorgänger-Band, was nun einmal dem historischen Kontext geschuldet ist. Aber auch dies meistert Frau Gablé ohne merkliche Längen. Für mich wurde der Spannungsbogen stets gehalten. Als Wahl-Brandenburgerin haben die Brandenburger Schauplätze für mich noch einen zusätzlichen Reiz entfaltet.
Mit Adelheid, der titelgebenden "fremden Königin", hat die Autorin zudem eine starke Frauenfigur geschaffen, die den männlichen Protagonisten in nichts nachsteht.
Umso erfreulicher, dass Adelheid nicht die einzige charakterstarke Heldin bleibt.

Fazit: Hier wird Geschichte lebendig. Für mich hätten es ohne weiteres noch mehr Seiten sein können. Ein Buch der Autorin über Ottos Nachfahren würde ich mir sehr wünschen.

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  • Gefühle
  • Recherche
  • Schreibstil
Veröffentlicht am 08.09.2023

Alles ist möglich

Ivy und die Magie des Poison Garden
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"Und sie begriff erneut, dass sie sich geirrt hatte. Manchmal waren Fantasie und Wirklichkeit dasselbe. Und es gab nichts Schöneres als das."

Es sind wirklich fantastische Abenteuer, die die 13jährige ...

"Und sie begriff erneut, dass sie sich geirrt hatte. Manchmal waren Fantasie und Wirklichkeit dasselbe. Und es gab nichts Schöneres als das."

Es sind wirklich fantastische Abenteuer, die die 13jährige Ivy unfreiwillig auf dem englischen Landsitz ihres Großvaters erlebt. Denn kaum ist sie dort angekommen und hat auf dem Gelände den Poison Garden entdeckt, den sie keinesfalls betreten soll, geschehen sehr seltsame Dinge. Als ihr Großvater entführt wird, muss sich Ivy gemeinsam mit dem Gärtnergehilfen Finn und dem Fuchs Gabriel ausgerechnet in den Giftgarten aufmachen, um den Verschwundenen zu suchen.

Im Innern des Gartens erwartet Sie eine wahre Fülle an Wesen, Herausforderungen und Pflanzenmagie. Hier wäre etwas weniger vielleicht sogar gut gewesen. Wunderbar fand ich die Einbindung der Giftpflanzen, die häufig genauso Heilpflanzen sind, in die Handlung. Denn, so der berühmte Lehrsatz der Homöpathie, der sich auch im Buch findet, bekanntlich macht die Dosis das Gift. So gibt es ganz nebenbei noch etwas zum Lernen oder Wiedererkennen. Die Pflanzen finden sich sogar als Zeichnung am Beginn jedes Kapitels, was die Erzählung wunderbar abrundet.
Sehr gelungen war der Plottwist bezüglich des Entführers. Das hatte ich einmal nicht kommen sehen. Außerdem ist hervorzuheben, das simple Schwarzweißmalerei gekonnt vermieden wurde, was ganz nebenbei auch nich Stoff für weitere Bände liefert. Darauf freue ich mich!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
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  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 07.04.2019

Doppelgänger

Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten
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Ich schwanke hier immer noch zwischen vier Sternen und der vollen Punktzahl, denn das Buch hat mir mit seinen ungewöhnlichen Ideen wirklich sehr viel Spaß gemacht. Wie frisch ein Teil der Ideen allerdings ...

Ich schwanke hier immer noch zwischen vier Sternen und der vollen Punktzahl, denn das Buch hat mir mit seinen ungewöhnlichen Ideen wirklich sehr viel Spaß gemacht. Wie frisch ein Teil der Ideen allerdings wirklich ist, kann ich gar nicht beurteilen. Denn die Autorin hat das Setting von Dickens "Eine Geschichte von zwei Städten" in eine Welt der Zukunft versetzt. Dies ist mal ein Klassiker, den ich nicht kenne.

In dieser zukünftigen Welt ist New York geteilt in einen Teil voller reicher Lichtmagier und den dunklen Stadtteil, in dem auch die verachteten Doppelgänger ihr Dasein fristen. Sie zu erschaffen ist verboten, doch es geschieht immer wieder, wenn eigentlich totgeweihte Menschen der Lichtstadt illegal durch Magie vor dem Tode bewahrt werden.

Wir werden mitten hinein geworfen in diese komplexe Welt, und es dauert über 50 Seiten, bis die Protagonistin Lucie mit einigen Erklärungen aufwartet, die dem verwirrten Leser das Dunkel erhellen. Lucies Vater ist zwar ein Lichtmagier, doch sie stammt aus dem dunklen Teil von New York. Liiert ist sie nun mit dem reichen Ethan aus der äußerst mächtigen Sippe der Strykers. Dass ausgerechnet Ethan einen Doppelgänger namens Carwyn hat, ist für Lucie eine unangenehme Überraschung.

Carwyn war für mich das Highlight des Romans. Ich habe mit ihm mitgelitten, doch sein selbstironischer Humor hat mich auch immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Die Handlung schreitet schnell, fast zu schnell voran und wird von Lucie beinahe atemlos erzählt. Auf schmerzhafte Weise muss sie erfahren, dass weder in der Dunkelstadt noch in der Lichtstadt die Dinge so sind, wie sie scheinen und Carwyns und ihre Vergangenheit auf mysteriöse Weise verknüft sind.

Es zeichnet den Roman aus, dass er kein profanes Happy-End bietet. Dennoch hätte ich mir so manches Mal noch etwas mehr Tiefgang erhofft und meine, am Ende einen Logikfehler ausgemacht zu haben.

Trotzdem hält hier der Roman einmal, was der wunderschöne, fast lichtdurchflutete Buchumschlag verspricht. Gerne möchte ich mehr von Sarah Rees Brennan lesen!

Veröffentlicht am 23.06.2026

Zeit aus den Fugen

Die Mitternachtsreise
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"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt ...

"Und dann gibt es Tage, die einem so ans Herz gewachsen oder so wichtig sind, daas sie schon alles in sich tragen, was danach kommt. Tage wie Matroschka-Puppen, von der sich ausdehnenden Zukunft umschlossen."

Mt der Miiterachtsreise kehrt Matt Haig zu seinen Refelektionen über Leben und Tod und Lebensentscheidungen zurück, mit einer neuen Geschichte und neuen Protagonisten. Als Wilbur am Ende eines langen Leben stirbt, holt ihn der Mitternachtszug ab und nimmt ihn mit auf eine Reise durch die wichtigsten Stationen seines Lebens. Und das sind durchaus nicht immer die, denen Wilbur die meiste Bedeutung beigemessen hätte. Glück und Tragik entfalten sich an den Wendepunkten. Wird Wilbur noch einmal eine Chance bekommen, alles ganz anders zu machen?

Matt Haig schafft das Kunststück, die Mitternachtsreise ebenso tiefgründig wie kurzweilig zu gestalten. Die Story fesselt und regt noch lange zum Nachdenken an. Wo die Mitternachtsbibliothek Bücher für die Reise zwischen Leben und Tod nutzte, dient hier der Mitternachtszug als Vehikel für die Fahrt in das Leben nach dem Tod. Für mich hat die Mitternachtsbibliothek sogar noch mehr Charme und Originalität entfaltet. Aber natürlich war auch der Mitternachtszug auf jeder Seite die Reise wert.

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Die Liebe ist eine Rolltreppe

Kein Sommer ohne August
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Charlie Henderson hat von ihrer Mutter das Versprechen abgenommen bekommen, sich niemals zu verlieben, da die Liebe wie eine Rolltreppe sei - einmal betreten, gibt es kein Zurück mehr.

Charlotte, genannt ...

Charlie Henderson hat von ihrer Mutter das Versprechen abgenommen bekommen, sich niemals zu verlieben, da die Liebe wie eine Rolltreppe sei - einmal betreten, gibt es kein Zurück mehr.

Charlotte, genannt Charlie, erlebt eine schwierige Kindheit in Liberty Beach. Absolutes Highlight sind aber Molly und ihre Buchhandlung One Last Chapter. Und Mollys Enkel August, der jeden Sommer zu Besuch kommt. So erlebt Charlie gemeinsam mit August zwölf innige Sommer. Doch irgend etwas ist geschehen, dass zum Kontaktabbruch und Charlies Umzug nach London geführt hat. Doch dann kommt Post aus Liberty Beach umd plötzlich kehrt alles, was vergangen schien, zurück...

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt, was hier wirklich gut funktioniert, zumal es sich ja um die gleichen Protagonisten handelt und nicht wie in anderen Büchern um zwei verschiedene Geschichten in einem Buch. Die Kombination aus Liebesgeschichte und Bücherliebe hat mir gut gefallen. Was zum ursprünglichen Zerwürfnis geführt hat, habe ich lange nicht ahnen können. Charlie und August gehen zu Herzen. Allerdings ist August in seiner unwandelbaren Disney-Liebe zu Charlie tatsächlich eher ein Märchenprinz als eine realistische Figur und der Auslöser für Charlies Sinneswandel konnte mich nicht vollends überzeugen. Alles in allem ein überzeugender Sommerroman.

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