Profilbild von Nele33

Nele33

Lesejury Star
offline

Nele33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Nele33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2019

Spannende Ermittlungen

Nur wer die Hölle kennt
0

Der Krimi "Nur wer die Hölle kennt" von Barabara Wendelken spielt in Martinsfehn einem kleinen fiktiven Ort in Ostfriesland und ist der 4 Band einer Reihe.

Schon das Cover passt hervorragend zum Thema ...

Der Krimi "Nur wer die Hölle kennt" von Barabara Wendelken spielt in Martinsfehn einem kleinen fiktiven Ort in Ostfriesland und ist der 4 Band einer Reihe.

Schon das Cover passt hervorragend zum Thema des Buches.
Der Schreibstil ist kompakt, mit einem großen Spannungsbogen versehen und ohne unnötige Schnörkel. Die Kapitel sind kurz und inhaltsvoll.

Vor 20 Jahren mit gerade mal 15 Jahren hat Melody alles verloren. Der Reiterhof ihrer Mutter fiel einem verherrendem Brand zum Opfer bei dem auch ihr kleiner Bruder ums Leben kam.

Nun nach 20 Jahren kehrt Melody mit ihrem eigenen Sohn zurück, kauft ein Haus und möchte mit ihrer Vergangenheit abschließen.
Für viele im Dorf war Melody die Täterin obwohl sie von der Polizei entlastet wurde.

Als sich der Jahrestag der Brandstiftung jährt läd eine alte Klassenkameradin, genau wie vor 20 Jahren zum Geburtstag.
Dort lässt sie verlauten ein Buch schreiben zu wollen und den Täter von damals zu enttarnen. Am nächsten Tag ist sie tot.
Wen hat sie aufgeschreckt, war vielleicht doch Melody die Täterin?

Nola von Heerden und Renke Nordmann nehmen die Ermittlungen auf und merken schnell, dass der Mord nicht zu lösen, ohne den alten Fall wieder aufzurollen.
Nola und Renke sind sich näher gekommen, was sehr schwierig scheint, da Renke noch zu sehr mit seinen Verlusten der Vergangenheit beschäftigt ist.

Es gibt sehr viele Verdächtige, sehr viele Spuren auf die die Autorin den Leser schickt , dies macht den Krimi super spannend.

Der Krimi spielt auf zwei Zeitebenen, 1997 und in der Gegenwart.
Die einzelnen Handlungsstränge sind in sich schlüssig und fügen sich am Ende zu einem fulminaten Ende zusammen.

Für mich war es der erste Krimi der Reihe, nun stehen die ersten auf meiner Wunschliste und ich freue mich schon auf den 5 Band.

Der Krimi bekommt von mir verdient 5***** und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Atmospärisch Dicht

Der Menschenleser
0

Der Roman "Der Menschenleser" von Patricia Holland Moritz beschäftigt sich mit den Knabenmorden in Eberswalde und NRW in den 60-iger und 70-iger Jahren.

Das Cover ist grau und trist und spiegelt die Atmosphäre ...

Der Roman "Der Menschenleser" von Patricia Holland Moritz beschäftigt sich mit den Knabenmorden in Eberswalde und NRW in den 60-iger und 70-iger Jahren.

Das Cover ist grau und trist und spiegelt die Atmosphäre dieser Jahre und die Thematik des Buches wieder.
Der Schreibtil ist klar und knapp und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Die Autorin hat äußerst umfangreich recherchiert um dem Leser die Ermittlungsarbeit im Sozialismus näher zu bringen.
Alles, auch der Mord an Kindern wird dem System untergeordnet.

In Eberswalde verschwinden zwei Jungen und werden später ermordet aufgefunden. Schnell wird in den üblichen Kreisen(Trinker, psychisch Kranke und Pädophilen) nach dem Täter gesucht. Schnell geraten auch die Sowjet-Soldaten ins Visier der Ermittlungsarbeiten.
Die Ermittler Krauskopf und Schimmelpfennig werden sehr reglementiert in ihrer Arbeit.

Semper der ehemalige Professor von Krauskopf und fast schon ein Freund, ist Forensiker an der Charitie und arbeitet schon lange an der Erstellung von Täterprofilen. Als nach Monaten der Ermittlungen kein Vorankommen ist, wird der Ermittlungsstab massiv verkleinert, da die Leute an anderen Stellen im Land gebraucht werden( Jubiläum etc.)
Durch einen Trick erreichen Semper und Krauskopf eine Zusammenarbeit. Semper ist mit seinem Täterprofil auf der richtigen Spur, da geschieht der nächste Mord.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da die Gedanken des wohl ersten Profilers Deutschlands sehr detailliert und ausführlich beschrieben werden. Ebenso dicht wird das Verhältnis von Krauskopf und Semper durchleuchtet, mit allen Spannungen die es auch zwischen den Beiden gibt.

Interessant waren in diesem Zusammenhang auch noch die orginal Interviews mit Jürgen Bartsch, der kurz vorher in NRW für die Jungen Morde verantwortlich war.

Ich vergebe für dieses authentische Buch gerne die volle Sternenanzahl.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Be-und Verzaubernd

Sommerfabel
0

Lenny Löwenstein hat mit Sommerfabel und der Protagonistin Josephine eine Figur geschaffen, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Der Leser begleitet Josephine, eine Hutmacherin an einem heißen ...

Lenny Löwenstein hat mit Sommerfabel und der Protagonistin Josephine eine Figur geschaffen, die nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Der Leser begleitet Josephine, eine Hutmacherin an einem heißen Sommertag auf ihrem ureigenen Weg durch die Welt. Sie scheint nicht von dieser Welt zu sein. Sie redet mit den Tieren und Pflanzen und ist mit sich anscheinend völlig im Reinen.
Was ein Mensch alles an einem Tag denken und erleben kann brachte mich häufig zum schmunzeln.

Lenny Löwenstein hat einen sehr poesiereichen Schreibstil gewählt um Josephine zum Leben zu erwecken. Besonders schön waren für mich die fast vergessenen Worte die immer wieder in den Text eingestreut wurden.

Eine Sommerfabel lässt den Leser einmal tief durchatmen und animiert dazu, die Welt nochmal mit anderen und teils kindlichen Augen zu sehen. Was uns dieses Welt alles gibt und zeigen kann ist einfach nur wunderschön beschrieben.
Ich habe mich in dem Buch völlig verlieren können und habe mich in Josephines Welt sehr wohlgefühlt.

Sommerfabel ist für mich ein richtiges Seelenbuch und ich würde mich sehr freuen noch mehr von Lenny Löwenstein zu lesen.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Für starke Nerven

Nemesis
0

C.J Townsend ist zurück!
Mit Nemesis hat Jilliane Hoffmann den vierten Band um die Staatsanwältin veröffentlicht und vollendet damit die unheilvolle und grausame Geschichte.

Schon die ersten Seiten zeigen ...

C.J Townsend ist zurück!
Mit Nemesis hat Jilliane Hoffmann den vierten Band um die Staatsanwältin veröffentlicht und vollendet damit die unheilvolle und grausame Geschichte.

Schon die ersten Seiten zeigen wieder den gewohnt spannenden und detaillierten Schreibstil von Jilliane Hoffmann. Von Anfang an war ich gefesselt und für mich war das Buch ein echter Pageturner.Sie hält die Spannung konstant hoch und kann sie zum Ende hin sogar nich steigern.

Nach Jahren kommt C.J. Townsend nach Miami zurück und zeitgleich wird ein Torso auf einer Müllkippe gefunden. Der Torso ist wie bei den alten Fällen gebrandmarkt. C.J. weiß das der Club dahinter steckt, der Club dessen Mitglieder ihr Bantling genannt hat. Bantling ihr eigener Vergewaltiger, den sie ermordet hat als er aus dem Gefängnis flüchtete.
Sie weiß, dass sie auf legalem Weg keine Chance hat diese geachteten Männer der Gesellschaft für ihr Tun zur Rechenschaft zu ziehen und wird zu Nemesis, der Rachegöttin. Zuerst hat mich dies ein wenig irritiert, ist jedoch schlüssig für mich.


Das Privatleben von Dom und C.J. spielt auch eine große Rolle, sollen sie doch die Möglichkeit bekommen endlich Eltern zu werden. Es ist schön mitzubekommen wie sehr Dom seine C.J. nach all den Jahren und der gemeinsamen Geschichte liebt.

Auch wenn es immer wieder zu Rückblenden und Gespräche zu den ersten Bänden kommt, erachte ich es für notwendig die anderen Bände zu kennen um die gesamte Entwicklung der Beteiligten zu verstehen.

Dieses Buch ist durch seine heftigen Schilderungen schon an der Grenze des Erträglichem, zumal dem Leser klar ist, dass es solche Snuff-Filme wirklich gibt.
Von mir bekommt Nemesis die volle Sternen-Zahl.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Bedingungslose Liebe

Fünf Tage im Mai
0

Fünf Tage im Mai von Elisabetz R. Hager erzählt auf anrührende Weise von der Beziehung eines Urgroßvaters zu seiner Enkelin Illy.

Der Schreibstil der Autorin ist dem Thema angepasst driftet jedoch nie ...

Fünf Tage im Mai von Elisabetz R. Hager erzählt auf anrührende Weise von der Beziehung eines Urgroßvaters zu seiner Enkelin Illy.

Der Schreibstil der Autorin ist dem Thema angepasst driftet jedoch nie ins Kitschige oder Überladene ab. Gefreut hat mich auch die Benutzung von "alten", fast vergessenen Wörtern im Buch.

Das Besondere für mich an dem Buch ist, dass die Leben von Illy und Tat´ka an fünf Tagen im Mai über eine Zeitraum von 18 Jahren erzählt wird und ich zu keinem Moment das Gefühl etwas verpasst zu haben.

Von Anfang an hat mich die Geschichte von Illy und ihrem Tat`ka in ihren Bann gezogen. Sie starte mit Illys Kommunion im Jahre 1986 und endet 18 Jahre später 2004.
Der Leser nimmt an den schönen, aber auch an den traurigen Schicksalsschlägen ganz nah teil. Dies geschieht in einer unaufdringlichen und doch sehr berührenden Weise, die mich in ihren Bann gezogen hat.
Nachdem Illy durch einen Verlust den Boden unter ihren Füßen verliert, ist Tat`ka an ihrer Seite ohne sie einzuengen oder gar zu belehren und nimmt sie in all ihren Facetten an.

Dieses Buch schaffte es mich mit seinen nur 220 Seiten absolut zu überzeugen und jedem einen eigenen Tat`ka zu wünschen.
Die Geschichte zeugt von bedingungsloser Liebe die nicht nur gesprochen sondern wirklich fabriziert wird.
Eine absolute Leseempfehlung fürs Herz von mir.