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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2019

Leckeres zur Brotzeit

Dick aufgetragen: Neue Ideen für belegte Brote
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Die meisten Deutschen lieben eine leckere Brotschnitte, duftend und frisch vom Bäcker. Damit nicht immer wieder dasselbe aufs Brot kommt, finden sich in diesem Buch viele unterschiedliche Rezept für abwechslungsreiche ...

Die meisten Deutschen lieben eine leckere Brotschnitte, duftend und frisch vom Bäcker. Damit nicht immer wieder dasselbe aufs Brot kommt, finden sich in diesem Buch viele unterschiedliche Rezept für abwechslungsreiche Beläge.

Auf einige Zusammenstellungen wäre der Leser vielleicht nie gekommen, so gibt es zum Beispiel einige Rezepte mit Kartoffeln auf dem Brot. Andere Vorschläge sind vermutlich bekannt, so wie Eiersalat oder Salami, jedoch mit einem gewissen Extra.

Auf den letzten Seiten des Buchs finden sich mehrere Grundrezepte, zum Beispiel für Mayonnaise oder Pesto.

Manchmal enthält das Rezept vor allem die Zutaten, und die Reihenfolge, in denen das Brot belegt wird. Andere Rezepte erklären wie ein Aufstrich gemacht oder ein Belag gekocht oder gebacken wird. Dadurch ist die Auswahl der Rezepte sehr vielfältig. Schade ist nur, dass es nicht mehr Rezepte für Aufstriche gibt. Vor allem Klassiker fehlen, wie Obazda oder beliebte Aufstriche mit Frischkäse.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Buch mit vielen Variationen für belegte Brote. Klein und handlich, aber doch sehr schön gestaltet mit vielen Bildern.

Veröffentlicht am 06.04.2019

Frauen – Die Wiege der Menschheit

Die Geschichte der schweigenden Frauen
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Diese Dystopie spielt in Green Land, der Hauptstadt Südwest-Asiens. Nach einem verheerenden letzten Krieg und schrecklichen Seuchen droht die Menschheit auszusterben. Dazu kommt ein tödlicher Virus, der ...

Diese Dystopie spielt in Green Land, der Hauptstadt Südwest-Asiens. Nach einem verheerenden letzten Krieg und schrecklichen Seuchen droht die Menschheit auszusterben. Dazu kommt ein tödlicher Virus, der nur Frauen befällt. In dieser zukünftigen Welt sind Frauen ein kostbares Gut, denn nur sie können den dringend benötigten Nachwuchs austragen.

Um möglichst viele Nachkommen zu produzieren, bekommen Frauen mehrere Männer. Sie werden dabei wie eine Ware an berechtigte Männer verteilt. Schon in der Jugend werden sie auf ihre Rolle als Mütter vorbereitet. Verheiratete Frauen werden dann ständig untersucht und kontrolliert, und sie bekommen Medikamente um ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen. Ihren Wert erhalten sie allein durch ihre Fähigkeit Kinder zu bekommen.

Vertrautheit in der Ehe in dieser Welt der Polyandrie zu einem Fremdwort geworden. Darunter leiden die Männer, die ohne diese Intimität hart und bitter werden. Eine Geheimorganisation lebt von dieser Not. Frauen werden für eine Nacht verkauft, nicht als Prostituierte, sondern als Gefährtinnen, die zuhören und Gesellschaft leisten.

Sabine gehört zu dieser verbotenen Organisation, denn für sie war die Vorstellung gleich mehrmals verheiratet zu werden eine Qual. Als sie in Lebensgefahr gerät, droht die Untergrundorganisation aufzufliegen. Dabei stellt sich die Leiterin einige wichtige Fragen. Dient das, was als eine Revolte begann, wirklich den Frauen? Oder ist diese scheinbare Freiheit nur eine andere Form der Knechtschaft?

Als Dystopie hat dieses Buch einige Mängel. Obwohl der Leser interessante Einzelheiten über diese Welt der Zukunft erfährt, bleibt dieses Konstrukt eher schemenhaft. Das ist aber auch nicht die Intention der Erzählerin. Die pakistanische Autorin übt mit dieser weisen Geschichte Gesellschaftskritik.

Nicht erst in einer zukünftigen Welt, sondern schon heute gibt es viele Ländern, in denen Frauen ihren Wert durch das Produzieren von Nachkommen erhalten. Wie in diesem Buch, haben sie nicht die Freiheit selbst zu entscheiden, ob und wen sie heiraten werden. In der Ehe werden sie nicht als Partner und Vertraute gesehen.

Einmal angefangen, fällt es schwer dieses spannende Buch aus der Hand zu legen. Auch wenn manche Handlungsstränge nicht so gut durchdacht sind, regt dieses Buch zum Nachdenken an.

Fazit: Eine interessante Erzählung über eine zukünftige Gesellschaft, die Fragen über die Rolle der Frau aufwirft. Zu empfehlen für alle, die sich für Frauenthemen und fremde Kulturen interessieren.

Veröffentlicht am 03.04.2019

Eine Familie wächst heran

Worauf wir hoffen
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Rafik und Laila stammen aus Indien. Sie haben in Kalifornien ein neues Zuhause gefunden, und hier wachsen ihre drei Kinder heran. Obwohl sie in einem neuen Land leben, sind ihre althergebrachten Traditionen ...

Rafik und Laila stammen aus Indien. Sie haben in Kalifornien ein neues Zuhause gefunden, und hier wachsen ihre drei Kinder heran. Obwohl sie in einem neuen Land leben, sind ihre althergebrachten Traditionen ein fester Bestandteil ihres Lebens. Als Schiiten treffen sie sich oft mit anderen Gläubigen, und ihre Kinder sind von Anfang an eingebettet im Glauben ihrer Eltern.

Die Kinder haben keinen Bezug zur Heimat ihrer Eltern. Sie sehen sich als Amerikaner. Die Eltern verbieten ihnen vieles; zu groß ist ihre Angst vor fremden Einflüssen. Jedes der drei Kinder geht damit anders um. Am schwersten trifft es den sensiblen Jüngsten. Als Jugendlicher verlässt er sein Elternhaus, weil sein Lebensstil und die strengen Vorstellungen seines Vaters zu einem Bruch führen.

Drei Jahre später heiratet seine älteste Schwester und er ist zur Hochzeit eingeladen. Alle sind bemüht die oberflächliche Harmonie nicht zu zerstören, aber im Laufe der Feier wird so manches Familiengeheimnis offenbart.

Das Buch beginnt mit der Wiederkehr des verlorenen Sohnes zur Hochzeit. Dieses Fest zieht sich als Rahmen durch das Buch. Nach und nach werden verschiedene Ereignisse aus der Vergangenheit aufgerollt. Am Anfang ist das beim Lesen verwirrend, denn ohne erkennbare Überleitung springt das Geschehen oft mehrere Jahre zurück und dann wieder vor. So ist es manchmal schwer zu wissen, wie alt die Kinder jeweils waren, und in welcher Reihenfolge die Ereignisse geschehen sind.

Bald sind aber alle fünf Familienmitglieder, mitsamt ihren nahen Freunden, dem Leser vertraut. Die Perspektive wechselt zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, sodass der Leser versteht warum der Einzelne so gehandelt hat. Wichtige Themen werden angesprochen, z.B. wie es für muslimische Familien in Amerika war nach den Anschlägen im Jahr 2001, oder wie Eltern vom Wunsch bewegt werden ihren Kindern auf eine gute Weise ihre Religion zu vermitteln.

Während es einige „coming of age“ Bücher eines Einzelnen gibt, entdeckt der Leser hier, wie eine Familie reift und heranwächst, Fehler reflektiert und bereut, und sich um Verständigung und Heilung bemüht. Zart und doch tiefsinnig geschrieben, fühlt sich das Ende des Buchs an, wie die Verabschiedung von guten Freunden.

Fazit: Ein Familienroman über die Schwierigkeit als Einwanderungsfamilie Traditionen zu bewahren und sich gleichzeitig auf eine neue Kultur einzulassen. Empfehlenswert für Liebhaber von Familiengeschichten und fremden Kulturen.

Veröffentlicht am 31.03.2019

Es ist wichtig zu unterscheiden

Okkult belastet oder psychisch krank
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Pastor Michael Großklaus bringt in diesem kurzen Handbuch sein umfangreiches psychologisches und theologisches Fachwissen ein. Auch seine praktischen Erfahrungen in der Seelsorge kommen ihm zugute. Mit ...

Pastor Michael Großklaus bringt in diesem kurzen Handbuch sein umfangreiches psychologisches und theologisches Fachwissen ein. Auch seine praktischen Erfahrungen in der Seelsorge kommen ihm zugute. Mit diesem Buch möchte er Gemeinden einen Leitfaden geben, um bei Hilfesuchenden zwischen Dämonisierung und psychischer Erkrankung zu unterscheiden.

Im ersten Teil geht es um den momentanen Kenntnisstand der Psychologie. Neben Hinweisen zur Diagnose, geht der Autor auf wissenschaftliche Ansätze ein. Die Forschung steht vor der Aufgabe übernatürliche Phänomene zu erklären, denn man kann nicht leugnen, dass es sie gibt.

Im zweiten, ausführlichsten Teil untersucht der Autor den biblischen und kirchengeschichtlichen Befund. Er nennt die Bibelstellen im Alten und Neuen Testament, die Dämonen erwähnen, und kommt zu dem Schluss, dass nach biblischem Verständnis Menschen eher dämonisiert sind, und nicht besessen. Der Unterschied ist, dass ein Mensch vielleicht einen oder mehrere Dämonen beherbergt, jedoch nicht völlig unter ihrer Kontrolle ist. Das wäre für einen Christen sowieso nicht möglich, denn in ihm wohnt der Heilige Geist. Nach der biblischen Betrachtung, untersucht er den Umgang der Kirche mit dem Dämonenglauben. Er stellt fest, dass bis heute Exorzismus in der katholischen Kirche eine Rolle spielt, in der evangelischen Kirche jedoch nicht. Daneben gibt es einige Freikirchen, vor allem pfingstlerische und charismatische, die die Austreibung von Dämonen praktizieren.

Im dritten Teil geht es um den praktischen Umgang mit Hilfesuchenden. Dem Autor ist es ein Anliegen nicht bei jeder Störung einen Dämon als Ursache zu vermuten. Auch Christen können unter psychische Erkrankungen leiden. Außerdem nimmt der Autor dem Leser die Angst vor Filmen und Gegenständen mit magischen Inhalten. Auch wenn manche Christen davor warnen, der Gartenzwerg des Nachbarn oder ein Harry Potter Film führen nicht zu einer dämonischen Belastung. Das wäre nur der Fall, wenn man an die Macht von diesem Gegenstand oder Film glauben würde.

In der Praxis klärt er mit dem Ratsuchenden zunächst ab, ob eine körperliche oder seelische Ursache vorliegt. In wenigen Fällen ist tatsächlich ein Dämon der Verursacher des Problems. Wichtig ist ihm, dass die Austreibung weder laut noch spektakulär sein muss. Weder Gott noch Dämonen sind schwerhörig, meint der Autor.

Er betont immer wieder, dass Gott den Teufel besiegt hat. Wir sollten den Fokus auf Gott richten, nicht auf den Teufel. „Mein Alltag in den unterschiedlichen Aufgaben und Diensten besteht selten im Austreiben von Dämonen. Auch mein Verkündigungsdienst betonte und betont nie den Durcheinanderbringer, sondern den Auferstandenen. Wo immer wir uns zu sehr auf die Finsternis fokussieren, wird es ungesund. Wir predigen Jesus Christus – dennoch gibt es diesen Dienst der Befreiung.“ Diese Ausgewogenheit, mit dem Fokus auf Gott, ist die große Stärke dieses Buchs.

Da das Buch relativ kurz ist, gibt es nur wenige praktische Beispiele aus dem Dienst des Autors. Auch wenn es ihm vermutlich darum geht, die Austreibung von Dämonen nicht zu etwas Spektakulärem zu erheben, wird sich der Leser vielleicht mehr Beispiele und Richtlinien zum Umgang mit dämonischer Belastung wünschen.

Positiv hervorzuheben ist der nüchterne Schreibstil dieses Buchs. Durch eine Vielzahl an Fachbegriffen, richtet es sich wohl eher an Theologen und Psychologen, als an Laien.

Fazit: Ein kurzer und hilfreicher Leitfaden zur Unterscheidung zwischen okkulter Belastung und psychischer Erkrankung, der vor allem Fachkräfte interessieren dürfte.

Veröffentlicht am 16.03.2019

Die unschuldigen Opfer blutiger Kriege

Die große Heuchelei
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Der 79jährige Autor dieses fesselnden Buches hat die Hälfte seines Berufslebens der Politik gewidmet, die andere Hälfte dem Journalismus. Dabei liegt ihm der Mittlere Osten besonders am Herzen. Er reist ...

Der 79jährige Autor dieses fesselnden Buches hat die Hälfte seines Berufslebens der Politik gewidmet, die andere Hälfte dem Journalismus. Dabei liegt ihm der Mittlere Osten besonders am Herzen. Er reist gerne in die Länder, die anderen meide, weil sie zu gefährlich sind. Er möchte selbst sehen, ob die Berichterstattung stimmt. Und er führt viele Gespräche mit den Beteiligten von allen Seiten der Konflikte.

Mit seinem Buch „Inside ISIS“ ist er bekannt geworden. In diesem umfassenderen Buch widmet er sich den bekanntesten Kriegsgebieten der Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. Dabei wirbt er stark um Verständnis für den Islam, den er als eine friedliche Religion sieht.

Für ihn steht fest, der Westen beteiligt sich an diese Konflikte nicht, um wichtige Werte und Menschenleben zu schützen, sondern um seine eigene Interessen zu sichern. Die meisten Kriege entspringen, seiner Ansicht nach, der Geld- und Machtgier der westlichen Nationen. Dabei spielen die Vereinigte Staaten die größte Rolle. Die Wahrheit über die unschuldigen Opfer wird oft verschwiegen. Auch die Medien berichten meistens nur einseitig. Jürgen Todenhöfer plädiert dafür, dass sich die westlichen Nationen nicht mehr in die Konflikte des Mittleren Ostens einmischen, und dass sie diese Kriege auch nicht mehr mit Waffenlieferungen unterstützen.

Von Anfang an ist dieses Buch spannend geschrieben, wie ein Thriller. Eindrücklich beschreibt der Autor zerstörte Städte, verstümmelte Menschen in Krankenhäusern, verzweifelte Eltern, die um ein totes Kind trauern und atemberaubende Gefahren an der Front. Der Blick in Städte und Länder, über die kaum berichtet wird, ist sehr interessant. So reist der Autor z.B. in den Norden Jemens zu den Houthis, oder er besucht ein verlassenes Dorf in Myanmar.

In der Mitte des Buchs bricht die Spannung ab. In einem viel zu langen Teil erklärt der Autor, warum wir dem Islam, seiner Meinung nach, viel zu verdanken haben. Wenn es auch nicht offen ausgesprochen wird, hat der Leser den Eindruck der Autor ist selbst zum Islam konvertiert. Das Christentum und die Bibel werden angegriffen. Dabei benutzt der Autor Argumente, die für den Islam typisch sind, aber nicht zu halten sind. Bibelverse werden aus dem Zusammenhang gerissen. Die blutigen Kreuzzüge der Vergangenheit werden z.B. der angeblich vollkommen friedlichen Ausbreitung des Islams gegenübergestellt. Es ist sehr schade, dass hier Ideologie die Fakten überdeckt, denn das raubt leider dem Rest dieses wichtigen Buches die Glaubwürdigkeit. Die Kapitel über den Islam lesen sich wie eine Propagandabroschüre.

Es ist lobenswert, dass der Autor Initiativen in Kriegsgebieten unterstützt. Beeindruckend ist auch, welche hochrangige Persönlichkeiten er kennt, und an welche wichtige Verhandlungen er maßgeblich beteiligt war. Darauf müsste aber nicht so oft hingewiesen werden.

Fazit: Trotz dieser zwei Kritikpunkte ein sehr empfehlenswertes Buch, dem ich gerne fünf Sterne gegeben hätte. Wer den Mittleren Osten kennt und schätzt, weiß wie akkurat die Beschreibungen des Autors sind. Sein Anliegen Menschenleben zu schützen ist wichtig, und ich hoffe, seine Stimme wird gehört.