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Venatrix

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Veröffentlicht am 28.04.2019

Regt zum Nachdenken an

Wütendes Wetter
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Klimaforscherin Friederike Otto versucht dem interessierten Leser, den Unterschied zwischen Wetter und Klima begreiflich zu machen. Anhand von vielen aktuellen Beispielen erklärt sie, dass der Klimawandel ...

Klimaforscherin Friederike Otto versucht dem interessierten Leser, den Unterschied zwischen Wetter und Klima begreiflich zu machen. Anhand von vielen aktuellen Beispielen erklärt sie, dass der Klimawandel tatsächlich existiert (auch, wenn das so mancher Regierungschef dies abzuleugnen pflegt).

Viele der derzeit extremen Wetterphänomene lassen sich auf den Klimawandel zurückführen, allerdings nicht alle. Am Beispiel von Hurrikan „Harvey“, den sie und ihr Team genau untersucht haben, konnte bewiesen werden, dass der Hurrikan jedenfalls entstanden wäre. Der ihn begleitende ungewöhnlich intensive Starkregen jedoch, ist ein ziemlich eindeutiges Zeichen für die Erderwärmung.

Sie legt ihre Analysen zu den Forschungsergebnissen offen. Das liest sich manchmal nicht ganz so spannend, ist aber zum Verständnis der komplexen Materie durchaus notwendig. Interessant finde ich dieses Projekt, dass Menschen Computerrechenzeit für die Simulationsberechungen zur Verfügung stellen. Ich dachte, das ist inzwischen nicht mehr nötig – falsch gedacht.

Immer wieder stellt sich die Frage, ist das aktuelle Wetterereignis noch „normal“ oder bereits eine Folge des Klimawandels? Hier kann es natürlich keine exakte Aussage geben, denn extremes Wetter hat es in der Vergangenheit auch immer wieder gegeben. Da braucht man nur die bisher bekannten meteorologischen Aufzeichnungen ansehen. Manchmal lassen sich abnormale Wetterphänomene durch Naturkatastrophen erklären, wie z.B. „das Jahr ohne Sommer von 1816“, das auf die Eruption des Vulkans Tambora 1815 zurückzuführen ist.

Gefährlicher sind meiner Meinung nach die vielen kleinen, stetigen und schleichenden Beiträge zum Klimawandel. Das Abholzen des Regenwaldes, der unkontrollierte Ausstoß von CO2 etc.. Hier muss man die Scheinheiligkeit der diversen Regierungen an den Pranger stellen: Statt die echten Verursacher (Großkonzerne, Frächter, Schwerindustrie, Agrarfabriken etc.) endlich an die Kandare zu nehmen, schikaniert man die einfachen Bürger.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, zeigt es doch die Arbeit der Klimaforscher aus deren Sicht. Durch die Offenlegung von Zahlen, Daten und Fakten lassen sich die Gefahren, die uns durch den Klimawandel drohen, besser verstehen, als die gebetsmühlenartigen Wiederholungen von nebulösen Katastrophenszenarien.

Was mich wirklich schwer nervt, sind die Gender-Sternchen, die den Text stellenweise regelrecht verstümmeln. Dafür ziehe ich einen Stern ab.

Fazit:

Ein interessantes Sachbuch, das den Zusammenhang „Wetter“ und „Klima“ recht gut erklärt. Der Genderwahn kostet den 5. Stern, daher nur 4 Sterne.

Veröffentlicht am 21.04.2019

Revolutionär - Kaiser - Verbannter

Napoleon
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2019 jährt sich die Geburt von Napoleon Bonaparte (15.08.1769-05.05.1821) zum 250. Mal. Daher ist es nicht verwunderlich, dass aus diesem Anlass mehrere Biografien über ihn erscheinen.
Doch ist es möglich, ...

2019 jährt sich die Geburt von Napoleon Bonaparte (15.08.1769-05.05.1821) zum 250. Mal. Daher ist es nicht verwunderlich, dass aus diesem Anlass mehrere Biografien über ihn erscheinen.
Doch ist es möglich, nach wie vor unbekannte Details aus seinem Leben zu erfahren oder ist nicht ohnehin alles schon erforscht?

In sechs großen Kapiteln wird der Aufstieg und Fall des Revolutionärs auf dem Kaiserthron beschrieben.

Aufschlussreich ist Teil III „Improvisationen“. Hier listet Müchler einige jener Situationen auf, die für Napoleon beinahe ins Auge gingen, weil z.B. die Aufklärung vernachlässigt wurde. 1806 in der Schlacht von Jena und Auerstädt, wird Napoleon beinahe von „friendly fire“ (also den eigenen Truppen unter Feuer genommen wurde S.294). Noch verhängnisvoller, weil er, der große Stratege sich in einer Schlacht mit Hohenlohe verzettelt und dabei übersieht, dass nur wenige Kilometer entfernt Marschall Davout gegen eine preußische Übermacht kämpft. Davout gewinnt eigentlich nur deswegen, weil die Preußen ihre zahlenmäßige Überlegenheit mit Desorganisation verspielen.

Aus den meisten dieser brenzligen Situationen kommt mit Napoleon mit Glück und seiner Improvisationskunst heraus. Viele seiner Getreuen wie Antoine Desaix (1802) und Jean Lannes (1809) fallen.

Allerdings zeigt Müchler auch die grausame Seite Napoleons, die z.B. bei seinem Ägyptenfeldzug deutlich wird, als er Kriegsgefangene und kranke Soldaten der eigenen Armee sich selbst überlässt bzw. umbringen lässt.

Der Autor bemüht sich alle Facetten der schillernden Persönlichkeit zu erfassen. Am Beginn seiner Karriere ist Napoleon ein Revolutionär, zuerst auf Korsika, dann in Frankreich. Er hat das Gespür für die Soldaten und für das Machtvakuum in der Armee. So wie er die Truppen revolutioniert, so geht er auch bei den Eroberungen vor: Zunächst nicht ursächlich als „Landgewinn“, sondern um die herrschenden Dynastien von der Landkarte zu vertreiben und die Gedanken der Republik weiter zutragen. Anfangs sieht er sich und seine Soldaten tatsächlich als Retter der unterdrückten Massen. Doch was daraus wird, ist bekannt: Nahezu 25 Jahre Krieg der ganz Europa, Russland und Nordafrika überzieht und seine Auswirkungen auch in Amerika und Indien hat.

Napoleon ist nicht nur ein Revolutionär, ein überragender General, ein guter Menschenkenner, ein Kaiser von eigenen Gnaden, ein guter Organisator und Verwalter, er ist vielmehr auch ein Getriebener seines eigenen Ehrgeizes. Es ist ihm schon bewusst, dass er niemals den alten Dynastien gleichgestellt werden wird. Da nützt ihm auch die Hochzeit mit Marie Louise, der Tochter des österr. Kaisers Franz II./I. nichts.

Napoleon entscheidet zwar die meisten Schlachten für sich (und die Revolution), den Krieg gewinnt aber die Reaktion.

Günther Müchler ist Journalist und hat daher einen anderen Schreibstil als z.B. Adam Zamoyski.

Gut gefällt mir, dass Müchler die Biografie aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet, wenn auch die meisten Quellen aus französischer Feder sind, und daher ein wenig zu Gunsten von Bonaparte aussagen. Hier stellt sich für mich die Frage, ob es zu wenig Material in den russischen oder österreichischen Archiven gibt? Oder, ob sich Napoleons Gegner einfach nicht mit seiner Person außerhalb des Strategen beschäftigen wollten? Oder sind die Quellen, wie z. B. die Memoiren eines Metternich, so gefärbt, so vom Verfasser (eben Metternich) auf die eigene Glorie getrimmt, dass sie wieder nicht aussagekräftig sind?

Fazit:

Eine detaillierte Biografie, die doch das eine oder andere Unbekannte über Napoleon zu Tage fördert. 4 Sterne

Veröffentlicht am 21.04.2019

Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit sympathischen Ermittlern

Mord an der Algarve
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Anabela Silva reist von Deutschland an die Algarve, um ihrer Mutter, die nach einem Unfall noch rekonvaleszent ist, beizustehen. Die Wochen in Portugal nutzt sie auch, um sich auf die Scheidung von ihrem ...

Anabela Silva reist von Deutschland an die Algarve, um ihrer Mutter, die nach einem Unfall noch rekonvaleszent ist, beizustehen. Die Wochen in Portugal nutzt sie auch, um sich auf die Scheidung von ihrem Mann vorzubereiten. Bei einer Beerdigung entdeckt sie, dass auffallend viele betagte Menschen mit dem Nachname Alves innerhalb der letzten Zeit verstorben sind.

Die Journalistin Anabela hat ein Gespür für seltsame Ereignisse und als sie dann auch noch auf ihre Fragen rüde Antworten bekommt, ist ihr Interesse erst recht geweckt. Cousin Luis, ein Polizist, versucht Anabela die Recherchen auszureden. Doch Anabela kann auf die Unterstützung des Bibliothekars Mario hoffen und entdeckt, dass die Familie Alves auch Teil der eigenen Geschichte ist.


Meine Meinung:

Ein interessantes Krimi-Debüt, das sich mit längst vergangen geglaubten Ereignissen aus der Geschichte Portugals beschäftigt. Der krasse Gegensatz von arm und reich, die politische Situation unter Diktator Salazar und die Macht der Großgrundbesitzer ihrer Pächter gegenüber, lassen diesen Krimi zu einem Ausflug in die Geschichte Portugals werden. Das meiste wird den Lesern unaufgeregt und unterschwellig erzählt, sodass sich niemand vor einer „Geschichtsstunde“ fürchten muss.

Der Schreibstil ist ruhig, besticht aber durch die Beschreibung von Land und Leuten. Die Kulinarik erscheint mir persönlich ein wenig überhand zu nehmen. Es wird ständig gegessen und getrunken. Da wäre ein bisschen weniger, mehr gewesen. Gekonnt sich portugiesische Begriffe bzw. Dialoge eingeflochten.

Die Idee, Anabela als Aushilfsdolmetscherin anzustellen habe ich recht ungewöhnlich gefunden. Doch dadurch tritt ein neuer, interessanter Mann in ihr Leben.

Fazit:

Der gelungene Auftakt einer neuen Krimi-Reihe, der ich gerne vier Sterne gebe.

Veröffentlicht am 17.04.2019

Ein gruseliger Reiseführer

Spuk in Bayern
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Mit diesem Buch unternehmen wir unter fachkundiger Leitung durch Gabriele Hasmann einen Streifzug durch Bayerns Schlösser sowie einen Ausflug an mystische Orte, an denen es spuken soll.

Allen voran steht ...

Mit diesem Buch unternehmen wir unter fachkundiger Leitung durch Gabriele Hasmann einen Streifzug durch Bayerns Schlösser sowie einen Ausflug an mystische Orte, an denen es spuken soll.

Allen voran steht natürlich Ludwig II., der „Kini“, um dessen Leben und Sterben sich allerlei Mythen ranken. Das Titelbild von Neuschwanstein ist bestens geeignet für diese Sammlung von Spuk-Geschichten.

Neben so prominenten Spukgestalten treffen wir auch auf alte Sagen und gruselige ehemalige Hinrichtungsstätten. Hinrichtungen – DAS Spektakel vergangener Zeiten, mit Volksfestcharakter und wenig Abschreckung.

Gabriele Hasmann wirft auch ihren Blick auf den Beruf des Henkers, der obwohl als notwendig erachtet, aus dem Sozialgefüge der Dörfer und Städte ausgeschlossen war.

Immer wieder weist die Autorin darauf hin, dass manche dieser Erscheinungen von sensiblen Menschen auch heute noch wahrgenommen werden können.

Die einzelnen Geschichten um diese Orte lassen sich leicht lesen. Fotos und eine Landkarte runden dieses Buch ab.

Fazit:

Für Fans von nicht alltäglichen Reiseführern ein nettes Mitbringsel.
Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 15.04.2019

berlin ist eine Reise wert

111 Orte in Berlin, die man gesehen haben muss
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Wieder ein Buch aus der Reihe „111 Orte, die man gesehen haben muss“ aus dem Emons-Verlag. Diesmal ist Berlin an der Reihe.

Ob Natur oder Gebäude, Erinnerung an die Nazi-Zeit oder ein Seitenblick auf ...

Wieder ein Buch aus der Reihe „111 Orte, die man gesehen haben muss“ aus dem Emons-Verlag. Diesmal ist Berlin an der Reihe.

Ob Natur oder Gebäude, Erinnerung an die Nazi-Zeit oder ein Seitenblick auf das imperiale Berlin oder das geteilte Berlin – hier ist für jeden Berlin-Besucher etwas zu entdecken. Vieles ist abseits der üblichen Touristenpfade nur mit geübten und vorinformierten Auge zu erkennen.
Auffallend ist diesmal, dass manchmal nur ein kleines Detail der beschriebenen Örtlichkeit abgebildet ist. Z.B. bei der „Greenwich-Promenade“ der Plastikschwan.

Nachdem Berlin eine Stadt mit höchst unterschiedlichen Facetten ist, reicht ein Band der 111 Orte nicht aus. Es gibt also noch einen zweiten sowie einen, der ausschließlich die NS-Zeit und einen, der die Geschichte Berlins im Allgemeinen betrachtet.

Fazit:

Für den gewöhnlichen Berlin-Besucher ist diese Art Reiseführer wohl nur als Ergänzung zu sehen. „Ersttäter“ sind vermutlich mit einem konventionellen besser bedient.