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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2016

Ich habe mich vom Hörbuch berieseln lassen, ohne wirklich konzentriert zuzuhören.

Osterfeuer
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Inhalt

Trude ist vor einigen Jahren aus Berlin nach Ostholstein gezogen und wird über Ostern von ihren besten Freundinnen Betty und Iris besucht. Als die beiden ankommen, stellt Trude fest, dass auch ...

Inhalt

Trude ist vor einigen Jahren aus Berlin nach Ostholstein gezogen und wird über Ostern von ihren besten Freundinnen Betty und Iris besucht. Als die beiden ankommen, stellt Trude fest, dass auch Margot mit an Bord ist, die Frau, mit der sie bereits vor längerer Zeit gebrochen hat.

Margot kommt an keinem Mann vorbei, das war früher schon so und daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch in der Nacht, in der traditionell das Osterfeuer entzündet wird, hat sie viele Verehrer. Als sie am nächsten Morgen ermordet aufgefunden wird, ist die Liste der Verdächtigen daher recht umfangreich und Hauptkommissar Georg Angermüller hat alle Hände voll zu tun, um den wahren Täter zu finden.

Meine Meinung zum Buch

Das erste Kapitel war sehr lang und im Grunde eher handlungsarm. Ella Danz lässt eine Figur nach der anderen in die Geschichte einfließen und beschreibt die ostholsteinische Heimat von Trude Kampmann. Ich konnte mir zwar den Mühlenhof, auf dem Trude mit ihrer Familie lebt, gut vorstellen, aber hier hat mir etwas mehr Handlung gefehlt. Zusammenfassend kommen die Freundinnen in Warnstedt an, man geht spazieren, trinkt Kaffee, erinnert sich an alte Zeiten und plant das große Hoffest. Immerhin kommt am Ende des ersten Kapitels zum großen Knall, Margot wird ermordet.

Das zweite Kapitel ist ähnlich aufgebaut. Die Autorin führt die Polizisten in die Handlung ein und beleuchtet ausführlich den familiären Hintergrund ihres Protagonisten. Da Trude Kampmann Erfolg mit dem Schreiben von Kochbüchern hat und der Hauptkommissar ein Freund guter Küche ist, sind Kochen und Essen ebenfalls ein scheinbar unerschöpfliches Thema.

Bis zu diese Zeitpunkt war die Geschichte eher unspektakulär und auch nicht spannend. Ich habe mich vom Hörbuch berieseln lassen, ohne wirklich konzentriert zuzuhören.

Der Kriminalfall selbst ist dann spannend konzipiert und auch wenn ich bereits frühzeitig den richtigen Verdacht hatte, hat mir dieser Teil dann gut gefallen, weil immer wieder neue Verdächtige aufgetaucht sind, die dann wieder entlastet wurden.

Die Stimme der Sprecherin des Hörbuches, Antje Temler, fand ich sehr gewöhnungsbedürftig. Sie konnte mich leider gar nicht überzeugen.

Insgesamt reicht es daher für 3,5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.10.2016

Ist durch die Übersetzung der Hype verloren gegangen?

Der Büro-Ninja
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Inhalt
Jens Jansen lebt ein normales Mittelklasse-Leben in Stockholm. Er hat eine Freundin, eine Zweizimmerwohnung und einen Job als Brand Manager bei einem Hersteller von Fahrradhelmen. Aber seine Motivation ...

Inhalt
Jens Jansen lebt ein normales Mittelklasse-Leben in Stockholm. Er hat eine Freundin, eine Zweizimmerwohnung und einen Job als Brand Manager bei einem Hersteller von Fahrradhelmen. Aber seine Motivation für seinen Job ist auf der Strecke geblieben und auch seine Beziehung geht ihrem Ende entgegen.

Als ihm eine Beförderung ins Haus steht, versteckt er sich scheinbar spontan in der Zwischendecke der Herrentoilette. Doch schnell wird klar, Jens Jansen hat sein Verschwinden von langer Hand geplant und hält sich nun in einer vergessenen Abstellkammer verborgen, die er nur nachts verlässt – verkleidet als Ninja, falls sich unerwartet doch jemand in dem Bürokomplex aufhalten sollte.

Eines Tages erfährt Jens Jansen, dass er nicht der einzige ist, der dem Wahnsinn des Alltags entflohen ist und dass es eine Schattenwelt gibt, die genau diesen Menschen Schutz bietet…

Protagonist
Jens Jansen kann sich seit geraumer Zeit weder für seinen Arbeit, noch für die Erhaltung seiner Beziehung motivieren. Seinen Tag verbringt er damit, Kaffee zu trinken, leere Blätter auf dem Schreibtisch hin und her zu schieben und mit dem Handy am Ohr wichtige Telefonate zu simulieren. Scheinbar sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und greift zu einem eher ungewöhnlichen Ausweg, er möchte verschwinden und nicht mehr gefunden werden.

Meine Gedanken zum Buch
Lars Berge hat eine sozialkritische Satire geschaffen und sich die moderne Geschäftswelt und ihre Konsequenzen vorgenommen. Er nimmt Klischees, wie zum Beispiel den Büroleiter, der liebend gerne andere in die Pfanne haut, auf die Schippe. Oftmals musste ich über die Szenen, die sich in diesem Bürokomplex abspielen, schmunzeln.

Das Buch hat mich in dem Moment in seinen Bann gezogen, in dem der Protagonist in der Zwischendecke abgetaucht ist. Es war spannend, zu erleben, wie intensiv er sich vorbereitet hat, um sein Verschwinden zu verschleiern. Ebenso spannend war es, zu sehen, wie Jens Jansen auf unplanmäßige Zwischenfälle reagiert, denn dass er nicht auf alles vorbereitet war, erfährt man spätestens, als es darum geht, wovon er sich ernähren will und als er feststellt, dass so ein Tag in der Abstellkammer sehr langweilig sein kann. Dieser „Abenteuer“-Teil hat mir sehr gut gefallen.

Hin und wieder hatte ich den Eindruck, dass durch die Übersetzung etwas verloren gegangen ist, denn den Hype, den das Buch in Schweden ausgelöst hat, konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Insbesondere konnte mich das Finale nicht überzeugen.

Daher vergebe ich 3,5 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 15.10.2016

Das Hörbuch hat Längen

Meine Seele so kalt
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Inhalt
Der fünfjährige Jacob reißt sich von der Hand seiner Mutter los und rennt auf die Straße, wo er von einem Auto erfasst wird. Während Jacob sterbend auf der Straße liegt, begeht der Unfallfahrer ...

Inhalt
Der fünfjährige Jacob reißt sich von der Hand seiner Mutter los und rennt auf die Straße, wo er von einem Auto erfasst wird. Während Jacob sterbend auf der Straße liegt, begeht der Unfallfahrer Fahrerflucht. Nach dem Tod ihres Kindes zieht Jenna aus Bristol weg an die Küste von Wales, um von vorne zu beginnen.

DI Ray Stevens setzt alle Hebel in Bewegung, doch der Todesfahrer wird nie gefasst. Obwohl er aufgefordert wird, den Fall zu den Akten zu legen, lässt ihn der Tod des Jungen nicht los. Als seine Kollegin Kate ein Jahr später eine neue Spur entdeckt, ahnen die beiden nicht, welche Lawine sie lostreten.

Protagonisten
Jenna Gray hat ihr altes Leben zurückgelassen und will in Penfach von vorne beginnen. Im Fotografieren findet sie ein Hobby und schließlich einen Job, mit dem sie sich über Wasser halten kann. Der Tierarzt Patrick schafft es, bis in ihr Herz vorzudringen und bringt etwas Sonne in Jennas Leben.

DI Ray Stevens hat zu Beginn seiner Karriere den Tod eines Kindes verarbeiten müssen, was ihn bis heute verfolgt. Daher will er nicht aufgeben, als es darum geht, den Unfallfahrer, der Jacobs Tod verursacht hat, zu finden und der Mutter Gerechtigkeit zu bringen.

Meine Gedanken zur Geschichte
Das Hörbuch habe ich bei einer Verlosung von Lübbe Audio gewonnen und habe mich verpflichtet gefühlt, es zu Ende zu hören, obwohl die erste Hälfte der Geschichte sehr langatmig war. Nach dem Unfalltod passiert zunächst nichts spektakuläres, so dass mir die Spannung gefehlt hat. Dann allerdings kommt es zu einer Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte und von da an habe ich die Geschehnisse gespannt verfolgt.

Ich muss daher sagen, es lohnt sich, dran zu bleiben, auch wenn sich der erste Teil ziemlich in die Länge zieht.

Allerdings war für mich dann doch vorhersehbar, wie sich das Puzzle zusammen setzt, nur das Ende konnte mich dann nochmal überraschen.

Insgesamt reicht es leider nur für 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.10.2016

Ich hatte viel Spaß

Beim Dehnen singe ich Balladen
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Meine Meinung
Jürgen von der Lippe mag ich seit meiner Kindheit, ich habe ihn immer gerne im Fernsehen gesehen und konnte auch oft über oder mit ihm lachen.

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um einen ...

Meine Meinung
Jürgen von der Lippe mag ich seit meiner Kindheit, ich habe ihn immer gerne im Fernsehen gesehen und konnte auch oft über oder mit ihm lachen.

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um einen Live-Mitschnitt einer Lesung aus dem Buch Beim Dehnen singe ich Balladen. Die Geschichten werden im Dialog zwischen Jürgen von der Lippe, Carolin Kebekus und Jochen Malmsheimer erzählt.

Und das ist auch das Salz in der Suppe, denn sie machen die Geschichten, die sie vorlesen, zu etwas besonderem. Die drei sind spontan, halten sich nicht an Geprobtes und bringen Imporvisation vom Feinsten auf die Bühne.

Wobei ich zugeben muss, dass ich in den ersten Minuten, bevor Jürgen von der Lippe seine Mitstreiter angekündigt hat, mehr Lachtränen in den Augen hatte, als während des eigentlichen Programmes, aber herzlich Lachen und viel Schmunzeln konnte ich auch später noch.

Fasziniert war ich von den Liedfrequenzen, denn hier habe ich mich erwischt, wie ich Lieder mitgesungen habe und überrascht, als ich hörte, dass es dem Livepublikum genau so ergangen ist.

Gelegentlich konnte ich Lacher aus dem Publikum nicht nachvollziehen, eben weil ich nur Zuhörer, nicht aber Zuseher war, darüber konnte ich aber hinwegsehen, weil ich insgesamt sehr viel Spaß mit dem Hörbuch hatte.

Veröffentlicht am 13.10.2016

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Super unkühl, Alter!
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Inhalt:
Memo erfährt durch Zufall, dass der Mann, den er fast 16 Jahre lang für seinen spießigen Vater gehalten hat, gar nicht sein richtiger Vater ist. Er bringt in Erfahrung, dass sein leiblicher Vater ...

Inhalt:
Memo erfährt durch Zufall, dass der Mann, den er fast 16 Jahre lang für seinen spießigen Vater gehalten hat, gar nicht sein richtiger Vater ist. Er bringt in Erfahrung, dass sein leiblicher Vater nicht etwa der erhoffte Promi oder Spitzensportler ist, sondern ein türkisch-stämmiger unbeliebter Sportlehrer an einer Problem-Schule. Außerdem sitzt er im Rollstuhl und damit ist er alles in allem der uncoolste Vater ist, den man sich vorstellen kann.

Protagonisten
Michael, genannt Memo, ist knapp 16, Schüler und lebt in Hamburg. Er ist begeisterter Longboarder und seine große Leidenschaft ist die Musik. Gerne würde er mal Skifahren, aber alles, was nur annähernd „gefährlich“ ist, unterbinden seine Eltern. Auch ihre eigene Abenteuerlust hält sich in Grenzen, lieber fahren sie Jahr für Jahr in den gleichen Ort zum Campen.

Sein Freund Bodo, genannt Bobo, fühlt sich in seiner eigenen Familie eher unwohl und ist deswegen froh, wenn er einen Grund hat, um unterwegs sein zu können. Als Memo vom Geheimnis seiner Eltern erfährt, ist Bobo derjenige, der als Einziger an ihn heran kommt.

Meinung zum Buch
Ich habe mich ein wenig schwer damit getan, in die Geschichte hinein zu kommen, aber nach den ersten rund 25 Seiten hat sich das gelegt.

Es war spannend, zu erleben, wie Memo reagiert, nachdem er mit angehört hat, was seine Eltern ihm jahrelang verheimlicht haben. In Bobo hat er einen Freund, der ihn unterstützt und ihm Halt gibt. Im Gegensatz dazu machen Memos Eltern alles noch schlimmer, weil sie mit der neuen Situation überhaupt nicht umgehen können. Man möchte meinen, dass Erwachsene dazu eher in der Lage sind, als ein 16jähriger, aber hier reagiert Memo sehr viel reifer.

Gefallen hat mir, dass Adnan Maral hier einen Bogen über viele Themen gespannt hat: von der Bedeutung der Familie und von Freundschaft, über Sport und Hobbies bis hin zu Behinderung und Mobbing.

Aber während der erste Teil der Geschichte bis zu dem Zeitpunkt, an dem Memo zum ersten Mal die Schule, an der sein Vater unterrichtet, betritt, sehr ausführlich war, ging es mir danach zu schnell. Vielleicht hätte der Autor darauf verzichten sollen, die Schule in einem sozial schwachen Umfeld darzustellen und dafür von vorne herein der Vater-Sohn-Beziehung einen höheren Stellenwert einräumen sollen. Am Ende wurde ich hier zwar wieder versöhnt, aber zwischendurch hat es mich schon gestört, dass das erste Kennenlernen innerhalb von Minuten abgehandelt und gescheitert war. Vor allem hatte ich nach dem Klappentext erwartet, dass dieses Scheitern von Memo ausgeht, doch das Verhalten seines leiblichen Vaters hat viel dazu beigetragen, dass es schief gegangen ist.

Wer dieses Jugendbuch in die Hand nimmt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass Adnan Maral mit der Sprache der Jugend spielt, das mag für einen Erwachsenen etwas gewöhnungsbedürftig sein und ich gestehe, die Anreden wie „Digga“ haben mich manchmal genervt.

Positiv hervorheben möchte ich noch, dass der Autor einige Liedtextzeilen hat einfließen lassen, die zu den jeweiligen Situationen passen und diese hat er jeweils mit einem You-Tube-Link versehen.

Ganz überzeugen konnte mich das Buch trotz des Pluspunkte und des versöhnlichen Endes nicht, daher vergebe ich 3,5 von 5 Sterne.