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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.05.2019

Spannend und überraschend

Einer wird sterben
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Stella Johannsen ist beunruhigt. In ihrer Straße, gegenüber von ihrem Haus parkt tagelang ein Auto. Die Insassen, ein Mann und eine Frau, steigen nicht aus. Im Laufe der Zeit werden sämtliche Anwohner ...

Stella Johannsen ist beunruhigt. In ihrer Straße, gegenüber von ihrem Haus parkt tagelang ein Auto. Die Insassen, ein Mann und eine Frau, steigen nicht aus. Im Laufe der Zeit werden sämtliche Anwohner nervös. Doch Stella und ihr Mann Paul hatöten vor 6 Jahren einen Unfall, bei dem ein Mensch starb. Stella fragt sich, ob das geparkte Auto und die Insassen etwas damit zu tun haben.


"Einer wird sterben" von Wiebke Lorenz ist ein richtig gut gemachter Psychothriller. Die Spannung nimmt den Leser von Beginn an mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Schon der Prolog wirft Fragen auf, deren Lösung man entgegenfiebert. Und diese Lösung wird erst ganz am Ende präsentiert. Und dieses Ende ist wahrlich überraschend. In der Zwischenzeit bekommt man jede Menge falsche Fährten, denen man nachgeht und die die Spannung erhöhen. Die Charaktere sind nicht zu durchschauen. Da sind die Nachbarn, die alle ihr Geheimnis haben, Ehemann Paul, der von seiner Flugroute einfach nicht zurück kommt und Ausreden dafür hat usw. Man weiß zu keiner Zeit, wem man vertrauen kann. Wiebke Lorenz schafft es, durch ihre Art die Story zu erzählen, den Leser zu fangen. Es lebt alles vor dem inneren Auge auf und wirkt nach.

Dies Buch ist ideal für alle, die einen guten und überraschenden Psychothriller zu schätzen wissen!

Veröffentlicht am 01.05.2019

Herzerwärmend

Strandkörbchen und Wellenfunkeln
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Luisa hat eine Tierarztpraxis eröffnet - damit ist ihr großer Traum in Erfüllung gegangen. Eines Tages steht ihre große Liebe Lars vor ihr. Im Arm ein Golden-Retriever-Welpe, der dringend Hilfe benötigt. ...

Luisa hat eine Tierarztpraxis eröffnet - damit ist ihr großer Traum in Erfüllung gegangen. Eines Tages steht ihre große Liebe Lars vor ihr. Im Arm ein Golden-Retriever-Welpe, der dringend Hilfe benötigt. Luisa versucht verzweifelt, ihre Gefühle für Lars zu unterdrücken - schon einmal hat er ihr das Herz gebrochen


"Strandkörbchen und Wellenfunkeln" ist der perfekte Sommerroman! Das Cover verspricht einen romantischen Roman mit Hund, Herz und Strand - und genau das bekommt man. Dazu noch eine Prise Humor durch die Einstreuungen der Hundegedanken und Petra Schier hat es wieder geschafft, mich auf Ihre Seite zu ziehen. Sie schreibt einfach unendlich toll, man kann sich alles sehr gut vorstellen. Ja - man hört die Wellen rauschen, spürt den Sand und fühlt die feuchte Hundenase auf der Haut. Auch die Charaktere erweckt Petra Schier zu Leben. Sie werden gut dargestellt und man bekommt einen Eindruck ihres Innersten. Es macht richtig Spaß, ihre Entwicklung zu verfolgen und zu erfahren, warum sie wann wie gehandelt haben. Auch wenn man das Ende eigentlich die ganze Zeit ahnt, fiebert man mit, was noch alles passiert. Denn: Wenn man ehrlich ist, will man gar kein anderes Ende.

Das Cover ist wieder zum Dahinschmelzen. Dieser süße Welpe scheint den Leser anzulächeln und zu sagen: Kauf dieses Buch. Und genau das würde ich auch empfehlen.

Ein Sommer ohne Hund-Strand-Roman von Petra Schier? Für mich undenkbar!

Veröffentlicht am 01.05.2019

Ein sommerlicher Roman mit Tiefgang

Herzkur
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Verena steht plötzlich mit ihren zwei Töchtern Ella und Annie allein da. Ehemann Rainer nimmt sich einfach eine Auszeit und einen Job für ein Jahr in Jordanien. Veena ist am Ende ihrer Kräfte. Ihre Mutter ...

Verena steht plötzlich mit ihren zwei Töchtern Ella und Annie allein da. Ehemann Rainer nimmt sich einfach eine Auszeit und einen Job für ein Jahr in Jordanien. Veena ist am Ende ihrer Kräfte. Ihre Mutter verordnet ihr eine Mutter-Kind-Kur. Verena ist wenig begeistert, nimmt den Vorschlag jedoch an. Auf geht es nach Fehmarn! Kaum dort angekommen, sieht Verena all ihre Vorurteile über unmögliche Mütter und nervende Kinder bestätigt. Doch nicht alles ist schlecht in dieser Kur. Vor allem Kurvater Jan ist für Verena ein Lichtblick...


"Herzkur" von Julia Greve kommt als sommerlicher Gute-Laune-Roman daher - jedoch ist er viel mehr. Man erlebt hier sehr deutlich, wie sehr Vorurteile und voreiliges Schubladen-Denken das Leben schwer machen können. Und wie einfach das Leben sein kann, wenn man über seinen eigenen Schatten springt. Dies wird hier anhand von Verena sehr deutlich beschrieben. Zunächst will sie von ihren Tischnachbarn nichts wissen, sie sind ihr alle zuwider. Doch schnell merkt sie, daß auch die z. B. vorlaute Moni gar nicht so schlimm ist und ein gutes Herz hat. Diese Entwicklung, wie sich die Freundschaften soweit entwickeln, daß auch nach der Kur noch reger Kontakt herrscht, ist wunderschön zu beobachten. Als Leser mag man die Charaktere allesamt sofort und kann Verena fast nicht verstehen. Die einzelnen Personen hat Julia Greve perfekt und vielseitig skizziert. Man trifft auf jeden Typen. Vorlaut, still oder introvertiert - hier ist alles versammelt. Gewürzt mit einer Prise Humor ist dieser Roman wunderschön zu lesen und bereitet Freude. Besonders bei den Spaziergängen am Strand fühlt man sich direkt auf die Insel Fehmarn versetzt. Die Ausflüge ins Meereszentrum oder in die Stadt (dies kann ja nur Burg sein), haben bei mir Urlaubsfeeling erweckt. Ich glaube, den Laden des Bernsteinsammlers kenne ich sogar....

"Herzkur" ist ein wunderschön sommerlicher Roman mit Herz, Humor und Tiefgang. Letzteres hat mich überrascht und gefreut -vermißt man dies doch bei Romanen dieses Genre sehr häufig.

Veröffentlicht am 30.04.2019

Wie wichtig Freunde sind

Zeitenwende
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Henny, Käthe, Ida und Lina sind schon seit Jahrzehnten befreundet. Viel haben sie erlebt und immer zusammengehalten. Auch ihre Partner, Kinder und Enkel sind eng befreundet. So kommt zu Hennys 70. Geburtstag ...

Henny, Käthe, Ida und Lina sind schon seit Jahrzehnten befreundet. Viel haben sie erlebt und immer zusammengehalten. Auch ihre Partner, Kinder und Enkel sind eng befreundet. So kommt zu Hennys 70. Geburtstag eine große Gesellschaft zusammen.

Da ist Hennys dritter Ehemann Theo. Mit ihm hat sie endlich ihr Glück gefunden. Die Kinder Marike und Klaus sind glücklich mit ihren Partnern. Marike hat selbst zwei Kinder. Käthe kommt mit ihrem Mann Rudi. Sie haben vor vielen Jahren Ruth adoptiert. Die junge Frau gerät immer mehr in die Fänge der RAF. Das bereitet allen große Sorgen. Ida und ihr Ehemann Tian erwarten zur Feier ihre Tochter Florentine. Diese ist ein bekanntes Model, aber jetzt hält sie für alle eine Überraschung bereit. Lina ist die ehemalige Schwägerin von Henny. Sie lebt mit Louise zusammen und erträgt deren Alkohol-Eskapaden mit großer Geduld. An allen ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen und sie werden noch einiges erleben. Die turbulenten Jahre bis zur Jahrtausendwende stehen Ihnen noch bevor. Sie werden aber bis dahin von einigen geliebten Menschen Abschied nehmen müssen.

Die Trilogie von Carmen Korn ist ein Sinnbild für die Freundschaft. Sie zeigt uns, wie wunderbar es ist, eine gute Freundin zu haben. Wen man dann gleich drei Freundinnen hat, so wie hier, kann man sich glücklich schätzen. Leider gehört aber auch das Abschiednehmen dazu. Ich stelle es mir schlimm vor, wenn nach und nach die Freunde aus dem Leben verschwinden und nur noch Erinnerungen bleiben. Ich glaube, derjenige, der als Letzter übrig bleibt, ist auch nicht zu beneiden. Gleichzeitig werden wir bei diesem dritten Buch noch einmal an die Geschehnisse der letzten 30 Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Manchmal muß man da innehalten: Ist das wirklich schon so lange her? Wenn man sich erst an die sprunghafte Schreibweise von Carmen Korn gewöhnt hat, kann man gut in die Handlung eintauchen. Man freut sich über die neuen Familienmitglieder und trauert mit den Freunden, wenn ein geliebter Mensch stirbt.

Das Buch ist vielseitig wie das Leben. Es kann nicht immer die Sonne scheinen. Aber wenn man gute Freunde hat, ist manches leichter zu ertragen.

Veröffentlicht am 28.04.2019

Mehr als eine Familiengeschichte

Eine irische Familiengeschichte
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Elizabeth lebt mit ihrem Sohn in New York. Nur widerwillig kehrt sie in ihre irische Heimat zurück. Ihre Mutter ist verstorben und Elizabeth soll den Nachlass regeln. In dem kleinen irischen Dorf hat sich ...

Elizabeth lebt mit ihrem Sohn in New York. Nur widerwillig kehrt sie in ihre irische Heimat zurück. Ihre Mutter ist verstorben und Elizabeth soll den Nachlass regeln. In dem kleinen irischen Dorf hat sich kaum etwas verändert. Daß auch Elizabeths Mutter einmal versucht hat, aus dieser Enge zu entkommen, ist allen bekannt. Doch keiner weiß, was ihr damals passiert ist. Nach einiger Zeit kehrte sie mit einem Baby zurück. Dieses Baby war Elizabeth, die ihren Vater nie gesehen hat.

Nun findet Elizabeth im Haus der Mutter alte Briefe. Sie beschließt, den Absender dieser Briefe zu suchen. Die Spur führt sie nach Castle House. Dort stößt sie auf dunkle Geheimnisse in der Vergangenheit. Elisabeth wird von nun an ihr Leben in einem anderen Licht sehen.

Das Buch ist eine echte Überraschung. Dies ist nicht lediglich eine Familiengeschichte, sondern auch ein Psycho-Krimi. Diese Überraschung ist aber hundertprozentig gelungen. Die Geschichte ist im wahrsten Sinn des Wortes bis zur letzten Seite spannend. Dem Leser läuft es kalt den Rücken herunter, wenn er miterlebt, wie aus Mutterliebe und Beschützerinstinkt ein krankhafter Wahn wird. Dies gelingt Graham Norton nämlich perfekt zu übermitteln. Durch seinen wahrlich eindringlichen Schreibstil ist man direkt beim Geschehen dabei.
Da Graham Norton seinen Roman auf zwei Zeitebenen geschrieben hat, bekommt der Leser auch in der Gegenwart eine zu Herzen gehende Geschichte. Sie handelt ebenfalls von Mutterliebe und Beschützerinstinkt. Nur sind die Gefühle hier in gute Bahnen gelenkt worden. Vergangenheit und Gegenwart sind in diesem Roman miteinander verbunden. Dies ist von Beginn an klar. Dieses Wissen tut der Spannung und Unterhaltung allerdings keinen Abbruch.

"Eine irische Familiengeschichte" ist einfach ein richtig tolles Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der eine Familiengeschichte mit viel Gefühl und Überraschungen lesen möchte.