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Veröffentlicht am 02.05.2019

ein neuer Fall für Viktor Puppe

Die Todesbotin
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Klappentext: "Berlin-Neukölln: Ein Deutschtürke liegt erschossen in seinem Handyladen. Kurz darauf findet man nach einer Explosion in einer verlassenen Kinderklinik die Leiche eines jungen Flüchtlings. ...

Klappentext: "Berlin-Neukölln: Ein Deutschtürke liegt erschossen in seinem Handyladen. Kurz darauf findet man nach einer Explosion in einer verlassenen Kinderklinik die Leiche eines jungen Flüchtlings. Spuren legen eine Verbindung zu dem Mord in Neukölln nahe. Der Staatsschutz vermutet einen terroristischen Hintergrund und reißt beide Fälle an sich. Viktor Puppe und seine Kollegen vom Berliner LKA verfolgen eine ganz andere Spur, die sie zu einer zwielichtigen »völkischen Siedlung« vor den Toren der Stadt führt. Viktor schleust sich in die Gemeinschaft ein und ist bei den Ermittlungen von nun an auf sich allein gestellt …"

"Die Todesbotin" ist der zweite Teil um den smarten Ermittler Viktor von Puppe, seine Kollegen Kenji Tokugawa und Begüm Duran und spielt natürlich wieder in Berlin. Ken, Viktor und Begüm ermitteln, wobei der Fall für Begüm sehr privat ist. Wieder einmal macht sie einen Alleingang, bekleckert sich dabei nicht gerade mit Ruhm. Während Viktor, eingeschleust in der völkischen Siedlung ermittelt und dabei in Lebensgefahr gerät, hält Ken die Stellung.

Der Thriller lebt von diesen einzigartigen Protagonisten, wobei Ken mit seinen flapsigen Sprüchen weiterhin mein Favorit ist. Viktor, das wandelnde Lexikon macht seinem Ruf wieder alle Ehre, aber so langsam wird er etwas lockerer. Man trifft auf alte Bekannte, die Gerichtsmedizinerin Stella Samson und Viktors Großvater, aber auch viele neue, sehr gut skizzierte Figuren. Sie sind vielschichtig und facettenreich, die Handlung wirkt durch sie authentisch.

Ich habe die Ermittlungen gespannt verfolgt und eigene Überlegungen angestellt, Begüm am liebsten hin und wieder geschüttelt, denn ihre Handlungsweise ist teils schwer nachvollziehbar. Der Plot ist dicht, nicht zu durchschauen und bietet ein geniales Ende mit Viktors Großvater, die Steilvorlage für den nächsten Teil?

Fazit: Wieder ist es Thomas Elbel gelungen, mich mit seinem Thriller und der fesselnden Handlung zu überzeugen. Man darf gespannt sein, welcher Fall im nächsten Teil auf die Ermittler wartet. 5 Sterne.


Veröffentlicht am 02.05.2019

explosive Story mit viel Action und Spannung

Falschspiel
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"Falschspiel" ist der dritte Teil um Mark Becker, der nach seinen letzten beiden Fällen nun nicht mehr bei der Bundeswehr ist. Um einem Disziplinarverfahren zu entgehen, hat er mehr oder weniger freiwillig ...

"Falschspiel" ist der dritte Teil um Mark Becker, der nach seinen letzten beiden Fällen nun nicht mehr bei der Bundeswehr ist. Um einem Disziplinarverfahren zu entgehen, hat er mehr oder weniger freiwillig seinen Abschied genommen und steigt bei seinem Freund Michael Kuhn in dessen Security-Firma ein. Michael soll mit seiner Firma für die Sicherheit auf dem Cannstatter Wasen sorgen, eine Mammutaufgabe bei der er Mark gut gebrauchen kann. Lisa Schäfer von der Kripo Stuttgart ermittelt inzwischen in einem mysteriösen Tötungsdelikt.

Man kann den Thriller problemlos ohne Vorkenntnisse lesen, allerdings macht es weit mehr Spaß, wenn man die Reihe von Anfang an verfolgt. Marks vorige Fälle waren spektakulär, er hat sich durch sein Verhalten in diese unglückliche Situation manövriert, der Abschied aus dem aktiven Dienst der Bundeswehr fällt ihm schwer. Aber auch als Zivilist verläuft sein Leben aufregend. In seinem Auto entdeckt er eine Wanze, mit Hilfe seines Freundes versucht er herauszufinden, wer ihn bespitzelt. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Mark ist mitten in seinem nächsten Abenteuer. Er bringt nicht nur sich, sondern auch Lisa in große Gefahr.

Wer spannende Thriller liebt kommt hier auf seine Kosten. Gut ausgearbeitete Charaktere, ein klarer, schnörkelloser Schreibstil und ein dichter Plot mit einigen Überraschungen machen die Lektüre fesselnd sowie spannend. Die Handlung ist nicht vorhersehbar und bietet jede Menge Action, genau wie ich es mag. Die Spannungskurve ist hoch und es fällt schwer, das Buch nicht in einem Rutsch auszulesen.

Fazit: Spannender dritter Teil, ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung und Mark Beckers nächstes Abenteuer.

Veröffentlicht am 10.04.2019

atmosphärisch dichter Krimi mit einem spannenden Plot

Nur wer die Hölle kennt
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"Nur wer die Hölle kennt", ein so passender Titel für den vierten Teil der Martinsfehn-Reihe.

Melody ist durch die Hölle gegangen, als ihre Mutter und ihr kleiner Bruder bei dem Brand des Hofes ums Leben ...

"Nur wer die Hölle kennt", ein so passender Titel für den vierten Teil der Martinsfehn-Reihe.

Melody ist durch die Hölle gegangen, als ihre Mutter und ihr kleiner Bruder bei dem Brand des Hofes ums Leben kommen und sie selbst als Hauptverdächtige gilt. Zwar lässt sich ihre Unschuld beweisen, aber der Täter wird nie gefunden, für die Einwohner von Martinsfehn bleibt sie die Schuldige. Die fünfzehnjährige verliert alles was ihr lieb war und wird zur Ausgestoßenen. Sie verlässt die Gegend, doch mit diesem dunklen Kapitel kann sie nie abschließen, immer wieder wird sie von Alpträumen geplagt.

Inzwischen sind zwanzig Jahre vergangen, Melody hat selbst einen kleinen Sohn und kehrt nach Martinsfehn zurück, stellt sich ihren Ängsten. Kaum ist sie zurück brennt wieder ein Haus und Melody gerät erneut unter Verdacht. Nola van Herden und Renke Nordmann ermitteln in dem Fall.

Als Fan der ersten Stunde war ich wieder mal mitten im Geschehen, habe mich gefreut, die alten Bekannten wiederzutreffen. Quereinsteiger sollten keine Probleme haben, da auf den ersten Seiten alle wichtigen Infos zu Renke und Nola umrissen werden. Der Schreibstil ist bildhaft sowie atmosphärisch, Barbara Wendelken skizziert ihre Figuren mit einer Leichtigkeit und äußerst treffend, schon nach wenigen Seiten hatte ich von den neuen Protagonisten ein Bild vor Augen.

Nach und nach erfährt man, was damals passiert ist und was aus Melodys damaligen Freunden geworden ist. Ausgerechnet auf Simones Geburtstag begegnet sie den alten Freunden, doch die Reaktion ist verhalten. Die Autorin fängt die Stimmung perfekt ein, die unterschwelligen Spannungen sind greifbar. Gefühle wie Neid und Eifersucht schlagen ihr entgegen, von dem Lebensgefährten ihrer verstorbenen Mutter sogar offener Hass. Er kam nie darüber hinweg, dass sein kleiner Sohn bei dem Brand umgekommen ist.

Nola und Renke ermitteln, graben tief in der Vergangenheit, der aktuelle Fall scheint sich nur lösen zu lassen, wenn auch der alte aufgeklärt wird. Die Ermittlungen werden durch Nola und Renkes frische Beziehung erschwert, einerseits ist Renke verliebt und eifersüchtig, andererseits hat er immer noch nicht mit seiner Vergangenheit abgeschlossen, seine Zerrissenheit ist gut zu spüren. Die beiden kommen dem Täter unaufhaltsam näher....

Der Fall ist komplex angelegt und bietet alles, was das Krimiherz höher schlagen lässt. Psychologisch ausgefeilt mit hohem Spannungsbogen, der Krimi endet mit einem wirklich fiesen Cliffhanger, der die Wartezeit bis zum nächsten Fall unerträglich macht.

Fazit: Für Fans der Reihe ein Must-Read, aber auch für alle Neueinsteiger, die atmosphärisch dichte Krimis mit einem spannenden Plot lieben. Ich freue mich auf die Fortsetzung. 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 08.04.2019

Der letzte Papst

Vaticanum
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José Rodrigues Dos Santos ist für mich eine Neuentdeckung. Das erste Buch das ich von ihm gelesen habe und ein echter Volltreffer, wer Dan Browns Bücher mag ist hier richtig. Papst Franziskus wird vom ...

José Rodrigues Dos Santos ist für mich eine Neuentdeckung. Das erste Buch das ich von ihm gelesen habe und ein echter Volltreffer, wer Dan Browns Bücher mag ist hier richtig. Papst Franziskus wird vom "Islamischen Staat" entführt, damit scheinen sich jahrhundertealte Prophezeiungen zu bewarhheiten. Sollte Franziskus tatsächlich der letzte Papst gewesen sein? Seine Hinrichtung jedenfalls soll man live im Internet verfolgen können. Tomas Noronha ist vom Vatikan beauftragt, das Grab das Apostels Paulus zu erforschen, wird jedoch in die Ermittlungen um die Entführung das Papstes involviert.

Ich fand den Schreibstil sowie die Story fesselnd, eben ganz im Stile Dan Browns. Sicher wird hier das Rad nicht neu erfunden, spannend und unterhaltsam ist es allemal. Interessante Charaktere und jede Menge Spannung lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Ich mag Thriller, die Fiktion und tatsächliche Fakten verweben und fand es sehr informativ, dass der Autor am Ende auf den Vatikan eingeht und interessante Fakten nennt. 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Mord auf Sylt

Dünengeister
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Schauplatz Sylt: Eine Düne nahe des Besitzes der Familie Melander gibt nach Jahrzehnten zwei Leichen frei, eine junge Frau und ein Kind. Die Leichen werden geborgen, doch schon am nächsten Tag gibt es ...

Schauplatz Sylt: Eine Düne nahe des Besitzes der Familie Melander gibt nach Jahrzehnten zwei Leichen frei, eine junge Frau und ein Kind. Die Leichen werden geborgen, doch schon am nächsten Tag gibt es zwei Todesfälle in der Familie Melander. Yvonne Melander und ihr kleiner Sohn Nicky werden tot aufgefunden, augenscheinlich sind sie durch Gift gestorben. Doch waren wirklich sie das Ziel des Anschlags?

Kommissar John Benthien von der Kripo Flensburg und sein Team ermitteln und graben tief in der Vergangenheit der Familie Melander. Es wird klar, dass die Familie Unglücke und Tragödien anzuziehen scheint, im Laufe der Jahrzehnte kam es immer wieder zu mysteriösen Todesfällen. Wird Benthien den Giftmörder finden?

Aus der Reihe kenne ich schon zwei Teile, deswegen fiel mir der Einstieg leicht. Aber auch Quereinsteiger sollten keine Probleme haben, da am Anfang die wichtigsten Personen der Familie Melander und der Kripo Flensburg aufgelistet werden. Was auch gut ist, da es eine große Menge an handelnden Charakteren gibt.

Die Protagonisten sind schön gezeichnet und vielschichtig. Seien es die Mitglieder der Familie Melander oder John Benthien und sein Team. Neben den Ermittlungen bekommt man einen Einblick in Benthiens Privatleben, so dass die er, Lilly und sein Team für mich greifbar waren. Ich finde es immer wichtig, auch die private Seite der Ermittler kennenzulernen, sonst bleiben die Figuren oft zu blass.

Gleich zu Beginn gibt es drei Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, erst dann geht die eigentliche Handlung in der Gegenwart los. Der Fall ist verzwickt und undurchschaubar, ein Krimi bei dem ich bis zum Schluss miträtseln konnte, nur um am Ende dann doch überrascht zu werden. Recht schnell stellt sich heraus, dass das eigentliche Ziel der Giftanschläge Adeline Melander ist, die zudem noch von einem Unbekannten gestalkt wird. Sie befindet sich in Gefahr und Benthien muss neben der Aufklärung der Morde einen weiteren verhindern. Was mir besonders gefallen hat ist der Bezug zu Agatha Christie und wie John am Ende in bewährter Christie Manier den Mörder überführt. Doch nicht nur die aktuellen Morde, sondern auch die der Vergangenheit kann er aufklären.

Nicht zuletzt bleibt der detailliere Schreibstil zu erwähnen, nicht zu einfach, schön bildhaft und atmosphärisch. Man bekommt direkt Urlaubsfeeling und wünscht sich bei dieser tristen Wetterlage selbst auf die sonnige Insel.

Fazit: Spannender Krimi mit einem dichten Plot. Wunderbar atmosphärisch mit interessanten Charakteren. Ich freue mich auf den nächsten Teil der Reihe.

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