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Veröffentlicht am 31.12.2019

Beginnt als 5 Sterne, Endet als 3,5 Sterne Buch

Das geheime Glück
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Bei meinem letzten Buch in 2019 gab es nichts zu lachen. Es beschäftigt sich mit der Frage, welcher Preis für das eigene Glück akzeptabel ist.
Das Besondere an diesem Roman ist, dass er rückwärts erzählt ...

Bei meinem letzten Buch in 2019 gab es nichts zu lachen. Es beschäftigt sich mit der Frage, welcher Preis für das eigene Glück akzeptabel ist.
Das Besondere an diesem Roman ist, dass er rückwärts erzählt wird. Es beginnt also mit dem Ende und springt immer weiter zurück bis zum Ursprung. Diese Erzählweise ist mal etwas anderes, für mich hat sie den Lesefluss allerdings erschwert. Wenn ein neuer Abschnitt begann, musste ich mir immer wieder vor Augen halten, dass wir uns jetzt chronologisch vor dem soeben gelesenen befinden. Auch endete es immer so abrupt, dass mir die Geschichte lückenhaft erschien und ich das Gefühl hatte, dass zu viel ungesagt bleibt.
Der Vorteil dieser Rückwärtserzählung war jedoch, dass ich Robbie und Emily als nettes älteres Ehepaar kennenlernte. Es hat mich berührt, dass er am Ende seines Lebens keinen anderen Ausweg sah und bis zur Hälfte habe ich mit den beiden mitgefiebert. Je weiter wir in der Handlung zurück gingen, desto unsympathischer wurde mir insbesondere Robbie.
In jungen Jahren war er ein von sich selbst überzeugter Casanova und das Kennenlernen der beiden war für mich längst nicht so romantisch, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das „Highlight“ war hier: „Er roch nach Schweiß, Bier, Zigaretten, Gras, Minze und Teakholz“. Na, wenn das kein Kerl zum verlieben ist...
Von der ersten Seiten an wird ein schreckliches Geheimnis immer wieder in den Raum geworfen. Im letzten Drittel hatte ich meine eigene Theorie entwickelt, die dann genauso eingetroffen ist.
Hm.
„Das geheime Glück“ fing für mich als 5 Sterne Buch an und kam am Ende bei 3,5 Sterne an.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.10.2019

Ein Geheimnis kommt ans Licht

Bis ihr sie findet
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Eine Gruppe von Teenagern bricht zu einem Campingwochenende auf. Es wird gefeiert, getrunken Drogen konsumiert. Am nächsten Morgen ist Aurora, die Jüngste unter ihnen, verschwunden – und bleibt es auch, ...

Eine Gruppe von Teenagern bricht zu einem Campingwochenende auf. Es wird gefeiert, getrunken Drogen konsumiert. Am nächsten Morgen ist Aurora, die Jüngste unter ihnen, verschwunden – und bleibt es auch, bis nach 30 Jahren zufällig ihre Leiche gefunden wird – an eben jenem Zeltplatz.

Von Anfang an ist klar, dass der Mörder einer der 6 Jugendlichen sein muss, wodurch mich das Konzept ein wenig an das Spiel Cluedo erinnert. „War es Fräulein von Porz mit dem Leuchter im Salon?“
Persönlich hätte ich es spannender gefunden, wenn man im Verlauf des Romans tatsächlich einen Verdächtigen nach dem anderen hätte wegstreichen können. Tatsächlich blieb „Bis ihr sie findet“ bis zur Auflösung am Ende undurchsichtig. Jeder hätte der Mörder sein können. Diese Pseudo-Freunde erschienen mir allesamt recht zwielichtig und abgebrüht. Ich fand es befremdlich, mit welcher Gelassenheit sie auf das Auffinden von Auroras Leiche reagiert haben. Die meisten Emotionen zeigte der Detective selbst, was ihn gleichzeitig verdächtig machte.

„Bis ihr sie findet“ ist wohl der Auftakt einer Serie. Leider fand ich das Ermittlerduo nicht sympathisch und konnte somit keinen Bezug zu den beiden aufbauen bzw. weiß ich auch noch nicht, wie die beiden zu einem wirklichen Team werden sollen. Hanson ist voller Misstrauen gegenüber ihrem neuen Chef und dieser geht bei seinen Zeugenbefragungen und Ermittlungen nicht unbedingt regelkonform vor.
Die einzige Person, die mir wirklich sympathisch war, war die dahingeschiedene Aurora. Aus diesem Grund habe ich die Rückblicke zu dem verhängnisvollen Abend am liebsten gelesen. Die Neugierde, was mit dem Mädchen passiert ist, motivierte mich genug, um bei der Stange zu bleiben.
Auch wenn ich die Lösung nicht vorhergesehen habe, kommt sie nicht unbedingt wie ein Schocker sondern mehr wie ein entspannter Aha-Effekt.

„Bis ihr sie findet“ ist ein Krimi mit solider Spannung, der sich ganz gut liest, aber vermutlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.
Mein Interesse an diesem Buch wurde durch die Covergestaltung geweckt. Der Wald im Nebel machte auf mich den Eindruck, dass hier dunkelste Geheimnisse verborgen sind. Auch die Personenbeschreibungen der Charaktere auf dem Klapp­entext untermauerte diesen Eindruck.
Vermutlich habe ich einfach zu viel in die Aufmachung von „Bis ihr sie findet“ hinein interpretiert, denn meine Erwartungen konnten nicht erfüllt werden. Ich hätte mir alles einfach etwas böser, geheimnisvoller oder explosiver vorgestellt.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Lektüre mit Ohrwurmgefahr

Marina, Marina
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Obwohl ich gerade erst von einer Urlaubsreise zurück gekehrt bin, wollte ich schon nach wenigen Seiten von „Marina, Marina“ am liebsten sofort nach Italien aufbrechen.
Mit ihren Beschreibungen von Landschaften ...

Obwohl ich gerade erst von einer Urlaubsreise zurück gekehrt bin, wollte ich schon nach wenigen Seiten von „Marina, Marina“ am liebsten sofort nach Italien aufbrechen.
Mit ihren Beschreibungen von Landschaften und Klima gelingt es Grit Landau perfekt, die Urlaubssehnsucht zu wecken. Die erwähnten italienischen Songs tun ihr übriges. Den Titelsong „Marina, Marina“ hatte ich fast während der gesamten Lektüre im Ohr. Auch die anderen Lieder haben mich neugierig gemacht, so dass ich sie mir in der Zwischenzeit sogar angehört habe.

Die Geschichte ist hauptsächlich in den 60er Jahren angesiedelt und begleitet eine Vielzahl von Protagonisten. Diese haben zunächst einmal wenig bis keine Berührungspunkte, so dass „Marina, Marina“ auf mich eher wie eine Sammlung mehrerer längerer Geschichten als wie ein zusammenhängender Roman wirkte. Auch die Perspektivenwechsel scheinen völlig willkührlich und verwirrten mich teilweise in ihrer Sprunghaftigkeit.
Eins hatten sie jedoch gemein: jede dieser Geschichten war auf ihre Art interessant und ich wollte mehr über die Menschen erfahren.
Im Zentrum stehen die drei Freunde Nino, Matteo und Beppe, die versuchen ihren Weg im Leben zu finden. Insbesondere liegt der Fokus auf Nino und seiner Familie.
Auch Marina, die Frau des Friseurs, bekommt ziemlich viel Raum.

„Marina, Marina“ kommt zunächst einmal wie ein typischer Urlaubsroman daher. Italien, Schlager und erste Liebe.
Im letzten Drittel schlägt die locker, leichte Stimmung dann plötzlich um. Die Handlung gewinnt zunehmend an Dramatik. In einem schockierenden Rückblick ins Jahr 1944 erfahren wir mehr, über die Situation in Italien Ende des zweiten Weltkrieges und über das furchtbare Gebahren der Deutschen. Dieser Teil der Geschichte war gleichermaßen tragisch wie auch ein wenig langatmig.

Ich vergebe hier 3,5 Sterne, da gerade die erste Hälfte des Buches mir wirklich gut gefallen hat und der Unterhaltsungswert hoch war.
Es handelt sich hier um einen Debütroman. Grit Landau hat in jedem Fall Talent, Situationen und Personen lebensecht zu schreiben.
Was mir gefehlt hat war eine größere Verbindung der einzelnen Kapitel. Das Gefühl, dass hier Geschichten wahllos aneinader gereiht wurden, erhielt sich leider bis zum Schluss. Manche Charaktere, wie zum Beispiel die Touristin Reni, deren erster Urlaub in einem Unfall endet, wurden fallen gelassen und kamen nicht mehr weiter zur Sprache.
„Marina, Marina“ versucht meiner Meinung nach zuviele Themen aufeinmal zu behandeln. Soll es ein Urlaubsroman sein oder ein historischer Roman, eine Liebesgeschichte oder eine Tragödie?
Es hätte nicht geschadet, sich auf eine Richtung festzulegen. Ich möchte das Ende nicht spoilern, aber hier wäre weniger in jedem Fall mehr gewesen. Es war dann doch ein Schicksalsschlag zu viel um realistisch zu bleiben.

Veröffentlicht am 29.03.2018

Solider Serienauftakt

Zu nah
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Die optische Aufmachung von Olivia Kiernans Thriller „Zu nah“ ist sehr simpel und hinterlässt deswegen nicht wirklich einen bleibenden Eindruck. Generell ist dies kein Krimi, der mich von der ersten Seite ...

Die optische Aufmachung von Olivia Kiernans Thriller „Zu nah“ ist sehr simpel und hinterlässt deswegen nicht wirklich einen bleibenden Eindruck. Generell ist dies kein Krimi, der mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Ich musste ungefähr 70 bis 80 Seiten lesen, bis mich der Fall packte. Ab dann fand ich „Zu nah“ ziemlich spannend. Das Dark Net ist ein Begriff, den ich aus den Medien kenne, aber so richtig Gedanken habe ich mir dazu noch nicht gemacht. Ich hatte auch noch keinen Krimi gelesen, in dem das Dark Net thematisiert wurde, somit hatte dieses Buch durchaus etwas innovatives für mich.

Hauptfigur ist Detective Frankie Sheehan, die bei der Polizei in Dublin arbeitet. Nach dem sie bei ihrem letzten Einsatz verwundet wurde, ist sie nun zurück an ihrem Arbeitsplatz. Gleich der erste Fall gibt ihr und ihrem Team Rätsel auf. Eine erhängte Frau, der Ehemann und die Geliebte ebenfalls ermordet. Wie hängt das zusammen? Immer wieder stößt Frankie auf das Pigment Preußischblau und ominöse Foren im Internet.

Ich mochte sehr die Vielschichtigkeit des Falles. Scheint die Lösung am Anfang noch so nah zu sein, rückt sie mit jeder Seite weiter weg. Auf den letzten 100 Seiten erreicht die Spannungskurve ihren Höhepunkt und ich konnte das Buch nicht mehr weglegen. Die Enthüllung des Täters war überraschend, wirkte jedoch sehr überstürzt.

Obwohl in der Ich-Form aus der Sicht von Frankie erzählt wurde, blieb mir diese dennoch über das komplette Buch hinweg fremd. Außer ihrem Beruf und dass sie kürzlich angegriffen wurde, ist nichts über sie bekannt. Welche Beziehungen gibt es in ihrem Leben, was sind ihre Hobbies... Für den nächsten Band würde ich mir wünschen, dass die Autorin die Person Frankie Sheenan ein wenig lebendiger werden lässt und auf mehr Details zu ihrer Privatperson eingeht. Auch einen größeren Fokus auf die Stadt Dublin würde ich begrüße. Diese Geschichte hätte sich theoretisch überall so abspielen können. Boston, Hamburg oder Barcelona, außer dass der Fluss namentlich genannt wird, konnte ich nichts typisch irisches finden.

Fazit: diese Serie hat durchaus Potenzial. Der Plot war in jedem Fall gelungen und alles in allem war „Zu nah“ ein solider Krimi für mich.

Veröffentlicht am 19.01.2018

Weckt die Sehnsucht nach Schottland

Die Rückkehr der Wale
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Aufgefallen ist mir Isabel Morlands Roman „Die Rückkehr der Wale“ durch das schöne Cover, welches eine romantische Geschichte suggeriert.

Ich mochte den Schauplatz Schottland mit seinem unberechenbaren ...

Aufgefallen ist mir Isabel Morlands Roman „Die Rückkehr der Wale“ durch das schöne Cover, welches eine romantische Geschichte suggeriert.

Ich mochte den Schauplatz Schottland mit seinem unberechenbaren Wetter sehr gerne und fand all die Mythen und Sagen, die die Autorin gekonnt in die Handlung eingeflochten hat, sehr faszinierend.
Isabel Morland schreibt sehr stimmungsvoll und ich bekam beim Lesen Sehnsucht, selbst auf einer abgelegenen Insel zu leben und durch den Regen zu laufen.

Im Mittelpunkt des Romans steht Kayla, die in einer unglücklichen Ehe gefangen ist, ihre Situation aber mit einer ruhigen Akzeptanz angenommen hat. Bis zu dem Tag, als der attraktive Brannan auf der Insel auftaucht und sie sich Hals über Kopf in ihn verliebt.

Mir haben viele Sachen an diesem Buch gefallen und so habe ich auch die Beziehung zwischen Kayla und Brannan mit großem Interesse verfolgt. Jeder Moment zwischen den beiden ist sehr romantisch und „Die Rückkehr der Wale“ hatte großes Potenzial, ein bewegender Liebesroman zu werden.

Leider wurde mir die Begeisterung für das Paar durch Brannans „Es ist mir wichtiger den Walen zu folgen als bei meiner großen Liebe zu sein“ Einstellung ruiniert. Das und Kaylas Akzeptanz für dieses Verhalten kam mir völlig hirnrissig vor, so dass ich ab einem bestimmten Punkt leider nichts besonderes mehr in diesen beiden sehen konnte. Nur zwei weitere Personen, die in einer mittelmäßigen Beziehung stecken. Auch die Art und Weise, mit der sich die Autorin Kaylas Ehemann Dalziel entledigt hat, war mir zu einfach.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieser Roman einige gute Komponente mitbringt, aber im letzten Drittel stark an Überzeugungskraft verliert, so dass die Geschichte mit einem negativen, unerfüllten Beigeschmack endet.