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Veröffentlicht am 15.05.2019

Stockholm 1793

1793
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Inhalt:
Stockholm, 1793: Im Fatburen wird die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass ihm noch zu Lebzeiten alle Extremitäten amputiert wurden. ...

Inhalt:
Stockholm, 1793: Im Fatburen wird die bis zur Unkenntlichkeit entstellte Leiche eines Mannes gefunden. Schon bald stellt sich heraus, dass ihm noch zu Lebzeiten alle Extremitäten amputiert wurden. Der Jurist Cecil Winge und Jean Michael Cardell machen sich auf die Suche nach der Identität des Opfers und demjenigen, der ihm alls das angetan hat.

Meine Meinung:
Stockholm, Ende des 18. Jahrhunderts. Beim Lesen der bildhaften, athmosphärischen Beschreibungen des Autors Niklas Natt och Dag hat man als Leser beinahe das Gefühl, die Stadt und ihre damaligen Bewohner vor Augen zu haben. Politische Ränkespiele, Stadtwachen, die für Ordnung sorgen sollen, Huren, die ihren Körper verkaufen um mehr schlecht als recht zu überleben, Krankheiten, Dreck, Armut... der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert die Zustände und damaligen Lebensweisen sehr authentisch und schonungslos. Ebenso wie die Brutalität und Gewalt, denen der Leser im Laufe der Geschichte mehrfach begegnet.

Das Buch gliedert sich in insgesamt 4 Abschnitte. Cecil Winge und Cardell sowie ihre Ermittlungen stehen dabei mal mehr, mal weniger im Vordergrund der Handlung. Während man sie als Leser im ersten Abschnitt begleitet, lernt man im zweiten und dritten Abschnitt weitere Charaktere kennen, deren Rolle in der Geschichte nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Nach und nach (spätestens im vierten und letzten Teil) fügen sich die Puzzleteile dann aber immer mehr zusammen.
Cecil Winge und Cardell haben mir als Ermittlerduo sehr gut gefallen. Der an Tuberkulose erkrankte Winge ist ein sehr intelligenter Mann, für den Gerechtigkeit an vorderster Stelle steht. Cardell hingegen hält sich als Häscher und Rausschmeißer über Wasser, trinkt gerne mal einen über den Durst und erscheint im ersten Moment eher grobschlächtig und als das genaue Gegenteil von Winge. Doch nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine Art Freundschaft und tatsächlich haben beide ihren Anteil an der Aufklärung des Verbrechens...

Leider besitzt das Buch insbesondere im Mittelteil die einen oder anderen Längen. Die Krimihandlung scheint zweiweise beinahe in Vergessenheit zu geraten. Und auch das Ende konnte mich nicht 100%ig überzeugen. Ich hätte mir mehr Widerstand, mehr Aufregung gewünscht. Dennoch ist das Buch fesselnd, man möchte als Leser wissen wie es weitergeht, was hinter dem Mord steckt und auch, wie es den Charakten - insbesondere dem todkranken Winge - ergeht.

Fazit:
Düster und athmosphärisch. Ein gelungener historischer Krimi mit zwischenzeitlichen Längen aber tollen Beschreibungen Stockholms Ende des 18. Jahrhunderts.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Rache kann grausam sein...

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Inhalt:
Nach außen hin scheinen Faye, Jack und ihre gemeinsame Tochter Julienne ein glückliches Leben zu führen. Doch der Schein trügt: Jack, Geschäftsführer eines millionenschweren Unternehmens, drangsaliert ...

Inhalt:
Nach außen hin scheinen Faye, Jack und ihre gemeinsame Tochter Julienne ein glückliches Leben zu führen. Doch der Schein trügt: Jack, Geschäftsführer eines millionenschweren Unternehmens, drangsaliert Faye, wo er nur kann. Während sie ihn abgöttisch liebt und verzweifelt versucht ihm zu gefallen, hat er ständig neue Affären und fordert letztlich die Scheidung. Faye steht vor einem Scherbenhaufen...
Jahre später ist Faye aus eigener Kraft wieder auf die Füße gekommen. Doch als sie von einer Geschäftsreise zurückkehrt, ist Julienne verschwunden. Zurückgeblieben ist nur eine Blutlache... Hat Jack seiner eigenen Tochter etwas angetan?

Meine Meinung:
"Golden Cage" ist mein erstes Buch der schwedischen Autorin Camilla Läckberg. Aufgrund des Klappentextes hatte ich inhaltlich ehrlich gesagt etwas anderes erwartet. Das Verschwinden Juliennes findet erst ganz am Ende des Buches statt und spielt eigentlich erst auf den letzten Seiten eine vorherschende Rolle. Stattdessen handelt der Großteil des Buches von Fayes und Jacks Ehe, der vorhersehbaren Trennung der beiden und dem Neubeginn Fayes. Und natürlich Fayes Rachegelüsten! Ihr Racheplan ist perfide aber auch auf seine Weise brilliant, weswegen mich das Buch spätestens ab der zweiten Hälfte fesselnd konnte!

Faye ist ein zwiegespaltener Charakter. Sie ist eine intelligent und starke Frau und eine liebevolle Mutter. Auf der anderen Seite ist sie gerissen und hat auch eine dunkle Seite... Ich fand sie nicht wirklich sympathisch - aber auch nicht unsympathisch. Einerseits hatte sie eine schwere Kindheit, von der man als Leser im Laufe der Geschichte immer mehr erfährt und die sie sehr geprägt hat, weswegen sie mir zeitweise sogar Leid getan hat. Aber ihre Liebe zu Jack nimmt beinahe manische Züge an und auch in ihre Rache steigert sie sich so sehr herein, dass alles andere in der Hintergrund zu rücken scheint.

Auch wenn Faye und insbesondere Jack, der nicht nur herablassend und eingebildet ist, sondern auch ein miserabler Ehemann und Vater abgibt, mir nicht sonderlich sympathisch geworden sind, konnte dennoch ein Charakter mein Herz erobern: Fayes beste Freundin Chris! Sie ist eine tolle Freundin, immer zur Stelle, und hat eine sehr direkte aber auch humorvolle Art. Deshalb hat mich ihre Entwicklung im Buch auch sehr mitfühlen lassen.

Insgesamt konnte der Plot mich überzeugen. Auch wenn mir einiges zu vorhersehbar war, ist das Buch - nicht zuletzt dank des angenehm zu lesenden Schreibstils der Autorin - eine spannende Lektüre, die tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt...

Fazit:
Nicht das, was ich erwartet hatte, aber dennoch ein spannender und fesselnder Roman über eine kaputte Ehe und den krankhaften Wunsch nach Rache.

Veröffentlicht am 26.03.2019

Jagd durchs Moor

Verwesung
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Inhalt:
Vor acht Jahren hat der forensische Anthropologe Dr. David Hunter bei der Suche nach den Opfern des Serienkillers Jerome Monk geholfen. Leider blieb die Suche damals erfolglos.
Nun ist der Killer ...

Inhalt:
Vor acht Jahren hat der forensische Anthropologe Dr. David Hunter bei der Suche nach den Opfern des Serienkillers Jerome Monk geholfen. Leider blieb die Suche damals erfolglos.
Nun ist der Killer geflohen, in der Bevölkerung bricht Panik aus. Wird Monk wieder morden? Und werden die Leichen der damaligen Opfer je gefunden?
Sophie Keller, die vor acht Jahren ebenfalls an der Suche nach den Leichen beteiligt war, bittet Hunter um seine Mithilfe. Und ehe er sich versieht kommt er Monk und der Wahrheit der Morde näher als ihm lieb ist...

Meine Meinung:
"Verwesung" ist der vierte Teil der Reihe um den forensischen Anthropologen Dr. David Hunter. Das Buch beginnt mit einem Rückblick in Hunters Vergangenheit, durch den der Leser die Vorgeschichte erfährt und die an der damaligen Suche nach den Leichen Beteiligten kennenlernt. Der Hauptteil des Buches spielt jedoch in der Gegenwart. Der Leser begleitet Hunter bei seiner spannenden und gefährlichen Suche nach den noch immer unauffindbaren Opfer Monks, in die er durch Sophie mehr oder weniger unfreiwillig hineingezogen wurde, quer durch das Dartmoor. Lange Zeit scheint er dabei buchstäblich im Nebel zu tappen, doch dann kommt er nicht nur den Leichen sondern auch der Wahrheit hinter den Morden gefährlich nahe.

Das Setting ist - nicht nur aufgrund des Schauplatzes mitten im Moor - sehr düster und bedrohlich. Hinter jeder Ecken scheinen Gefahren zu lauern, allen voran Monk, der nicht nur extrem groß und stark ist, sondern sich im Moor auch noch bestens auskennt. Die ganze Geschichte scheint undurchsichtig. Wem kann Hunter wirklich trauen? Ist Monk wirklich die Bestie, für die ihn alle halten, und wenn ja, wird er rechtzeitig gefunden, bevor er erneut morden kann? Diese Fragen stellt man sich als Leser zu recht mehr als einmal im Laufe des Buches. Nicht zuletzt deshalb bleibt es bis zum Schluss spannend und fesselnd.
Die finale Auflösung hat mir - auch wenn ich mit meinem Anfangsverdacht hinsichtlich des Täters richtig lag - sehr gut gefallen.

Leider kommt das Thema Forensik in diesem Teil der Reihe recht kurz. Im Vordergrund steht die Suche nach Monk. Zudem spielt Hunters Privatleben eine große Rolle. Im Rückblick mehr über seine verstorbene Familie zu erfahren hat mir sehr gut gefallen. Man lernt Hunter als liebenden Vater und Ehemann kennen, wodurch er menschlicher und authentischer wirkt. Auf die in der Gegenwart stattfindende Annäherung mit Sophie, die mir zwischenzeitlich mit ihrer sturköpfigen Art auf die Nerven fiel, hätte ich hingegen auch verzichten können.

Fazit:
Spannend und fesselnd, aber dennoch nicht der beste Teil der Reihe. Das Thema Forensik kommt dieses Mal leider etwas kurz. Trotzdem ein absolutes Muss für Fans der Reihe.

Veröffentlicht am 26.03.2019

Ein folgenschwerer Unfall

Einer wird sterben
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Inhalt:
Stella ist allein zuhause, ihr Mann Paul ist Pilot und wieder einmal tagelang beruflich unterwegs. Eines Morgens steht plötzlich ein Mercedes vor ihrer Haustür. Ein Mann und eine Frau sitzen darin, ...

Inhalt:
Stella ist allein zuhause, ihr Mann Paul ist Pilot und wieder einmal tagelang beruflich unterwegs. Eines Morgens steht plötzlich ein Mercedes vor ihrer Haustür. Ein Mann und eine Frau sitzen darin, doch sie steigen nicht aus und machen auch keine Anstalten, wegzufahren. Stella bekommt es allmählich mit der Angst zu tun. Sind die zwei ihretwegen hier? Was wissen sie von Pauls und Stellas schrecklichen Unfall von vor 6 Jahren, bei dem ein Mensch ums Leben kam?

Meine Meinung:
Ein Unfall stellt Pauls und Stellas Leben auf den Kopf. Auch 6 Jahre danach scheinen die Erinnerungen Stella, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, noch sehr zu belasten. Sie hat sichtbar Narben davon getragen, die ihr die Rückkehr in ihren früheren Job unmöglich machen. Als der Mercedes tagelang vor ihrer Haustür verweilt und sich auch ansonsten seltsame Vorkommnisse in der Nachbarschaft häufen, bekommt sie es immer mehr mit Angst und Verzweiflung zu tun.
Als Leser kann man ihre Panik gut nachempfinden. Einerseits tut sie einem Leid, andererseits geht sie einem mit ihrer Art und ihrer krankhaften Liebe zu Paul zwischenzeitlich aber auch auf die Nerven. Sie steigert sie sich so in die Sache herein, dass einige ihrer Reaktionen nicht wirklich nachvollziehbar sind.

Die Plot an sich ist spannend. Was hat es mit den beiden Personen im Mercedes auf sich? Und was ist vor 6 Jahren bei dem Unfall wirklich passiert? Mit jedem "Ereigniss" kommen sowohl beim Leser als auch bei Stella immer mehr Fragen auf, die zum Großteil erst ganz zum Schluss beantwortet werden. Leider besitzt das Buch zwischenzeitlich jedoch einige Längen, sodass es mich erst gegen Ende so richtig packen konnte. Die letzten 50 Seiten haben es dann aber wirklich in sich! Die schlussendliche Auflösung ist überraschend, aber glaubhaft und konnte mich mit den zwischenzeitlichen Längen versöhnen.

Fazit:
Leider mit zwischenzeitlichen Längen, aber das Ende hat es wirklich in sich! Ein Buch, dass die Bezeichnung PSYCHOthriller zu recht trägt.

Veröffentlicht am 25.02.2019

Wie ein 13jähriger Junge zum Mörder wird...

Bösland
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Inhalt:
Sommer 1984: Auf dem Dachboden wird ein junges Mädchen brutal ermodert. Der gleichaltrige Ben hockt neben ihr als sie gefunden wird. Er wird verurteilt und verbringt Jahre seines Lebens in der ...

Inhalt:
Sommer 1984: Auf dem Dachboden wird ein junges Mädchen brutal ermodert. Der gleichaltrige Ben hockt neben ihr als sie gefunden wird. Er wird verurteilt und verbringt Jahre seines Lebens in der Psychiatrie. 30 Jahre später versucht er gemeinsam mit seiner Psychologin die Vergangenheit aufzuarbeiten. Und beginnt sich zu erinnern...

Meine Meinung:
Schon nach den wenigen Seiten der Leseprobe war ich so gefesselt, dass ich dieses Buch unbedingt lesen bzw. hören musste! Ich wollte wissen, wie ein 13 jähriger Junge zum Mörder wird...!

Der Plot ist spannend und fesselnd, auch wenn manche Stellen schon beinahe zu konstruiert wirken. Tatsächlich spielt die Psyche eine große Rolle und durch die vom Autor gewählte Ich-Perspektive bekommt der Leser einen sehr guter Eindruck von Ben, seinen Gedanken und Gefühlen. Leider kann die zweite Hälfte des Buches und insbesondere das Ende nicht mit der starken ersten Hälfte mithalten.

Das Hörbuch ist kurzweilig und angenehm zu hören. Unterbrochen werden die bereits angesprochenenn Erzählungen aus Bens Sicht durch Gespräche bzw Dialoge, die er mit seiner Psychologin, seinem Jugendfreund oder dessen Frau führt, wodurch die Geschichte aufgelockert wird. In der Vertonung wird jeder dieser Charaktere durch einen eigenen Synchronspieler verkörpert. Dies erleichtert das Zuhören und macht es zu einem abwechslungsreichen Hörerlebnis.

Fazit:
Spannender Psychothriller, der stark anfängt, dann aber leider etwas nachlässt. Trotzdem ist das Hörbuch durch die verschiedenen Sprecher ein tolles und kurzweiliges Hörerlebnis.