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fredhel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2019

Very rich and very crazy

Crazy Rich Asians
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Rachel und Nick, beides amerikanische Hochschulprofessoren mit chinesischen Wurzeln, leben in einer gut funktionierenden Partnerschaft. Sie fliegen nach Singapur zur Hochzeit von Nicks bestem Freund, und ...

Rachel und Nick, beides amerikanische Hochschulprofessoren mit chinesischen Wurzeln, leben in einer gut funktionierenden Partnerschaft. Sie fliegen nach Singapur zur Hochzeit von Nicks bestem Freund, und dabei soll Rachel gleichzeitig mit der Familie ihres Liebsten bekannt gemacht werden.

Nick ist allerdings ein Meister des Tiefstapelns. Kapitelweise wird beschrieben, wie Rachel Schritt für Schritt begreift, dass sie die Freundin von Asiens reichstem und begehrtesten Junggesellen ist. Darauf hat sie der bescheidene Nick in keinster Weise vorbereitet.

Seine Familie ist in weiten Teilen not amused. Ehen werden in dieser Gesellschaftsklasse traditionell arrangiert, Geld und Einfluss sind dabei ausschlaggebend. Doch gezielte Störfeuer werden nicht nur durch die Verwandtschaft in spe gezündet, nein auch Töchter aus gutem Haus, die Nick als geeignete Beute ansehen, laufen zur Höchstform in puncto Bösartigkeit auf. In sofern ist es die klassische Liebesgeschichte, in der zwei Menschen jede Menge Hindernisse bis zu ihrem persönlichen Glück überwinden müssen.

Demnach ist "Crazy Rich Asians" eigentlich kein besonderer Roman, auch wenn die Protagonisten sehr sympathisch sind. Besonders wird er erst durch das Milieu der Singapurer Oberschicht: dekadent in ihrem unbeschreiblichen Reichtum, meist mit einem furchtbaren Geschmack gesegnet und von der eigenen Bedeutung bis ins Unermessliche überzeugt. Natürlich muss man die zum Teil epischen Schilderungen von Kleidung und Einrichtung mögen, aber sie stecken voll feinem Humor, und zusammen mit der immer wieder auftretenden Situationskomik, lässt sich das Buch mit einem ständigen Lächeln auf den Lippen gut lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Hoffentlich werden die beiden anderen Bände der Trilogie auch bald übersetzt.

Veröffentlicht am 13.05.2019

Sylter Sax

Finsteres Kliff
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Ohne Vorkenntnisse bin ich in den 3. Fall von Liv Lammers eingestiegen. Sie ist eine sehr selbstbewußte Frau (zumindest nach außen hin), familienorientiert, beruflich ehrgeizig, erfolgreich und leider ...

Ohne Vorkenntnisse bin ich in den 3. Fall von Liv Lammers eingestiegen. Sie ist eine sehr selbstbewußte Frau (zumindest nach außen hin), familienorientiert, beruflich ehrgeizig, erfolgreich und leider zu Alleingängen neigend. Sylt hat keine eigene Mordkommission, deswegen wird sie mit ihren Kollegen aus Flensburg dorthin beordert, als eine Leiche in den Sylter Hügelgräbern gefunden wird. Zeitgleich verschwindet die Freundin des Toten und ein kostbares Wikinger-Artefakt. Die beiden Opfer gehören zu einer Clique, die sich mit Leib und Seele der Wikingertradition verpflichtet fühlt. Sie lassen alte Bräuche aufleben, glauben an die alten Götter und versuchen in Rollenspielen,das alte Leben nachzuempfinden.
So gelingt es der Autorin geschickt, dem Leser ein tiefer gehendes Bild über Sylt zu vermitteln. Die Insel hat eben mehr zu bieten als Schickimicki und Sandstrand, nämlich auch Geschichte und Artefakte.
Die Autorin Sabine Weiss schlägt von der ersten Seite an ein hohes, dichtes Erzähltempo an. Viele Personen, viele realistische Verdächtige, viele Motive! Der Spannungsfaktor ist absolut hoch, vielleicht für mich sogar etwas zu hoch, weil manche Stellen unerwartet brutal sind. Ich persönlich zumindest erwarte und bevorzuge im Bereich Regionalkrimis eine sanftere Vorgehensweise, aber das mag jeder für sich selbst entscheiden.
Weil Liv Lammers doch eine sehr prägende und einschneidende Vorgeschichte hat, wäre mir eine kurze Zusammenfassung im Klappentext hilfreich gewesen, aber insgesamt hat "Finsteres Kliff" meine Erwartungen übertroffen.

Veröffentlicht am 18.04.2019

spannend

Dark Call - Du wirst mich nicht finden
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Holly Wakefield ist forensische Psychiaterin. Sie engagiert sich sehr für ihre Patienten und ist zugleich auch Dozentin am College. In ihrem ersten Fall arbeitet sie mit Detective Inspector Bishop zusammen. ...

Holly Wakefield ist forensische Psychiaterin. Sie engagiert sich sehr für ihre Patienten und ist zugleich auch Dozentin am College. In ihrem ersten Fall arbeitet sie mit Detective Inspector Bishop zusammen. Sie ergeben zusammen ein gutes Team, um einen gefährlichen Serienmörder zur Strecke zu bringen. Der Autor spart nicht mit blutigen Details an den Tatorten, so dass man als Leser starke Nerven haben sollte. Holly Wakefield behält cool den Überblick. Mir ist diese Protagonistin sehr sympathisch geworden, denn hinter ihrer analytischen Fassade zeigt sich ein überraschend schweres Schicksal, dass sich erst imVerlauf des Buches offenbart. Obwohl sie so gut in ihrem Job ist, arbeitet sie sehr teamorientiert und verantwortungsvoll. Der Autor zeigt sie nicht als eigenbrötlerische Intelligenzbestie, sondern als eine in sich gefestigte Frau. Mir gefällt das sehr gut. Das trägt mit dazu bei, dass ich dieses Buch verschlungen habe. Hauptsächlich aber hat mich die Handlung fasziniert. Erst zum Schluss versteht man, wie kunstvoll alles ineinander verwoben ist und wie raffiniert der Täter vorgegangen ist. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 15.04.2019

In der Ruhe liegt die Kraft

Kühn hat Ärger
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Von Jan Weiler kannte ich nur diesen netten Roman "Maria, ihm schmeckt's nicht", doch das ist kein Vergleich zu "Kühn hat Ärger". Kommissar Kühn hat nach einem Burnout gelernt, seine Intuition als besondere ...

Von Jan Weiler kannte ich nur diesen netten Roman "Maria, ihm schmeckt's nicht", doch das ist kein Vergleich zu "Kühn hat Ärger". Kommissar Kühn hat nach einem Burnout gelernt, seine Intuition als besondere Gabe zu akzeptieren. Nun versucht er in seiner alten Truppe wieder Fuss zu fassen, was für seinen Kollegen, der sich schon als zukünftigen Leiter gesehen hat, ein Ärgernis darstellt. Die Ermittlungen führen in das Milieu einer sehr, sehr reichen Familie, deren Gutmenschtum fast aus allen Nähten quillt. Kühn läßt sich bezaubern, ehe er die häßlichen Seiten hinter der schönen Fassade erkennt. Ein krimineller arabischer Teenager hat sich unsterblich in das Töchterchen aus gutem Haus verliebt und unter dem Einfluss dieser perfekten, liebevollen Familie ändert er sein Leben. Er verläßt sein schädliches Umfeld, steckt Energie in einen guten Schulabschluss und ist auf dem besten Weg, die soziale Leiter zu erklimmen, als er auf brutalste Weise totgeschlagen wird.
Mir gefällt, wie Kühn das Verbrechen aufklärt. Unaufgeregt folgt er der Spur, auch wenn seine Sympathien ihm zeitweise das Denken vernebeln. Er hat sowohl private Probleme als auch gesundheitliche. Mit keinem kann er darüber sprechen, aber er will es auch gar nicht. Obwohl Kühn sich so abkapselt, ist sein Blick auf die Dinge nicht fokussiert, sondern sieht Menschen und Tatorte immer in ihrem Zusammenhang. Bei einem Kommissar mit soviel Tiefgang freut man sich schon auf Folgebände.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Gnadenlos

Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem. (Golden Cage 1)
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Dies ist mein erstes Buch von Camilla Läckberg und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Erschreckend und bewundernswert ist diese Faye Adelheim. Für die Liebe ihres Lebens hat sie ihre eigenen Träume ...

Dies ist mein erstes Buch von Camilla Läckberg und ich konnte es nicht aus der Hand legen. Erschreckend und bewundernswert ist diese Faye Adelheim. Für die Liebe ihres Lebens hat sie ihre eigenen Träume zurückgestellt, doch als sie kaltblütig ohne einen Pfennig abserviert wird, erwacht ihr Stolz und ihr Einfallsreichtum. Mit über 30 startet sie endlich die steile Karriere, die sie schon längst hätte haben können, wenn ihr Mann sie nicht auf Hausweibchen reduziert hätte. In ihr steckt viel Potenzial. Ehemann Jack hat sie eindeutig unterschätzt, denn auch ihr Rachefeldzug ist unaufhaltsam.
Camilla Läckberg versteht es, viel Sympathie für eine im Prinzip eiskalte Person zu wecken. Faye liebt und hasst gleichermaßen leidenschaftlich, und in Rückblicken auf ihre schwierige Kindheit erklären sich diese Gegensätze. Von der ersten Seite wird man in Fayes Bann gezogen, doch das ist noch gar nichts zum Geniestreich auf den letzten Seiten. Hochspannung pur und absolute Leseempfehlung!