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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.07.2019

Taten aus der Vergangenheit führen in die Jetztzeit

Eisige Tage
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Der Prolog des Thrillers führt uns nach Leipzig ins Jahr 1952. Ein Geschwisterpaar wird von Soldaten aufgefunden, der Junge kann entkommen, das Mädchen wird brutal vergewaltigt.
In der Jetztzeit wird ...

Der Prolog des Thrillers führt uns nach Leipzig ins Jahr 1952. Ein Geschwisterpaar wird von Soldaten aufgefunden, der Junge kann entkommen, das Mädchen wird brutal vergewaltigt.
In der Jetztzeit wird eine tiefgefrorene Leiche aus einem Auto im Elster-Saale-Kanal gefischt. Der Tote ist ein russischer Anwalt der ein Bild eines seit einer Woche vermissten Mädchens bei sich trug. Am Tag vorher hatte er einem Straßenstrich-Mädchen dieses Foto gezeigt, sie konnte ihm nicht weiterhelfen.
Taten aus der Vergangenheit führen zu Taten in der Jetztzeit. Hinzu kommt bei diesem komplexen Hergang ein interessantes Ermittlerduo, die taffe Kommissarin Hanna Seiler und der Querkopf Milo Novic, die für interessante Dialoge sorgen.

Veröffentlicht am 30.07.2019

Wechselbälger

Kalte Wasser
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Die Geburt der eineiigen Zwillinge war für Lauren eine Tortur, die sie nur mit Hilfe der Medikamente überstehen konnte. Zwei gesunde Jungen, da sollte sie doch glücklich sein und die Beiden sofort in ihr ...

Die Geburt der eineiigen Zwillinge war für Lauren eine Tortur, die sie nur mit Hilfe der Medikamente überstehen konnte. Zwei gesunde Jungen, da sollte sie doch glücklich sein und die Beiden sofort in ihr Herz schließen. Sie fühlt sich schuldig, dass dem nicht so ist. Wie eine Löwenmutter kämpfte sie einige Zeit später um ihre Kinder. Im abgeteilten Nachbarbett hörte sie Gesang und Babylaute. Sie sah eine verdreckte, übel riechende Frau mit einem Korb, aus dem Bewegung kam. Lauren soll eines ihrer Kinder gegen eines aus dem Korb tauschen. Lauren flüchtet mit den Zwillingen ins Bad und informiert die Polizei. Doch keiner war da, keiner hat etwas gesehen, es konnte keiner die Station betreten. Die Polizistin Harper lässt der Vorfall keine Ruhe, irgendetwas stimmt nicht. Tage später, bereits in ihrem eigenen Zuhause, wird sie von einer Unbekannten beobachtet. Sind die Kinder weiterhin in Gefahr? Recherchen ergeben, dass bereits vor 40 Jahren einer Zwillingsmutter der gleiche Tausch vorgeschlagen wurde.
Nach der reinen Vernunft kann es Wechselbälger nicht geben, Feen und Wassermenschen, die Kinder eintauschen oder holen wollen. Beim Lesen des sehr spannend geschriebenen Romans ist man stets im Zweifel, was man glauben kann und was nicht. Die anfänglichen Seiten über die Geburt der Kinder sollte man Schwangeren nicht zum Lesen geben. Das Gesundheitssystem in Großbritannien, in dem die Handlung spielt, ist nicht das Beste.

Veröffentlicht am 28.06.2019

Generationenkonflikt

Die Liegenden
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Aus der Sicht eines alleinerziehenden Vaters erleben wir die Probleme mit seinem gerade volljährig gewordenen Sohn. Dieser liegt nur entweder im Bett oder auf der Couch, hat Kopfhörer im Ohr oder schaut ...

Aus der Sicht eines alleinerziehenden Vaters erleben wir die Probleme mit seinem gerade volljährig gewordenen Sohn. Dieser liegt nur entweder im Bett oder auf der Couch, hat Kopfhörer im Ohr oder schaut befremdlich Soups. Während er selbst Stunden im Bad verbringt sieht alles um ihn herum verdreckt aus. Der Vater stellt sich die Frage, was er falsch gemacht hat. Wie war er in seiner Jugendzeit? Er liebt seinen Sohn und möchte ihm vieles ermöglichen, aber gehört ein extrem teures Shirt dazu oder dass er in Haushalt alles hinwirft? Sein größter Wunsch ist es, dass sein Sohn ihn auf einer Wanderung in die Berge begleitet, die ihm in seiner Jugend viel bedeutet hat. Aber kann er ihm einen stundenlangen Aufstieg ins Hochgebirge zumuten, der kaum 10 Minuten am Stück gehen kann?
Parallel zu seinen Gedanken um den Sohn schreibt er an einem fiktiven Stück über einen Kampf der Alten gegen die Jungen. Nach seinen Berechnungen gibt es im Jahr 2050 50 % über 75-jährige und die Jugend hat zu wenig zum Überleben.
Philosophisch, nachdenklich machend und dennoch sehr humorvoll wird uns ein Spiegel des Lebens, die Veränderungen durch die Generationen, vorgehalten

Veröffentlicht am 31.05.2019

alte Knochen

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Ohne die Vorgängerkrimis um das Ermittlerehepaar Gina Angelucci und Toni Dühnfort zu kennen war ich sofort mit den beiden vertraut. Nach der Geburt von Chiara sind zwei Jahre Elternzeit vergangen und Gina ...

Ohne die Vorgängerkrimis um das Ermittlerehepaar Gina Angelucci und Toni Dühnfort zu kennen war ich sofort mit den beiden vertraut. Nach der Geburt von Chiara sind zwei Jahre Elternzeit vergangen und Gina beginnt wieder ihre Arbeit bei der Polizei im Bereich Cold Case - kalte Fälle -, ungeklärte, länger zurückliegende Todesfälle. Toni übernimmt nun die Betreuung ihrer behinderten Tochter und lebt sich gut in seine Rolle hinein. Als in einem kleinen bayerischen Ort zufällig menschliche Knochenteile gefunden werden wird Gina aktiv. Auch gegen den Widerstand ihres Chefs will sie die Namen der seit mindestens 70 Jahren Toten, ein junger Mann aus der Gegend und eine junge Frau aus dem Baltikum und warum beide erschossen wurden auf den Grund gehen. Ihre Hartnäckigkeit ist berüchtigt und mit unkonventionellen Methoden kommt sie voran. Ein Familienzwist seit vielen Jahrzehnten spielt ebenso eine Rolle wie die NS-Vergangenheit der Dorfbewohner.
Spannend und politisch wie menschlich sehr interessant wird dieser Kriminalroman in verschiedenen Handlungs- und Zeitebenen erzählt. Die abwechslungsreiche Stimme von Vera Teltz macht das Hören zu einem Vergnügen.

Veröffentlicht am 31.05.2019

falsches Spiel?

Die stille Tochter
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Die Schwimmmannschaft der DDR hält sich im Jahre 1973 in Oslo auf. Unter ihnen ist auch die junge Christel Heinze, die seit Jahren davon träumt, die DDR zu verlassen. Sie sieht ihre Chance zur Flucht und ...

Die Schwimmmannschaft der DDR hält sich im Jahre 1973 in Oslo auf. Unter ihnen ist auch die junge Christel Heinze, die seit Jahren davon träumt, die DDR zu verlassen. Sie sieht ihre Chance zur Flucht und nutzt sie. Sie sucht Zuflucht in der Botschaft der BRD, sie lernt Norwegisch und bleibt dort. Ihr platonischer Freund Arvid Storholt unterstützt sie im alltäglichen Leben und sie lernt Boris kennen und lieben, doch dieser ist verheiratet und Vater und sie merkt schnell, dass er sich nie für sie entscheiden wird. Durch ihre Vergangenheit wird der KGB auf sie aufmerksam, er erpresst sie mit ihrer weiterhin in Ostberlin lebenden Eltern und der jüngeren Schwester. Sie fügt sich und gerät in die Fänge zwischen Spionage und Gegenspionage. 1982 wird Christel als vermisst gemeldet, 2016 wird eine Frauenleiche gefunden, die vermutlich Christel ist. Tommy Bergmann ist mit den Ermittlungen beauftragt und ist auch für den norwegischen Geheimdienst auf der Suche nach den Hintergründen und dem ominösen "Bär", der im Hintergrund die Fäden zieht. Wer hat sie ermordet, wer spielte ein falsches Spiel?
Detlef Bierstedt liest den Thriller gekonnt ein, die vielen Namen und Decknamen, die verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen erschwerten mir den Beginn der Geschichte. Mit zunehmenden Dauer kam ich besser in die verworrene Erzählung hinein, Unaufmerksamkeiten darf man sich beim Zuhören nicht erlauben, dann geht einem der Faden verloren.