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Veröffentlicht am 18.07.2019

Da wird doch der Giersch im Salat verrückt!

Der Giersch muss weg!
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Unkraut – mit des Gärtners größter Feind im Garten, zumindest ist das meistens so. Mit diesem Buch erhält man 50 frische Wildkräuterrezepte und kann den Spieß mal umdrehen – und die Unkräuter einfach aufessen. ...

Unkraut – mit des Gärtners größter Feind im Garten, zumindest ist das meistens so. Mit diesem Buch erhält man 50 frische Wildkräuterrezepte und kann den Spieß mal umdrehen – und die Unkräuter einfach aufessen. Die verschiedenen Unkräuter werden jeweils kurz vorgestellt, damit man auch ein bisschen was darüber erfährt.

Nichts ist für Gärtner im Garten so nervig wie Unkraut, das an Stellen wächst, an denen es eben nicht wachsen soll. (Gut, Schnecken, die einfach alles auffressen sind auch nicht so doll…). In diesem Buch werden Unkräuter und deren grundsätzliche Verwendungsmöglichkeiten zuerst einmal theoretisch vorgestellt, auch hinsichtlich des Geschmacks (Bitter, würzig, sauer, etc.) und der Möglichkeiten, die Rezepte komplett pflanzlich umzuwandeln, also vegan. Anschließend wird auf einer Doppelseite das jeweilige Unkraut vorgestellt, man erhält Infos darüber, wie man es gut erkennen kann, wie man es loswird oder eben lieber nutzt. Diese Erläuterungen sind mit Bildern versehen und oftmals auch Hinweisen (nur in Maßen zu verzehren, nicht zu häufig, etc.). Auf der darauffolgenden Doppelseite findet man dann entsprechende Rezepte – vom italienischen Berlinsen-Eintopf mit Beinwell über den Champignonsalat mit Dost-Dressing bis zum Gänsefuß-Gorgonzola-Pfannkuchen.

Die Rezepte sind verständlich und übersichtlich aufgeführt – jeweils mit Angabe der Zubereitungszeit und Portionen. In einem kleinen Serviceteil findet man noch Hinweise auf weitere Bücher, bevor zwei alphabetische Register aufgeführt sind – nach Pflanzen und nach Rezepten. Im hinteren Klappumschlag findet man dann noch einen Vergleich – die essbaren Wildkräuter samt ihrer Verwechsler, die zum Teil giftig sind. Diese sind jeweils mit einem kleinen Bild (max. 3x3cm) versehen – etwas, was ich leider ein bisschen zu klein geraten finde. Gerade hier bei den Verwechslern hätte ich mir ein großes Bild gewünscht. Im vorderen Klappumschlag findet man eine Aufstellung über Zeigerpflanzen (kalkreicher Boden, humusreicher Boden – und welche Pflanzen dies anzeigen) sowie einen kurzen Text über Pflanzen, die gesellschaftsfähig sind, also die zusammen an einem Ort wachsen.

Inhaltlich war das Buch für mich gut und verständlich aufgebaut – und auch von der Sprache her gab es für mich überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Rezepte sind sehr vielfältig – und so verschieden, wie auch wir Menschen es sind. Nicht jedes Rezept sagt mir so total zu, andere möchte ich hingegen immer wieder machen (Gänseblümchensalz) – auch weil es vielleicht eine schöne Geschenkidee ist.

Für mich steht fest, dass ich nicht jedes Unkraut verarbeiten muss, ich die Grundidee dahinter aber wirklich gut finde. Es ist eben wie so vieles Geschmackssache, gerade wenn es um Rezepte geht. Für mich war es ein interessantes und hilfreiches Buch, um die verschiedenen Unkräuter noch besser kennenzulernen. Ich hätte mir über die teils giftigen Verwechselpflanzen noch ein bisschen mehr Info bzw. eine größere Übersicht gewünscht. Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen, ich kann es durchaus empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Wenn der gebürtige Franke sich über den Braten-Franken beschwert…

Der Löwe büllt
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Nico Schnös ist Controller und gerade läuft es beruflich nicht so ganz gut. Bei einem Wutanfall wirft er eine Tasse auf den Finanzvorstand – und wird dann erstmal in Zwangsurlaub geschickt. Damit er seinen ...

Nico Schnös ist Controller und gerade läuft es beruflich nicht so ganz gut. Bei einem Wutanfall wirft er eine Tasse auf den Finanzvorstand – und wird dann erstmal in Zwangsurlaub geschickt. Damit er seinen Ruhepuls unter Kontrolle bekommt, wird er dazu noch mit einem Fitnesstracker ausgestattet, auf dessen Daten sein Chef immer wieder zugreifen kann. Auch privat läuft nicht alles rund, denn seit sein Vater vor einem Jahr gestorben ist, ruft ihn seine Mutter ständig an. Und auch seine Frau Mia droht er gerade an irgendeine komische Kuschelsekte zu verlieren. Nun soll er im Zwangsurlaub also endlich Erholung und Ruhe finden – doch er hat seine hyperaktive Mutter dabei, was wohl nicht so ganz die Ruhe reinbringt…

Die Geschichten von Tommy Jaud finde ich generell sehr amüsant und witzig, so hat mich vor einigen Jahren schon „Vollidiot“ und „Resturlaub“ sehr begeistert. Nun war ich aufs Hörbuch echt gespannt, vor allem weil es vom Autor selbst gelesen wird. (Der jeglichen fränkischen Dialekt, wenn je vorhanden, abgelegt hat.)

Der Erzählstil der Geschichte wechselt immer wieder ab, so wechselt man zwischen verschiedenen Zeiten (z.B. im Urlaub, Tod des Vaters, vor dem Urlaub) ab beim Hören. Zu Beginn braucht man vielleicht einen Moment, dann kommt man da aber gut mit zurecht und erkennt auch immer wieder, wenn ein Zeitenwechsel da ist. Gelesen wird das Hörbuch von Tommy Jaud selbst, was ich mal ganz spannend fand. Er hat eine angenehme Stimme, ist wirklich gut zu verstehen und bringt die verschiedenen Personen auch stimmlich sehr gut rüber. Man merkt das definitiv beim Hören, was ich sehr gut aber auch amüsant finde. Die Laufzeit des Hörbuchs liegt übrigens bei knapp sieben Stunden – es ist eine ungekürzte Lesung.

Die Geschichte klingt schon vom Text her sehr lustig – und hält das auch, was sie verspricht. Es geht hoch her und ist wirklich sehr amüsant, durchaus aber auch mal tiefgründig. Gerade zum späteren Teil hin wird es in gewisser Weise fast ein wenig nachdenklich. (Vielleicht ist es auch eine Hommage an seinen verstorbenen Vater, dem dieses Hörbuch gewidmet ist.) Gerade zu Beginn (erste und zweite CD) habe ich die Geschichte als sehr, sehr lustig empfunden, kam aus dem Lachen fast nicht mehr raus. Wie er die Menschen so darstellt, ist wirklich sehr gelungen – und wie er auch die Klischees bedient und amüsant mitspielen lässt. Auch die Wutausbrüche bekommt man quasi hautnah mit, eben weil sie sehr gut geschildert sind.

Natürlich ist die Geschichte in mancher Hinsicht sicher etwas überdreht, gerade was auch die Mutter und ihre Ansichten etc. angeht – aber das macht „Der Löwe büllt“ einfach aus. Für mich war es ein gelungenes Hörbuch, das sehr humorvoll war, für mich aber zum Schluss hin leider etwas nachgelassen hat. Sicher waren auch die nachdenklichen Szenen passend und gaben der Geschichte eine runde Komponente, aber der Witz, der zu Beginn da war, wurde einfach nicht ganz „gehalten“ bis zum Schluss. Für mich ein sehr unterhaltsames, abwechslungsreiches und lustiges Hörbuch mit durchaus auch nachdenklichen Momenten. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung. Über eine Verfilmung würde ich mich hier echt freuen.

Veröffentlicht am 15.06.2019

Auf dem Kiez musst du abgehärtet sein.

Elbschlosskeller. Kein Roman
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Der Elbschlosskeller ist eine der Kiez-Kneipen (Lage: Hamburger Berg) auf St. Pauli - angeblich die härteste Kneipe dort. Geöffnet ist er täglich 24 Stunden – und so zieht er die unterschiedlichsten Menschen ...

Der Elbschlosskeller ist eine der Kiez-Kneipen (Lage: Hamburger Berg) auf St. Pauli - angeblich die härteste Kneipe dort. Geöffnet ist er täglich 24 Stunden – und so zieht er die unterschiedlichsten Menschen an. Dennoch ist es eine der härtesten Kneipen Hamburgs – man bekommt viel Elend bzw. Leid mit – ebenso aber auch unbändige Freude.

Vom Elbschlosskeller in Hamburg habe ich ehrlicherweise erst vor einiger Zeit bewusst etwas gehört, bislang war er mir nicht so bekannt wie beispielsweise andere Kneipen bzw. Lokalitäten rund um die Reeperbahn. Beim letzten Hamburg-Besuch hab ich mir dann selbst mal ein Bild davon machen können, bislang hatte es mich noch nicht großartig in den „Hamburger Berg“ verschlagen, selbst bei einem Rundgang war ich dort wohl wenn nur kurz gewesen. Kürzlich hab ich mir dann noch eine Reportage drüber angesehen – und so bekam ich schon vor dem Buch einen ersten Eindruck vom Elbschlosskeller und vom Inhaber – und Autoren des Buches, Daniel Schmidt.

Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen, es ist gut verständlich geschrieben, liest sich angenehm und gut. Inhaltlich ist natürlich nicht alles so leicht zu nehmen und es gibt durchaus mal heftige Situationen, was aber auch einfach dem „Milieu“ (?) geschuldet ist – auf dem Kiez ist halt nichts mit Ringelpietz-mit-Anfassen, sondern da gibt’s klare Worte – und wenn’s nicht hilft, dann auch klare Taten. Vom Text her war für mich alles gut zu lesen, keine Fremdwörter, Fachbegriffe, außer denen, die für den Kiez halt so typisch sind. (Lude, etc. -> kannte ich aber schon aus „Große Freiheit“ von Rocko Schamoni)

Im Buch erzählt Daniel Schmidt über sein Leben mit und im Elbschlosskeller, den schon seine Eltern als Pächter hatten, als er gerade einmal geboren wurde (1984). Die Geschichten werden nicht unbedingt chronologisch erzählt, sondern manchmal ist es auch innerhalb von einzelnen Kapiteln ein bisschen durcheinander, weil da Erinnerungen an vergangene Erlebnisse geschildert werden. Das finde ich aber nicht so schlimm, denn es muss ja nicht alles exakt nach Zeitverlauf geschrieben sein. Man erfährt einiges über Daniel Schmidt und seine Familie, auch wie diese auseinandergebrochen ist. Ebenso erfährt man aber immer wieder etwas über Stammgäste des Elbschlosskellers, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Hier gibt es schon heftige Schicksale, die durch die Fotografien (von CP Krenkler), die man in der Mitte des Buches findet, noch abgebildet sind.

Auch von Daniel Schmidt selbst erfährt man viele Dinge, die ihm so widerfahren sind bzw. die er in seinem Leben schon geschafft hat. Teilweise war mir das ein bißchen zuviel, denn für mich war die Erwartung, dass es im Buch vorrangig um den Elbschlosskeller geht. Was er immer wieder selbst erwähnt, ich anhand der gesehenen Reportage und nach dem Lesen des Buches auch absolut so unterschreiben würde: er ist ein direkter, emotionaler Mensch, der durchaus extrem ist, in den Dingen, die er macht. (Sport beispielsweise). Auch da ist er sich im Buch treu geblieben, gibt kein falsches Bild von sich ab, wenngleich manche Schilderungen mir teilweise ein bisschen unglaubwürdig vorkamen (Das mag vielleicht so passiert sein, Sex, Drogen, etc., aber für mich ist es dann nicht vorstellbar.)

Alles in allem war es ein ziemlich interessantes Buch für mich. Die Plätze rund um die Reeperbahn finde ich selbst unheimlich spannend, anziehend und auch immer wieder auf gewisse Weise erschreckend. Hier war es einfach spannend mal einen Blick in den Elbschlosskeller hineinwerfen zu können. Mehr über die Menschen dort zu erfahren. Das Buch ist wirklich „randvoll“ geschrieben, was definitiv so ist – andere Bücher lassen einen breiten, freien Rand um die jeweiligen Seiten – hier wurde der Platz quasi richtig genutzt. (Finde ich gut!).

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung für sehr lesenswerte Einblicke in den Elbschlosskeller.

Veröffentlicht am 03.06.2019

Für mehr Glitzer im Alltag.

Das Glitzer-Nähbuch – Nähprojekte mit Pailletten-, Metallic- und Glitzerstoffen für Kinder
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Mit dem Nähbuch bekommt man ein paar Nähprojekte aufgezeigt, die sich wunderbar mit Glitzerstoffen umsetzen lassen – vorrangig sind die Projekte für Kinder (als Endverbraucher) gedacht. Auch mithelfen ...

Mit dem Nähbuch bekommt man ein paar Nähprojekte aufgezeigt, die sich wunderbar mit Glitzerstoffen umsetzen lassen – vorrangig sind die Projekte für Kinder (als Endverbraucher) gedacht. Auch mithelfen können die jungen Nähbegeisterten bei einigen Nähanleitungen schon – das Glitzerlesezeichen ist zum Beispiel super leicht herzustellen. Aber auch andere Nähanleitungen wie für einen Hasengeldbeutel oder ein glitzerndes Utensilo sind im Buch vorhanden.

Neue Nähprojekte sind ja immer wieder spannend – und wer kann Glitzer schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht. Von daher war ich sehr gespannt auf die einzelnen Nähprojekte im Buch – und natürlich die Umsetzbarkeit.

Zuerst einmal erhält man im Buch vorn eine Übersicht über das benötigte Material, eine kleine Stoffkunde, Nähgrundlagen (für dieses Buch), ein paar Tipps und Tricks für das Nähen mit Kindern und auch noch allgemeine Tipps und Tricks. (Reißverschlss-Einnähen, Wendeöffnung). Dann geht’s endlich los mit den Nähprojekten – von verschiedenen Funkelkissen, praktische Haarreifhalter, den Turnbeutel über ein Turban-Haarband bis hin zu „Pimp your Pulli“ – z.B. mit Pailettenband.

Die einzelnen Anleitungen sind so gegliedert, dass man direkt ein Foto des fertigen Nähprojekts sieht, das benötigte Material samt Zuschnitt (Hinweis auf die Vorlagebögen hinten im Buch) aufgegliedert findet und dann direkt eine Punkt-für-Punkt-Anleitung bekommt. Samt Fotos zu den einzelnen Nähschritten. Das ist soweit gut und verständlich erklärt, wenn man allerdings Nähanfänger ist, wird man sich vielleicht noch ein bisschen schwertun. Hier sollte man meiner Ansicht nach vielleicht schon mal ein, zwei andere Nähprojekte gemacht haben.

Mir hat das Glitzernähbuch gut gefallen, die Projekte sind spannend und vielfältig, ich hätte mir allerdings noch ein oder zwei „alltäglichere“ Endprodukte gewünscht, vielleicht einen Shopper oder etwas gänzlich anderes. Was mir auch ein, zweimal aufgefallen ist, war der Unterschied vom Foto zur Einzelanleitung. Beispielsweise das Haarband hat hier zweierlei Stoffarten (die nicht so arg glitzernde Variante ist in den Einzelschritten angezeigt – und da hätte mich die Endvariante echt interessiert). Oder mal ist ein Produkt nicht endgültig fertig abgebildet (Scrunchie). Das sind zwar Kleinigkeiten, aber bei manchem kann man sich im angewandten Zustand einfach ein besseres Bild machen, wie etwas dann so ausfällt. Aber wie gesagt, keine wirklich großen Punkte.

Das Glitzer-Nähbuch ist wirklich toll, viele verschiedene Projekte, die man nicht nur für Kinder umsetzen kann, sondern sich sicher auch bei Erwachsenen gut machen. Wer kann Glitzer schon widerstehen? Die Projekte sind gut erklärt, auch die vorherigen Tipps hinsichtlich des Nähens mit Pailetten und Co. Haben mir echt gut gefallen. Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

Veröffentlicht am 29.05.2019

Eine heftige Geschichte.

Der Fall Collini
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Der junge Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung von Fabrizio Collini (Franco Nero) nur allzu eifrig. Collini hat nach 34 Arbeitsjahren als Werkzeugmacher in Deutschland ...

Der junge Anwalt Caspar Leinen (Elyas M’Barek) übernimmt die Pflichtverteidigung von Fabrizio Collini (Franco Nero) nur allzu eifrig. Collini hat nach 34 Arbeitsjahren als Werkzeugmacher in Deutschland einen Industriellen umgebracht, in einem Hotel. Doch eigentlich gibt es keine Verbindung zwischen Collini und dem Toten- oder doch? Und auch Anwalt Caspar Leinen muss feststellen, dass er den Toten gut gekannt hat, was die Verteidigung für ihn schwer macht, zumal er immer wieder von Johanna (Alexandra Maria Lara), der Enkelin des Toten, daran erinnert wird. (Weitere Rollen im Film: Strafverteidiger Richard Mattinger – Heiner Lauterbach; der Großindustrielle Hans Meyer – Manfred Zapatka).

Das Buch von Ferdinand von Schirach zum gleichnamigen Film habe ich kürzlich bereits gelesen und auch den Film im Kino endlich angesehen – so dass ich einen guten Vergleich hatte – und auch eine Idee, wie das Hörspiel zum Film sein würde. Filmhörspiele finde ich durchaus interessant, wenn man nicht ins Kino gehen möchte, keine Zeit dafür hat oder sich die Geschichte generell lieber anhören möchte.

Erzähler dieses Hörbuchs ist Stephan Schad, dessen Stimme ich als sehr angenehm empfunden habe. Er schildert alles verständlich und klar, in einer ruhigen Art und Weise. Die verschiedenen kurzen Gespräche sind dem Film entnommen, so dass man dann eben Elyas M’Barek, Heiner Lauterbach oder auch Alexandra Maria Lara hört. Deren Aussagen sind meist auch gut zu verstehen, bei Franco Nero (Collini) und Elyas M’Barek hab ich mir gelegentlich etwas schwergetan, denn vor allem Nero nuschelt ziemlich. Hätte ich die Aussagen größtenteils nicht gekannt, dann wäre das echt blöd gewesen. Auch die Geräusche passen entsprechend zu den jeweiligen Situationen dazu, auch diese sind dem Film entnommen.

Die Geschichte des Hörspiels hat mir gut gefallen, wenngleich sie – durch den Film bedingt – anders ist, als das Buch. (Das Buch finde ich einfach noch besser inhaltlich.) Es ist ein wirklich spannendes und unterhaltsames Hörspiel – auch die musikalische Untermalung fand ich gelungen. Hier gibt es gelegentlich eine kleine Einspielung, so dass es sehr abwechslungsreich ist. Wer allerdings den Film nicht kennt, der tut sich eventuell ein wenig schwer mit dem Filmhörspiel. Zumindest wäre das mein Eindruck, wenn ich nur dieses Hörspiel kennen würde. Man benötigt einfach noch mehr Vorstellungskraft, als wenn man die Buchvorlage oder den Film selbst schon kennt.

Dennoch war es für mich ein unterhaltsames Hörspiel, die Geschichte ist inhaltlich sehr gehaltvoll und absolut nicht einfach. Was von Schirach hier wieder hervorgebracht hat, ist einfach grandios. Die Umsetzung als Hörspiel ist gelungen, es ist spannend, hat aber kleine Schwierigkeiten für mich. Von mir gibt es hier 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung.