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Veröffentlicht am 14.06.2019

Ein Science - Fiction - Roman für Menschen, die kein Science - Fiction mögen

Seelen
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Darum geht's
Die Erde wurde von Außerirdischen, sogenannten Seelen, besetzt, die sich in die Körper von Menschen einnisten und sich ihres Verstandes bemächtigen.
Die Rebellin Melanie lebt mit ihrem kleinen ...

Darum geht's
Die Erde wurde von Außerirdischen, sogenannten Seelen, besetzt, die sich in die Körper von Menschen einnisten und sich ihres Verstandes bemächtigen.
Die Rebellin Melanie lebt mit ihrem kleinen Bruder Jamie und ihrem Freund Jared versteckt in der Wildnis und konnte so einer Besetzung durch eine Seele bisher aus dem Weg gehen. Doch als sie sich auf der Suche nach überlebenden Verwandten macht, wird sie von den sogenannten Suchern entdeckt und gefangen genommen.
Die ihr eingesetzte Seele Wanda hat schon auf einigen Planeten gelebt und wurde so zu einer wahren Legende unter den Außerirdischen. Im Körper von Melanie gelingt es ihr jedoch nicht, diese vollständig zu verdrängen. Von den menschlichen Gefühlen und Melanies Liebe zu Jared überwältigt, macht sich Wanda auf die unmöglich erscheinende Suche nach anderen Überlebenden und ahnt dabei noch nicht, welchen Einfluss der Planet Erde auf sie haben wird.


Meine Meinung
Stephenie Meyer war mir bis dato nur als Autorin der Twilight – Reihe bekannt, von der ich persönlich eigentlich kein besonders großer Fan bin. Umso überraschter war ich deshalb, als ich Seelen entdeckt und gelesen habe.

Das Cover ist mir in der Buchhandlung witzigerweise sofort ins Auge gesprungen, obwohl es eigentlich ziemlich unauffällig gestaltet ist. Da ich Teile des Films schon kannte, bevor ich das Buch gelesen habe, ist mir hier besonders die relativ dezente Darstellung des Rings um die Pupille aufgefallen, die meiner Meinung nach einfach passender ist als das leuchtende Blau in der Verfilmung.

Schön gestaltet war auch das Worldbuilding, das in seiner Gesamtheit zwar ziemlich komplex ist, aber von Anfang an mühelos in den Erzählfluss eingebunden wird. Alle wichtigen Hintergrundinformationen bekommt man ganz einfach nebenbei, ohne durch unnötig ausschweifende Erklärungen im Lesefluss gestört zu werden. Besonders spannend fand ich die anderen von den Seelen besetzten Planeten und ihre unterschiedlichen Lebewesen, weil sie alle noch unglaublich viel Potenzial für weitere spannende Geschichten bieten. Für mich hätte Wanda gerne noch wesentlich mehr Geschichten aus ihren vorherigen Leben erzählen können, aber vermutlich wäre das dem Gleichgewicht zwischen Handlung und Hintergründen eher weniger zuträglich gewesen.

Wanda als Hauptprotagonistin ist einfach von Grund auf nett und liebenswürdig und verkörpert damit die positiven Eigenschaften und Charakterzüge, die den Menschen manchmal und ganz besonders in einer Ausnahmesituation wie der Besetzung der Erde durch Außerirdische fehlen. Man merkt relativ schnell, dass Wanda anders als die übrigen Seelen ist und nicht ganz so gut mit dem Leben auf dem neuen Planeten klar kommt, wie eigentlich gedacht. Deshalb wirkte es auf mich auch nicht so unglaubwürdig, dass Wanda und Melanie währen ihrer Koexistenz eine Freundschaft zueinander aufbauen. Auch die Tatsache, dass Wanda eigene Beziehungen zu den übrigen Menschen aufbaut und sich schlussendlich gegen ihre eigene Spezies entscheidet, passt somit zu ihrem Charakter und wirkt durch den Entwicklungszeitraum auch nicht überstürzt.

Zu Melanie, in deren Körper Wanda eingesetzt wurde, konnte ich irgendwie keine Beziehung aufbauen, obwohl auch ihr und ihrer Persönlichkeit relativ viel Platz in der Geschichte eingeräumt wird. Vielleicht leide ich da an einer Wahrnehmungsstörung, aber mir kam es irgendwie so vor, als sei sie relativ schnell und häufig beleidigt, was mir – selbst unter den extremen Bedingungen, denen sie in ihrer Situation ausgesetzt ist – einfach ein wenig zu anstrengend war. Auch die Liebesgeschichte zwischen Melanie und Jared war mir am Ende relativ egal, da auch er nicht unbedingt meine Nummer eins bei den männlichen Hauptcharakteren war.

Jamie dagegen, den kleine Bruder von Melanie, mochte ich richtig gerne. Er war einfach süß und hat Wanda als eigenständige Person gesehen, was mich tatsächlich sogar ein wenig überrascht hat. Gleichzeitig fungiert er aber auch als Bindeglied zwischen Wanda, Jared und Melanie, da sie ihn alle lieben und nur das beste für ihn wollen. Ich bin mir relativ sicher, dass die Geschichte ohne ihn größtenteils nicht funktionieren würde, da sonst sicherlich irgendjemand schon wesentlich früher versucht hätte, Wanda umzubringen.

Der Spannungsbogen war überwiegend gut gestaltet, besonders in Anbetracht der Tatsache, dass das Buch knapp 900 Seiten hat. Die Szenen in der Höhle der Überlebenden waren an vereinzelten Stellen ein wenig langatmig, aber im Großen und Ganzen kommt während des gesamten Buchs keine Langeweile auf. Das Ende kam dann ein bisschen plötzlich, weil gerade noch einmal Fahrt in die Geschichte kam und ich nicht damit gerechnet hatte, so schnell schon wieder aus dem Lesefluss gerissen zu werden. Die Ereignisse waren schlussendlich aber ganz intelligent platziert, da man so ein offenes Ende mit Potenzial für hoffnungsvolle Zukunftsszenarien gestalten konnte. Als Leser war ich schon ein wenig enttäuscht über das abrupte Ende, weil ich gerne noch erfahren hätte, wie es mit den Protagonisten weiter geht.


Fazit
Seelen hat bei mir einen überraschend positiven Eindruck hinterlassen, mit dem ich vor dem Lesen des Buchs nicht gerechnet hätte. Das apokalyptische Setting ist spannend und von einem gut durchdachten Worldbuilding untermalt, was mir beim Lesen besonders positiv aufgefallen ist. Die Hauptcharaktere sind überwiegend sympathisch und machen es leicht, mehr über sie und ihr Leben erfahren zu wollen. Etwas mäkeln könnte man in Bezug auf das leicht hektisch wirkende Ende, aber das macht die integrierte Zukunftsvision schon fast wieder wett. Im Großen und Ganzen hat mir Seelen sehr gut gefallen und ich kann der Autorin nur zustimmen, wenn sie sagt, dass Seelen ein Science – Fiction – Roman für Menschen sei, die eigentlich kein Science – Fiction mögen.

Dafür gibt es von mir viereinhalb Bücherstapel

Veröffentlicht am 04.06.2019

Vampire müssen nicht immer glitzern, um eine Geschichte lesenswert zu machen

Vorübergehend tot
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Worum geht’s?
Sookie Stackhouse arbeitet als Kellnerin in einer Bar in Bon Temps, einer Kleinstadt in Louisiana. Seit der Entwicklung von synthetischem Blut ist es Vampiren offiziell erlaubt, unter Menschen ...

Worum geht’s?
Sookie Stackhouse arbeitet als Kellnerin in einer Bar in Bon Temps, einer Kleinstadt in Louisiana. Seit der Entwicklung von synthetischem Blut ist es Vampiren offiziell erlaubt, unter Menschen zu leben und Sookie wartet seit dem sehnsüchtig darauf, dass es auch einmal einen von ihnen ins Merlottes verschlägt. Als dann tatsächlich Vampir Bill an einem ihrer Tische sitzt, ist sie hin und weg, und auch Bill ist nach einigen Startschwierigkeiten fasziniert von ihr. Das ist Sookie bis dato völlig unbekannt, da sie normalerweise als seltsam und ganz sicher nicht als die begehrenswerteste Frau in ihrer Stadt gilt. Sookie kann nämlich Gedanken lesen, eine von ihr als „Behinderung“ bezeichnete Fähigkeit, die vielen Menschen seit ihrer frühesten Kindheit Angst macht. Bill stört sich daran jedoch überhaupt nicht, zumal Sookie ihn nicht hören kann, was es ihr erlaubt, sich bei ihn auch einmal fallen lassen zu können. Doch dann taucht ein Serienmörder auf, der es scheinbar auf Frauen wie Sookie abgesehen hat: Kellnerinnen, die Kontakt zu Vampiren haben. Für Sookie ist nicht nur der Tod ihrer Kolleginnen belastend, sondern auch die Tatsache, dass Bill unter Mordverdacht gerät. Da überschlagen sich die Ereignisse und Sookie gerät selbst ins Visier des Serienmörders, der auch „Kollateralschäden“ billigend in Kauf nimmt.
Vorübergehend tot ist der erste Teil der dreizehnbändigen Sookie-Stackhouse-Reihe, welche unter dem Titel True Blood als erfolgreiche Fernsehserie aufbereitet wurde.


Meine Meinung
Vampire sind ja eigentlich nicht so ganz mein Fall, besonders dann nicht, wenn sie so stark im Vordergrund einer Geschichte stehen. Aber Vorübergehend tot hat selbst mir als eigentlichem „Vampir-Gegner“ gefallen. Direkt zu Anfang geht es ganz schön zur Sache, neben der Einführung der wichtigsten Charaktere kommt es auch relativ schnell zu den ersten Gewalttaten und Todesfällen. Dieses Muster an relativ schnell aufeinander folgenden Ereignissen zieht sich durch die gesamten 260 Seiten, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Ich habe mich nicht gelangweilt oder an unnötig in die Länge gezogenen Textstellen aufgehangen, was mir normalerweise auch bei recht kurzen Büchern passiert und den Lesespaß erheblich einschränkt. Bei Vorübergehend tot war das zum Glück nicht der Fall, denn sonst hätte ich es garantiert niemals in Erwägung gezogen, mir auch die restlichen Bände auf die Wunschliste zu setzen.

Sookie Stackhouse, die Hauptprotagonistin, ist eigentlich ziemlich hübsch, aber ihre telepathischen Fähigkeiten machen sie nicht besonders attraktiv für die Männer in ihrem Umfeld. Dafür, dass das immer wieder betont wird, tauchen aber echt viele Typen auf, die genau das Gegenteil beweisen. Nach dem vierten Verehrer dachte ich mir dann aber irgendwann auch mal, dass jetzt langsam gut sein könnte, immerhin war das ja nur ein Buch, was soll dann in den übrigen zwölf Büchern noch kommen? Außerdem musste mein Romantiker-Herz ganz schön leiden unter dem ganzen Hin und Her zwischen Sookie und den Männern, die sich scheinbar alle gleichzeitig für sie interessiert haben. Ein bisschen anstrengend zu lesen war das schon, auch wenn mir die Abwechslung zwischen Mordfällen und Beziehung als Schwerpunkt der Erzählung eigentlich ziemlich gut gefallen hat. So fühlte man sich nicht direkt mit Handlung erschlagen, auch wenn das Erzähltempo relativ hoch ist.

Unangenehm an Sookie als Protagonistin fand ich ihre Naivität, die besonders am Anfang extrem in den Vordergrund ihres Verhaltens tritt und auch am Ende noch einmal eine relativ große Rolle bei einigen ihrer Entscheidungen spielt. Ich gehe mal stark davon aus, dass das im Verlauf der Reihe auch noch Folgen haben wird, was mich jetzt schon die Hände über dem Kopf zusammen schlagen lässt.

Bill, der versucht als Vampir möglichst unauffällig unter den Menschen zu leben, ist meiner Meinung nach etwas platt geraten. Aufgrund seines Alters hat er zwar viel Hintergrundgeschichte, aber ich konnte irgendwie noch nicht so richtig warm mit ihm werden. Sein Verhalten war manchmal etwas verwirrend für mich, besonders wenn es um Sookie und die Beziehung zwischen den beiden ging. Er hat aber auch so seine Momente, in denen er mir echt sympathisch ist. Besonders gut gefallen hat mir da sein Vortrag im Verein der Nachkommen ruhmreicher Toter, den er auf Bitten von Sookies Oma hin gehalten hat, weil es eine so nette Geste von ihm war.

Damit wären wir dann auch schon bei meiner Lieblingsprotagonistin angekommen: Sookies Oma. Ich finde sie einfach klasse, ihre Art ist richtig niedlich und sie hat mich damit unglaublich stark an meine eigene Oma erinnert. Besonders witzig fand ich ihre absolut unauffälligen Versuche, Sookie endlich „an den Mann zu bringen“. Außerdem hatte sie keine Vorurteile gegenüber Bill, obwohl er als Vampir nicht gerade das beste gesellschaftliche Ansehen in Bon Temps besaß. Darüber hinaus hat sie sich immer toll um ihre Enkelin und deren Bruder Jason gekümmert und die beiden nach dem Unfalltod ihrer Eltern alleine großgezogen. Was im Laufe der Geschichte dann mit ihr passiert, hat mir echt die Tränen in die Augen getrieben, da ich es so wahnsinnig ungerecht fand. Ihr Charakter hätte noch wahnsinnig viel Potenzial für witzige Situationen in den weiteren Bänden gehabt, aber mein Happy End versessenes Herz kann nun mal nicht immer alles haben.

Wenn wir dann schon von Charakteren mit etwas verschenktem Potenzial sprechen, kann ich auf jeden Fall auch auf Sookies Bruder Jason zeigen. Ich kann mir wirklich nur wünschen, dass er sich in den Folgebänden noch charakterlich weiter entwickelt, denn wenn mir eine Figur wirklich unsympathisch war, dann war das eindeutig Jason. Sein Verhalten ist schon so echt anstrengend zu ertragen, aber wie er sich dann nach dem Schicksalsschlag, den sowohl er als auch Sookie durchleben muss aufführt, hat dem Ganzen echt die Krone aufgesetzt. Mich hat er total wütend gemacht, und ich kann ehrlich gesagt auch nur bedingt verstehen, wie gelassen Sookie mit ihm und seinem Verhalten umgegangen ist.

Abgesehen von diesen für die Handlung nicht unbedingt maßgebenden Schwächen einzelner Charaktere stechen eigentlich eher die positiven Eigenschaften der meisten Protagonisten hervor, wobei mir besonders auffällt, dass einige Nebenfiguren teilweise mehr Charakter haben als die eigentlichen Hauptprotagonisten.


Fazit
Ich habe es zunächst nicht glauben wollen, aber auch als Nicht-Vampir-Fan kann man Vorübergehend tot lieben. Der Schreibstil trägt den Leser von einem Ereignis zum nächsten und lässt keine Langeweile aufkommen. Auch die Romantik kommt in dieser Geschichte nicht zu kurz, wobei sich mein romantisch veranlagtes Herz wirklich nicht besonders begeistert über das ganze Hin und Her zwischen Sookie und den Männern gezeigt hat. Ich ahne da ja schon böses für die folgenden Bände, aber was wäre das Leben ohne ein bisschen Spannung – Da muss ich wohl durch. Kleine Abzüge gebe ich wegen der Teils nicht besonders gut ausgearbeiteten Charaktere und dem leider verschenkten Potenzial einiger Figuren, was hoffentlich im Verlauf der Folgebände behoben werden kann. Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, den zweiten Teil zu lesen und wieder in eine Welt einzutauchen, in der Vampire nicht zwangsläufig glitzern müssen, um Leser anzulocken.

Dafür vergebe ich insgesamt viereinhalb Bücherstapel

Veröffentlicht am 12.03.2026

Bücherliebe trifft Romanze

Botanic Hearts
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Worum geht’s?
Dass ihre Bibliothek nach einem Hurricane in den Botanischen Garten verlegt werden muss, passt Bibliotheksleiterin Tansy so gar nicht. Auch wenn die Umgebung wunderschön und friedlich ist, ...

Worum geht’s?
Dass ihre Bibliothek nach einem Hurricane in den Botanischen Garten verlegt werden muss, passt Bibliotheksleiterin Tansy so gar nicht. Auch wenn die Umgebung wunderschön und friedlich ist, lässt sie Jack, der angehende Leiter des Gartens immer wieder spüren, dass er weder Tansy, noch ihre Bücher an seinem Arbeitsplatz haben möchte – auch, wenn die Funken zwischen den beiden schon von ihrer ersten Begegnung an förmlich zu sprühen scheinen.


Meine Meinung
Ich liebe sowohl Bücher, als auch Pflanzen, von daher stand für mich schon bei der Ankündigung des Buches fest, dass es auf jeden Fall auf meine Leseliste wandern wird. Das Setting dieser Geschichte fand ich dabei auch wirklich sehr nett umgesetzt, von den Figuren bin ich aber ehrlicherweise nicht ganz so überzeugt, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich wirklich gerne, ich bin insgesamt recht schnell durch die Geschichte gekommen und hatte trotz der ein oder anderen Länge im Text nie das Bedürfnis, das Buch ganz aus der Hand zu legen.

Tansy und Jack waren dann allerdings eine Kombination, die es mir stellenweise ein wenig schwer gemacht haben, mich wirklich für die Geschichte der beiden zu begeistert. Auf dem Papier war insbesondere Tansy eigentlich eine totale Sympathieträgerin, die praktisch im Alleingang Kind und Karriere stemmt und dabei durchsetzungsstark und sehr direkt ist. Jack dagegen macht aus seinem Bedürfnis nach Ruhe und Struktur keinen Hehl, was ich als Charaktereigenschaft eigentlich sehr schätze, hier aber Teil des Problems zwischen den beiden war.

Die Liebesgeschichte an sich hat mir in Hinblick auf Tempo und Entwicklungsschritte sehr gut gefallen, lediglich der Konflikt zwischen den beiden Protagonisten kam mir streckenweise einfach etwas zu verfahren und unnötig aufgebauscht vor. Wenn man sich von Beginn an ruppig und fast schon grob begegnet, trägt das meiner Meinung nach eher nicht zum Aufbau einer liebevollen Beziehung bei, auch wenn diese Art sicherlich irgendwo zum Trope Grumpy x Sunshine dazugehört.

Zu meiner Erleichterung war der Rest der Geschichte in Bezug auf die Beziehung der beiden deutlich mehr nach meinem Geschmack strukturiert, was meinen anfänglichen Eindruck der beiden immerhin nicht verfestigt hat und das Buch insgesamt zu einem wirklich angenehmen Leseerlebnis gemacht hat.


Fazit
Auch wenn ich die Art von Tansy und Jack nicht von Beginn an besonders mitreißend fand, habe ich ihre Geschichte insgesamt sehr gerne gelesen. Der Schreibstil der Autorin war dabei tatsächlich ein sehr angenehmes Highlight für mich, weshalb ich auch in Zukunft definitiv Ausschau nach neuen Büchern von ihr halten werde.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 08.03.2026

Cozy-Fantasy mit jeder Menge Katzen

Werecat Café
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Worum geht’s?
Als Drilling hat es Dorothy noch nie besonders leicht gehabt, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Gemeinsam mit ihren Schwestern führt sie eine magische Tierarztpraxis und verbringt ...

Worum geht’s?
Als Drilling hat es Dorothy noch nie besonders leicht gehabt, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Gemeinsam mit ihren Schwestern führt sie eine magische Tierarztpraxis und verbringt den Großteil ihrer Freizeit mit den Hexen ihres örtliches Hexenzirkels. Als sie dann jedoch spontan beschließt, dass ein paar Veränderungen in ihrem Leben her müssen, stolpert sie im wahrsten Sinne des Wortes über eine Katze – und die stellt nicht nur ihr Leben auf den Kopf, sondern unfreiwillig auch das von Katzencafé-Besitzer Elliott, der plötzlich zur Werkatze mutiert.


Meine Meinung
Werwolfgeschichten waren zwar eigentlich noch nie mein Fall, das Konzept auf Katzen zu übertragen hat mich beim Lesen des Klappentextes allerdings tatsächlich so neugierig gemacht, dass ich der Geschichte auf jeden Fall eine Chance geben wollte.

Gut gefallen hat mir tatsächlich das Setting in Katzencafé, auch wenn die Handlung da eigentlich bloß aus Versehen landet. Gerechnet hätte ich zwar mit einem deutlich stärkeren Fokus auf dem Fluch, aber auch der Alltag im Katzencafé hatte durchaus etwas für sich und hat mir beim Lesen grundsätzlich Spaß gemacht.

Die beiden Protagonisten waren in meinen Augen ein tolles Match, auch wenn insbesondere Elliott sich nicht besonders leicht mit dem Thema Gefühle getan hat. Auch wenn die Geschichte über einen sehr langen Zeitraum kaum Fortschritte in Bezug auf die Lösung des Fluches gemacht hat, habe ich Elliott und Dorothy durchaus gerne begleitet, denn obwohl ich insgesamt mit mehr Magie gerechnet hätte, war diese Mischung insbesondere in Hinblick auf die beiden doch sehr interessant zu lesen.

Was in meinen Augen tatsächlich dann allerdings nicht ganz notwendig gewesen wäre, war die Kerkerszene. Spice auf Zwang einzubauen, wenn es eigentlich gar nicht zur restlichen Handlung passt, wirkt auf mich leider immer extrem seltsam, was auch hier leider der Fall war. Darüber hinaus hat die Begründung im Kontext der Handlung überhaupt keinen Sinn ergeben, weshalb ich vermutlich darüber hätte hinwegsehen können, wenn es einfach keinen Begründungsversuch gegeben hätte.

Insgesamt fand ich das Buch wirklich kuschelig und sehr angenehm zu lesen, was es perfekt für einen regnerischen Herbsttag macht und daher auch unglaublich gut zum Setting Halloween passt. Der Werkatzenfluch hätte allerdings durchaus eine etwas größere Rolle für die Geschichte spielen dürfen, da mich die sich entwickelnde Beziehung zwischen Dorothy und Elliott zwar grundsätzlich interessiert hat, die Magie aber eben auch ein Punkt war, der noch ein wenig mehr Potenzial gehabt hätte.


Fazit
Auch wenn die Magie in dieser Geschichte meiner Meinung nach nicht ganz so sehr im Vordergrund stand, wie man es eigentlich hätte vermuten können, hat das Lesen wirklich Spaß gemacht. Ohne die anderen Geschichten aus diesem Universum zu kennen, fehlt natürlich hier und da ein wenig Vorwissen, was mich aber nicht großartig gestört und das Buch trotzdem zu einem wirklich netten Leseerlebnis gemacht hat.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 14.02.2026

Durchaus gelungene Ansätze zur Selbstreflektion

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Meine Meinung
So gerne wie ich Selbsthilfebücher mittlerweile lese und höre, mit dem häufig fast schon zwanghaft positiven Grundton kann ich leider absolut nichts anfangen. Das war hier tatsächlich auch ...

Meine Meinung
So gerne wie ich Selbsthilfebücher mittlerweile lese und höre, mit dem häufig fast schon zwanghaft positiven Grundton kann ich leider absolut nichts anfangen. Das war hier tatsächlich auch mein einziger, dafür aber umso nervigerer Kritikpunkt, da jedes Wort, das auch nur entfernt einer Handlungsaufforderung gleichkam konsequent durch das Wort „dürfen“ ersetzt wurde. In Maßen kann das vielleicht befreiend oder motivierend wirken, mich hat es aber bereits nach ein paar Kapiteln sprachlich einfach massiv gestört.

Der Aufbau des Buches wirkt relativ willkürlich, da man kein besonderes Muster oder einen roten Faden zwischen den Fragen erkennen kann, auch wenn das in meinen Augen nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Beim Hören war das nächste Kapitel so immer wieder eine Überraschung, wodurch man zwar nicht unbedingt zwischen den Fragen hin und her springen konnte, sich aber auch nicht durch Vorhersehbarkeiten hätte langweilen können.

Abgesehen davon fand ich es auch ganz nett, dass die Autorin das Hörbuch selbst eingesprochen hat. Die vielen persönlichen Anekdoten waren so nicht ganz so zusammenhanglos, auch wenn es in meinen Augen ein bisschen zu viele waren, um den Selbsthilfegedanken so wirklich zu unterstützen. Wem praktische Beispiele zur Veranschaulichung der Fragen in der Praxis wichtig sind, dem dürfte dieser Aspekt des Buches aber durchaus gefallen, denn genau diese Anekdoten nehmen einen Großteil jedes Kapitels ein.


Fazit
Auch wenn ich persönlich mit der zwanghaft positiven Tonalität in diesem Buch einfach nichts anfangen konnte, fand ich die Reflektionsansätze und Konter durchaus gelungen. Als Ansätze zur Selbstreflektion hinsichtlich der eigenen Triggerpunkte würde ich die Fragen daher durchaus empfehlen, schließlich muss man ja nicht in jeder Situation zwangsläufig so reagieren, wie es die Autorin hier in den Beispielen tut.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.