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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2019

Macht Lust auf Urlaub

Mein Salzkammergut
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Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an einen der schönsten Landstriche Österreich: Das Salzkammergut.

In beeindruckenden Texten, in denen Einheimische wie der Schuhmacher aus Goisern oder die Schriftstellerin ...

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an einen der schönsten Landstriche Österreich: Das Salzkammergut.

In beeindruckenden Texten, in denen Einheimische wie der Schuhmacher aus Goisern oder die Schriftstellerin Barbara Frischmuth, zu Wort kommen, bringt uns das Autoren-Duo diese Gegend näher.
Zu jeden Ort wie Bad Ischl, Hallstatt oder Bad Aussee gibt es einen Abriss der Geschichte des Ortes bzw. seine Rolle im Welgeschehen. Dabei wird auch so manche unrühmliche Rolle während der NS-Zeit nicht verschwiegen.
Umrahmt werden diese Texte von hinreißenden Fotos, die die Aura der Orte wiedergeben.

Nicht ausgespart werden auch die Schattenseiten des Tourismus, die den Bewohnern z.B. in Hallstatt das Leben inzwischen sehr schwer machen.

Der berühmte Altmeister des Wiener Kabaretts, Karl Farkas, würde sagen: „Schauen Sie sich das an!“.

Fazit:

Eine Hommage an einen bezaubernden Landstrich, der Lust macht, die Koffer zu packen und den Zauber der Landschaft zu genießen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Hat mich gut unterhalten

Das Sissi-Feuerwerk
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Es ist wieder einmal Sommer in Bad Ischl und die Stadt will ihren Gästen etwas Besonders bieten: Ein Varieté mit dem Titel „Sissi-Feuerwerk“. Bad Ischl ist als Treffpunkt und Wallfahrtsort von Habsburg-Fans ...

Es ist wieder einmal Sommer in Bad Ischl und die Stadt will ihren Gästen etwas Besonders bieten: Ein Varieté mit dem Titel „Sissi-Feuerwerk“. Bad Ischl ist als Treffpunkt und Wallfahrtsort von Habsburg-Fans und im Besonderen als Mekka für Verehrer der Kaiserin Elisabeth „Sissi“ bekannt. Echte Anhänger der Monarchie wie Dr. Ronacher sind über die Kommerzialisierung nicht gar so begeistert.

Bei den Proben des Varietés, das auch eine Tierschau im Programm hat, stürzt ein als Sissi verkleidete Artistin vom Hochseil. Mitten drin ist auch Chefinspektor Paul Materna, der eben bei Freundin Josi Konarek, auf Urlaub weilt. Zuerst geht man von einem unglücklichen Zufall aus, doch bald ist klar, dass hier jemand nachgeholfen hat. Doch wer? Und was haben die militanten Tierschützer mit dieser Sache zu tun? Oder warum sind Tierpfleger Giorgio und eine weitere Artistin verschwunden? Gemeinsam oder jeder für sich? Fragen über Fragen, denen sich Materna nun stellen muss. Welche Roll spielt der charismatische Gerold Stein, der in den Ermittlungen ständig Maternas Wege kreuzt?

Meine Meinung:

Jenna Theiss ist wieder ein interessanter Krimi mit viel Lokalkolorit gelungen. In Bad Ischl versammeln sich allerlei skurrile Persönlichkeiten wie eben der näselnde Dr. Ronacher, den Josi und Materna nur „Graf Bobby“ nennen.

Auch Josi selbst, Journalistin und Psychologin, hat so ihre Eigenheiten. Mit Bad Ischl verbindet sie eine Art Hassliebe, die sie schön langsam aber sicher abzulegen beginnt.
Gut gefällt mir, dass diesmal auch die Ursache des Familienzwistes um Maternas Familiengeschichte erwähnt wird. Das könnte noch Stoff für weitere Krimis sein. Immerhin sind die Familien seines Vaters und seiner Mutter Profiteure des NS-Regimes.

Dieser zweite Krimi der Reihe um Materna und Konarek verzichtet auf blutige Details und reißerische Verfolgungsjagden. Es wird ordentlich ermittelt, Schritt für Schritt und die Auflösung ist schlüssig.

Für nicht österreichische Leser steht ein ausführliches Glossar am Ende des Buches. Das Personenverzeichnis zu Beginn, hilft den Überblick zu bewahren.

Nicht unerwähnt lassen darf man die köstlichen Mehlspeisen, die im berühmten Café Zauner serviert werden: Von Apfelstrudel bis Zaunerstollen.

Fazit:

Ein Krimi mit viel österreichischem Flair und gründlicher Ortskenntnis, dem ich gerne 5 STerne gebe.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Fesselnd bis zur letzten Seite

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Dies ist der zweite Krimi rund um KHK Gina Angelucci. Nach der Baby-Pause kehrt die engagierte Münchener Kriminalistin in de Beruf zurück.

Ihr erster Fall für nach Altbruck, einem kleinen Ort nahe München, ...

Dies ist der zweite Krimi rund um KHK Gina Angelucci. Nach der Baby-Pause kehrt die engagierte Münchener Kriminalistin in de Beruf zurück.

Ihr erster Fall für nach Altbruck, einem kleinen Ort nahe München, wo man bei Bauarbeiten zu einem neuen Gewerbegebiet, Teile von zwei menschlichen Skeletten entdeckt hat.

Recht bald ist klar, dass die beiden Toten, ein Mann und eine Frau eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Tatzeit: vermutlich 1944/45. Gina will den Toten ihre Identitäten wiedergeben, obwohl ihr Chef sogar nicht damit einverstanden ist.
Sie verbeißt sich in den Fall und findet heraus, dass im ach so beschaulichen Altbruck nicht alles so ist, wie es scheint. Während der Nazi-Zeit haben einige Dorfbewohner den Grundstein für ihr aktuelles Vermögen gelegt. Mitten drinnen zwei verfeindete Familien und eine ehemalige Munitionsfabrik.


Meine Meinung:

Inge Löhnig ist wieder ein fesselnder Krimi gelungen, der verschiedene Themen anspricht. Da ist zum Beispiel der Umgang mit den Verbrechen der Nazis, die viele Leute heute am liebsten vergessen wollen und andere als Mahnmal aufgearbeitet wissen wollen. Auch Ginas und Tinos kleine Tochter Chiara, die mit Trisomie 21 geboren wurde, hat ihre Auftritte. Sei es als fröhliches aufgewecktes Kind, oder sei, dass ihr und ihrer Familie mit Unverständnis begegnet wird. „Damals hätte es so etwas nicht gegeben.“
Doch damit nicht genug! Die junge Familie wird von einer geheimnisvollen Frau aus einem vorherigen Fall verfolgt. Gina Angelucci und ihr Mann, Tino Dühnfort, meistern die Herausforderungen, die ihnen das Leben stellt.

Gina ist sympathisch, zielstrebig und wohltuend normal. Sie stürzt sich in die Arbeit, füg Mosaiksteinchen an Mosaiksteinchen und kann auch ihren Chef überzeugen. Die Leser natürlich sowieso.

Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, die Charaktere haben Ecken und Kanten. So schafft es Inge Löhnig, gemeinsam mit dem gut durchdachten Plot, ihre Leser zu fesseln. Gekonnt legt sie falsche Spuren und führt die Leser ein wenig an der Nase herum.

Fazit:

Ein fesselnder Krimi, der auch ein wenig nachdenklich macht.
Gerne gebe ich hier 5 Sterne und warte auf eine baldige Fortsetzung.

Veröffentlicht am 19.06.2019

Diesmal liegen Obst und Gemüse unter dem Messer

Kochbuch ohne Rezepte, Band 3
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Auch der 3. Band dieser Kochbuch-Reihe begeistert. Buchrücken, Lesebändchen und Titel sind passend zum Inhalt (Obst und Gemüse) in grün gehalten.

Der Aufbau ist, damit sich Koch bzw. Köchin leichter tun, ...

Auch der 3. Band dieser Kochbuch-Reihe begeistert. Buchrücken, Lesebändchen und Titel sind passend zum Inhalt (Obst und Gemüse) in grün gehalten.

Der Aufbau ist, damit sich Koch bzw. Köchin leichter tun, wie in den Vorgängern. Zwischen den einzelnen Kapitel ein paar leere Seiten (als kleines Extra: sie sind liniert!), die Platz für eigene Notizen und Anmerkungen bieten. Viele Fotos ergänzen den informativen Text.

Wir lernen den Unterschied zwischen Obst und Gemüse kennen (Gibt’s den überhaupt?), zahlreiche fast ausgestorbenen Obst- und Gemüsesorten und deren Verwendung. Wir erfahren Wissenswertes über Einkauf und Lagerung.

Wie werden Bratkartoffel wirklich knusprig? Einfach nachlesen auf S. 133.

Fazit:

Ein anschauliches Kompendium über Obst und Gemüse, in dem sich auch Kochanfänger bestens zurecht finden. Bon Appetit und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Kleopatra - die Frau, die Rom herausforderte

KLEOPATRA. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann
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Wer kennt sie nicht, Ägyptens Königin Kleopatra, die Rom herausgefordert hat? Spätestens seit Albert Uderzo und René Goscinny Asterix, Obelix und Miracolix in Alexandria in Windeseile einen Palast für ...

Wer kennt sie nicht, Ägyptens Königin Kleopatra, die Rom herausgefordert hat? Spätestens seit Albert Uderzo und René Goscinny Asterix, Obelix und Miracolix in Alexandria in Windeseile einen Palast für Kleopatra aus der Wüste stampfen und dabei über ihre Nase philosophieren, ist sie auch Menschen bekannt, die sich nicht für Geschichte interessieren. Auch der Hollywood-Schinken von 1963 mit Liz Taylor und Richard Burton ist durchaus noch in Erinnerung.

Doch wer war Kleopatra wirklich?

Der Autor nimmt uns mit in das antike Rom. Gleich als „Einleitung“ quasi erleben wir die Ermordung von Gaius Iulius Caesar an den Iden des März 44 v. Chr. mit. Alberto Angela lässt Zeitgenossen, Verschwörer und antike Geschichtsschreiber zu Wort kommen. Allerdings nicht ohne anzumerken, dass einiges propagandistisch abgeändert worden ist. Je nach dem, wie es eben gerade passend war.

Dann wenden wir uns Kleopatra zu: Sie ist eigentlich eine griechisch-makedonische Prinzessin, die nach guter alter ägyptischer Sitte mit ihrem Bruder vermählt ist. Mehrmals muss sie um ihr Leben bangen. Sie ist ihrer Umgebung weit überlegen. Sie ist hoch gebildet und spricht mehrere Sprachen. Ihre vorausschauende Politik, ihre Strategie sowie ihre Kaltblütigkeit faszinieren. Doch wie kommt es dazu, dass sie letzten Endes doch scheitert?

„Sie gewann die beiden größten Römer ihrer Zeit für sich, und wegen des dritten nahm sie sich das Leben.“ (Cassius Dio, Römische Geschichte 51, 15, 4)


Meine Meinung:

Alberto Angela versteht es ausgezeichnet trockene Geschichte spannend zu inszenieren. Das Buch liest wie eine Folge von „ZDF-History“. Dort wo die Faktenlage dünn ist oder die Berichterstatter sich widersprechen, merkt der Autor dies an: „Sueton schreibt“, „Platon berichtet“ etc.. Er weist darauf hin, dass einiges erst 100, 200 Jahre später niedergeschrieben wurde (wie z.B. Cassius Dio (163-229 n. Chr.)). Auch, dass manche Quellen Propaganda für ihren, gerade aktuellen Herrscher betrieben. Octavianus, der sich später Augustus nennt, ist ein Meister der Propaganda. Alles was auf Marcus Antonius und Kleopatra hinweist, wird schlecht gemacht.

Eine starke Frau? Geht für Octavianus gar nicht - die muss mit allen Mitteln diffamiert werden.

Eine klitzekleine Kritik muss ich dennoch anbringen: Manchmal wiederholt sich der Autor. Der Leser kann sich das schon merken, dass Kleopatra flüssig griechisch mit den Römern spricht.


»Meine Nachforschungen ergeben das Bild einer unglaublich modernen Frau, die so ganz anders war, als wir es zumeist erwarten. Und genau dieser ›moderne‹ Zug ermöglichte es Kleopatra, eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Antike zu spielen.«

Fazit:

Alberto Angela schafft es, Geschichte in eine leicht lesbare Form zu bringen. Dafür gebühren ihm 5 Sterne.