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Veröffentlicht am 19.06.2019

Engel mit Dämonenflügeln

Angelfall - Tage der Dunkelheit
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Penryn hat den Angriff der Skorpionengel wider Erwarten überlebt und befindet sich beim Widerstand, der den Angriff auf den Engelhorst gestartet hat. Doch obwohl sie ihre kleine Schwester Paige wiedergefunden ...

Penryn hat den Angriff der Skorpionengel wider Erwarten überlebt und befindet sich beim Widerstand, der den Angriff auf den Engelhorst gestartet hat. Doch obwohl sie ihre kleine Schwester Paige wiedergefunden und befreit hat, kehrt kein Alltag ein. Paige ist für grausame medizinische Zwecke missbraucht worden, sieht aus wie ein Zombiekind und benimmt sich auch so. Anfeindungen bleiben nicht aus und so verschwindet sie eines Tages spurlos. Wieder einmal muss sich Penryn auf die Suche machen und wieder einmal ist Raffael, der Engel mit den Dämonenflügeln nicht weit entfernt.

Wie schon im ersten Buch bekommen wir eine Geschichte, die sehr spannend und gut erzählt ist. Die Heldin taumelt von einer nahezu ausweglosen Situation in die nächste. Zum Glück fühlen sich der Engel und sie zwar von einander angezogen, er ist engelsmäßig wunderschön und sie ist auch sehr hübsch, aber das gegenseitige Geschmachte hält sich doch gut in Grenzen. Action kommt nicht zu kurz und meistens ist Penryn sehr gut in der Lage, sich selbst zu verteidigen, ohne auf ihren Ritter mit Dämonenflügeln warten zu müssen. Das sind alles super Voraussetzungen für ein Wahnsinnsbuch, wenn sich die Handlung selbst ein wenig mehr entwickeln würde. So jedoch ist man zwar gefesselt und nie gelangweilt, aber im Hinterkopf lauert immer der Gedanke: Okay, aber hatten wir das nicht alles schon mal in Band 1? Ich hoffe jetzt also mal, dass der Abschlussteil der Trilogie ein befriedigendes Ende bringt und vergebe gute 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Altrevoluzzer und Anarchisten

Wilder Winter
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Die 80iger Jahre irgendwo in Osttexas: Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde und als solche recht ungewöhnlich, ganz besonders unter den Rednecks da unten. Hap ist weiß, hetero und Kriegsdienstverweigerer, ...

Die 80iger Jahre irgendwo in Osttexas: Hap Collins und Leonard Pine sind Freunde und als solche recht ungewöhnlich, ganz besonders unter den Rednecks da unten. Hap ist weiß, hetero und Kriegsdienstverweigerer, während Leonard schwarz, schwul und Vietnamveteran ist. Und doch halten sie zusammen wie Pech und Schwefel, auch und gerade als Trudy, Haps Ex-Frau wieder einmal auftaucht. Trudy sorgt immer für Ärger und auch dieses Mal bahnt sich einer an. Sie braucht Hap für das Auffinden der Beute aus einem Banküberfall, doch Hap geht nirgendwo hin ohne Leonard. Und plötzlich fliegen Kugeln und Tote pflastern ihren Weg.

Wahrscheinlich ist dieses Buch nicht jedermanns Sache. Es wird sich gegenseitig beschimpft und geflucht, als gäbe es kein Morgen und wenn man Lansdales Bücher nicht kennt, könnte man meinen, er sei ein sexistischer Hund. Ich habe mittlerweile jede Menge Lansdale-Bücher gelesen und bin der Meinung, dass das nicht zutrifft, aber wäre dieses hier mein erstes gewesen, hätte es mich auch ziemlich irritiert. Was man hier findet, ist eine kurzweilige, heftige, brutale Geschichte. Es ist nicht das Beste aller Lansdale-Bücher, es ist nicht mal das Beste aller Hap- und Leonard-Bücher, aber es ist schon in dem typischen, rotzfrechen Stil verfasst, der die Werke dieses Autors ausmacht. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 26.03.2019

Wie Götter in Frankreich

Gold und Schatten
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Als Diplomatenkind ist es die sechzehnjährige Livia gewohnt, ständig umzuziehen. Jetzt ist sie also in Paris gelandet und fast an ihrem ersten Tag begegnet sie dort dem geheimnisvollen Maél, der sie nicht ...

Als Diplomatenkind ist es die sechzehnjährige Livia gewohnt, ständig umzuziehen. Jetzt ist sie also in Paris gelandet und fast an ihrem ersten Tag begegnet sie dort dem geheimnisvollen Maél, der sie nicht nur in die Katakomben mitnimmt, sondern ihr auch gehörig den Kopf verdreht. Als wäre es damit nicht genug, kann sie seit einiger Zeit hören, wie Pflanzen mit ihr sprechen, ein irrer Bettler prophezeit komische Dinge - und dann wäre da noch die Kleinigkeit, dass sie plötzlich eine Menge griechischer Götter und Halbgötter kennenlernt, die es sich in Paris gutgehen lassen. Und was will eigentlich dieser Badboy Maél von ihr?

Ich mochte die meisten Leute, die sind echt gut entwickelt worden. Probleme hatte ich ausgerechnet mit Maé, weil er tatsächlich Livia von vorn bis hinten ausnutzt und trotz seiner eigenen Regeln die Finger nicht von ihr lassen kann. Da sträuben sich mir die Nackenhaare und die dümmliche Erklärung, dass er sich wegen ... und ... aus Gründen nicht in sie verlieben darf, macht es nicht besser. Man kann nicht verhindern, sich zu verlieben, besonders, wenn man nicht mal Abstand halten kann. Da haperte es also ein bisschen an der Logik. Allerdings kann ich in dem Fall meistens drüber hinwegsehen, weil ich die meisten Nebenfiguren cool fand, besonders Livias neue Freundinnen und Hephaistos. Und klar, die Riesenmotte. Die nicht zu erwähnen, wäre eine Gemeinheit. Fassen wir also zusammen: Witzig, mit originellen Ansätzen, aber auch extrem viel Klischees und Liebesgedönshin- und her. Ich werde den Nachfolger lesen. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 07.03.2019

Schlüsselträgerinnen zum Paradies

Rückkehr der Engel
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Vor acht Jahren ist es passiert: Engel kamen auf die Erde, es gibt sie wirklich. Leider ist von allumfassender Liebe und so nur wenig zu spüren - sie zerstörten die halbe Welt und die andere Hälfte lebt ...

Vor acht Jahren ist es passiert: Engel kamen auf die Erde, es gibt sie wirklich. Leider ist von allumfassender Liebe und so nur wenig zu spüren - sie zerstörten die halbe Welt und die andere Hälfte lebt unter ihrem Joch. Moon ist jetzt achtzehn und lebt mit ihrer Zwillingsschwester Star und ihrem zwölfjährigen Bruder Tizian in Venedig. Um zu überleben und Geld heranzuschaffen, muss sie regelmäßig in Gladiatorkämpfen in der Arena gegen Engel antreten. Sie hat nur ein Ziel: genügend Geld zusammenzubekommen, um ihre Geschwister aus Venedig zu schaffen, in eine sichere, engelfreie Zone, die irgendwo existieren soll. Denn die Engel suchen besondere Mädchen, Schlüsselträgerinnen, die ihnen die Rückkehr ins Paradies sichern sollen und danach droht der endgültige Untergang der Menschheit. Leider zieht Moon die Aufmerksamkeit nicht nur des für einen Engel netten Cassiels auf sich, sondern auch die des Höllenfürsten Luzifers.

Trotz des extrem scheußlichen Covers konnte mich die Story gerade zu Anfang und bis zur Mitte tatsächlich fesseln. Moon ist ziemlich tough und würde alles für ihre Geschwister und Freunde alles tun. Der Schreibstil ist gefällig, die auftretenden Protagonisten interessant, die Welt und Handlung sowieso. Das geht so lange, bis die nicht so richtig nachvollziehbare Liebesbeziehung beginnt. Mal davon abgesehen, dass die Engel eh uralt sind, egal, wie die aussehen. Müssten die nicht Menschen, gerade Teenager, total kindisch finden? Oder bedeutet das, die sind alle ein pädophil veranlagt? Ich habe auch nicht so richtig verstanden, warum alle Engel auf der Suche nach den Schlüsselträgerinnen sind. Okay, Luzi und seine Gang sind ja rausgeworfen worden - aber die anderen? Gerade Michael? Der müsste doch bei Dad auf dem Schoß sitzen dürfen? Wer weiß, vielleicht habe ich auch irgendeine Erklärung nicht ganz verstanden. Auf jeden Fall ließ es sich ganz gut lesen und ich werde auch noch den zweiten Band ins Auge fassen müssen. 3,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.02.2019

Elementar

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
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Zwei Zeitebenen, zwei Detektivpaare, zwei Fälle.

Die Verbindung? Sherlock Holmes und dessen Schöpfer, Arthur Conan Doyle.

1900: Seitdem Arthur Conan Doyle Sherlock Holmes getötet hat, gerät er immer ...

Zwei Zeitebenen, zwei Detektivpaare, zwei Fälle.

Die Verbindung? Sherlock Holmes und dessen Schöpfer, Arthur Conan Doyle.

1900: Seitdem Arthur Conan Doyle Sherlock Holmes getötet hat, gerät er immer wieder mitten in London in kritische Situationen. Alte Damen würden ihn gern verprügeln, ältere Herren machen Vorschläge, wie er ihn wieder auferstehen lassen kann. Und dann wird auch noch ein Anschlag auf sein Arbeitszimmer unternommen. Scotland Yard erweist sich als genauso unfähig, wie er es in seinen Geschichten beschrieben hat, und was hat es mit den Morden an jungen Suffragetten zu tun? Conan Doyle beschließt, in die Fußstapfen seiner Schöpfung zu treten und als Watson begleitet ihn sein treuer Freund Bram Stoker.

2010: Der junge Harold White hat es geschafft: Endlich ist er in die Gemeinschaft der Sherlockianer aufgenommen worden, eine Vereinigung nahezu fanatischer Holmes-Fans. Einer von ihnen hat verkündet, das verschwundene Tagebuch Doyles gefunden zu haben und endlich, nach mehr als hundert Jahren, werden sie also erfahren, was in den drei Herbstmonaten des Jahres 1900 wirklich passiert ist. Doch Alex, der Finder, wird ermordet und plötzlich ist es an Harold, ganz im Stile von Holmes, den Fall zu klären.

Nun, um ehrlich zu sein, hatte ich ein wenig mehr erwartet. Oder wie es jemand in der Leserunde ausdrückte: Als historischer Roman hätte es gut funktioniert, als Krimi eher weniger. Eindeutig waren die Abschnitte, die um 1900 spielten auch atmosphärischer, dichter, spannender. Die Suche Harolds erwies sich trotz Verfolgungsjagden und Gangstern als nicht ganz so fesselnd. Vielleicht, weil allein das verschwundene Tagebuch als Bindeglied zwischen den beiden Fällen nicht wirklich passte? Alles in allem war das Buch gute Unterhaltung, hat auch Spaß gemacht zu lesen, aber es hat mich nicht so sehr umgehauen, wie ich es gehofft hatte. 3,5/5 Punkten.

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