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Veröffentlicht am 04.08.2019

Einfach nur sehr gut

Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4)
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Buchmeinung zu Linus Geschke – Im Wald der Wölfe

„Im Wald der Wölfe“ ist ein Kriminalroman von Linus Geschke, der 2019 bei Ullstein Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der vierte Band in der Serie um ...

Buchmeinung zu Linus Geschke – Im Wald der Wölfe

„Im Wald der Wölfe“ ist ein Kriminalroman von Linus Geschke, der 2019 bei Ullstein Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der vierte Band in der Serie um den Kölner Journalisten Jan Römer.

Zum Autor:
Der 1970 geborene Linus Geschke arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Für das Special-Interest-Magazin „unterwasser“ verfasst er Tauch- und Reisereportagen, für die der gebürtige Kölner bereits mehrere Journalistenpreise gewonnen hat.

Klappentext:
Mitten in der Nacht steht eine blutüberströmte Frau vor der Tür von Jan Römers Waldhütte, und schlagartig ist es mit seinem Erholungsurlaub vorbei. Die Frau, Hannah Wozniak, wirkt verängstigt, behauptet aber, nur beim Joggen gestolpert zu sein. Jan Römer lässt sich von ihr überzeugen, horcht aber auf, als sie ihm vom "Wald der Wölfe" erzählt, ein nahe gelegenes Waldstück, in dem schon früher Morde geschehen sind. Alle Opfer trugen Brandzeichen, einen Wolfskopf. Am nächsten Morgen ist Hannah verschwunden, und Jan Römer beginnt zu recherchieren. Schnell zeigt sich, dass die Morde in einem Zusammenhang stehen, der bis tief in die deutsche Vergangenheit hineinreicht. Und als Jan Römer selbst in die Schusslinie gerät, wird ihm klar, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Meine Meinung:
Die Bücher um den Journalisten Jan Römer und sein Team bleiben ein Erlebnis. Eigentlich macht er Urlaub in einer einsamen Hütte, als eine verängstigte Frau an seine Tür klopft. Damit beginnt eine Geschichte, die mir lange in Erinnerung bleiben wird. Für weitere Ermittlungen zieht er seine Kollegin „Mütze“ Schneider hinzu, die mit dem gemeinsamen Freund und Bodygard Arlan und dessen neuer Freundin Lena, einer Psychologiestudentin, auch in der Waldhütte aufschlagen.
Jan und Mütze sind Teil eines komplexen Beziehungsgeflechts, das der Offenlegung ihrer wahren Gefühle entgegenarbeitet. Arslan geht den direkten Weg und schützt seine Freunde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Er stellt ein geniales Gegengewicht zu den kopfgesteuerten Journalisten dar. Auch Lena kann ihren Anteil zu den Recherchen beitragen. Jan und Stefanie „Mütze“ haben ihren Stärken, Schwächen und auch Geheimnisse, die sich auf ihre Entscheidungen auswirken. Sie sind sehr interessante und sympathische Figuren, auch weil sie nicht vollkommen sind. Auch viele Nebenfiguren sind komplex und verfolgen eigene Ziele.
Der Schreibstil des Autors ist direkt und klar. Viele Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Tempo. Auch werden einige Szenen und Kapitel aus der Sicht der Täter beschrieben. So weiß der Leser oft mehr als die Journalisten, aber dies tut der Spannung keinen Abbruch. Die Spannung lebt von den Rechercheergebnissen und den daraus abgeleiteten Schlüssen, die den Druck auf den Täter erhöhen. Aber auch dieser greift zu drastischen Maßnahmen, um sich zu schützen. Die Geschichte gipfelt in einem Showdown, der den Figuren alles abverlangt und mich an einer Fortsetzung zweifeln lässt.

Fazit:
Mich hat auch dieses Buch voll und ganz überzeugt. Sowohl die Figurenzeichnung als auch der Plot sind sehr gelungen. Die Journalisten beschränken sich auf ihre Mittel und wirken somit um so überzeugender. Ich vergebe gerne fünf Sterne (95 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 22.06.2019

Elwood - ein unfreiwilliger Held

Die Nickel Boys
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Buchmeinung zu Colson Whitehead – Die Nickel Boys

„Die Nickel Boys“ ist ein Roman von Colson Whitehead, der 2019 im Carl Hanser Verlag in der Übersetzung von Henning Ahrens erschienen ist. Der Titel der ...

Buchmeinung zu Colson Whitehead – Die Nickel Boys

„Die Nickel Boys“ ist ein Roman von Colson Whitehead, der 2019 im Carl Hanser Verlag in der Übersetzung von Henning Ahrens erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „The Nickel Boys“ und ist 2019 erschienen. Die ungekürzte Hörfassung wird von Torben Kessler gelesen und ist 2019 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Zum Autor:
Colson Whitehead, 1969 in New York geboren, studierte an der Harvard University und arbeitete für die New York Times, Harper’s und Granta. Er gehört zu den wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur. Seine zahlreichen Veröffentlichungen wurden hochgelobt, für seinen Roman Underground Railroad erhielt er 2016 den National Book Award und 2017 den Pulitzer-Preis. Heute lebt Whitehead in Brooklyn.

Klappentext:
Florida, Anfang der 1960er-Jahre. Der sechzehnjährige Elwood lebt mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee und ist ein Bewunderer Martin Luther Kings. Als er einen Platz am College bekommt, scheint sein Traum von gesellschaftlicher Veränderung in Erfüllung zu gehen. Doch durch einen Zufall gerät er in ein gestohlenes Auto und wird ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gesperrt. Dort werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und ausgenutzt. Elwood freundet sich mit dem angepassten Turner an und will ihn überzeugen, gegen die Zustände zu kämpfen. Doch das ist lebensgefährlich.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich durch seine ruhige Art Unfassbares zu schildern überzeugt. Elwood ist jung, intelligent und von den Ideen Martin Luther Kings fasziniert. Seine Großmutter hat ihn geprägt und ihn zu bedachtsamen Handeln erzogen. Ohne etwas falsch gemacht zu haben, findet er sich in der Besserungsanstalt Nickel Akademie wieder. Schon der Weg dorthin ist darauf ausgelegt, ihn zu brechen. Stundenlang wird er angekettet im Auto transportiert. Dort angekommen erfolgt die Aufteilung nach der Hautfarbe. Die Zustände bei den Weißen sind schon schlimm, aber noch immer weitaus besser als im anderen Teil. Ein Versuch, einen Streit zu schlichten, bringt Elwood in höchste Not. Er wird gnadenlos ausgepeitscht und überlebt nur knapp. Danach wird er zum Beobachter. Er schildert das Leben in der Anstalt einfach so wie es ist. Wer sich angepasst verhält, kommt relativ ungeschoren davon, aber Fehlverhalten oder gar Widerstand führt zur Öffnung weiterer Höllentüren. Dabei ist die Anstalt in der Öffentlichkeit hoch angesehen. Vor allem im direkten Umfeld profitieren viele Bewohner des nächsten Ortes von Unregelmäßigkeiten in der Anstalt.
Fast emotionslos beschreibt der Autor die unmenschlichen Zustände in der Anstalt. Das System der Unterdrückung funktioniert wie eine gut geölte Maschine, weil alle mitmachen. Den Insassen wird jede Hoffnung genommen und doch keimt ein zartes Pflänzchen des Widerstands, weil Elwood mit seinem unbändigen Willen alles dokumentiert, was er erlebt.
Die schlichte Beschreibung der Erfahrungen des Elwood Curtis, der eigentlich nie etwas falsch gemacht hat, wirkt auf Dauer nachhaltig. Elwood ist ein stiller Kämpfer mit einem sehr starken Willen, dessen Schicksal bewegt.
Die Erzählung bewegt sich auf mehreren Zeitebenen und springt zwischen diesen hin und her, meist wird aber der Weg Elwoods chronologisch begleitet. Einige besondere Ereignisse lockern das tägliche Einerlei auf. Zum Ende hat der Autor für den Leser noch eine Überraschung bereit.

Sprecher:
Torben Kessler, Jahrgang 1975, ist ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Kessler hat an der Folkwang-Hochschule in Essen Schauspiel, Gesang und Tanz studiert.
Torben Kessler liest dieses Hörbuch ganz ausgezeichnet. Er liest technisch einwandfrei und trifft die Atmosphäre. Unaufgeregt und doch engagiert interpretiert er das Werk von Colson Whitehead – einfach großartig.

Fazit:
Eine bewegende Erzählung über das Schicksal eines besonderen Menschen, dessen Willen nicht gebrochen werden konnte. Der ruhige Erzählton lässt den Leser das Unfassbare noch eindringlicher erleben. Deshalb fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und eine unbedingte Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.06.2019

Ein Krimi der leisen Töne

Spreewaldwölfe (Ein-Fall-für-Klaudia-Wagner 4)
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Buchmeinung zu Christiane Dieckerhoff – Spreewaldwölfe

„Spreewaldwölfe“ ist ein Kriminalroman von Christiane Dieckerhoff, der 2019 bei Ullstein Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der vierte Fall in ...

Buchmeinung zu Christiane Dieckerhoff – Spreewaldwölfe

„Spreewaldwölfe“ ist ein Kriminalroman von Christiane Dieckerhoff, der 2019 bei Ullstein Taschenbuch erschienen ist. Dies ist der vierte Fall in der Serie um die Kommissarin Klaudia Wagner.

Zum Autor:
Christiane Dieckerhoff lebt und arbeitet am nördlichen Rand des Ruhrgebiets. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder und weil sie sowieso kein Leben hat, schreibt sie Bücher.
Und weil das sehr einsam sein kann, ist sie Mitglied im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren, bei den Bücherfrauen und bei den mörderischen Schwestern, der Vereinigung krimibegeisterter Frauen.

Klappentext:
Im sonst so idyllischen Spreewald herrscht Unruhe. Schon seit Monaten tobt ein erbitterter Streit zwischen Wolfsgegnern und Tierschützern. Die Emotionen kochen hoch, als auf einer Weide die von Bisswunden entstellte Leiche eines Jungen entdeckt wird. Die Wolfsgegner machen sich den Vorfall zunutze, doch Polizeiobermeisterin Klaudia Wagner ahnt, dass die Todesursache eine andere war. Kann es sein, dass es auch an einem so beschaulichen Ort wie Lübbenau Wölfe im Schafspelz gibt?

Meine Meinung:
In diesem Buch lernen wir viele Menschen mit psychischen Problemen kennen. Dadurch wird eine dunkle Grundstimmung erzeugt, die sich durch das gesamte Buch zieht. Der Spreewald ist zurecht eine beliebte Urlaubsgegend und ein naturbelassenes Idyll. Wie passen da Wölfe hinein? Darüber bricht ein erbitterter Streit in der Bevölkerung aus. Wolfsschutz gegen Wirtschaftsinteressen, aber was hat dies mit dem Toten zu tun?
Langsam und gemächlich nimmt dieser Krimi der leisen Töne Fahrt auf. Persönliche Schicksale bestimmen die Handlungen der Beteiligten, die alle positive, aber auch negative Seiten zeigen. Manche wirken sympathisch, aber ihr Handeln weckt Zweifel. Manche wirken weniger sympathisch, agieren aber solide. Einzelne Schicksale werden ausführlicher betrachtet und es sind häufig schwere Schicksalsschläge, von denen zu lesen ist. Karola Wagner tut was sie kann, muss sich aber auch um persönliche Belange kümmern. Zufälle spielen bei der Entwicklung der Geschichte eine Rolle, aber die Figuren handeln nachvollziehbar. Auch die Spannung entwickelt sich erst langsam, aber das Lesevergnügen ist von Anfang an gegeben. Durch häufige Perspektivwechsel erhält der Leser den Eindruck, mehr als die Kommissarin zu wissen. So überrascht die ein oder andere Entwicklung die Polizei mehr als den Leser. So ganz nebenbei wird eine wunderschöne Region in vielen Facetten dargestellt ohne jemals aufdringlich zu wirken. Aber auch die Schattenseiten des vermeintlichen Idylls werden deutlich.

Fazit:
Ein sehr gelungener Krimi der leisen Töne mit dunkler Grundstimmung vor wunderschöner Landschaft. Da kann es nur fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) geben. Für die Freunde ruhiger, psychologisch geprägter Krimis ist dieses Werk ein Muss!

Veröffentlicht am 10.06.2019

Der einsame Wolf

Dünenblut
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Buchmeinung zu Sven Koch – Dünenblut

„Dünenblut“ ist ein Kriminalroman von Sven Koch, der 2019 bei Knaur TB und bei Knaur eBook erschienen ist. Dies ist der sechste Band der Serie um Femke Folkmer und ...

Buchmeinung zu Sven Koch – Dünenblut

„Dünenblut“ ist ein Kriminalroman von Sven Koch, der 2019 bei Knaur TB und bei Knaur eBook erschienen ist. Dies ist der sechste Band der Serie um Femke Folkmer und Tjark Wolf.

Zum Autor:
Sven Koch, geboren 1969, lebt und arbeitet als Tageszeitungsredakteur in Detmold.
Nach der Aufnahmeprüfung an den Filmhochschulen München und Berlin entschied er sich für eine journalistische Laufbahn und ist als Redakteur mit dem Schwerpunkt Nachrichten und Kultur tätig. Daneben ist Sven Koch in der künstlerischen Fotografie aktiv und hat in mehreren regionalen Ausstellungen seine Bilder präsentiert. Seit vielen Jahren steht er zudem als Rockmusiker auf der Bühne.

Klappentext:
Kommissar Tjark Wolf vom LKA Niedersachsen ist geschockt, als er aus seinem Dänemark-Urlaub in die niedersächsische Heimat zurückkehrt - und wegen dringenden Mordverdachts verhaftet wird. Seine dänische Kollegin Anne Madsen, mit der Tjark eine leidenschaftliche Nacht in seinem Ferienhaus verbracht hat, ist verschwunden. Im Haus: alles voller Blut. Der Kommissar ahnt, wer dahintersteckt. Doch dieser Kriminalfall zieht große Kreise. Zuletzt hatte Anne im Fall des Runen-Killers ermittelt, der Prominente ermordet und ihnen Zitate aus der Edda in die Haut ritzt. Tjark entzieht sich seiner Verhaftung und setzt sich nach Dänemark ab, wo er unter dem Radar der Behörden die Jagd auf den Runen-Killer eröffnet.

Meine Meinung:
Tjark Wolf ist ein eigenwilliger Charakter, aber trotzdem wirkt er sympathisch. Er stammt aus schwierigen Verhältnissen und tut sich in Beziehungen schwer. Als er nach seinem Dänemarkurlaub die Arbeit aufnimmt, sollen ihn seine Kollegen in Haft nehmen. Tjark weiß nicht wie ihm geschieht, aber er ergreift die Flucht und gibt fortan den einsamen Wolf. Die Geschichte wird weitgehend aus seiner Sicht beschrieben und deshalb kann der Leser seine Motive nachvollziehen. Er handelt bei weitem nicht gesetzeskonform, aber er geht planvoll vor. Der Autor überrascht mit vielen Wendungen und bleibt dabei für einen Thriller recht glaubwürdig. Viele kurze Kapitel helfen die Spannung hochzuhalten und einige Perspektivwechsel in die Sicht des Täters, des Opfers und der Polizisten unterstützen dabei. Wohltuend empfand ich, dass weitgehend auf Gewaltdarstellungen verzichtet wurde. Auch Actionszenen sind relativ selten. Trotzdem wurde ich von der Handlung gefesselt. Die Figur Tjark Wolf hat mich in ihren Bann gezogen und auch sein Gegenspieler ist ein beachtliches Kaliber. An manchen Stellen blitzt ein trockener Humor auf, insbesondere wenn der Autor mit genrespezifischen Erwartungen spielt. Der Plot ist gelungen und der Showdown erfüllt die Erwartungen. Das Team um Femke Folkmer spielt meist nur eine kleine Rolle und kann Tjark Wolf nur wenig unterstützen. Der Bezug zur Hauptfigur ist für das Lesevergnügen wesentlich.

Fazit:
Mir hat dieser Thriller ausgezeichnet gefallen, auch weil mich die Hauptfigur überzeugt hat. Es ist auch ohne ausufernde Gewaltdarstellungen sehr fesselnd. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

Veröffentlicht am 20.04.2019

Topüberraschung aus Down Under

Verschollen in der Poison Bay
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Buchmeinung zu Belinda Pollard – Verschollen in der Poison Bay

„Verschollen in der Poison Bay“ ist ein Kriminalroman von Belinda Pollard, der 2017 bei Small Blue Dog Publishing in der Übersetzung von ...

Buchmeinung zu Belinda Pollard – Verschollen in der Poison Bay

„Verschollen in der Poison Bay“ ist ein Kriminalroman von Belinda Pollard, der 2017 bei Small Blue Dog Publishing in der Übersetzung von Maren Feller erschienen ist. Der Titel der australischen Originalausgabe lautet „Poison Bay“ und ist 2014 erschienen. Die ist der Auftakt der Wild Crimes Serie.

Zum Autor:
Belinda Pollard ist eine preisgekrönte ehemalige Journalistin mit einer Schwäche fürs Bergwandern – trotz Höhenangst und kaputter Knie. Sie arbeitet seit Jahrzehnten als Autorin und Lektorin. Sie lebt in Brisbane in Australien.

Klappentext:
„Die Maori nennen diesen Ort Ata Whenua – das Land der Schatten.“Fernsehreporterin Callie Brown ist ein Stadtmensch mit einer Vorliebe für guten Kaffee. Dennoch lässt sie sich darauf ein, mit einer Gruppe alter Freunde durch die unwirtliche Wildnis von Neuseeland zu wandern, in der Hoffnung, über eine zerbrochene Beziehung hinwegzukommen.Was sie nicht weiß: Jemand hat es auf sie alle abgesehen.Verloren in einer der entlegensten und rauesten Gegenden Neuseelands und nicht nur den Elementen ausgeliefert, setzt der Überlebenstrieb bei den Wanderern ein. Jeder von ihnen trägt seit zehn Jahren sein eigenes Geheimnis mit sich. Callie muss sich entscheiden, wem sie vertrauen kann, damit sie nicht die Nächste ist, die stirbt ...

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in vielerlei Hinsicht positiv überrascht. Eine Gruppe von acht jungen Leuten begibt sich auf eine Bergwanderung in einem abgelegenen Naturschutzgebiet. Als sie nicht planmäßig zurückkehren, reist Callies Mutter zur Startstation der Wanderung, weil sie ein schlechtes Gefühl hat und Druck ausüben will, um eine Suche in Gang zu setzen. Abwechselnd werden Szenen aus der Wandergruppe und aus der Bergstation beschrieben. In der Wandergruppe geschehen seltsame Dinge und der Wanderführer stirbt. Dann kommt es zu einer Schlechtwetterlage und zu einer weiteren Toten. Die Lage spitzt sich dramatisch zu und es entsteht der Eindruck, dass ein oder mehrere Gruppenmitglieder involviert sein könnten. Auf der Station geht es erst eher ruhiger zu, denn verspätete Heimkehrer gibt es immer wieder. Aber dann zeitigt der Einsatz von Callies Mutter Früchte und es werden Ermittlungen aufgenommen, die zu beunruhigenden Ergebnissen führen.
Die Figuren sind mit Ecken und Kanten gestaltet und die Beschreibung der Natur und der Naturgewalten ist sehr eindringlich. Man fiebert mit Callie mit, die sich in ungewohnter Umgebung in einer Ausnahmesituation zurechtfinden muss. Sie erkennt, dass eine Tote ermordet wurde und muss nun entscheiden, wie sie damit umgeht. Einerseits wird jedes Gruppenmitglied gebraucht, aber andererseits gibt es diese Toten. Man fühlt die Schwere der Entscheidungen, die Callie treffen muss. Die Atmosphäre in der Wandergruppe ist bedrohlich und es geht um das nackte Überleben. Währenddessen nimmt auch die Unruhe auf der Station zu, auch weil es weiterhin keinerlei Informationen über den Verbleib der Gruppe gibt. Dann passieren auch hier seltsame Dinge.
Die Roman zeichnet sich durch grandiose Naturschilderungen und extrem große Spannung aus. Und als es Hoffnung auf eines glückliches Ende gibt, hat die Autorin noch einen Pfeil im Köcher.

Fazit:
Dieser Roman hat mich durch die grandiose Naturbeschreibung, einer komplexen Handlungsgestaltung und durch extreme Spannung mirgerissen. Nach einem ruhigen Beginn wurde es immer dramatischer. So kann ich nur fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) vergeben und eine klare Leseempfehlung aussprechen.