Profilbild von streifi

streifi

Lesejury Star
offline

streifi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit streifi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2019

Briefroman

Wo die Freiheit wächst
0

Frank M. Reifenberg bringt uns in "Wo die Freiheit wächst" das Leben in Köln im Jahre 1942 nahe. Köln wird von den ersten Fliegenangriffen erschüttert und die Moral der Bevölkerung beginnt zu schwanken. ...

Frank M. Reifenberg bringt uns in "Wo die Freiheit wächst" das Leben in Köln im Jahre 1942 nahe. Köln wird von den ersten Fliegenangriffen erschüttert und die Moral der Bevölkerung beginnt zu schwanken. Die Edelweiß-Piraten, eine Gruppierung von Jugendlichen, die sich nicht in HJ und BDM drängen lassen wollen, hat immer mehr Zulauf. Allerdings sind sie auch ein Dorn im Auge der Gestapo und damit ist die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe alles andere als ungefährlich.


Das Buch ist ein Briefroman. Vornehmlich finden wir hier die Briefe von Lene Meister an ihre Brüder Franz und Kalli, an ihre Freundin Rosi und an ihren Freund Erich. Und natürlich auch deren Antworten. So taucht der Leser ein in die Welt von Jugendlichen, deren Welt von Hunger, Bombenangriffen und der dauernden Bedrohung durch die Staatsorgane geprägt ist.


Durch die Briefform erlebt man alles viel intensiver, man bangt mit den Jugendlichen mit und erfreut sich mit ihnen an den kleinen glücklichen Momenten. Auch wenn man weiss, dass sie noch viel Leid vor sich haben.


Zwischendrin stellte sich mir die Frage, wie die Briefe von Lene und ihren Freunden eigentlich die Zensur überleben konnten und sie nicht in Schwierigkeiten gebracht haben. Das erklärt der Autor aber gut in seinem Nachwort, denn die Zensur griff zwar weiträumig, aber bei der Menge an Post konnten trotzdem nur Bruchteile wirklich überprüft werden. Und Lene ist ja auch erfindungsreich beim Verschicken ihrer Post.


Sprachlich hat sich der Autor gut in die 14-19 Jährigen hineinversetzt, man hat nicht das Gefühl als würde hier ein Erwachsener Jugendliche nachahmen. Er hat auch gut rüber gebracht, dass Jugendliche in dieser Zeit wesentlich schneller erwachsen wurden, als es heute der Fall ist.


Allerdings hat man manchmal das Gefühl, dass das Wissen des Autors über den Ausgang des Krieges in den Wünschen und Vorhersagen seiner Protagonisten durchschimmern.


Das Buch ist reine Fiktion, lehnt sich aber an überlieferte Geschichten der Edelweiß-Piraten und deren Aktionen an.


Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es am Ende schwer war es zu zuklappen und sich von den Protagonisten zu verabschieden. Irgendwie hätte ich mir ein etwas weniger abruptes Ende gewünscht.

Gut gefallen hat mir am Ende auch das Nachwort und die Zeittafel, die noch einmal darstellt, wie sich das dritte Reich entwickelt hat.


Alles in allem war es ein tolles Buch, das einem die Zeit auch mal aus anderen Augen nahe gebracht hat.

Veröffentlicht am 26.06.2019

Spannender Liebesroman!

Bis wir wieder fliegen
0

Anne Perry liebt ihren Beruf. Sie ist Ärztin bei der Flugrettung in Wales und arbeitet dort mit ihrer besten Freundin, die Pilotin ist und Owen zusammen. Die Zusammenarbeit mit Owen läuft super solange ...

Anne Perry liebt ihren Beruf. Sie ist Ärztin bei der Flugrettung in Wales und arbeitet dort mit ihrer besten Freundin, die Pilotin ist und Owen zusammen. Die Zusammenarbeit mit Owen läuft super solange sie im Einsatz sind, aber sobald es um ein privates Gespräch geht, macht er komplett zu.
Was Anne nicht weiss, ist, dass Owen und sie eine gemeinsame Vergangnheit haben.Die Aufarbeitung genau dieser Vergangenheit ist Gegenstand dieses Buches. Es geht um das Akzeptieren und das Vergeben und um zweite Chancen, die ein jeder in seinem Leben bekommen sollte.
Das Buch war, wie alle Bücher von Ella Simon, toll zu lesen. Das Kopfkino lief von Anfang an und zwischendrin wurde es immer wieder richtig spannend. An vielen Stellen mochte ich gar nicht aufhören zu lesen, um herauszufinden, wie die Autorin nun diese oder jene Situation gelöst hat.
Wer „Das Leuchten einer Sommernacht“ kennt trifft in Nebenfiguren auch Lynne und Reed wieder.
Was ich wirklich toll fand, war die Entwicklung von Owen, der sich von vielen seiner Überzeugungen lösen muss , um sein Leben auf eine neue Bahn zu bringen. Das hat die Autorin wirklich glaubwürdig hingekriegt. Manch Leser mag bemängeln, dass es an einige Stellen manchmal einfach zu glatt lief, oder aber der Zufall schon sehr günstig kam, aber für mich war das Ganze durchaus stimmig und hat zum Gesamtkonzept gepasst.
Ich hatte viel Spaß beim Lesen und kann das Buch auf jeden Fall nur empfehlen.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Ein Wohlführoman

Das kleine Cottage am Meer
0

Annie Marlow hat ihre Familie verloren. Ihre Trauer darüber ist so groß, dass sie kaum mehr ins normale Leben zurückkehren kann. Als ihr geraten wird, an einen Ort zu fahren, an dem sie immer glücklich ...

Annie Marlow hat ihre Familie verloren. Ihre Trauer darüber ist so groß, dass sie kaum mehr ins normale Leben zurückkehren kann. Als ihr geraten wird, an einen Ort zu fahren, an dem sie immer glücklich war, fällt ihr Oceanside ein, wo sie viele Jahre mit ihrer Familie Urlaub gemacht hat. Dort angekommen gelingt es ihe das Cottage zu mieten, in dem sie damals auch mit ihrer Familie gelebt hat. Und einen Job findet sie glücklicherweise auch. So gibt sie sich ersteinmal ein Jahr um wieder zu sich selbst zu finden.

Keaton lebt in Oceanside und hat sich schon als Teenager in Annie verkuckt, allerdings hat er sich nie getraut sie anzusprechen. Dass sie jetzt wieder da ist, ist für ihn wie ein Wink des Schicksals.

Debbie Macomber hat hier einen sehr warmherzigen Roman über Menschen geschrieben, die es alle nicht leicht im Leben hatten. Annie, die schwer am Verlust ihrer Familie und ihren Schuldgefühlen zu knabbern hat, Keaton, der nie Liebe erfahren hat und zusätzlich noch Mellie, Annies Vermieterin, die es nicht mehr schafft das Haus zu verlassen. Alle haben ihre Macken und sind doch auf ihre Art Liebenswert.

Annie blüht in ihrem Job und in ihrem Cottage regelrecht auf. Manchmal fand ich es etwas seltsam, dass sie in Oceanside plötzlich wieder normal leben konnte, während sie in Seattle kaum aus ihrer schwarzen Wolke herausgekommen ist. Aber gut, diese magische Wirkung des Ortes auf Annie wollte die Autorin wohl genau so schildern. Ihre Beziehung zu Keaton war auch für mich ein wenig seltsam, welches erwachsene Paar begnügt sich schon über Monate hinweg nur mit zarten Küssen? Aber die Geschichte drum rum hat mich doch versöhnt mit diesen Punkten.

Das Buch war locker und flüssig zu lesen und ich konnte mir Oceanside gut vorstellen. Ein hübscher Ort, an dem es sich sicherlich gut Urlauben und leben lässt. Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich hatte ein paar schöne Lesestunden damit. Auf jeden Fall ein Buch zum Wohlfühlen.


Von mir daher durchaus eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.05.2019

Kindheitserinnerungen

Düsternbrook
0

Düsternbrook, ein Stadtteil von Kiel. Hier wächst Axel Milberg in den 50er und 60er Jahren zusammen mit seinen beiden Geschwistern auf. Mit diesem Buch begleiten wir ihn durch seine Jugend, bis er Ende ...

Düsternbrook, ein Stadtteil von Kiel. Hier wächst Axel Milberg in den 50er und 60er Jahren zusammen mit seinen beiden Geschwistern auf. Mit diesem Buch begleiten wir ihn durch seine Jugend, bis er Ende der siebziger Jahre in München an der Otto-Falckenberg Schule aufgenommen wird.

Seine Kindheit verläuft eigentlich vollkommen normal, wenn man mal davon absieht, dass er seinen Vater gelegentlich auf Jagden auf dem Land begleitet und damit einen Ausflug in den Alltag des Landadels macht, aus dem wohl auch sein Großvater stammt.

Das Buch ist toll geschrieben, sehr lebendig und sprachlich dem Alter von Axel angemessen. Dies ist nicht ein Rückblick aus der Sicht des erwachsenen Axels, man hat das Gefühl, der junge Axel berichtet uns aus seinem Leben. Dabei blitzt der Humor des Erwachsenen aber durchaus auf.

In Interviews beteuert Axel Milberg immer wieder, dass dieses Buch keine Autobiographie ist. Ob das so stimmt, weiß Axel Milberg wohl nur alleine. So wie das Buch geschrieben ist, könnte es auf jeden Fall eine sein. An vielen Stellen habe ich auch meine Kindheit, die deutlich später stattgefunden hat, wiedererkannt.

Mir hat das Buch Spaß gemacht und mich ein wenig in die Jugend zurück entführt.Von daher von mir eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.05.2019

Leichter Urlaubsroman

Sommerzauber auf der kleinen Insel
0

Britta geht es eigentlich gut in ihrem Leben, sie hat einen tollen Job mit Aufstiegsmöglichkeiten und eine schöne Wohnung. Gut, das mit dem Freund hat nicht so gut geklappt, aber eigentlich stört sie das ...

Britta geht es eigentlich gut in ihrem Leben, sie hat einen tollen Job mit Aufstiegsmöglichkeiten und eine schöne Wohnung. Gut, das mit dem Freund hat nicht so gut geklappt, aber eigentlich stört sie das im Moment nicht. Nur, dass ihr Vater bei einem Autounfall bereits vor ihrer Geburt gestorben ist, nagt hin und wieder an ihr.
Da bekommt sie von ihrer Agentur den Auftrag ein großes Projekt auf der Insel Læsø zu leiten. Als sie dort ankommt, verhalten sich manche der Anwohner seltsam vertraulich ihr gegenüber. Schnell stellt sich heraus, woran das liegt: Britta hat eine Doppelgängerin auf der Insel und diese ist ihre Schwester! Und auch ihr totgeglaubter Vater lebt auf der Insel. So bekommt Britta auf die Schnelle eine ganze Familie. Und als ob das noch nicht genug wäre gerät sie mit ihrem Job auf der Insel auch noch zwischen die Fronten. Wenigstens bei Jan Ole, einem Schreiner vor Ort findet Britta Ruhe.

Das Buch ist ein leichtes und gut zu lesendes Wohlfühlbuch, das Urlaubsstimmung verbreitet. Britta und ihre Familie sind toll beschrieben und auch die Insel ersteht vor dem inneren Auge. Das einzige was man an mäkeln könnte ist, dass manche Dinge einfach zu glatt laufen. Dabei gibt es viele Punkte, an denen sich noch mehr Konflikte hätten entzünden können.
Aber auch so war es ein tolles Buch, das mir einige vergnügte und entspannte Lesestunden beschert hat. Was will man mehr!

Hierfür also durchaus eine Leseempfehlung!