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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2016

✎ Jordis Lank - Raukland 1 Rauklands Sohn

Raukland Trilogie
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meine Meinung:

Meine Meinung zu diesem Buch zu verfassen, fällt mir ein wenig schwer..

Mir ist das Cover schon einige Male untergekommen, aber so richtig angesprochen hatte es mich ehrlich gesagt nicht ...

meine Meinung:

Meine Meinung zu diesem Buch zu verfassen, fällt mir ein wenig schwer..

Mir ist das Cover schon einige Male untergekommen, aber so richtig angesprochen hatte es mich ehrlich gesagt nicht wirklich. Das liegt aber keinesfalls an dem Cover, sondern eher an dem Klappentext..

Als ich dann gefragt wurde, ob ich es nicht doch lesen mag, habe ich mir es nochmals ein wenig genauer angeschaut - und staunte nicht schlecht, als ich die Bewertungen sah: durchschnittlich 5 Sterne bei 170 Rezensionen auf Amazon.

Da es jemand, mit dem ich gerne zusammenlese, auch noch liegen hatte, habe ich mich auf dieses Experiment einfach mal eingelassen. Ich wollte schauen, wie Ronan auf mich wirkt, denn ich wusste ja, ich habe jemanden, mit dem ich reden kann.

Anfangs flogen die Seiten irgendwie sehr schnell vorüber. Der Start war gut gewählt und wirklich fesselnd. Jordis Lank hat einen Schreibstil, der es einem leicht macht, an dem Geschehen dran zu bleiben und der Bilder vor meinen Augen ablaufen ließ. Gerade Geschichten, die in einer anderen Zeit spielen, haben es diesbezüglich bei mir oft schwer.

Je weiter ich jedoch voranschritt, desto mehr merkte ich, dass es nicht ganz so meins ist - und das tat mir dann leid. Ich mochte den Verlauf der Handlung(en). Ich sympatisierte mit den Protagonisten. Mein Humor wurde hier absolut getroffen. (auch wenn ich ihn an der ein oder anderen Stelle mal übertrieben fand) Ich mag den Schreibstil. ...
Aber ich fühlte mich irgendwie zu alt.

Das Ende bekommt von mir einen Pluspunkt. Obwohl es eine Trilogie ist, endet das Buch nicht mit einem fiesen Cliffhanger. Das Werk funktioniert super auch als Einzelband - und das finde ich richtig klasse!

Für mich, als Erwachsene, hat im Endeffekt also einfach das gewisse Etwas gefehlt - etwas, was die Geschichte wirklich besonders macht. Trotzdem glaube ich, dass es Jugendlichen (sehr) gefallen könnte und möchte daher in diese Richtung definitiv eine Leseempfehlung aussprechen.

©2016

Zitate:

"»Sie ist großartig«, seufzte Ronan auf einmal. Liam blinzelte ungläubig. »Na prima. Sie verdrischt dich und du freust dich.«" (S. 98)

"Jasimo hatte gesagt, man könne gut küssen, wenn man mit der Zunge einen Knoten in einen Kirschenstiel machen konnte. Tagelang hatte er das geübt, bis sein Kiefer verkrampfte und er den Mund nicht mehr zubekam. Kiara hatte sich totgelacht. (S. 116)

"Outtakes" (S. 335)

Veröffentlicht am 21.10.2016

✎ Nils Honne - Corporate Anarchy

Corporate Anarchy
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Krass..
Das war das erste, was mir durch den Kopf ging, nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen hatte..

Ich hatte mit einem thrillerartigen Buch gerechnet, aber was man hier geboten bekommt, kann man ...

Krass..
Das war das erste, was mir durch den Kopf ging, nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen hatte..

Ich hatte mit einem thrillerartigen Buch gerechnet, aber was man hier geboten bekommt, kann man wirklich schon als rasanten Thriller bezeichnen.

Anfangs noch verhalten, nimmt die Geschichte mehr und mehr Fahrt auf, je weiter man voranschreitet. Dabei sind es gar nicht so die Überraschungseffekte, die hier angewandt werden, sondern einfach das Verhalten der Protagonisten. Irgendwie rechnet man mit außergewöhnlichen Begebenheiten, aber man bekommt doch einiges mehr geboten, als erwartet.

Gerade als die Gleichgesinnten aufeinandertreffen, sind auf einmal sehr viele Namen im Spiel, die man sich ab und zu mal sortieren muss. Aber da es keine absolut exotischen Namen sind, kommt man da wirklich schnell rein.

Womit ich nicht gerechnet habe, ist die detaillierte Darstellung einiger Gewaltszenen. Für Zartbesaitete ist dies wirklich nichts. Auch ich habe teilweise geschluckt, weil der Schreibstil so lebendig ist..

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig warum, aber so im letzten drittel hat das Buch für mich ein wenig geschwächelt. Das Ende aber hat das ganz schnell wieder vergessen lassen, denn hier war ein Überraschungsmoment gegeben, mit dem ich absolut gar nicht gerechnet hatte!

Ich möchte Nils Honnes Buch gerne weiterempfehlen. Es ist aussagekräftig, aufrüttelnd und bis auf eine kurze Strecke sehr temporeich.

©2016

Veröffentlicht am 02.10.2016

✎ Ursula Poznanski - Erebos

Erebos
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Letztes Jahr hatte ich schon 'Saeculum' von der Autorin gelesen.. und als ich neulich über dieses Hörbuch gestolpert bin, habe ich spontan beschlossen, dass es auch eine Chance bekommt.
Ein Anstoss, warum ...

Letztes Jahr hatte ich schon 'Saeculum' von der Autorin gelesen.. und als ich neulich über dieses Hörbuch gestolpert bin, habe ich spontan beschlossen, dass es auch eine Chance bekommt.
Ein Anstoss, warum ich es auch lesen wollte, ist die Pokémon-Welle, die derzeit herrscht und bei der ich mir denke: "Habt ihr wirklich den Bezug zur Realität verloren?"

Ich war sehr gespannt, wie es auf mich wirken wird, denn ich bin absolut kein Rollenspielspieler. Natürlich kenne auch ich welche, aber eben nur vom Hörensagen.

Der Anteil des Spiels ist dann auch sehr hoch - damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Wirklich gestört hat es mich im Endeffekt nur wenig. (aber wahrscheinlich eben nur, weil ich mit diesem Zeitvertreib so gar nichts anfangen kann) Nur, dass manches sich ständig wiederholt hat, fand ich nicht so toll.

Richtig spannend wurde es dann für mich, als Nick, wie im Klappentext beschrieben, einen Menschen umbringen soll. Was danach alles geschieht, hat das Tempo der Geschichte richtig gut angezogen.

Der Schluss hat mich auch überrascht, denn ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet. Die Nachricht, die Ursula Poznanski uns hier mit auf den Weg geben möchte, sollten sich einige wirklich mal zu Herzen nehmen: Du denkst, das Internet ist dein Freund und du kannst ihm alles erzählen, aber es kann ganz schnell zu deinem Feind werden..

Ich denke, gerade für junge Jugendliche, aber auch für manche Erwachsene hält diese Lektüre einiges bereit. Frau Poznanski möchte mit Sicherheit auf die ein oder andere Weise belehren, aber sie tut dies ohne erhobenen Zeigefinger.
Als Hörbuch fand ich es ganz ok, aber durch die Wiederholungen und den Fokus auf das Computerspiel hätte ich es vielleicht nicht ganz so gut lesen können - ich schieb das einfach mal darauf, dass ich nicht ganz die Zielgruppe bin. Empfehlen möchte ich es dennoch.

©2016

Veröffentlicht am 30.09.2016

✎ Hannah Brencher - Wenn du diesen Brief findest...

Wenn du diesen Brief findest...
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Als ich das Buch damals entdeckte und den Klappentext gelesen hatte, war für mich - als (ehemalige) leidenschaftliche Briefeschreiberin - schnell klar, dass ich diese Zeilen unbedingt lesen möchte.

Schon ...

Als ich das Buch damals entdeckte und den Klappentext gelesen hatte, war für mich - als (ehemalige) leidenschaftliche Briefeschreiberin - schnell klar, dass ich diese Zeilen unbedingt lesen möchte.

Schon die ersten Seiten haben mich dann auch direkt berührt, denn Hannah Brencher spricht wirklich immer zu den Menschen, die dieses Buch lesen oder die sie mit ihren Briefen erreichen wollte, und wenig von sich selbst.
Sie hat eine sehr poetische Sprache, die sie auch gekonnt einsetzt und damit oftmals mein Herz erreichte.

Je weiter ihre Geschichte jedoch fortschritt, desto weniger fühlte ich mich mit ihr verbunden.. Sie spricht viel von sich und ihrem Erlebtem, viel von Gott und ihrem Weg dorthin. Sie will keinen bekehren, aber durch das viele Gerede über sich selbst, rücken die Briefe, ihre "Mission", ein wenig in den Hintergrund.

Auch habe ich gedacht, dass man viel mehr Beispiele von Briefen (an sie) gezeigt bekommt, aber das war wohl nicht das Anliegen..

Nichtsdestotrotz öffnet die Autorin an einigen Stellen den Lesern die Augen. Man beginnt (noch mehr) über den eigenen Alltag nachzudenken. Man überlegt, wie man selbst Teil des Ganzen werden könnte. Man hält inne.

Ich habe zum Glück meine Menschen, mit denen ich regelmäßig kommuniziere - per Brief, per E-Mail, per Chat,.. - und wenn ich mich einsam fühle, dann weiß ich, wo ich mich hinwenden kann. Aber ich habe nun auch beschlossen, meine eigene kleine Aktion zu starten, die mir schon jahrelang im Kopf herumgeistert und sicher nicht neu ist, sondern sehr oft angewandt wird.

Hannah Brenchers Aktion sollte wirklich öfter umgesetzt werden - das muss ja nicht zwangsläufig immer einen Brief bedeuten.. und wenn man kein Typ dafür ist, dann sollte man doch wenigstens mal ganz bewusst in sich hineinhorchen, denn:

"Denn so banal die Frage »Wie geht's dir?« in unserem hektischen Alltag klingen mag, sie kann für den Menschen, dem man sie stellt, alles bedeuten." (S. 10)

©2016

weitere Zitate:

"Der Tag, an dem ich nach New York zog, [...] Ich sage, dass ich alles im Gepäck hatte, was ich an diesem Tag brauchte: Träumte verstaut neben Strickjacken, Wünsche versteckt in Gummistiefeln." (S. 16)

"Das Leben ist nur zu hektisch, um einfach mal innezuhalten und sich länger einer einzelnen Sache zu widmen." (S. 16)

"Wir können einem Menschen eine völlig andere Geschichte erzählen, wenn wir uns in den Schutz eines Blatt Papiers begeben. Wir können Dinge sagen, für die uns an anderer Stelle der Mut fehlen würde." (S. 21)

"Und dann musste ich an mich denken. [...] Und an die ganzen sozialen Medien, mit denen wir so viele gute Dinge anstellen könnten, aber stattdessen nutzen wir sie zum Jammern und Motzen und Unruhestiften." (S. 181)

Veröffentlicht am 15.09.2016

✎ Dana Carpenter - Die Schattenschrift

Die Schattenschrift
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Eigentlich würde ich dieses Werk lieber dem Genre 'Historisch' zuordnen, aber ich finde, es muss darauf hingewiesen werden, dass hier doch das ein oder andere Fantasyelement enthalten ist, denn mir war ...

Eigentlich würde ich dieses Werk lieber dem Genre 'Historisch' zuordnen, aber ich finde, es muss darauf hingewiesen werden, dass hier doch das ein oder andere Fantasyelement enthalten ist, denn mir war dies beim Lesen des Klappentextes nicht klar..

In 'Die Schattenschrift' begleiten wir zumeist Maus auf ihrem Lebens- und Leidensweg. Und obwohl sie die Hauptperson ist, bleibt sie mir doch ein wenig blass. Die Nebencharaktere nehmen einen Platz ein, der gut zu ihnen passt und die Geschichte nicht überlädt.

Relativ schnell konnten mich die Geschehnisse bannen und wirkten einen gewissen Sog auf mich aus, so dass ich oft wissen wollte, wie es weitergeht. An manchen Stellen wurde ich durch die Wendungen auch wirklich überrascht. An anderen hätte ich mir das eine Wort mehr doch schon gewünscht. Dana Carpenter bricht teilweise an Stellen ab, bei denen ich auf mehr gehofft hatte, denn ihr Schreibstil ist sehr flüssig und mitreißend, sodass es mir teilweise schwerfiel, das Buch aus der Hand zu legen..

Eigentlich fand ich die Geschichte wirklich gelungen, aber wie bereits gesagt: Ich hätte es bevorzugt, weniger / keine Fantasyelemente vorzufinden. Ich glaube, dass Frau Carpenter eine tolle Autorin historischer Romane werden kann, denn sie schreibt lebendig und doch der Zeit angemessen - dies schaffen in meinen Augen nicht gar so viele.

Wer Historisches also mag und wen die fantastischen Seiten an Maus nicht (gar so arg) stören oder wer darüber hinweglesen kann, dem kann ich dieses Werk empfehlen.

©2016