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Veröffentlicht am 07.07.2019

Wunderbar für einen lauen Sommerabend

Gypsy Cove: Liebe mich, wenn du dich traust
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Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren ...

Die vierzigjährige Janie, Mutter zweier erwachsener Kinder und nach 20 Jahren Ehe frisch geschieden, macht auf Druck ihrer Schwester Urlaub im mexikanischen Gypsy Cove. Sie will sich über den weiteren Verlauf ihres Lebens klar werden und sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Gleich bei ihrer Ankunft trifft sie auf den attraktiven Zade, der allerdings 14 Jahre jünger ist als sie. Obwohl sie natürlich von seinem Interesse geschmeichelt ist, steht der Altersunterschied wie eine Mauer zwischen ihnen.

Rhenna Morgan dreht hier einmal den Spieß um. Nicht der ältere Mann verliebt sich eine blutjunge Frau, sondern sie zeigt eindrucksvoll, dass die Möglichkeit anders herum genauso besteht. Und das macht sie wirklich gut. Ihre Heldin Janie ist eine völlig normale Frau ihres Alters. Mit den gleichen Zweifeln, die jede von uns plagen. Cellulite, zu viele Kilos auf den Rippen, einige Körperteile fangen an, sich der Schwerkraft zu beugen. Die Angst, nicht mehr mit den jungen Frauen mithalten zu können und einem Mann wie Zade dauerhaft zu gefallen, tritt immer wieder in den Vordergrund.

Zade zeigt aber, dass diese Besorgnis völlig ungerechtfertigt ist, sondern die Frau als Ganzes einen Mann völlig umhauen kann, egal wie alt sie ist oder sie sich selber sieht. Allerdings ist Zade auch ein wirklich reifer Mann seines Alters, was seine Gefühle und seine Seele betrifft. Er selber ist in Mexiko, um sich über seinen weiteren Berufsweg klar zu werden, denn seine eigenes Fotostudio hat er gerade verkauft.

Die Autorin hat ihre Protagonisten gut gewählt, um glaubwürdig zu sein. Keine Millionäre, keine Jungfrauen, keine Bad Boys, wie wir sie in anderen Romanen dieser Art immer wieder treffen. Die Gedanken, die beide in ihren Köpfen haben, sind nachvollziehbar und ehrlich.

Das gilt auch für die erotischen Szenen dieser Geschichte. Sie waren absolut heiß und sinnlich, aber nie vulgär oder grenzwertig. Genauso würde ich mir die körperliche Liebe zwischen einem solchen Paar vorstellen.

Man kann Morgan den Vorwurf machen, die Story zu zuckersüß und mit zu wenig Drama versehen zu haben. Ja, manche Worte und Sätze empfand ich durchaus als zu schwülstig, zu geschwollen. Ebenso, wie letztlich alles zu einfach und zu vorhersehbar gestaltet war. Und es fehlte der berühmte Twist gegen Ende, der mehr Spannung hätte bringen können. Das kleine Missgeschick kurz vor Schluß zeugt nicht unbedingt von schriftstellerischer Kreativität. Deshalb reicht es auch nicht für eine 5-Sterne-Bewertung.

Aber insgesamt ein Buch, das mir einen lauen Sommerabend versüßt hat und mit einem Lächeln zurück gelassen. Noch kenne ich die Haven-Brotherhood-Reihe der Autorin nicht, aber das werde ich nachholen, da mir der Stil von Rhenna Morgan gut gefallen hat.

Herzlichen Dank an den Plaisir d’Amour Verlag und an NetGalley für das bereitgestellte Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 04.06.2019

Zum ersten Malmuss ich einen Stern abziehen

Hades' Hangmen - Rider
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Eine Beschreibung des Inhalts kann ich mir wohl sparen, da man zum Verständnis der Reihe ohnehin die vorherigen Teile gelesen haben sollte. Und wer das bereits getan hat, weiß ja, was in Sachen Gewalt, ...

Eine Beschreibung des Inhalts kann ich mir wohl sparen, da man zum Verständnis der Reihe ohnehin die vorherigen Teile gelesen haben sollte. Und wer das bereits getan hat, weiß ja, was in Sachen Gewalt, Missbrauch und brachialen Schilderungen auf den Leser zukommt. Dieses Buch unterscheidet sich da nicht von seinen Vorgängern.

Diesmal geht als also um Cain/Rider. Vermutlich haben ihn fast alle in den ersten Bänden gehasst oder wenigstens zutiefst verabscheut für das, was er dem Club und den Schwestern angetan hat. Immerhin wurde er zu einem Verräter, auch wenn seine unerfüllte Liebe zu Mae ihn manchmal weicher erscheinen liess. Und je weiter die Geschichten fortgeschritten sind, sah man durchaus auch ab und an etwas Gutes in ihm aufblitzen. Trotzdem war ich nie wirklich überzeugt von seiner Erschütterung, als er begriff, wie sehr der Orden seine Macht missbrauchte. Hat er in seiner offensichtlichen Verblendung die Pädophilie und den Missbrauch nicht gesehen oder nicht sehen wollen?

Nun hat also sein Zwillingsbruder Judah seine Identität übernommen und führt den Orden härter und zerstörerischer denn je. Cain, gefangen in einer Zelle und immer wieder gefoltert, hat viel Zeit zum Nachdenken. In der Nachbarzelle sitzt Harmony, eine weitere der Verfluchten. Natürlich wissen wir, das sie die Eine für ihn sein wird, seine Erlösung (wie es der englische Originaltitel sagt). In diesem Buch ist sie diejenige mit der meisten persönlichen Stärke. Hatte es sich bisher die Waage gehalten, erscheint mir Rider fast durchgängig als schwacher Mann, auch wenn er gegen Ende an Stärke gewann. Die Krise seiner Identität stellt sich gut dar. Denn eigentlich ist Rider nicht mehr existent, genauso wenig wie Cain. Wer also ist er als Mensch, als Mann?

Zum ersten Mal vergebe ich einem Teil dieser Serie nicht die volle Punktzahl. Diese Schuld kann ich aber nicht Cain/Rider zuschreiben. Nicht, dass ich ihn jetzt so lieben würde wie die anderen Männer des MC. Und seinen Tod hätte ich auch nicht haben wollen. Aber dadurch, dass diesmal der Orden die Hauptrolle vor dem MC übernahm, fehlt es mir an der Dynamik, die sich aus den Mitgliedern des MC und den Schwestern des Ordens ergab. Da man ihn nicht wirklich zum MC zählen kann, passt das Cover zwar hervorragend in die Reihe, aber nicht zu Cain/Rider.

Nein, diesmal finde ich, dass Tillie Cole zu viele Twists in ein Buch gepackt hat. Hatte ich mich gerade auf eine neue Situation eingestellt, kam gleich die nächste Überraschung. Und nicht alles davon fand ich gut, sondern oft wenig überzeugend. Es machte den Anschein, dass, weil das Ende des Ordens nahe ist, sie auch andere Puzzleteile auf jeden Fall noch zusammensetzen muss. Wer Harmony wirklich ist? Wer die Eltern der Schwestern sind? Oder die Eltern der Brüder? Ohne zu spoilern, kann ich nicht viel dazu sagen. Aber einiges davon war wirklich weit, sehr weit hergeholt. Das Ende wiederum finde ich, was den Weg Cains/Riders zurück in den MC betrifft, ganz gut gelungen.

Nichtsdestotrotz hält Tillie Cole ihr Niveau auf einem hohen Level, sie kann mich immer von Anfang bis Ende so an ein Buch binden, dass ich die Welt um mich herum völlig ausblende. Deshalb bin ich jetzt voller Vorfreude auf AK’s Story, die im Herbst erscheint.

Herzlichen Dank an den LYXVerlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch selbst gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 04.05.2019

Erfrischende und heiße Romanze

The Diamond Prince
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Foster Boyd will nach einer schlecht gelaufenen Werbekampagne, für die sein Bruder Connor verantwortlich war, sein Unternehmen retten und braucht dafür eine Imageberatung. Dafür engagiert er Natalie Stolen, ...

Foster Boyd will nach einer schlecht gelaufenen Werbekampagne, für die sein Bruder Connor verantwortlich war, sein Unternehmen retten und braucht dafür eine Imageberatung. Dafür engagiert er Natalie Stolen, deren eigene Firma gerade alle Klienten verloren hat aufgrund einer Indiskretion, die sie gar nicht zu verantworten hatte. Natalie soll Connor für sich interessieren, aber eigentlich ist sie für Foster selbst die größte Ablenkung.

Schon die ersten beiden Teile dieser Reihe haben mir gut gefallen. Nach einem etwas schwächeren zweiten Buch schöpft Virginia Nelson hier wieder aus dem Vollen. Die Protagonisten sind umwerfend skizziert, auch Nebendarsteller haben großartige Momente. Der Plot selbst hat Hand und Fuß und scheint durchaus realistisch, was Marketingmaßnahmen und Image einer Firma betrifft. Eine besondere Begabung hat Nelson für Dialoge - besonders die Unterhaltungen zwischen Natalie und ihrer Freundin Harper sind kreativ im Hinblick auf Humor und Witz und so typisch weiblich.

Auch war es nicht allzu vorhersehbar wie sonst manche Liebesgeschichten, denn gegen Ende hat Nelson einen Twist eingebaut, den ich so nicht erwartet hatte. Im übrigen geht es wirklich heiß her im Bezug auf die erotischen Szenen, aber es driftet nie ins Vulgäre oder Ordinäre ab, sondern bleibt einfach sexy.

Leider muss man einen Punkt für das Cover abziehen. Ja, es passt natürlich zu den anderen dieser Reihe, aber nicht zu diesem Buch. Foster ist im Gegensatz zum Covermodel blond und ich bin durchaus der Meinung, dass das Titelbild wenigstens minimal zum Buch passen muss.

Insgesamt eine erfrischend geschriebene, heiße und sexy Liebesgeschichte, die mir den Tag versüßt hat. Es gibt einige Verweise zu den Personen aus den vorherigen Teilen, aber auch ohne Vorkenntnisse kann Diamond Prince problemlos als Stand-Alone gelesen werden.

Herzlichen Dank an den Verlag be-heartbeat und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch selbst gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Etwas leiser als die anderen Bände, aber genauso fesselnd und humorvoll

British Knight
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Alexander Knightley ist ein Workaholic, wie er im Buche steht. Als Anwalt strebt er danach, in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten, der ein hochdekorierter Londoner Prozessanwalt war. Er verbringt ...

Alexander Knightley ist ein Workaholic, wie er im Buche steht. Als Anwalt strebt er danach, in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten, der ein hochdekorierter Londoner Prozessanwalt war. Er verbringt nahezu sein ganzes Leben in der Kanzlei und seine Ehe ist bereits daran gescheitert. Violet King hingegen arbeitet in New York als Kellnerin und sucht nach einer Veränderung. Als ihre Schwester ihr die Möglichkeit bietet, einige Monate in London zu arbeiten, kommt ihr das gerade recht. Als sie Alexanders Assistentin wird prallen Welten aufeinander.

Ich muss gestehen, dass ich inzwischen ein echter Fan dieser Buchreihe bin. Nicht zuletzt, weil sich Louise Bay mit jedem Buch ein wenig steigert. Wieder hat sie tolle Protagonisten geschaffen, denen man alles Glück der Welt wünschen möchte. Wobei mir Alex näher gekommen ist als Violet. Er ist so fokussiert auf seine Karriere, dass er gar nicht merkt, dass das Leben aus mehr besteht als Arbeit. Work-Life-Balance ist für ihn ein Fremdwort und Violet mit ihrem Motto „Carpe diem“ holt ihn Stück für Stück aus seiner Komfortzone. Sie ist von Perfektion weit entfernt und gerade der Gegensatz macht die Geschichte reizvoll. Kennen wir nicht alle jemanden, den man manchmal fast zum Spaß zwingen muss?

Vor allem kann man sich als Leser gut in den beiden erkennen (von Alex’ Millionen auf dem Konto mal abgesehen…). Ist es nicht für viele Menschen schwierig, das Gleichgewicht zwischen Privatleben, Beruf und Familie zu halten? Auch sonst sind Alex und Violet nah an der Realität. Bei einer Auseinandersetzung zwischen ihnen fand ich Violet wirklich ungerecht in ihren Anschuldigungen. Aber geht uns das nicht auch selbst so? Ist man in einem Streit immer gerecht und fair dem anderen gegenüber? Sicher nicht. Bay zeigt auch, dass man Kompromisse machen muss und in eine Beziehung investieren. Das gilt für beide Seiten. Sie macht auch deutlich, dass niemand versuchen sollte, wie jemand anderer zu sein. Sich selbst und sein Leben in der Zukunft zu verwirklichen hat Vorrang vor der Vergangenheit.

„British Knight“ ist aus diesen Gründen ein eher zurückhaltender, ehrlicher Band dieser Serie. In einer leiseren Tonart formuliert, eindringlich und zum Nachdenken anregend. Obwohl auch hier wieder witzige Momente zum Lachen bringen und es natürlich die obligatorischen heißen Szenen gibt, die aber in ihrer Darstellung sexy, heiß und geschmackvoll sind.

Ich freue mich jetzt auf Darcys Geschichte und hoffe, das dauert nicht allzu lange. Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Nach Vicious wieder ein Highlight, wenn auch mit Abstrichen

Broken Love
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Jesse Carter hat sich nach einer Gruppenvergewaltigung vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Ihre einzigen Freunde sind ihr alter Hund und eine noch ältere Nachbarin. Ihr Stiefvater will ihr helfen, wieder ...

Jesse Carter hat sich nach einer Gruppenvergewaltigung vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Ihre einzigen Freunde sind ihr alter Hund und eine noch ältere Nachbarin. Ihr Stiefvater will ihr helfen, wieder ins Leben zurückzukehren und engagiert den Bad Boy Bane. Ausgerechnet, denn der ist eigentlich ein stadtbekannter Betrüger, Dealer, Erpresser und Callboy. Aber er scheint der einzige zu sein, der Jesses Schutzmauern durchbrechen kann.

L.J. Shen hat uns mit dem vierten Teil der Sinners of Saint - Reihe erneut harte Kost vorgesetzt. Immer, wenn man glaubt, dass das Limit erreicht ist, wird es noch ein bisschen schlimmer. Wie kann es sein, dass eine ganze Stadt ein Opfer verurteilt statt der Täter? Oder dass hilfsbereite Stimmen nicht gehört werden? Was ihre Heldin Jesse an körperlichem und seelischem Missbrauch erleiden musste, ist schwer zu verkraften. Auch durch ihre eigene Familie, was mich nicht minder getroffen hat. Umso imponierender, wie sie sich im Verlaufe der Kapitel zu einer starken und kämpfenden jungen Frau entwickelt. Shen hat das beeindruckend und glaubhaft entwickelt.

Einiges aus Jesses Kindheit bleibt bis kurz vor Schluß unklar, obwohl man schon erahnen kann, um was es sich handelt. Daher kommt der Twist, der noch einmal etwas Spannung bringt, nicht überraschend.

Bane hingegen hat lange gebraucht, um meine Sympathie zu gewinnen. Er ist ein wirklich übler Mistkerl, stets auf seinen Vorteil bedacht und macht selbst vor Erpressung nicht halt, um an Geld zu kommen. Erst, wenn man hinter seine Fassade blickt, erkennt man die Parallelen zu Jesses Leben. Und das ist es, was sein Verständnis für ihr Leiden ausmacht. So unterschiedlich die beiden auf den ersten Blick erscheinen, so viel haben sie doch gemeinsam. Man muss auch anerkennen, dass er seiner Umwelt und seinen Mitmenschen nichts vorspielt - so ehrlich ist er immerhin. Letztlich hat Bane mich auch stärker ans Buch gebunden als Jesse.

Andererseits haben mich einige Sachen auch gestört. Warum beispielsweise sind Shens Protagonistinnen immer so jung? Diesmal gab es auch einige Längen und Nebengeschichten, die verzichtbar gewesen wären. Die Entwicklungen zum Finale hin waren nicht unbedingt unerwartet. Darum hat es leider nicht für 5 Sterne gereicht.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre meine Meinung nicht anders gewesen.