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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2019

Ein absoluter Pageturner

Küstenstill
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Hardy Finkel tritt gerade erst seine neue Stelle als Kommissar an der Ostseeküste an, als er schon mit einem prekären Fall beauftragt wird. Es wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die vom ...


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Hardy Finkel tritt gerade erst seine neue Stelle als Kommissar an der Ostseeküste an, als er schon mit einem prekären Fall beauftragt wird. Es wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die vom Täter grausam misshandelt und zur Schau gestellt wird. Als dann kurze Zeit später ein zweites Opfer aufgefunden wird, ist den Ermittlern schnell klar, dass es auf einen Wettlauf mit der Zeit hinauslaufen wird. Was Hardy Finkel aber noch nicht ahnt ist, dass er deutlich tiefer in den Fall involviert ist, als er für möglich hält...

Der Autor Elias Haller konnte mich schon mit einigen seiner Thriller begeistern und mit Hardy Finkel schickt er einen neuen Ermittler ins Rennen, was mich mit hohen Erwartungen in das Buch hat starten lassen. Um es vorweg zu nehmen, diese Erwartungen wurden noch übertroffen. Haller überzeugte mich vor allem wieder mit seinem unglaublich temporeichen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Er arbeitet dabei mit vielen kurzen Kapiteln, die mit den verbundenen Perspektivwechseln den Lesefluss noch deutlich erhöhen. Der Spannungsbogen wird gleich zu Beginn mit dem Auffinden der ersten Leiche klassisch aufgebaut und mit vielen überraschenden Handlungen und immer wieder neuen Erkenntnissen auf einem hohen Niveau gehalten. Der Leser bekommt so im Verlauf des Buches sehr häufig die Gelegenheit eigene Theorien und Überlegungen zum Täter und den Hintergründen aufzustellen, um dann aber in dem fulminanten Finale von einer aus meiner Sicht nicht vorhersehbaren und völlig überzeugenden Auflösung überrascht zu werden.

"Küstenstill" ist für mich ein mehr als gelungener Thriller, der den Leser in Atem hält und ihm kaum eine Chance gibt, das Buch aus der Hand zu legen. Der Inhalt ist an einigen Stellen sicherlich nicht für zu zartbesaitete Leser geeignet, wer dies allerdings nicht scheut, dem sei der Thriller ans Herz gelegt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!

Veröffentlicht am 13.07.2019

Ein sehr düsteres Märchen

Das Labyrinth des Fauns
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n der Zeit des fortgeschrittenen Zweiten Weltkrieges zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem neuen Steifvater. Das neue Zuhause behagt der jungen Ofelia überhaupt nicht, so dass sie sich gerne ...

n der Zeit des fortgeschrittenen Zweiten Weltkrieges zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem neuen Steifvater. Das neue Zuhause behagt der jungen Ofelia überhaupt nicht, so dass sie sich gerne in dem dunklen umgebenden Wald zurückzieht. Hier begegnet sie einem mysteriösen Faun, der ihr drei Aufgaben stellt. Sollte es ihr gelingen diese zu lösen, wird sie die neue Prinzessin sein. Gleichzeitig wird dies zu einem Kampf zwischen Gut und Böse...

Cornelia Funke ist als erfolgreiche Jugendbuchautorin fantastischer Bücher bekannt. Gerade ihre Tintenwelt-Trilogie konnte mich begeistern, so dass ich nun sehr gespannt auf ihr neues Werk war. Inspiriert wurde Cornelia Funke von der Idee und dem Film "Pans Labyrinth" des spanischen Regisseurs Guillermo del Toro. Sie hat dies nun in einen Fantasyroman umgewandelt und bedient sich in ihrer Erzählung vieler Stilmittel eines Märchens. Ihr fantasievoller und ausgeschmückter Schreibstil verleiht dem Buch einen eigenen Charme, ist dabei aber stets flüssig und einfach zu lesen. Typisch für ein Märchen unterscheidet sie hier deutlich zwischen Gut und Böse und gibt dem Bösen das Bild des Wolfes, während die Gute eine noch unerkannte Prinzessin darstellt. Das Ganze wird in den historischen Hintergrund der Kämpfe zwischen den faschistischen Spaniern und den Widerstandsgruppen gestellt, was der Szenerie eine dunkle Schwere verleiht. Weiterhin sorgen der dunkle Wald und die zahlreichen Fabelwesen im Labyrinth für eine sehr düstere Atmosphäre. Gerne kommen Märchen auch schon einmal sehr gewalttätig daher, was definitiv auch für dieses Buch gilt. Ich fand es für die Bezeichnung eines Jugendbuches stellenweise schon für grenzwertig, so dass man sich überlegen sollte, wem man das Buch zu lesen geben sollte. Mich hat die Geschichte zumindest gepackt und obwohl der Verlauf durchaus ein wenig vorhersehbar erscheint konnte ich doch gut in die fremde und düstere Welt abtauchen.

Ich persönlich halte "Das Labyrinth des Fauns" für einen gelungenen und fesselnden Fantasyroman, der aus meiner Sicht vor allem von der Erzählkunst der Autorin lebt. Hervorheben möchte ich auch noch die grafische Umsetzung einiger Szenen, wo in sehr liebevoll gezeich-neten Bildern die Fantasie des Lesers ein wenig Unterstützung erhält. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Das Spiel mit der Angst

Im Jahr der Finsternis
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Der erfolgreiche Anwalt Viktor Hellberg wird von seiner sechzehn-jährigen Tochter Maria begleitet, als er sich um den Nachlass seiner kürzlich verstorbenen Mutter kümmern möchte. Kurz nach der Ankunft ...

Der erfolgreiche Anwalt Viktor Hellberg wird von seiner sechzehn-jährigen Tochter Maria begleitet, als er sich um den Nachlass seiner kürzlich verstorbenen Mutter kümmern möchte. Kurz nach der Ankunft wird Maria entführt und die Täter verlangen von Viktor die Herausgabe einer CD. Verzweifelt versucht Viktor die Forderung zu erfüllen und beginnt mit der Suche, welche ihn nach Wien führt. Dort erkennt er mehr und mehr die Tragweite der Situation, in der er und seine Tochter mittlerweile gefangen sind. Geht es eventuell sogar um die Zukunft Europas?

Die Autorin I.L. Callis hat aus meiner Sicht "Im Jahr der Finsternis" einen packenden Polit-Thriller geschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem sehr bildreichen und äußerst angenehm zu lesenden Schreibstil, der mich schnell an die Geschichte fesseln konnte. Der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften und grausamen Prolog direkt aufgebaut und über die anschließende Entführung und des geplanten Attentats auf einem sehr hohen Niveau gehalten. Geschickt baut I.L. Callis ihre komplexe und vielschichtige Geschichte auf und gibt ihr mit gut recherchierten Informationen der aktuellen Politik in Europa und der restlichen Welt einen erschreckend authentischen Charakter. Gut spiegelt sie die aktuellen Bemühungen rechtsradikaler Parteien mit dem Schüren der Angst, die Macht der Demokratie zu missbrauchen. Das spannende und fulminante Finale rundet das Buch für mich sehr gelungen ab. Bemerkenswert und sehr spannend fand ich noch den Fokus auf den beauftragten Attentäter, einen südamerikanischen Pistolero. Der vermeintlich Böse wurde in diesem Buch mit seiner Familienehre und seinem Auftreten in ein Licht gestellt, dass er mir im Verlaufe der Geschichte immer sympathischer wurde.

"Im Jahr der Finsternis" ist ein aus meiner Sicht richtig gut gelungener Polit-Thriller mit einem erschreckend aktuellen Bezug zu unserem heutigen politischen Umfeld. Ein Buch, welches jede Menge Spannung bietet und gleichzeitig noch wichtige Botschaften für das reale Leben vermittelt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Ein farbiger Junge in der Welt des weißen Mannes

Die Nickel Boys
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Der farbige sechzehnjährige Elwood steht kurz davor, seinem vorgeprägten Schicksal zu entrinnen, als er einen Platz am College erhält. Mit viel Fleiß und Engagement hat er sich seinen Traum erfüllt. Durch ...

Der farbige sechzehnjährige Elwood steht kurz davor, seinem vorgeprägten Schicksal zu entrinnen, als er einen Platz am College erhält. Mit viel Fleiß und Engagement hat er sich seinen Traum erfüllt. Durch einen unglücklichen Umstand jedoch und ohne davon Kenntnis zu haben, sitzt er in einem gestohlenen Auto, welches von der Polizei kontrolliert wird. Ohne auch nur einmal angehört zu werden, landet er in einer Besserungsanstalt, wo sein Leben einen völlig neuen Verlauf nehmen soll...

Ich war sehr gespannt auf das neue Werk von dem Autor Colson Whitehead, der für seinen letzten Roman "Underground Railroad" den Pulitzer-Preis erhalten hat. Auch in "Die Nickel Boys" setzt er sich mit dem Thema des Rassismus in Amerika auseinander. Erneut basiert seine Fiktion auf wahre Begebenheiten. Er wurde durch die Geschichte der Dozier School for Boys in Marianna, Florida inspiriert. Die Geschichte spielt in den 60er-Jahren und Whitehead erzählt in seinem fesselnden und tiefgehenden Schreibstil schonungslos über das Leben des tapferen Jungen Elwood. Schnell muss er erkennen, dass er sich anpassen muss, um in der Mühle der Gewalt und Erniedrigung zu überleben. Sein Gewissen und seine Begeisterung für Martin Luther King treiben ihn aber dazu, Veränderungen herbei-führen zu wollen. Er kann nicht untätig mit ansehen, wie anderen Menschen Unrecht angetan wird, was ihn immer wieder mit den rassistischen und gewalttätigen Wärtern konfrontiert. Beim Lesen schrie mir förmlich die Ungerechtigkeit, aber leider auch oft die Hilflosigkeit der Protagonisten entgegen, was mich innerlich aufwühlte.

Mit "Die Nickel Boys" hat der Autor Colson Whitehead aus meiner Sicht ein weiteres unbequemes Ausrufezeichen für die amerika-nische Gesellschaft gesetzt. Ein Buch, das mich nicht mehr losließ und mich auch im Nachgang noch lange beschäftigte. Ich empfehle das äußerst lesenswerte Buch sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 07.07.2019

Laura Kern ermittelt wieder

Der Blütenjäger: Thriller
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Laura Kern bekommt es mit einem erbarmungslosen Serientäter zu tun. Die Opfer sind junge Frauen, die scheinbar durch einen Wald gejagt und kurz vor der Rettung mit einem Schuss durch die Lunge ins Herz ...

Laura Kern bekommt es mit einem erbarmungslosen Serientäter zu tun. Die Opfer sind junge Frauen, die scheinbar durch einen Wald gejagt und kurz vor der Rettung mit einem Schuss durch die Lunge ins Herz kaltblütig erschossen werden. Der Täter drapiert an den Leichen noch ein Foto und eine Blüte. Hier setzen die Ermittlungen an, doch das Team um Laura Kern steht vor einem Rätsel, was hat die inszenierte Darstellung der Opfer zu bedeuten? Zudem kann keine Verbindung zwischen den Opfern gefunden werden, was dafür spricht, dass der Täter nach dem Zufallsprinzip vorgeht. Kann ein nächster Mord verhindert werden? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

"Der Blütenjäger ist bereits der vierte Band um die attraktive und engagierte Ermittlerin Laura Kern. Die Vorgängerbände konnten mich schon in den Bann ziehen, so dass ich mit hohen Erwartungen in das Buch gestartet bin. Nach nur wenigen Seiten war es wieder um mich geschehen, die Autorin Catherine Shepherd baut um die skrupellosen Morde an den jungen Mädchen eine raffinierte Story auf und sorgt so direkt für ein hohes Spannungsniveau. Der Leser bekommt immer wieder die Gelegenheit eigene Überlegungen bezüglich des Täters und den Hintergründen anzustellen, wird aber wohl des Öfteren durch plötzliche Wendungen und neue Informa-tionen eines Besseren belehrt. Ein Buch, welches ich wirklich nur sehr schwer zur Seite legen konnte und welches mit einem hohen Tempo erzählt wird. Die charismatische Hauptprotagonistin Laura Kern verleiht der Geschichte auch mit ihrer eigenen nicht ganz einfachen Vergangenheit einen zusätzlichen Charme.

Mit "Der Blütenjäger" ist Catherine Shepherd aus meiner Sicht wieder einmal ein packender Thriller gelungen, der hoffen lässt, dass es noch einige Fälle für die Ermittlerin zu lösen gilt. Freunden spannender und fesselnder Thriller empfehle ich das Buch gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.