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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2019

Spannende Sinneseindrücke, aber insgesamt eher langweilig

Die Welt in allen Farben
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Bei Kate dachte ich wegen des Klappentextes, dass auch sie Erfahrungen mit Blindheit gemacht hat, aber die Dunkelheit bezieht sich auf ihre toxische Beziehung mit ihrem Ehemann. Sie ist unglücklich und ...

Bei Kate dachte ich wegen des Klappentextes, dass auch sie Erfahrungen mit Blindheit gemacht hat, aber die Dunkelheit bezieht sich auf ihre toxische Beziehung mit ihrem Ehemann. Sie ist unglücklich und nachdem es nun auch noch zu häuslicher Gewalt kam, ist sie erst recht psychisch am Ende. Auch wenn sie zunächst die Augen davor verschließt, merkt sie, wie entspannt und schön der Umgang mit Nova sein kann. Doch sie traut sich nicht, etwas zu unternehmen, weil ihr Selbstwertgefühl und ihr Mut schon seit Jahren so zerstört wurden.

Nova ist trotz ihrer Blindheit nicht unglücklich gewesen, aber das Sehen stellt sie vor eine harte Prüfung. Diese fremde Welt zu entdecken ist anstrengend und bringt ihre bisherige Ordnung komplett durcheinander, weil sie auch die bekannten Dinge manchmal nur schwer erkennen kann. Sie ist von den vielen Eindrücken sehr überlastet, auch wenn sie von den sichtbaren Dingen so fasziniert ist. Manchmal ist das Unbekannte einfach zu furchteinflößend, aber es kann sich doch lohnen, sich darauf einzulassen und die Veränderung willkommen zu heißen.

Die Zeitsprünge sind riesig. Ganze Monate vergehen zwischen den Kapiteln und das beschleunigt die Handlung ungemein. So sind Novas Fortschritte natürlich auch schneller und man teilt eher ihre Erkenntnisse über längere Zeiträume.
Mich hat es da aber gestört, wie zwischen den Charakteren monatelang nichts passiert. Warum vergeht so viel Zeit ohne Fortschritte? Trotz der spannenden oder dramatischen Momente zog sich das Buch auch in die Länge und insgesamt fand ich es einfach etwas langweilig.

Fazit
"Die Welt in allen Farben" klang so vielversprechend und das Sehen Lernen fand ich sehr schön, und den Rest süß, aber eher langweilig.

Veröffentlicht am 08.08.2019

Süße Drachengeschichte, aber nicht sehr anspruchsvoll

Silberdrache (Silberdrache 1)
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Das Buch hat mir durchaus gut gefallen, aber ich denke, wäre ich jünger, hätte es mir besser gefallen können. Die Geschichte ist simpel gestrickt und leicht zu verfolgen. Für mich war es einfach zu anspruchslos ...

Das Buch hat mir durchaus gut gefallen, aber ich denke, wäre ich jünger, hätte es mir besser gefallen können. Die Geschichte ist simpel gestrickt und leicht zu verfolgen. Für mich war es einfach zu anspruchslos und kurz, vielleicht ist es für jüngere Leser interessanter.

Die Drachen haben genauso ein Persönlichkeit wie die Menschen auch und spiegeln auch ihr Alter gut wieder. So ist der junge Silberne Lysander verspielt, naiv und handelt ganz nach Lust und Laune. So wertvoll und magisch er auch ist, ist Lysander manchmal ziemlich bockig.

Sein Partner Joss ist erst elf, darum kann ich ihm seine Naivität verzeihen. Seine Schwester Allie scheint da schon etwas besonnener. Sie haben beide ein gutes Herz und wollen eigentlich nichts mit den Intrigen des Lennix-Clans zu tun haben, werden aber wegen ihrer Verbindung zu Lysander wider Willen mit reingezogen.

Der Lennix-Clan ist tatsächlich skrupellos. Sie empfinden kaum Liebe füreinander, sind herzlos, grausam und streben nach immer mehr. Ihre Drachen, die gefährlichen Raptoren, sind auch nicht besser. Mit ihren Intrigen sind sie aber alles, was diese Geschichte spannend macht.

Bei Sirin war ich mir nicht ganz sicher, ob ich den Rest der Geschichte als Fantasie eines verzweifelten, einsamen Mädchens interpretieren soll, das versucht, an den Geschichten seiner Mutter festzuhalten, oder eben als Wahrheit. Auch wenn ich Mitleid mit ihr hatte, hatte ihre Geschichte nur so wenig mit dem Rest zu tun, dass es mich nicht wirklich packen konnte.

Manche Dialoge waren mir ein wenig zu plump und so richtig konnte ich die Magie auch nicht spüren. Die Regeln dieser Welt waren sehr übersichtlich und leicht verständlich, aber insgesamt sehr begrenzt. Ich bin einfach mehr gewöhnt und erwarte dann auch komplexere Strukturen, die der Welt Tiefe verleihen.

Fazit
"Silberdrache" bietet eine eigentlich spannende Geschichte, aber so richtig packen konnte sie mich nicht, da ich sie etwas zu anspruchslos fand. Ich frag mich aber, ob das Buch Kindern besser gefallen würde.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Süße und emotionale Liebesgeschichte

Perfectly Broken (Bedford-Reihe 1)
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Brooklyn hat die Liebe ihres Lebens verloren und ist nach knapp einem Jahr bereit, einen Neuanfang in einer anderen Stadt zu wagen. Dort findet sie eine sofort eine tolle Freundin und lernt auch ihren ...

Brooklyn hat die Liebe ihres Lebens verloren und ist nach knapp einem Jahr bereit, einen Neuanfang in einer anderen Stadt zu wagen. Dort findet sie eine sofort eine tolle Freundin und lernt auch ihren Nachbarn Chase kennen, durch eine abgeschlossene Tür, die ihre beiden Schlafzimmer miteinander verbindet.
Sie ist noch lange nicht über den Tod ihres Geliebten hinweg und die Gefühle, die sie für Chase entwickelt, obwohl sie nicht einmal sein Gesicht kennt, will sie partout nicht zulassen, denn zum einen ist sie noch nicht bereit dafür und außerdem fühlt es sich wie ein Betrug an.
Man kann ihre Gefühle und ihren inneren Zwist sehr gut nachvollziehen, sie sind auch sehr ausführlich und emotional beschrieben.

Chase ist ebenfalls sehr schnell hin und weg von der neuen Nachbarin und würde sie unglaublich gern richtig kennenlernen und auch mit ihr ausgehen. Auch ihm ist klar, dass es mehr zwischen ihnen gibt und er möchte gern ihr Herz erobern.

Die beiden sind ein süßes Pärchen und da sie auch beide sehr sympathisch sind, wünscht man ihnen auch das Beste. Das Buch erzählt eine einfache, und doch emotionale Geschichte, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Es gab noch ein bisschen überflüssiges Drama, das ich wirklich nicht gebraucht hätte, aber ansonsten war es eine gute und auch kurze Lektüre für Zwischendurch.

Fazit
Insgesamt fand ich, dass "Perfectly Broken" eine süße, emotionale Geschichte über Verlust und Neuanfang erzählt und abgesehen von etwas überflüssigem Drama gut gelungen ist.

Veröffentlicht am 13.07.2019

Vorhersehbares, kurzweiliges Vergnügen

Off Limits - Du bist tabu
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Jack hat seine geliebte Frau verloren und seitdem versucht er, sich mit bedeutungslosem Sex von seinem Verlust abzulenken. Gemma begehrt er schon länger, doch er weiß, dass er ihr nicht bieten könnte, ...

Jack hat seine geliebte Frau verloren und seitdem versucht er, sich mit bedeutungslosem Sex von seinem Verlust abzulenken. Gemma begehrt er schon länger, doch er weiß, dass er ihr nicht bieten könnte, was sie verdient: Eine Beziehung und einen Mann, der für sie da ist. Außerdem will er nicht riskieren, sie zu verlieren.

Gemma geht es da sehr ähnlich, denn sie liebt ihren Job als Rechtsberaterin für Jack und auch sie kann sich nicht auf ihn einlassen, denn sie will nicht eine von endlos vielen, sehr kurzweiligen Bettgeschichten sein, die sie bei Jack ein- und ausgehen sieht.

Zu Beginn der Geschichte haben die Beiden schon viel zusammen erlebt und durch Jacks Eifersucht wird es sehr schnell heiß zwischen den beiden, wobei sie sich doch distanziert behandeln, weil sie "mehr" einfach für unmöglich halten und Gemma möchte auch nicht verletzt und von Jack zurückgewiesen werden, denn das ist seine Art, mit Frauen umzugehen.

Man merkt also, die Geschichte ist eigentlich relativ oberflächlich. Außerdem gibt es außer den recht simpel gestrickten Probleme der beiden kaum weitere Inhalte in der Geschichte. Ich hatte das Gefühl mich hier ewig im Kreis zu drehen und nicht von der Stelle zu kommen, bis zu einem dramatischen Ende, das ja auch vorhersehbar war. Man darf einfach nicht zu viel erwarten.

Fazit
"Off Limits - Du bist tabu" war zwar sehr vorhersehbar, doch die Liebesgeschichte hat mich doch gut unterhalten und war ein kurzweiliges Vergnügen.

Veröffentlicht am 10.07.2019

Letztendlich "nur" ein Film zum Buch

Das Labyrinth des Fauns
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Diesmal ist es keine Buchverfilmung sondern andersherum: Das hier ist das Buch zum Film "Pans Labyrinth" von dem berühmten Regisseur Guillermo del Toro.

Es ist die gleiche Handlung, nur um den Stil eines ...

Diesmal ist es keine Buchverfilmung sondern andersherum: Das hier ist das Buch zum Film "Pans Labyrinth" von dem berühmten Regisseur Guillermo del Toro.

Es ist die gleiche Handlung, nur um den Stil eines Romans und zehn kurze, magische Geschichten erweitert.

Und was soll ich sagen - so fühlt es sich auch an.
Cornelia Funke hat hier schon einen märchenhaften Schreibstil einfließen lassen und auch den Charakteren mehr Tiefe verliehen, doch ich hatte trotzdem das Gefühl, dass das Buch trotz des detailreichen Stils eine oberflächliche Geschichte erzählt.
Die Autorin wollte die Geschichte nicht ändern und da sah ich das Problem, denn ein Buch ist einfach ein ganz anderes Medium, das auch andere Möglichkeiten hat. Da kann man die Welt detaillierter beschreiben und vor allem erklären, neue Aspekte hinzufügen und ein bisschen seine eigene Geschichte draus machen.

Ich habe mich da an ein Zitat aus einem Interview mit Cornelia Funke erinnert, bei dem es um die Verfilmung von "Tintenherz" ging:
"Wenn ein Autor sein Buch an ein anderes Medium abgibt, an den Film oder an die Bühne, muss er den anderen Künstlern Freiraum lassen. Sonst können deren Medien nicht anfangen zu atmen." [Quelle: spiegel.de]

Vielleicht verstehe ich dieses Zitat auch falsch, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie auch mehr "Roman" einfließen lässt und zumindest kleine Änderungen der Handlung vornimmt. Andersherum erwarte ich bei Verfilmungen ja auch nie eins zu eins die gleichen Konversationen.

Die neuen Geschichten waren an sich ganz schön und hingen auch mehr oder weniger direkt mit den Geschehnissen zusammen. Sie bieten die Hintergrundgeschichten zu verschiedenen Personen, Orten oder Gegenständen. Und obwohl man eben schon einen Bezug zur Geschichte erkennen kann, blieben sie für mich eher irrelevant und hingen wie lose Fäden in der Wand. Vielleicht, weil sie tatsächlich erst hinterher hinzugefügt wurden, konnten sie in meinen Augen nicht vollständig Teil des großen Ganzen werden.

Ansonsten ist das Buch schaurig, aber doch magisch. Es gibt teilweise einen sehr starken Kontrast mit Ofelias kindlicher Unschuld und dem eigentlich so märchenhaften Schreibstil des Buches auf der einen Seite und dem grausamen Vidal, den Rebellen und den unheimlichen Fantasiegestalten auf der anderen Seite.

Ob man die Fantasy-Aspekte nun für die Phantasie eines Kindes hält, das der Wirklichkeit entflieht, oder eben für Wahrheit, sei dem Leser überlassen.

Fazit
"Das Labyrinth des Faun" ist ein Buch zum Film, es fängt die magische und doch unheimliche Stimmung sehr gut auf und wer den Film mag, wird sicher auch das Buch mögen. Meiner Meinung nach hätte man aber noch viel mehr draus machen können, wenn man dem Buch den Raum gegeben hätte, sich richtig zu entfalten.