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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2016

Vor allem für Doctor Who-Fans

Doctor Who - Zeitreisen 1: Die Todesgrube
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Der (vierte) Doctor ist, ohne Begleitung, einmal wieder auf der Erde unterwegs und zwar im Jahr 1978 in einem Golfhotel. Dort gibt es Tote und mehrere merkwürdige Gestalten.

„Paul Harris starb. Das hatte ...

Der (vierte) Doctor ist, ohne Begleitung, einmal wieder auf der Erde unterwegs und zwar im Jahr 1978 in einem Golfhotel. Dort gibt es Tote und mehrere merkwürdige Gestalten.

„Paul Harris starb. Das hatte für diesen Nachmittag nicht in seinem Terminplan gestanden“ - schon am ersten Satz sieht man den typischen schwarzen Humor der Briten, der auch die Doctor-Who-Geschichten mit ausmacht. Mich hat dieser Satz sofort in die Geschichte gezogen, die erwartungsgemäß gespickt ist mit skurrilen Charakteren, ebensolchen Geschehnissen und einer trockenen Erzählweise, die die Skurrilität noch deutlicher macht.

Der Kurzroman ist Teil 1 einer Ebook-Reihe mit Doctor-Who-Geschichten, betitelt mit „Zeitreisen“, insgesamt gibt es 8 Teile, die von verschiedenen Autoren geschrieben wurden.

Mich hat die Geschichte gut unterhalten und sehr amüsiert, ich freue mich schon auf die weiteren Teile und gebe gerne 4 Sterne sowie eine Leseempfehlung. Wer Doctor Who noch nicht kennt, sollte sich zunächst über ihn informieren, die Geschichten sind schon sehr speziell. Doctor Who-Fans sollten zugreifen.

Veröffentlicht am 31.10.2016

Gute Ergänzung zur Buchreihe bzw. gute Möglichkeit, in diese hineinzuschnuppern

Nachtschwärmer
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Schlaflos beobachtet Max Wolfe einen Mord, der gegenüber seines Lofts stattfindet. Mord kann Wolfe nicht dulden, schon gar nicht so nahe der Wohnung, in der seine Tochter Scout schläft.

Zur Einstimmung ...

Schlaflos beobachtet Max Wolfe einen Mord, der gegenüber seines Lofts stattfindet. Mord kann Wolfe nicht dulden, schon gar nicht so nahe der Wohnung, in der seine Tochter Scout schläft.

Zur Einstimmung auf den dritten Max-Wolfe-Krimi habe ich diesen Kurzroman gelesen. Es ist ein typischer Krimi über Tony Parsons Ermittler, der diesen wieder in Ich-Form erzählen und ihn einmal mehr in eine unklare Situation geraten lässt, Wolfe gerät in Gefahr, handelt wieder einmal unbedacht und mischt sich in die Ermittlung ein, für die ein anderes Team zuständig ist. Ebenso typisch sind tragische Wendungen, die ich dieses Mal besonders traurig fand. Richtig süß ist dagegen wieder Scout und ihr Weihnachtsgeschenk für Wolfe.

Der Kurzkrimi ist eine gute Ergänzung zur Reihe, aber auch eine ebenso gute Möglichkeit, in diese hineinzuschnuppern und Max Wolfe kennen zu lernen. Von mir gibt es 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.10.2016

Ergänzende Kurzgeschichte zu "Märzgefallene"

Märchen mit Zündhölzern
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Wer die Romane um Gereon Rath gelesen hat, kennt bereits Hannah, die in „Märzgefallene“ eine wichtige Rolle spielt. Diese Kurzgeschichte spielt im Dezember 1931 und erzählt Hannahs Vorgeschichte.

Hannah ...

Wer die Romane um Gereon Rath gelesen hat, kennt bereits Hannah, die in „Märzgefallene“ eine wichtige Rolle spielt. Diese Kurzgeschichte spielt im Dezember 1931 und erzählt Hannahs Vorgeschichte.

Hannah lebt mit ihrem Vater, einem versehrten Weltkriegsveteranen und anderen Obdachlosen in einem Bretterverschlag, sie hungert, verkauft Zündhölzer, muss mit dem wenigen Geld auch noch die Morphiumsucht ihres Vaters befriedigen und wird von den Männern (nicht nur) gedemütigt.

Wer „Märzgefallene“ kennt, weiß bereits, was passiert. Es ist sehr erschütternd zu lesen, was in diesem jungen Mädchen vorgeht.

Die Kurzgeschichte ist eine Hommage des Autors an Hans Christian Andersen und Erich Kästner und als Ergänzung zum oben genannten Roman gut geeignet. Leider ist sie momentan nicht mehr erhältlich.

Veröffentlicht am 29.10.2016

Überzeugende Dystopie

Wild
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In Neustadt sind alle Menschen glücklich, es gibt keine Krankheiten, keine Gewalt – aber auch keine echten Gefühle, denn alle erhalten wöchentlich ihre Glückdosis. Peas, genannt Pi, hat das Glück allerdings ...

In Neustadt sind alle Menschen glücklich, es gibt keine Krankheiten, keine Gewalt – aber auch keine echten Gefühle, denn alle erhalten wöchentlich ihre Glückdosis. Peas, genannt Pi, hat das Glück allerdings nicht gepachtet, sie ist nicht wirklich glücklich, sondern schwebt eher auf einer grauen Wolke, ihre Eltern hatten nicht genug Geld, um ihr ein Geburtsdesign angedeihen zu lassen, weswegen sie nicht so perfekt ist wie die meisten anderen Jugendlichen, z. B. ihre Freundin Moon, ihr Name beruht auf einem Schreibfehler und sollte eigentlich Peace lauten und ein Freund wurde ihr auch noch nicht zugeteilt.

Eines Tages stimmt etwas mit der Glücksdosis nicht und Pi fällt mit vier weiteren Neustädtern aus dem Glücksstrom. Plötzlich sind da Gefühle und der Wunsch, weiterhin man selbst zu sein und nicht in der Glückswatte zu versinken. Keiner darf merken, was passiert ist und die Außenwelt, die Wildnis um Neustadt, die bisher No-Go-Gebiet war, denn dort wimmelt es nur so vor Keimen und Verbrechern, scheint plötzlich der einzige Ort zu sein, an dem die Fünf sicher sind. Doch auch in Neustadt ist nicht alles so, wie gedacht …

Die Autorin lässt Pi ihre Geschichte selbst in Ich-Form erzählen und so erfährt man das Geschehen aus erster Hand, ist als Leser zusammen mit Pi verwirrt, erfreut und geschockt. Mir gefällt, wie die Autorin den Leser und Pi nach und nach in die Geheimnisse ihrer Welt einführt, während Pi vollkommen naiv an die Dinge herangeführt wird, ahnt der Leser schon Einiges, aber das ganze Ausmaß erschreckt dann doch. Nicht jeder Charakter wird am Ende überlebt haben, so dass Pi und den Leser manche sehr emotionale Szene erwartet, die die Autorin alle gut gemeistert hat. Wer glückliche Enden liebt, könnte enttäuscht werden. Ich allerdings mag realistische Enden und die sind eben nicht immer happy.

Lena Klassen hat eine interessante dystopische Welt geschaffen und auch ihre Charaktere gefallen mir gut. Die Geschichte wartet mit einigen überraschenden Wendungen auf und ist sehr spannend.

Das Ende schreit nach einer Fortsetzung und mit „Wach“ gibt es diese auch. Das Ebook ruht bereits auf meinem Reader und ich bin gespannt, was noch auf Pi und ihre Gefährten zukommt. „Wild“ hat mich gut unterhalten und erhält von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Ein Ermittler, der auf sein Bauchgefühl vertraut

Dein finsteres Herz
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Ein toter Banker und ein toter Obdachloser, beide auf gleiche Art getötet, stellen DC Max Wolfe, neu bei der Mordkommission, vor manches Rätsel. Womit schafft man es, Kehlen so präzise und schnell zu ...

Ein toter Banker und ein toter Obdachloser, beide auf gleiche Art getötet, stellen DC Max Wolfe, neu bei der Mordkommission, vor manches Rätsel. Womit schafft man es, Kehlen so präzise und schnell zu durchtrennen und wer könnte es auf so unterschiedliche Menschen abgesehen haben?

Der erste Band der Reihe um den allein erziehenden Ermittler Max Wolfe führt diesen gekonnt ein: Max arbeitet zunächst noch bei einer Terrorermittlungseinheit und ist hinter einem Bombenleger her. Schon hier setzt er sich über Befehle hinweg und verlässt sich ganz auf seine Intuition. Dass er dabei sich selbst in Gefahr bringt, obwohl er eine kleine Tochter hat, die ihn braucht, ist vorübergehend vergessen. Ich habe bereits den Nachfolgeband gelesen und dort ist dieser Charakterzug Max' noch viel deutlicher zu spüren als hier, es gibt zwar auch in „Dein finsteres Herz“ mehr als eine Szene, in der er zu bemerken ist, außer in der Eingangsszene hält es sich aber noch in Grenzen.

Max, den der Autor selbst erzählen lässt, ist mir nicht unsympathisch, ich mag es vor allem, wie er mit seiner Tochter Scout (und deren Hund) umgeht. Scout ist nach wie vor mein Liebling, sie ist bezaubernd und lockert den Roman immer wieder auf. Man fragt sich lange, was wohl mit Scouts Mutter passiert ist, die Auflösung ist nicht die von mir erwartete, für Max und vor allem Scout aber dennoch traumatisch. Max' Privatleben nimmt einigen Raum im Roman ein, mir gefällt das, es macht auch den Kontrast zu seinem zeitweiligen beruflichen Handeln deutlich. Neben Max und Scout sind die übrigen Charaktere weniger tiefgehend gezeichnet, bei manchen Ermittlerkollegen hatte ich Schwierigkeiten, sie auseinander zu halten, etwas mehr in die Tiefe geht der Autor bei den weiteren möglichen Opfern, denn schließlich ergibt sich eine Verbindung zwischen den beiden ersten Toten, die auf weitere Gefährdete schließen lässt.

Das Motiv scheint mit dem Prolog, der Jahre vor den Morden spielt, bereits klar zu sein, für den Leser geht es in erster Linie um das „Wer war es?“. Die Ermittler müssen auf die Verbindung erst noch kommen, nach und nach erschließen sich die Hintergründe und führen von einem Puzzlestück zum nächsten. Die Medien haben längst einen Täter ausgemacht, der sich online mit den Taten brüstet – aber ist die Lösung wirklich so einfach? Nicht nur der Leser zweifelt.

Leider muss man bereits hier, wie schon im Nachfolgeband, immer wieder an der Kompetenz der Ermittler zweifeln. Auf mich wirken die Ermittlungen halbgar und nicht immer authentisch, dazu passt auch, dass Max eigentlich nur ein kleines Rädchen im Ermittlungsteam ist, aber dennoch derjenige, der, teilweise gegen den Widerstand der Vorgesetzten, den Fall löst. Dass der Druck von außen zu Druck von oben führt und dadurch die Ermittlungen beeinflusst werden, ist dagegen durchaus glaubhaft. Da ist es fast gut, dass Max seinen Intuitionen mehr vertraut als Anweisungen.

Man kann gut spekulieren, wer hinter den Morden steckt, ich selbst bin erst recht spät auf die (nachvollziehbare) Lösung gekommen. Der Roman ist bis zum Ende gut zu lesen und hat mich gut unterhalten. Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen und vergebe für diesen Band 4 Sterne.