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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2019

Häusertausch

STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet
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Inhalt: Libby und Jamie wohnen in einer kleinen Wohnung in Bath. Als Libby einen Flyer für einen Wohnungstausch in ihrem Briefkasten findet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Der wohlhabende Philip Heywood ...

Inhalt: Libby und Jamie wohnen in einer kleinen Wohnung in Bath. Als Libby einen Flyer für einen Wohnungstausch in ihrem Briefkasten findet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Der wohlhabende Philip Heywood sucht für sich und seine Frau Tara eine Wohnung in der Nähe der Klinik, in der sich ihre Tochter einer lebenswichtigen Herzoperation unterzieht. In Cornwall erwartet das Ehepaar eine hochmoderne Villa an der Steilküste. Nach ihrer anfänglichen Überraschung sind beide begeistert von dem großen Haus und dem Luxus, doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge und Libby fühlt sich zunehmend unwohl. Auch als sie wieder zurück in ihrer eigenen Wohnung sind, häufen sich unangenehme Ereignisse…

Meine Meinung: Durch den flüssigen Schreibstil und die relativ große Schrift lässt sich das Buch schnell lesen. Der Spannungsbogen ist während Libbys und Jamies Zeit in Cornwall am höchsten und lässt dann langsam immer mehr nach. Die Atmosphäre in dem großen fremden Haus fand ich schon fast etwas gruselig und das Haus in einsamer Lage am Steilhang ist als Setting gut gewählt. Ich würde mich schon ohne merkwürdiger Vorkommnisse in so einem fremden Haus unwohl fühlen. Die Art, wie Libby und Jamie ihre eigene Wohnung für völlig Fremde hinterlassen haben, finde ich absolut unrealistisch. Niemand lässt wichtige und persönliche Dinge, wie z.B. Unterlagen, frei zugänglich in seiner Wohnung zurück.
In der zweiten Hälfte des Buches geht es fast nur noch um die Aufklärung und obwohl leider Buchtitel und Klappentext (ich habe in meiner Inhaltsangabe diesen Teil weggelassen) schon einiges verraten, nimmt die Geschichte plötzlich eine Wendung, mit der ich niemals gerechnet hätte und der Spannungsbogen steigt wieder etwas an. Trotzdem fand ich die Aufklärung in einigen Punkten unglaubwürdig.

Fazit: „Still Alive“ ist ein Thriller, bei dem nichts so ist, wie es zunächst scheint und trotz einiger Kritikpunkte habe ich das Buch gerne gelesen und fand es unterhaltsam.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Marlies' Bücherecke

Das Glück hat viele Seiten
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Inhalt: Nach dem Tod ihre Mutter vor zehn Jahren hat Hannah ihren Geburtsort Kempenich in der Eifel, und somit auch ihre Tante Marlies und deren kleinen Buchladen, verlassen. Inzwischen wohnt sie in Köln ...

Inhalt: Nach dem Tod ihre Mutter vor zehn Jahren hat Hannah ihren Geburtsort Kempenich in der Eifel, und somit auch ihre Tante Marlies und deren kleinen Buchladen, verlassen. Inzwischen wohnt sie in Köln und arbeitet in einer PR-Agentur. Dann stirbt überraschend Tante Marlies und hinterlässt ausgerechnet Hannah, die seit Jahren kein Buch mehr in der Hand gehabt hat, ihren Laden. Deshalb ist sie froh, als der attraktive Geschäftsmann Ben ihr schon sehr bald ein großzügiges Angebot macht und unterschreibt den Kaufvertrag. Doch dann erfährt sie von Bens Plänen für den Laden und versucht alles, um der Verkauf rückgängig zu machen. Zwischen Hannah und Ben entbrennt ein turbulenter Kampf um die Zukunft des Buchladens.

Meine Meinung: Ein Buch über einen Buchladen? - Das geht doch immer und das Cover passt einfach perfekt!
Dank des lockeren und flüssigen Schreibstils von Ella Zeiss war ich schnell mitten in der Geschichte. Die 26-jährige Hannah war mir gleich sympathisch und durch ihre (zugegebenermaßen manchmal etwas zu große) Naivität gerät sie häufiger in verzwickte Situationen. Ben mochte ich dagegen zuerst überhaupt nicht, da er Hannah den wahren Grund für den Kauf des Gebäudes absichtlich verschwiegen hat. Im Lauf der Geschichte lernt man ihn aber immer besser kennen und schließlich mochte ich Ben sogar lieber als Hannah. Schön sind die Beschreibungen des Buchladens und die Atmosphäre in dem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt und hilft, hat mir besonders gut gefallen. So bekommt Hannah tatkräftige Unterstützung von einigen sehr netten älteren Damen - Freundinnen von Marlies und Mitglieder eines Buchclubs - denn auch ihnen liegt der Buchladen sehr am Herzen.
Natürlich ist das Ende größtenteils vorhersehbar (das ist auch kein Problem), aber leider fand ich es zu übertrieben und zu kitschig, obwohl ich die Idee richtig gut finde.

Fazit: Ein leichter, humorvoller und unterhaltsamer Roman, den man prima im Urlaub oder im Liegestuhl auf der Terrasse lesen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Lesespaß
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 22.07.2019

Mobbing unter Schülern

R.I.P.
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Inhalt: Die 16 jährige Stella wird in einem Kino ermordet und ihre Leiche verschleppt. Der Mörder filmt seine Tat und versendet das Video per Snapchat an Stellas Kontakte. Kommissar Hulda bittet die Psychologin ...

Inhalt: Die 16 jährige Stella wird in einem Kino ermordet und ihre Leiche verschleppt. Der Mörder filmt seine Tat und versendet das Video per Snapchat an Stellas Kontakte. Kommissar Hulda bittet die Psychologin Freya um Mithilfe, da einige Jugendliche verhört werden müssen. Schon bald wird ein zweiter Jugendlicher vermisst. Es gibt Spuren eines Kampfes und kurz darauf erhalten auch seine Freunde ein schreckliches Video…

Meine Meinung: "R.I.P.“ ist bereits der dritte Fall, an dem Freya und Huldur zusammenarbeiten, ist aber problemlos als Einzelband zu lesen. Ich hatte mich schon auf Huldur und Freya gefreut und ich hoffe in jedem Buch darauf, dass Freya Huldur endlich verzeiht und aus den beiden ein Paar wird. Seit einem One Night Stand ist sie nämlich sauer auf ihn. Huldur hat Ecken und Kanten, ist oft grantig, leicht reizbar und zynisch, aber vor allem ein guter Polizist. Freya hat noch Schwierigkeiten ihr Leben richtig in den Griff zu bekommen, ist aber auf einem guten Weg. Beruflich ist sie engagiert und kompetent. Auch die anderen Charaktere werden glaubwürdig beschrieben. Der Schreibstil von Yrsa Sigurdardóttir ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, auch wenn ich auf einige brutale Details bei den Morden gerne verzichtet hätte. Andererseits gibt es auch Passagen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
Das Thema dieses Thrillers ist sehr aktuell, wichtig und erschreckend. Es geht um Mobbing unter Schülern. Gerade in der Zeit von Facebook und Co ist es so einfach andere Menschen zu beleidigen, bloß zu stellen, Lügen über sie zu verbreiten und sie dadurch in absolute Verzweiflung zu treiben.
Der Fall ist ziemlich komplex und ich habe die Zusammenhänge bis zur Auflösung nicht durchschauen können. Das Ende lässt Spielraum für die eigene Fantasie…
Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn ich es für etwas schwächer als die Vorgänger halte.

Veröffentlicht am 15.07.2019

Hebammen im 1. Weltkrieg

Aufbruch in ein neues Leben
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Inhalt: Berlin 1917. Margot, Edith und Luise lernen sich am ersten Tag ihrer Hebammenausbildung in Neukölln kennen und obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammen, werden sie enge Freundinnen. ...

Inhalt: Berlin 1917. Margot, Edith und Luise lernen sich am ersten Tag ihrer Hebammenausbildung in Neukölln kennen und obwohl sie aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen stammen, werden sie enge Freundinnen. Edith stammt aus reichem Haus und beginnt gegen den Willen ihrer Eltern mit der Ausbildung. Luise kommt aus Ostpreußen und hat schon viel von ihrer Oma, einer Hebamme, gelernt. Für die Arbeitertochter Margot, deren Ausbildung vom Vaterländischen Frauenverein bezahlt wird, ist es eine Chance auf ein besseres Leben. In der Zeit des Kriegs-Chaos helfen sie täglich Babys auf die Welt und sehen viel Leid und Elend. Trotzdem lieben sie ihren Beruf.

Meine Meinung: Gleich auf den ersten Seiten lernt man schon alle drei Frauen kennen und ist praktisch mitten in der Geschichte, so dass der Einstieg leicht fällt. Linda Winterberg erzählt sehr anschaulich von der harten Zeit des 1.Weltkriegs. Nicht von den Soldaten, sondern hauptsächlich von den Frauen und Kindern, die zu Hause um ihr Überleben kämpfen müssen. Sie beschreibt sehr viele Geburten (die meisten Babys wurden schon vaterlos geboren), von der Armut, dem Hunger, der Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen, den schlechten hygienischen Verhältnissen, der hohen Sterblichkeit und der zunehmenden Kriegsmüdigkeit. Margot, Edith und Luise sind drei eindrucksvolle und starke junge Frauen, die viel Empathie zeigen. Aber auch die anderen Mitarbeiter/innen der Frauenklinik sind liebenswert und verständnisvoll.
Fazit: Je mehr ich gelesen hatte, desto besser gefiel mir das Buch und ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Ein schöner Sommerroman

Der Wind nimmt uns mit
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Inhalt: Maya, 32, ist Reisebloggerin und reist um die ganze Welt. Ihr Ziel ist es, in einem Jahr 52 verschiedene Länder gesehen zu haben. Nur nach La Gomera will sie auf keinen Fall, denn dort lebt ihre ...

Inhalt: Maya, 32, ist Reisebloggerin und reist um die ganze Welt. Ihr Ziel ist es, in einem Jahr 52 verschiedene Länder gesehen zu haben. Nur nach La Gomera will sie auf keinen Fall, denn dort lebt ihre Adoptivmutter Karoline mit der sie nichts mehr zu tun haben will, denn Karoline hat Maya verschwiegen, dass sie nicht ihr leibliches Kind ist. Nur durch einen Zufall hat Maya diese für sie unverzeihbare Lüge aufgedeckt. Doch dann wird sie nach einem One-Night-Stand ungewollt schwanger und macht sich auf die Suche nach Tobi, dem Vater des ungeborenen Kindes, der sich ausgerechnet auf La Gomera aufhält... Meine Meinung: Durch den leichten und angenehmen Schreibstil von Katharina Herzog fällt ein Eintauchen in das Buch leicht. Sie erzählt die Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen, was mir gut gefallen hat. Dass Mayas Geschichte etwas vorhersehbar ist, hat mich nicht gestört. Durch Karolines Erlebnisse in der Vergangenheit wird Stück für Stück erklärt, warum sie auf La Gomera wohnt und wie es damals zu Mayas Adoption kam. Ich mochte Karoline sehr gern, vielleicht sogar lieber als Maya, denn Mayas Lebenseinstellung hat mir nicht gefallen. Auch konnte ich ihr Vorhaben, Tobi so dringend zu suchen, um ihm von dem Kind zu erzählen, nicht nachvollziehen, da ihr Entschluss feststand, das Kind nicht zu bekommen. Deshalb wurde Maya mir sympathischer, als sie sich im Laufe der Geschichte insgesamt positiv weiterentwickelt hat. Die skurrilen Künstler und Aussteiger auf La Gomera waren mir leider etwas zu überzogen beschrieben, auch wenn sie mich manchmal schmunzeln ließen.

Fazit: „Der Wind nimmt uns mit“ ist ein leichter und angenehm zu lesender Sommerroman, eine kleine Reise nach La Gomera, mit schönen und Fernweh erzeugenden Beschreibungen der Insel, der mich trotz kleiner Kritikpunkte gut unterhalten hat.