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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2019

Hat mich nicht vollends überzeugt

Als wir im Regen tanzten
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Dieses Buch ist der zweite Band, der die Geschwister Felice, Willi und Ille zur Nieden nun im Berlin von 1928 begleitet. Im ersten Band „Was wir zu hoffen wagten“ erleben wir die Zeit vor Ausbruch des ...

Dieses Buch ist der zweite Band, der die Geschwister Felice, Willi und Ille zur Nieden nun im Berlin von 1928 begleitet. Im ersten Band „Was wir zu hoffen wagten“ erleben wir die Zeit vor Ausbruch des Ersten Krieges und die Zeit unmittelbar danach.

Felice ist die erfolgreiche Anwältin, Willi ein gefeierter Regisseur und Ille, die ja als Gattenmörderin verurteilt worden ist, findet sich kaum in der neuen Welt zurecht. Illes Kinder wachsen gemeinsam mit jenen von Felice und Quintus auf.

Willi hat seine große Liebe Recha geheiratet. Doch während er nach wie vor einem „perfekten“ Film nachjagt, bekommt seine jüdische Frau, Schauspielerin, den immer stärker werdenden Antisemitismus hautnah zu spüren.

Die gesamte (Groß)Familie scheint auseinander zu brechen, als Ille in Gernot einen neuen Partner zu finden glaubt, und ihre Kinder von Felice wegholen will. In beinahe halsbrecherischen Aktionen kämpft Felice darum, ihre Pflegekinder zu behalten.

Meine Meinung:

Michaela Saalfeld ist es stellenweise gut gelungen die Stimmung in Deutschland einzufangen: Da ist zum Beispiel die scheinbare Normalität, in der die Menschen leben, aber auch der Tanz auf dem Vulkan (man steht ja kurz vor dem Börsencrash) und den heraufdäuenden schwarzen Wolken des immer stärker werdenden Antisemitismus. Als Leser kennt man ja die richtige Weltgeschichte und weiß daher, was sich so abspielen wird.

Die Charaktere haben sich seit dem ersten Band anders entwickelt als gedacht. So schlittert die toughe Anwältin Felice als es darum geht, dass Ille ihre Töchter wieder zu sich nehmen will, in ein emotionales Chaos, das sie ziemlich irrational agieren lässt.

Recha wünscht sich ein Kind, aber anstatt mit Willi darüber zu reden, verbeißen sich beide sprachlos in ihren Beruf. Doch für die jüdische Recha wird es immer schwieriger, Rollen zu bekommen und das liegt nicht nur daran, dass der Tonfilm dem Stummfilm starke Konkurrenz macht. Willi selbst versucht aus dem Schatten seines in Ypern gefallenen Freundes Wolfgang Vanselow herauszutreten und hetzt einer Vision nach.

Am besten hat mir noch Quintus gefallen, der sich, obwohl fast wie ein Statist wirkend, als Fels in der Brandung entpuppt.

Der Schreibstil ist detailverliebt, manchmal ausufernd und hemmt dadurch den Fortgang der Handlung. Hier wäre ein strategischer Eingriff seitens Lektorat vermutlich hilfreich gewesen, die vielen Verzweigungen der Familiensaga ein wenig zu kürzen.

Gut gefallen hat mir, dass der Titel, der als Zitat in unterschiedlichen Varianten, sich mehrfach im Buch wiederfindet. Auch der Besuch des Schuhgeschäftes „Salamander“ hat mich schmunzeln lassen. Sonst hat mir das Lokalkolorit von Berlin um 1928/29 ein wenig gefehlt.

Es steht die Ankündigung der Autorin im Raum, einen dritten Teil zu schreiben. Der wird, so befürchte ich, eine Zessur in der Familiengeschichte bedeuten. Wir wissen ja, was nach 1933 in Deutschland bzw. auf der ganzen Welt passiert ist.

Fazit:

So ganz hat mich der zweite Teil nicht überzeugt. 3 Sterne kann ich dennoch vergeben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 27.07.2019

Hat mich nicht vollends überzeugt

Tod im Abendrot
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Dies ist der zweite Fall für den LKA_Präsidenten Karl Zimmerschmied, der ihm persönlich zu schaffen macht. Zum einen hat ihn seine Ehefrau Roswitha verlassen und betreibt in Bali gemeinsam mit dem neuen ...

Dies ist der zweite Fall für den LKA_Präsidenten Karl Zimmerschmied, der ihm persönlich zu schaffen macht. Zum einen hat ihn seine Ehefrau Roswitha verlassen und betreibt in Bali gemeinsam mit dem neuen Mann in ihrem Leben, Hans, eine Oben-Ohne-Strandbar. Zu anderen bittet ihn Sophie von Lavalle, eine alte Freundin, die nun Direktorin an einem Gymnasium ist, diskret um Hilfe. Sie wird, nachdem sie sich in einen minderjährigen Schüler verliebt hat und mit einem Sexvideo erpresst.

Doch damit noch nicht genug, muss er sich um einen mysteriösen Mordfall kümmern: In der Nähe des Flaucher-Biergartens ist ein junges Paar mit italienischen Wurzeln ermordet worden. die schwangere Frau kann kurz bevor sie im Krankenhaus stirbt, den Hinweis auf einen Mann „ohne Gesicht“ geben.

Die Lage spitzt sich zu, als Hans just am selben Tag aus Bali verschwindet, nachdem er mit Karl, der seine Frau zur Rückkehr nach München bewegen will, eine Prügelei hat, verschwindet. Roswitha verständigt den Innenminister vom Verschwinden ihres Lovers, nachdem sich Karl geweigert hat, nach ihm suchen zu lassen. Das wiederum löst eine Kettenreaktion von Ereignissen aus, bei denen der Polizeipräsident sogar verhaftet wird.

Wird Karl sein Leben wieder in den Griff bekommen?

Meine Meinung:

Für mich ist das der erste Fall mit Karl Zimmerschmied. Über weite Strecken hat mir der Krimi sehr gut gefallen. Die privaten Zores lenken für mein Dafürhalten ein wenig vom eigentlichen Mordfall ab. Vor allem die Frau Schuldirektor und ihr Pantscherl - diese Suppe sollte sie eigentlich alleine auslöffeln. Hier wundert es mich schon, dass der Leiter einer Behörde selbst ermittelt und das noch dazu eher dilettantisch. Wer vom Darknet keine Ahnung hat, sollte die Finger davonlassen.
Für witzige Einlagen sorgen sowohl die Mannen der SEK, die Karl beim Abholen einer illegalen Waffe dingfest machen. Warum es die Frau Staatsanwältin („Panzer auf Pumps“) so auf Zimmerschmied abgesehen hat, erschließt sich mir nicht ganz. Vielleicht fehlt mir da der erste Teil.

Karl ist Nebenerwerbsbauer und kämpft nebenbei gegen einen Fuchs im Hühnerstall. Außerdem lässt er seine Kollegin, Frau Dr. Augustin, die delogiert worden ist, bei sich im Gästezimmer wohnen. Natürlich bleibt es im Amt nicht verborgen, dass die beiden manchmal in der Früh gemeinsam kommen und abends gemeinsam gehen.
Das befeuert die Fantasie mancher Kollegen

Für eine Führungskraft kommt mir Karl Zimmerschmied reichlich naiv und chaotisch vor. Ob das dem Stress wegen Roswitha geschuldet ist?
Doch es gibt noch andere Charaktere, die durchaus sympathisch wirken. Da ist zum Beispiel Tommy Hensch, ein IT-Spezialist, der auf Grund eines Unfalls mit einer selbst gebastelten Bombe das Augenlicht verloren hat. Er ist so etwas wie der „Quoten-Türke“ oder die „Quoten-Frau“ im LKA, punktet aber durch profundes EDV-Wissen (jaja Darknet!) seinen Hund mit dem Namen Benno Berghammer.


Fazit:

Der Schreibstil ist flüssig und manchmal konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, dennoch hat mich dieser München-Krimi nicht restlos überzeugt. Daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 25.07.2019

Hat mich leider nicht überzeugt

Wolgakinder
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Auf dieses Buch war ich sehr neugierig. Ich habe gehofft, eine romanhafte Dokumentation über jene Familien zu erhalten, die im 18. Jahrhundert unter Zarin Katharina II. (der Großen) in das Zarenreich eingewandert ...

Auf dieses Buch war ich sehr neugierig. Ich habe gehofft, eine romanhafte Dokumentation über jene Familien zu erhalten, die im 18. Jahrhundert unter Zarin Katharina II. (der Großen) in das Zarenreich eingewandert sind. Bekommen habe ich eine Geschichte, die stellenweise schwer zu durchschauen ist.

Gusel Jachina hat es uns Lesern mit ihrem opulenten, märchenhaft anmutenden Schreibstil nicht leicht gemacht. Nur hin und wieder tauchen historische Ereignisse in der, von der lauten Welt abgeschotteten Gemeinde Gnadental, auf. So erscheint Stalin zweimal, allerdings nicht leibhaftig, sondern eher allegorisch.

Trotz der schönen Sprache kann ich leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben. Die Geschichte ist doch sehr speziell.

Veröffentlicht am 24.07.2019

EIn Sommerkrimi mit ernsten Themen

Tod am Aphroditefelsen
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Dies ist der erste Krimi von Yanis Kostas, des unter diesem Pseudonym schreibenden deutschen Autors, der bereits mehrere Frankreich-Krimis geschrieben hat.

Sofia Perikles, Tochter des zypriotischen Botschafters ...

Dies ist der erste Krimi von Yanis Kostas, des unter diesem Pseudonym schreibenden deutschen Autors, der bereits mehrere Frankreich-Krimis geschrieben hat.

Sofia Perikles, Tochter des zypriotischen Botschafters in Paris, kehrt nach mehreren Auslandsaufenthalten in Berlin und London in ihre Heimat Zypern zurück. In der Tasche eine Zusage für einen Job im Innenministerium in Nikosia. Doch anders als erwartet, wird es nichts mit einem schicken Büro. Sofia wird, weil die Kommunisten die Wahl gewonnen haben und alle bisherigen Politgünstlinge aus ihren Ämtern geworfen werden, um Platz für das eigene, kommunistische Klientel zu schaffen, in ein 14-Seelen-Dorf unmittelbar an der türkis-zypriotischen Grenze geschickt. Dort soll sie als Juniorpartner dem Dorfpolizisten zur Hand gehen. Auch für ihren Vater gibt es ein böses Erwachen. Statt in Washington findet er sich in Jerewan wieder.

Sofia will nur eines – weg aus diesem trostlosen Dorf, weg vom ewig betrunkenen, Frauen verachtenden Polizeikollegen, der ein alkohol- und nikotingeschwängertes Leben in einem ausrangierten Container fristet. Anders als in ihrem bisherigen Leben, kann der Herr Papa jetzt nicht weiterhelfen, da er selbst kalt gestellt ist.

Doch dann stirbt ein junges Paar, sie Zypriotin, er Türke, bei einem Autounfall.

Die kommunistische Vorgesetzte will den Tod des Paares, das es eigentlich nicht geben dürfte, so schnell wie möglich zu den Akten legen. In Sofia regt sich Widerspruch und so beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützt wird sie dabei nur von der ebenfalls auf der Abschussliste stehenden Polizistin Chief Inspectorin Charalambous.

Je tiefer sie in die Geschichte des toten Paares eindringt, desto verworrener wird die Geschichte. Warum musste Elena sterben? Und was hat es mit den vier betagten reichen Damen auf sich, in deren wunderhübschen Villen Elena geputzt hat?

Meine Meinung:

Tja, was soll ich hier sagen? Auf der einen Seite gefällt mir gut, dass es zu Beginn jedes Kapitels Informationen zu jenen Orten des Landes, in denen Sofia gerade zu tun hat, gibt. Andererseits enthält der Krimi an vielen Stellen sexistische Aussagen. So wird die 27-jährige Sofia ständig „Fräulein“ oder „Tausendschön“ genannt und Chief Inspectorin Charalambous als „Kampflesbe" bezeichnet. OK, der Kosename für Toby ist „Arschgeige“ – das passt immerhin, weil er sich, um auf der Karriereleiter schnell hoch zu klettern, auch wie der letzte Arsch benimmt. Leider wiederholen sich diese Wörter, was sie nicht attraktiver sondern eher nervend machen.

Gut gefällt mir, wie das Leben an der Grenze dargestellt ist. Als die Türken 1974 in Zypern einmarschiert sind und sich die Insel unter den Nagel reißen wollten, haben die Weltmächte dezent zur Seite gesehen und eigene Interessen vor das Wohl der Zyprioten gestellt. Das hat zur Folge, dass die Insel bis heute geteilt ist und als Pufferzone UN-Soldaten stationiert sind. Verbindungen zwischen Türken und Zyprioten gibt es, sind aber nicht gerne gesehen. Die Insel der Aphrodite, wie Zypern gerne genannt wird, hat außer ein wenig Tourismus wenig zu bieten und gilt als Steuerparadies, was auch windige bzw. skrupellose Geschäftsleute anlockt. Immobilienspekulationen sind das aktuell einträglichste Geschäftsmodell.

All dies verpackt der Autor recht gut in die Handlung. Dass bei einem Machtwechsel in der Regierung die meisten Satrapen und Günstlinge ausgetauscht (=“umgefärbt“) werden, ist jetzt nicht unbedingt ein zypriotisches Merkmal. Das wird anderswo ebenfalls so gemacht.

Mit dem Charakter der Sofia Perikles bin ich nicht so ganz warm geworden. Sie wirkt auf mich wie ein verzogenes Gör, das sich immer auf den Daddy verlässt, wenn es brenzlig wird. Nun kann er ihr nicht mehr wirklich helfen und sie muss selbst für ihr Fortkommen sorgen. An manchen Stellen hat sie recht gute Ansätze, um dann wenig später wieder nur an schöne Männer und Partys zu denken.
Einige der Nebenfiguren sind recht skurril und doch liebenswert, wie z.B. die alte Lady Georgia Gladstone oder die schon erwähnte Chief Inspectorin Charalambous. Die Teilung der Insel lässt die Bewohner nach wie vor nicht kalt und so gibt es immer auch persönliche Differenzen, die manchmal auch in handfeste Auseinandersetzungen ausarten. Also, langweilig wird Sofia Perikles nicht, wenn sie sich nur auf ihre Aufgaben einlässt.

Überraschend taucht dann noch Sofias englischer Boyfriend Carl auf, den wir bislang nur als Stimme am Mobiltelefon kennen. Wird sich Sofia für Carl oder vielleicht doch für Christos, den glutäugigen Sohn ihrer Vermieter entscheiden? Der Cliffhanger am Ende dieses Krimis lässt alle möglichen Spekulationen zu.

Fazit:

Ein leichter Sommerkrimi, der mehrere Ansätze mit ernsten Themen verknüpft, aber aufgrund sprachlicher Unebenheiten von mir nur 3 Sterne bekommt


Veröffentlicht am 22.07.2019

Hat mich leider nicht überzeugt

Die Saphirtochter
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Die Autorin entführt ihre Leserinnen in die Welt von 1935 nach Sri Lanka, das damals noch Ceylon hieß, und eine britische Kolonie war.
Dem entsprechend finden wir ein Umfeld vor, das heute antiquiert ...

Die Autorin entführt ihre Leserinnen in die Welt von 1935 nach Sri Lanka, das damals noch Ceylon hieß, und eine britische Kolonie war.
Dem entsprechend finden wir ein Umfeld vor, das heute antiquiert wirkt.

Worum geht’s?

Louisa, die Tochter eines reichen Edelsteinhändlers, lebt mit ihrem Mann Elliot ein ziemlich sorgenloses Leben auf einem Landsitz, umgeben von zahlreichen einheimischen dienstbaren Geistern. Lediglich ihre Kinderlosigkeit trübt die Ehe.

Die scheinbare Idylle zerplatzt, als Elliot mit einem geliehenen Auto tödlich verunglückt und ein garstiges Doppelleben ans Licht kommt. Nicht nur, dass mehrere Schuldner Elliots ihre Forderungen bei Louisa eintreiben wollen, ist sie mit einem pikanten Detail konfrontiert. Seit mehr als acht Jahren hat Elliot mit der Schwester von Leo, einem benachbarten Plantagenbesitzer, nicht nur ein Verhältnis, sondern auch den ersehnten Sohn, Connor.

Für Louisa bricht eine Welt zusammen. Dazu kommt noch ihre Schwiegermutter Irene, die ihr Vorhaltungen macht. Ganz englische Upper Class, negiert sie Elliots Verhältnis, um jedoch gleichzeitig das Sorgerecht für Connor erstreiten zu wollen, nachdem Connors Mutter verstorben ist.

Meine Meinung:

All diese Vorkommnisse, Verwicklungen und Intrigen könnten Stoff für einen spannenden (historischen) Roman sein. Könnten, den leider zieht sich die Geschichte ohne richtigen Höhepunkt von der ersten bis zur letzten Seite träge in der Schwüle dahin.
Die Handlung erstreckt sich über Monate, ohne dass weltbewegendes passiert. Weder ermittelt die Polizei ordentlich, noch erfährt man, ob der Unfalltod wirklich ein Unfall oder doch Mord oder Selbstmord war. Stellenweise war das Rad fahren im unwegsamen Gelände oder das Baden (ohne Kleidung! Shocking!) im Meer schon das Spannendste.

Dass sich letzten Ende doch mehr oder weniger alles in Wohlgefallen auflöst, grenzt für mich an Kitsch.

Irene nervt ordentlich. Sie weiß alles besser, schikaniert die eigene Tochter Margo (die es ihr mit einem Verhältnis mit einem verheirateten Mann heimzahlt) und natürlich Louisa, der sie es deutlich vorwirft, keine lebenden Kinder bekommen zu haben. Also ich vermute ja eine Rhesusfaktor-Unverträglichkeit, deren Ursache - der Rhesusfaktor bzw. dessen Fehlen, erst 1940 von Karl Landsteiner und Alexander S. Wiener entdeckt werden wird.

Die plötzliche Einsicht, doch nicht als Mutter für Connor geeignet zu sein, fällt sprichwörtlich vom Himmel. Ohne wirkliche Erklärung zur Entscheidungsfindung, stellt Irene Louisa, wieder einmal, vor vollendete Tatsachen.

Der Roman ist weder Fisch noch Fleisch, weder ein Krimi, obwohl durchaus Elemente dieses Genres eingebaut sind, noch eine Familien-Saga oder eine echte Liebesgeschichte. Auch von Land und Leuten erfährt man nicht viel, außer, dass es heiß und schwül ist und der Monsun starke Regenfälle mit sich bringt. Ein bisschen Interesse konnte Leo und seine Zimtplantage wecken. Denn wie Zimt als Zimstange in den Handel kommt, wissen die wenigsten. Ach ja, und Connor wird entführt, aber nur ein bisschen.

Wie man in Österreich so schön sagt: „Von jedem Dorf einen Hund, und nix richtges!“

Aufgrund des Titels hätte ich mir Informationen über Edelsteine, sprich Saphire, die in Ceylon gefunden werden können, erwartet. Leider auch eine Fehlanzeige. Schade eigentlich! Aus diesem Stoff hätte ein spannender Roman werden können.

Einzig ein Zitat gefällt mir so gut, dass ich es hier gerne wiedergebe:

„Wir sehen bei anderen Menschen das, was wir sehen wollen und das, was sie uns sehen lassen.“

Fazit:

Eine langatmige Geschichte um eine betrogene Ehefrau, die sich nach dem (Unfall)Tod ihres Ehemanns mit dessen Doppelleben und seinen Folgen auseinander setzen muss. Leider kann ich hier nur mit Nachsicht 3 Sterne geben.

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