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Veröffentlicht am 30.07.2019

Wie viel ist ein Leben wert?

Der Preis des Lebens
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In Wien wird eine Leiche gefunden, bei der die Vermutung nahe liegt, dass es sich um Organdiebstahl handelt. Der Fall wird einer neu gegründeten Wiener Sondereinheit bestehend aus den strafversetzten Polizisten ...

In Wien wird eine Leiche gefunden, bei der die Vermutung nahe liegt, dass es sich um Organdiebstahl handelt. Der Fall wird einer neu gegründeten Wiener Sondereinheit bestehend aus den strafversetzten Polizisten Michael Lenhard und Sabine Preiss übergeben. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um ein gut organisiertes Netzwerk von Organhandel handelt, bei dem gut betuchte Klientel Organe bestellt und geliefert bekommt. Können Michael und Sabine die Organisation zu Fall bringen?

Ich mochte diesen Krimi um die Wiener Sondereinheit – und ich mochte Michael Lenhard und Sabine Preiss, die beide keine Ja-Sager sind und auf ihre Art ermitteln. Sie sind unkonventionell und greifen auch zu solchen Mitteln, um den Fall zu lösen. Das gefiel mir. Auch wie sie Unterstützung von Militär und Regierung bekamen, mit der sie selbst nicht gerechnet haben.

Der Fall ist wirklich böse – und leider kann man sich vorstellen, dass es so laufen könnte. Wenn nur genug Geld gezahlt wird, wird halt ein Organ beschafft, egal wie und woher. Das ließ einen beim Lesen einen Moment innehalten und darüber nachdenken. Und es machte mich wütend, auch wenn Empfänger von Organen zugaben, genau zu wissen, was sie da unterstützten, aber das eigene Leben ist halt wichtiger als das der Opfer.

Für mich war es ein wirklich gut unterhaltender und kurzweiler Lesespaß, der auch sehr spannend erzählt war. Das Ermittlerduo und seine Helfer habe ich ins Herz geschlossen und kann mir sehr gut vorstellen, weitere Fälle mit den beiden zu lösen. Gut!

Veröffentlicht am 28.07.2019

Die Tigermutter

Stiefmutter
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Karen Bloom ist eine Tigermutter, die ihre kleine Tochter Bronte zu allen möglichen Aktivitäten fährt. Das Kind spielt Klavier und Harfe, geht zum Tanz und vielleicht noch zum Schauspielunterricht. Und ...

Karen Bloom ist eine Tigermutter, die ihre kleine Tochter Bronte zu allen möglichen Aktivitäten fährt. Das Kind spielt Klavier und Harfe, geht zum Tanz und vielleicht noch zum Schauspielunterricht. Und Karen merkt nicht, wie unglücklich ihre kleine Tochter ist. Als ihre Stieftochter Verity mit Bronte in den Park geht, geschieht das Unfassbare. Das kleine Mädchen verschwindet spurlos. Was ist passiert?

Oh je, Karen ist der unsympathischste Charakter, der mir seit langer Zeit begegnet ist. Eine Übermutter, die ihr armes Kind von einer Aktivität zur nächsten schleppt, obwohl die kleine Bronte sich dagegen wehrt und auch schon körperliche Symptome zeigt, die ihre Überforderung aufzeigen. Während Karen den ganzen Tag um Bronte herumschwirrt, vernachlässigt sie ihren älteren Sohn Ewan, der in ihren Augen ein Verlierer ist, der kiffend in der Wohnung über der Garage haust, und ihre Stieftochter Verity, die mit im Haushalt lebt, weil ihre Mutter mit MS im Heim lebt. Ihr Mann Noel, ein Arzt, kann sich nicht gegen die Frau durchsetzen, um für seine Kinder einzustehen.

Als Bronte verschwindet und kurz nach ihrer Rückkehr auch Karen nicht mehr nach Hause kommt, ist alles irgendwie seltsam. Was ist Bronte während der zwei Tage ihrer Abwesenheit passiert? Was passierte Karen?

Schön fand ich, wie die ganze Familie aufatmet, als Karen verschwunden ist. Die Ermittlungen fand ich spannend und das Ende war wirklich eine Überraschung.

Insgesamt hat mir „Stiefmutter“ gut gefallen und ich werde gerne noch weitere Bücher von Paula Daly lesen, deren Schreibstil ich sehr mochte. Guter Krimi mit überraschendem Ende!

Veröffentlicht am 25.07.2019

Unheimliche Geschichten über das Fliegen

Flug und Angst
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Bei „Flug und Angst“ handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung rund um das Fliegen. Nach einem Vorwort von Stephen King, der als Herausgeber des Buches fungiert, folgen 17 Kurzgeschichten, die nicht ...

Bei „Flug und Angst“ handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung rund um das Fliegen. Nach einem Vorwort von Stephen King, der als Herausgeber des Buches fungiert, folgen 17 Kurzgeschichten, die nicht alle neu sind, aber alle etwas mit dem Fliegen zu tun haben.

Und hier werden sie alle bedient, die Ängste, die man beim Betreten eines Flugzeuges haben kann. Dabei ist die Qualität der Geschichten unterschiedlich, nicht alle haben mir gleich gut gefallen. Wirklich gut gefallen hat mir die Geschichte von Stephen Kings Sohn Joe Hill. Bei „Freigabe erteilt“ lief es mir eiskalt den Rücken runter, weil die Situation echt schlimm vorzustellen war. Hat der Junge wirklich gut gemacht. Gar nicht gefallen haben mir „Das Grauen der Höhe“ von Arthur Conan Doyle und „Im Fall“ von James Dickey, der Rest war wirklich gut unterhaltend, auch die vom Meister selbst verfasste Geschichte „Ein Fachmann für Turbulenzen“.

Insgesamt mochte ich die meisten der Kurzgeschichten, weshalb ich das Buch weiterempfehlen kann. Wer Flugangst hat, sollte vielleicht die Finger von diesem Buch lassen.

Ach ja, im Nachwort bittet Bev Vincent um ein Foto, wo ein Flugpassagier dieses Buch liest. Das fand ich irgendwie süß.

Veröffentlicht am 23.07.2019

Die letzte Witwe ihrer Art

Die letzte Witwe
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Nach einem Bombenattentat wollen Sara Linton und Will Trent den Opfern helfen, geraten aber an die Attentäter, die Sara entführen und Will verletzt zurücklassen. Sofort will er alles tun, um Sara zurückzuholen, ...

Nach einem Bombenattentat wollen Sara Linton und Will Trent den Opfern helfen, geraten aber an die Attentäter, die Sara entführen und Will verletzt zurücklassen. Sofort will er alles tun, um Sara zurückzuholen, nicht ahnend, in welche Gruppierung er sich einschleusen muss, um das zu schaffen. Der Anführer der Gruppierung ist Dash, der ein weißes Amerika zurückhaben möchte und alles dafür tut. Kann Will Sara befreien und ein schlimmeres Attentat verhindern?

Von Beginn an ist das Buch spannend, da Sara und Will sofort in Gefahr geraten und Will verzweifelt ist, weil er nicht weiß, wo er nach ihr suchen soll. Zur gleichen Zeit ist Sara den Mitgliedern der rechten Gruppierung ausgeliefert und man muss von Anfang an in Sorge weiterlesen. Die verblendeten Rechten leben mit ihren Frauen und Kindern in einem Camp mitten im Wald, wo die Männer ihren Traum von ihrer perfekten Familie leben, während sie eigentlich verkappte Pädophile sind, die ihre Frauen und Kinder misshandeln und unterdrücken. In dieser Atmosphäre soll Sara sich um einige erkrankte Kinder kümmern, während ihr der Anführer ständig seine Ansichten aufdrücken will.

Der Schreibstil ist gewohnt spannend und keine Sekunde langweilig. Auch die Thematik ist eine sehr aktuelle rund um den Erdball, was mich mal wieder traurig gemacht hat. All dieses rechte Gedankengut, auf das man in sehr vielen Romanen zurzeit trifft – furchtbar, aber leider so nah und aktuell. Sehr schade und traurig!

Das Buch ist spannend geschrieben und wie in allen Teilen der Georgia-Reihe von Karin Slaughter lebt die Geschichte für mich durch die Beziehung zwischen Will und Sara. Ich liebe die beiden einfach und freue mich, dass ihre Beziehung auch in diesem Buch wieder eine Stufe weitergeht. Umso gespannter bin ich auf den nächsten Teil und freue mich auf alles, was da kommen wird.

Veröffentlicht am 21.07.2019

Alles Lüge

Der Tag, an dem wir dich vergaßen
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Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley nach Hause zurück, um das Haus auszuräumen und Dinge zu regeln. Nach dem Selbstmord ihrer Schwester vor 20 Jahren und der Verwundung ihres Bruders Danny im Krieg war ...

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Riley nach Hause zurück, um das Haus auszuräumen und Dinge zu regeln. Nach dem Selbstmord ihrer Schwester vor 20 Jahren und der Verwundung ihres Bruders Danny im Krieg war die Familie zerrüttet und hatte nur selten Kontakt. Beim Ausräumen des Elternhauses findet Riley immer mehr Dinge, die ihr ganzes Leben in Frage stellen. Was geschah damals wirklich mit ihrer Schwester Lisa?

Rileys Geschichte ist spannend, eben weil man als Leser sich auch die ganze Zeit fragt, was damals wirklich passiert ist. Lisa war beschuldigt, ihren Geigenlehrer erschossen zu haben und es sollte ihr der Prozess gemacht werden. Dann war sie verschwunden und die Polizei ging davon aus, dass sie sich selbst getötet hat. Doch nach und nach kommen Riley Zweifel daran, dass damals alles wirklich so passiert ist, wie ihre Eltern es ihr immer erzählt haben. Könnte es sogar sein, dass Lisa noch lebt und ihren Tod damals nur vortäuschte?

Obwohl die Geschichte ein paar Längen hat, war ich so begierig darauf, die Wahrheit herauszufinden, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte. Mit jeder neuen Entdeckung, die Riley im Haus und bei alten Bekannten ihrer Eltern machte, kam man dem Geheimnis ein bisschen näher. Kapitel aus der Sicht von Lisa erklärten dann einiges, wobei man die komplette Auflösung erst ganz zum Schluss bekam.

Spannender Roman voller Familiengeheimnisse!