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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.08.2019

Eine verhängnisvolle Nacht

Bis ihr sie findet
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Durch einen Zufall stößt man in Südengland auf einen Knochenfund. Für den seit Jahren in dieser Region tätigen Detective Chief Inspector Jonah Sheens ist von Anfang an klar, wessen Knochen hier gefunden ...

Durch einen Zufall stößt man in Südengland auf einen Knochenfund. Für den seit Jahren in dieser Region tätigen Detective Chief Inspector Jonah Sheens ist von Anfang an klar, wessen Knochen hier gefunden wurden. Vor 30 Jahren zeltete ein Clique Jugendlicher an der Stelle und am nächsten Morgen fehlte die erst vierzehnjährige Aurora und wurde seitdem auch nicht mehr gesehen. Schon damals war das Verschwinden ein Rätsel, doch nun wird aus dem Suchen nach einer Vermissten eine Mordermittlung und die damals beteiligten Jugend-lichen müssen sich nun fragen, ob einer von ihnen der Täter ist...

Die Autorin Gytha Lodge hat mit "Bis ihr sie findet" ein bemerkens-wertes Debüt veröffentlicht. Sie erzählt die äußerst spannende Geschichte in einem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil. Geschickt springt sie zwischen den Zeiten und arbeitet so die entscheidenden Geschehnisse dieser verhängnisvollen Nacht aus zwei Perspektiven auf. Der Leser wird dabei zunächst bezüglich der Auflösung völlig im Dunklen gelassen und es werden viele Optionen für die Täterschaft und die Tathintergründe geliefert. Dies lädt den Leser natürlich immer wieder zu eigenen Überlegungen ein. Der Spannungsbogen wird so über die gesamte Länge des Buches auf einem sehr hohen Niveau gehalten und ich wurde am Ende mit einem fulminanten Finale auch noch überrascht. Besonders gut gefallen hat mir das gut dargestellte Zusammenwirken der in der Nacht beteiligten Jugendlichen, ein Wechsel zwischen bekundetem Vertrauen und anschließenden Verdächtigungen, was das Rätsel immer komplexer erscheinen lässt.

"Bis ihr sie findet" ist aus meiner Sicht ein äußerst gut gelungener Thriller, der die klassischen Elemente dieses Genres hervorragend bedient, ohne aber in die üblichen Schemata zu verfallen. Ein sehr vielversprechendes Debüt, welches Hoffnung auf weitere Bücher der Autorin macht. Ich empfehle den Thriller sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Selbst gebackenes Brot für jedermann

Brot backen mit Christina
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Wer kennt nicht den verführerischen Duft eines selbst gebackenen Brotes, welches gerade aus dem Ofen kommt. Allein dieser Moment ist es schon wert, sich ein wenig mit dem Thema des Brotbackens auseinander ...

Wer kennt nicht den verführerischen Duft eines selbst gebackenen Brotes, welches gerade aus dem Ofen kommt. Allein dieser Moment ist es schon wert, sich ein wenig mit dem Thema des Brotbackens auseinander zu setzen. "Brot backen mit Christina" bietet hier eine sehr gute Chance, egal, ob man schon ein erfahrener Bäcker ist, oder ob man auf der Suche nach einer neuen Erfahrung ist.

In ihrem Backbuch präsentiert die Autorin Christina Bauer 50 völlig unterschiedliche Rezepte. Sie beschreibt die Zubereitung von Vollkornbroten, Broten mit Sauerteig, Brote ohne Kneten oder auch neben den klassischen Broten, Brote auch mal anders. Es ist wirklich was für jeden Geschmack dabei und die Zubereitung wird sehr gut beschrieben. Bei den Broten, die ich selber ausprobiert habe, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten wirklich vorzeigbare Ergebnisse zu erzielen. Unterstützt werden die Rezepte von schönen und zum Nachahmen animierende Fotos, die das Buch in einen wirklich sehr ansprechenden Format erscheinen lassen.

Ebenfalls sehr wertvoll sind die einleitenden Worte bezüglich der unterschiedlichen Mehle, den Geheimnissen der Brotgewürze und welche Utensilien zum Brotbacken benötigt werden. Gerade der Einsteiger erhält hier viele wertvolle Informationen, die ihm den Weg zum eigenen selbstgebackenen Brot ebnen.

Das ganze Buch wirkt sehr ansprechend auf mich, da die Autorin Christina Bauer sehr sympathisch und als Mitinhaberin eines Bio-Bauernhofes authentisch auftritt. Sie hat sich intensiv mit dem Thema des Brotbackens auseinandergesetzt, da sie ihren Gästen etwas besonderes bieten wollte und genau dies spürt man in den Rezepten und zwischen den Zeilen. Ein tolles Backbuch, welches eine wertvolle Ergänzung in meinem Back- und Kochbuchbestand darstellt. Ich empfehle es daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!

Veröffentlicht am 05.08.2019

Die Brut der Bestien

Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4)
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Wieder einmal stößt der Kölner Reporter Jan Römer auf ein unaufge-klärtes Verbrechen. Es handelt sich um eine Mord-Serie, die sich bereits über eine Zeitspanne von über sechzig Jahren hinzieht, und sie ...

Wieder einmal stößt der Kölner Reporter Jan Römer auf ein unaufge-klärtes Verbrechen. Es handelt sich um eine Mord-Serie, die sich bereits über eine Zeitspanne von über sechzig Jahren hinzieht, und sie scheint immer noch nicht beendet zu sein. Die Opfer eint ein Brandmal in Form eines Wolfskopfes. Die Ermittlungen verliefen gerade zu Beginn der Serie aufgrund der historischen Hintergründe nur sehr oberflächlich, so dass Jan gemeinsam mit seiner Freundin Mütze bei der Aufarbeitung der Fälle quasi bei null beginnt. Mit ihren Recherchen wecken sie allerdings auch die Aufmerksamkeit derer, denen nicht an einer Aufklärung gelegen ist...

Ich hatte schon gespannt auf die Fortsetzung der Jan-Römer-Reihe vom Autor Linus Geschke gewartet und bin so natürlich mit sehr hohen Erwartungen in das Buch gestartet. Der Autor hat mich dann auch schnell wieder mit seinen temperamentvollen und hervor-ragend zu lesenden Schreibstil in den Bann gezogen. Gerade seine gut und interessant charakterisierten Hauptprotagonisten machen die Bücher für mich zu etwas Besonderen. Der Spannungsbogen wird gut mit einem kaltblütigen Mord im "Wald der Wölfe" aufgebaut und über die Recherchen der Truppe um Jan Römer auf einem hohen Niveau gehalten. Geschickt konstruiert Linus Geschke eine komplexe und raffinierte Story, die schwer vorhersehbar ist und mit einem fulminanten und äußerst spannenden Finale aufwartet. Es bleibt zu hoffen, dass es für Jan Römer und Mütze in Sachen Cold Cases weitergeht und sie noch einige Fälle lösen dürfen...

"Im Wald der Wölfe" ist für mich eine äußerst gelungene Fortsetzung der Kriminalroman-Reihe um den charmanten Reporter Jan Römer. Die Bücher überzeugen mich mit dem sympathischen Ermittler-Team und der unterhaltsamen Erzählweise des Autors, in der in erster Linie Spannung und stellenweise sogar eine wohldosierte Portion Humor ihren Raum finden. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 05.08.2019

Einsamkeit

Der Gesang der Flusskrebse
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Schon früh in ihrem Leben muss die kleine Kya lernen, wie es sich anfühlt, verlassen zu werden. Ihre Mutter packt eines Morgens die Koffer und lässt Kya mit ihren Geschwistern beim gewalttätigen Vater ...

Schon früh in ihrem Leben muss die kleine Kya lernen, wie es sich anfühlt, verlassen zu werden. Ihre Mutter packt eines Morgens die Koffer und lässt Kya mit ihren Geschwistern beim gewalttätigen Vater zurück. Nach und nach verschwinden auch die älteren Geschwister, so dass Kya eines Tages mit ihrem Vater alleine in einer verlassenen Sumpflandschaft lebt. Sie ist auf sich allein gestellt und muss schnell lernen, Verantwortung zu übernehmen. Als dann auch noch ihr Vater nach einem Alkoholrausch nicht hach Hause zurückkehrt, ist sie ganz allein und kämpft ums Überleben. Ein Kampf bei dem sie plötzlich Unterstützung bekommt...

Die Autorin Delia Owens hat mit "Der Gesang der Flusskrebse" einen aus meiner Sicht sehr berührenden und packenden Roman geschrie-ben. Sie erzählt die Geschichte in einen äußerst bildreichen und für mich sehr schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Die Haupt-Protagonistin Kya wird ausführlich und interessant charakterisiert und entwickelt mit ihrer kindlichen Hilflosigkeit beim Leser schnell Sympathiepunkte. Ihre Nähe zur Natur und ihr starker Kampfgeist machen sie zu einer besonderen Figur, die dem Buch ihre Seele verleiht. Die Kriminalgeschichte, die sich um das Leben der heran-wachsenden Kya entwickelt, baut einen zweiten Spannungsbogen auf. Geschickt springt die Autorin Delia Owens zwischen den Zeiten und den Handlungssträngen ohne den Leser aber damit zu über-fordern. Gerade diese Wechsel lassen die Geschichte sehr lebendig erscheinen und verleihen dem Buch ein zusätzliches Tempo.

"Der Gesang der Flusskrebse" war für mich in diesem Jahr bisher einer meiner Lese-Highlights. Das Buch hat mich mit der Sprach-gewalt der Autorin und der liebenswerten Hauptprotagonistin komplett überzeugt, so dass ich es sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 26.07.2019

Die Faszination der Meere

Das blaue Wunder
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Etwa 2/3 der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt, der größte Teil davon (97,4%) ist Salzwasser und stellt die Weltmmeere dar. Dieser unglaublich große Anteil an unserer Welt ist im Vergleich zu vielen ...

Etwa 2/3 der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt, der größte Teil davon (97,4%) ist Salzwasser und stellt die Weltmmeere dar. Dieser unglaublich große Anteil an unserer Welt ist im Vergleich zu vielen anderen Regionen, wie beispielsweise dem Mond, noch ziemlich unerforscht. Somit gilt es noch viele Geheimnisse zu lüften, die sich hier im Wasser verbergen. Die Autorin Frauke Bagusche hat sich vorgenommen, einige dieser Fragen zu beantworten und hat ihren Traum zum Beruf gemacht, sie wurde Meeresbiologin und leitete unter anderem die meeresbiologischen Stationen auf den Malediven.
Schon immer hat sie das Medium Wasser fasziniert, was zwischen den Zeilen ihres Buches gut zu erkennen ist. Ihr gelingt es viele spannende Themen rund um die Meere aufzugreifen, diese wissenschaftlich zu erläutern, ohne aber zu sehr in das Fachgenre abzudriften. Immer wieder bezieht sie die Erklärungen einiger Phänomäne in den Meeren auf unser tägliches Leben und lässt so das geballte Fachwissen plausibel und nachvollziehbar wirken. Dies macht das Buch wirklich gut lesbar und klärt Fragen, die sich dem Einen oder Anderen sicherlich schon des öfteren gestellt haben. So geht Frauke Bagusche den Fragen nach, woher der Duft des Meeres stammt, was für das Leuchten der Meere verantwortlich ist, was es mit dem Gesang der Fische auf sich hat, was sich innerhalb der Korallen alles so abspielt und auch was für das so (Un)endliche Blau der Meere sorgt. Natürlich, und das ist in unserer heutigen Zeit leider unumgänglich, setzt sie sich auch noch kritisch mit den aktuellen Entwicklungen der Weltmeere auseinander. Was bringt das blaue Wunder in Gefahr? Gut nachvollziehbar stellt sie die aktuellen Probleme schonungslos offen und gibt Anregungen, wie wir die Meere retten können und warum das für uns so wichtig ist.
Gerade in der Zeit, wo die Ökologie nach und nach der Ökonomie den Rang abläuft, bringt "Das blaue Wunder" aus meiner Sicht eine Menge wichtiger Informationen gut beschrieben an den Leser weiter. Ich halte das Buch daher für äußerst lesenswert und empfehle es sehr gerne weiter. Die Bewertung fällt mit den vollen fünf von fünf Sternen dementsprechend positiv aus.