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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2019

Spannend, aber nicht wirklich tiefgründig

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens
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Ein spannender Thriller, aber irgendwie bin ich nach dem Lesen seltsam unzufrieden. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich mir nach dem wirklich tollen Beginn etwas mehr versprochen habe. Oder aber, ...

Ein spannender Thriller, aber irgendwie bin ich nach dem Lesen seltsam unzufrieden. Es mag vielleicht daran liegen, dass ich mir nach dem wirklich tollen Beginn etwas mehr versprochen habe. Oder aber, dass mir der Mann der Protagonistin so unglaublich unsympathisch ist. Aber von vorn. Erin und Mark sind ein perfektes Paar, fast zu perfekt, bis die Fassade zu bröckeln beginnt. Mark verliert kurz vor der Hochzeit seinen Job und plötzlich muss das Paar sparen. Das Unvermögen, einen neuen Job zu bekommen, scheint das einzig Unperfekte an Mark zu sein, sonst charmant, schön, schlau, lustig und aalglatt. Irgendetwas stört mich an ihm. Beide fliegen dennoch in die Flitterwochen nach Bora Bora und sind wieder unverschämt glücklich. Erin liegt ihm zu Füßen. Beide schwimmen, haben Sex und tauchen zwischen Haien, letzteres wirkt auf mich ein wenig surreal. Nach einem Tauchgang finden sie eine Tasche mit Bargeld, Diamanten, einem Handy und USB-Stick. Außerdem ein abgestürztes Kleinflugzeug, das im gesamten Buchverlauf niemand vermisst. Nach einigem Hin und Her entscheiden sich beide, die Tasche zu behalten. Nach einigen dämlichen Fehlern, die sich nur mit abenteuerlichen Kleinstverbrechen decken lassen, reisen sie vorzeitig zurück. Beide nehmen ihr normales Leben wieder auf und versuchen nebenbei, die Beute möglichst unauffällig zu Geld zu machen. Dabei bekommt Erin immer wieder Hilfe von einem Ganoven, den sie für eine Dokumentation interviewt. So richtig passt er nicht in die Geschichte. Irgendwann löst sich das Verwirrspiel auf und Mark stirbt. Wie werde ich nicht verraten, aber hier stört mich doch etwas, dass für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar ist, wann die perfekte Fassade einen Riss bekommen hat. Das wirkt irgendwie nicht ganz schlüssig. Dennoch ist das Buch ein spannender Zeitvertreib, auch wenn ich mir nach den sehr mitreißenden ersten Seiten etwas mehr versprochen habe.

Veröffentlicht am 10.07.2026

Spannender Thriller, der am Ende Fragen offen lässt

Weil sie lügt
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Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen, Cover und Kurzbeschreibung haben mich sehr angesprochen. Im Mittelpunkt steht das Verschwinden von Juli, deren Familie sich in einem Netz aus Verdächtigung, ...

Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen, Cover und Kurzbeschreibung haben mich sehr angesprochen. Im Mittelpunkt steht das Verschwinden von Juli, deren Familie sich in einem Netz aus Verdächtigung, Lügen und Anschuldigungen wieder findet. Ihre Schwester Anna, als einzige in der Lage, den Überblick zu behalten, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Der Vater ist im Gefängnis und hat ein vermeintliches Geständnis abgegeben. Die Mutter leidet an Depressionen und Verfolgungswahn. Der kleine Bruder ist verstört und braucht jemanden, der sich um ihn kümmert. Anna scheint die Rolle von Vater, Mutter, Schwester und Ermittlerin einzunehmen. Ihre Figur ist sehr nahbar und sympathisch, sie bringt sich selbst immer wieder in Gefahr, als Leserin leide und fiebere ich mit ihr. Die eigentlichen Ermittlungen werden von Kommissarin Katharina Engels und dem eher grob gezeichneten Ermittler Faber durchgeführt. Schnell hat sich insbesondere Faber auf den Vater als Täter festgelegt. Als dann im Keller auch noch eine Leiche beziehungsweise Leichenteile gefunden werden, scheint das Schicksal der Familie besiegelt. Doch Anna gibt nicht auf und kämpft sich durch ein Dickicht aus Lügen und Intrigen. Was sie letztlich aufgedeckt, kommt überraschend, wirkt auf mich aber ehrlich gesagt recht konstruiert. Sowohl Klappentext als auch Kurzbeschreibung und auch die Handlung über weite Teile des Buches weisen in eine völlig andere Richtung. Das kann man machen und hält sicherlich einige Überraschungen und den mehrfach hervorgehobenen Plot-Twist bereit, wirkt auf mich als Leser aber nicht wirklich nachvollziehbar. Das ist schade und mindert den sonst positiven Gesamteindruck des Buches. Spannungsbogen und Schreibstil gefallen mir sehr gut und halten den Lesefluss hoch. Leider konnte mich der Thriller dennoch nicht ganz überzeugen, da ich einfach kein Fan davon bin wenn die Auflösung relativ spät gestrickt wird.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Düsterer Thriller, mit dem ich nicht warm werde

Home Before Dark
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Irgendwie packt es mich nicht. Der Funke springt bei diesem Thriller einfach nicht über. Der Schreibstil gefällt mir, die Perspektiv- und Zeitwechsel ebenso. Das hält die Spannung grundsätzlich hoch. Der ...

Irgendwie packt es mich nicht. Der Funke springt bei diesem Thriller einfach nicht über. Der Schreibstil gefällt mir, die Perspektiv- und Zeitwechsel ebenso. Das hält die Spannung grundsätzlich hoch. Der Leser folgt Marsi und Stina in den 70er und 60er Jahren. Die Schwestern sind sehr unterschiedlich. Stina ist begabt, schön und kommt überall gut an. Marsi ist schüchterner, spröder, nicht so gefällig. Als Stina verschwindet, genau an dem Abend, an dem Marsi sich unter ihrem Namen mit einem geheimnisvollen Brieffreund verabredet hat, gibt Marsi sich die Schuld, schweigt aber. Jahre später will sie das Geheimnis lösen. Nach und nach enthüllt sich aus verschiedenen den verschiedenen Perspektiven der Schwestern, was geschah. Das liest sich grundsätzlich spannend. Ich werde aber mit den Figuren, insbesondere mit Marsi und ihren Eltern nicht warm. Alle wirken seltsam düster, abweisend, spröde. Das ständige Ziehen der Haare, das Verschlucken stoßen mich zeitweise richtig ab. Stinas Figur ist die einzige, die mich beim Lesen bei der Stange hält. Ja, es gibt überraschende Twists, aber manche wirken doch recht konstruiert. Einige Handlungsstränge sind auch nicht ganz logisch. Die Wandlung der Mutter gehört für mich dazu. Das Ende enttäuscht mich. Nicht die Auflösung des Falls an sich, da gehe ich noch mit. Aber die letzten Seiten lösen einen seltsamen Widerwillen in mir aus. Warum hat die Autorin sich dafür entschieden? Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, leider passt es für mich nicht.

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Veröffentlicht am 23.04.2026

Hungrig nach Macht

Die Liebeshungrigen
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Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Ich habe bereits Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Auch hier sprechen mich die Kurzbeschreibung und auch der Schreibstil sehr ...

Ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut. Ich habe bereits Bücher der Autorin gelesen, die mir sehr gut gefallen haben. Auch hier sprechen mich die Kurzbeschreibung und auch der Schreibstil sehr an. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich mit den Figuren nicht anfreunden kann. Ich kann zu keiner Figur irgendeine Art von Nähe aufbauen, die meisten Charaktere sind mir schlicht unsympathisch, einige stoßen mich im Handlungsverlauf regelrecht ab. Dabei würde ich dies gar nicht am Geschlecht festmachen, die Frauenfiguren, die mir anfangs noch etwas zugänglicher erschienen, können mich auch nicht erwähnenswert fesseln. Ihr Schicksal und ihre Entwicklung haben mich anfangs noch interessiert, sind mir aber ab ungefähr der Mitte des Buches tatsächlich egal. Jeder scheint nur an sich zu denken, kreist nur um sich selbst. Die Beziehung, das Gegenüber wird vor allem gebraucht, um sich selbst zu bestätigen und in den Mittelpunkt zu stellen. Laut Titel sind sie liebeshungrig, mir scheint es, als wären sie lediglich hungrig nach Anerkennung und Macht. Ich habe das Buch trotzdem zu Ende gelesen, da ich die Problematik grundsätzlich interessant finde. Ich hätte mir aber zumindest ein oder zwei Figuren gewünscht, mit denen ich hätte mitfühlen und mitleiden können. Einzig Marianne, als starke, aber im Inneren tief verletzte Ex-Ehefrau kann hier einige positive Akzente setzen. Was ich für mich ebenfalls nicht erschließt, sind die Passagen die Lehman in sein Diktiergerät spricht. Sie sollen tiefere Einblicke in seinen Seelenleben, seltene Momente der Wahrheit darstellen, wirken für mich aber oft viel losgelöst zum eigentlichen Handlungsverlauf. Seine Äußerungen drehen sich auch immer nur im Kreis. Es geht um Machtverlust, die Sinnlosigkeit des Lebens nach der Politikkarriere und um die Sehnsucht nach Alkohol. Das ist tatsächlich ein großes Problem, für mich dreht sich dieser Punkt aber immer nur im Kreis. Ich denke, das Buch wirft einen tiefen und wahrhaftigen Blick auf die Gesellschaft und die sozialen Schichten in Frankreich und sicher auch in anderen Wohlstandsländern. Es kommt für mich aber zu keinem Ergebnis und wabert so vor sich hin. Es werden für meinen Geschmack auch zu viele Themen vermischt: Alkoholsucht, Machtmissbrauch, Me-Too im Filmgeschäft und letztlich sogar noch Frauen in den Wechseljahren, ein Thema, dem man sich aktuell sowieso kaum entziehen kann. Frauen über 50 werden nicht besetzt, nicht gesehen, nicht geschätzt. Mir persönlich ist es zu viel. Es ist sehr schade, da ich große Erwartungen an das Buch hatte, aber dieses Mal hat es für mich einfach nicht gepasst.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Interessant geschrieben, doch die Figuren bleiben mir fremd

Lichtspiel
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Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, mein erstes von Daniel Kehlmann. Das Thema hat mich sofort gepackt. Ein berühmter Regisseur im dritten Reich, der denkt, er ist davor gefeit, in die Fänge von ...

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, mein erstes von Daniel Kehlmann. Das Thema hat mich sofort gepackt. Ein berühmter Regisseur im dritten Reich, der denkt, er ist davor gefeit, in die Fänge von Propaganda zu geraten und doch scheitert. Von G.W.Pabst hatte ich schon gehört, aber kenne seine Biografie nicht. Der Leser begegnet ihm hier kurz nach seinem Erfolgshöhepunkt. Er ist in die USA geflohen, spricht kaum Englisch und scheitert mit seinem ersten Film gnadenlos. Im Haifischbecken der Filmbranche gibt es keine zweite Chance. Pabst bekommt keinen Fuß mehr auf den Boden und verlässt Hollywood zähneknirschend wieder. Seine kranke Mutter ruft ihn zurück nach Österreich, ein Weg ins Verderben. Kurz nachdem er zuhause angekommen ist, bricht der Krieg aus und es gibt kein zurück. So hängen Pabst und seine Familie im Keller ihres Schlosses fest, vertrieben vom Hausmeister, der die neuen Machtverhältnisse nutzt und die Rollen verkehrt. Dieser Teil ist sehr spannend, wenn auch die Figuren der Hausmeister-Familie durchweg etwas seltsam anmuten. Nach und nach gerät der Regisseur in die Fänge der Filmpropaganda, erst unter Druck und dann fügt er sich, schaut weg, arrangiert sich, hinterfragt nicht und dreht ein Meisterwerk nach dem anderen. Eine tragische Figur ist seine Frau, die nach und nach verblasst. Immer wieder wird die Perspektive gewechselt. Mal der Sohn, mal ein britischer Schriftsteller in Gefangenschaft, mal ein Kameramann und und und. Das sorgt für Abwechslung, überfordert mich aber von Zeit zu Zeit. Es gibt viele Randfiguren, Schauspieler, Drehbuchautoren, schöne Frauen und finstere Gestalten. Der komplexe Schreibstil fordert den Leser zeitweise, ist aber auch wieder sehr eindringlich. Leider bleiben mir die Figuren seltsam fremd. Ich dringe nicht zu ihnen vor, bleibe auf Distanz. Lediglich der Kameramann Franz, dessen Perspektive den Rahmen der Geschichte bildet, ist für mich greifbar und berührt mich sehr. Sein Blick auf den nicht fertiggestellten Film Pabsts, bewegt mich und regt zum Nachdenken an. Er wurde nie gedreht! Kann man etwas ungeschehen machen, wenn man nur selbst stark genug daran glaubt? Die Filmrollen verschollen oder zumindest fast. Diese Drehzeit in Prag, die Manie des Regisseurs, die Situation der Statisten und beklemmende Situation ist so gut beschrieben, dass man sich beinahe vor Ort glaubt und dem Meister beim Schneiden über die Schulter schaut. Dieser Teil ist für mich der stärkste im ganzen Buch. Dennoch kann ich die Begeisterungsstürme nicht ganz teilen. Ein eindringliches Buch über ein wichtiges Thema, bei dem ich aber leider zu sehr auf Distanz bleibe.

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