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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2019

Der blutige Kampf geht weiter

Der Wanderer
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Die Suche nach dem Heiligen Gral geht weiter. Auch im zweiten Band der Bücher vom Heiligen Gral, Der Wanderer, begleiten wir die bekannten Darsteller. Thomas von Hookton nimmt seinen Auftrag trotz vieler ...

Die Suche nach dem Heiligen Gral geht weiter. Auch im zweiten Band der Bücher vom Heiligen Gral, Der Wanderer, begleiten wir die bekannten Darsteller. Thomas von Hookton nimmt seinen Auftrag trotz vieler Rückschläge immer noch ernst. Er will den Gral finden. Dass auch die Feinde nicht schlafen, erfährt er leider immer wieder. Ganz besonders der schwarze Ritter ist eine Gefahr für Thomas. Aber auch der Krieg zwischen Engländern und Schotten macht die Suche zu einem riskanten Abenteuer.

Auch dieses Hörbuch gefiel mir wieder ausgesprochen gut. Cornwell schreibt so realistisch, dass es teilweise für mich schon nicht mehr auszuhalten war. Das Gemetzel unter den Kämpfenden und die schmerzlichen Verluste, das war heftig. Aber auch die Beschreibung der Kirchenmänner ist für mich authentisch. Nein, Herr Cornwell scheut sich nicht, die Tatsachen zu benennen. Damals waren die Pater korrupt und nicht gerade vertrauensselig. Das galt zwar nicht für alle, jedoch für sehr viele.

Thomas lernt die große Liebe kennen und kann sich auf sie und seine Freunde verlassen. Dennoch muss er Leid erfahren und steht so manches Mal kurz davor, zu sterben. Der Sprecher Frank Stöckle ist eine Wucht. So wie er die Stimme ändert, dass kann längst nicht jeder. Auch dieses Hörbuch empfehle ich ausdrücklich und wünsche viel Freude beim Hören.

Veröffentlicht am 13.08.2019

Unterdrückung und Schikanen

Himmel, Erde, Schnee (1)
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Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen im Baltikum im letzten Jahrhundert lebten. Jeder, der nicht der Meinung der "Herrschenden" war musste damit rechnen, dass er nach Sibirien gebracht wurde. Eigene Meinung ...

Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen im Baltikum im letzten Jahrhundert lebten. Jeder, der nicht der Meinung der "Herrschenden" war musste damit rechnen, dass er nach Sibirien gebracht wurde. Eigene Meinung war undenkbar und das Leben von Vorschriften geprägt.

Ina Ebners Roman zeigt eindrücklich, wie es damals in Estland war und dabei entwickelt sie die Charaktere so, dass ich sie schnell ins Herz schloss.

Veröffentlicht am 13.08.2019

"Diese wunderbare, saubere Kohle", oder die Wortwahl Trumps

Die Sprache des Donald Trump
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„Für die Millionen Amerikaner, die bis November 2016 nicht im Entferntesten damit gerechnet hatte, dass ein selbstverliebter, sexistischer, rassistischer und ungebildeter Milliardär Zugang zur höchsten ...

„Für die Millionen Amerikaner, die bis November 2016 nicht im Entferntesten damit gerechnet hatte, dass ein selbstverliebter, sexistischer, rassistischer und ungebildeter Milliardär Zugang zur höchsten Macht bekommen und die gleiche Position wie George Washington, Abraham Lincoln oder Theodore Roosevelt bekleiden könnte, sollte der längste Hangover der Menschheitsgeschichte folgen.“

Das sind einige der ersten Worte in dem Buch

DieSpracheDesDonaldTrump von Bérengére Viennot. Es wurde von Nicola Denis übersetzt. Frau Viennot ist Übersetzerin und arbeitet nicht nur für die Presse. Sie unterrichtet auch das Übersetzen an der Universität Paris VI. Nicola Denis kennt ihr Fach sehr gut und übersetzt unter anderem auch die Werke der Größen wie etwa Dumas oder de Balzac.

DieSpracheDesDonaldTrump erläutert, wie schwer es ist, die Reden des Präsidenten zu übersetzten. Zu gering ist ein Wortschatz und zumeist bestehen seine Äußerungen aus Phrasen. Daher variieren auch die Veröffentlichungen je nach Landessprache und Zeitung. Sein Satzbau variiert zwischen enormer Schlichtheit und totaler Absurdität.

Warum ist es nun für eine gelernte Übersetzerin so schwer, die Ergüsse Trumps zu übersetzen? Normalerweise ist es unter anderem deren Aufgabe, Grammatik und Wortfluss so zu gestalten, dass es verständlich in der jeweiligen Sprache aufgenommen werden kann. Das macht sie bei Trump nicht, da sie sämtliche Reden neu verfassen und niederschreiben müsse. Was soll man noch verschönern, wenn er von „wunderbaren Waffen“ spricht, die er 2018 an einen Schurkenstaat verkaufte. Oder die Kohle als „Die wunderbare, saubere Kohle“ benennt?

Nein,

DieSpracheDesDonaldTrump ist kein bashing gegen Trump. Es ist auch ein Buch, das zeigt, wie Politiker angesehen werden. Welche Macht sie haben können und das besonders dann, wenn sie Unwahrheiten als Tatsachen benennen. Es ist ja nicht nur Herr Trump, der in der westlichen Welt seine Tiraden über Twitter loslässt und das Volk beeinflusst. Leider gibt es mittlerweile etliche Populisten und auch in Deutschland sehe ich dunkle Wolken am Horizont. Ich wünsche mir, dass es mehr solcher Bücher gibt, die auch einmal die Aussagen unserer Politiker festhalten und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

DieSpracheDesDonaldTrump ist in kurze Abschnitte aufgeteilt und lässt sich gut lesen. Frau Melania kommt nur am Rande vor und das ist auch gut so. Die Sippenhaft ist ja zum Glück ausgestorben. Am Schluss gibt es noch die Verweise zu einzelnen Quellen. Für mich ein Buch zum lernen und begreifen. Wem traue ich und wer verbreitet „postfaktische“ Neuigkeiten?

Vielen Dank an den Verlag und #NetGalleyDE, dass ich das Buch lesen durfte.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Theodor Fontane perfekt vorgetragen

Effi Briest
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Effi Briest ist ein Roman von Theodor Fontane, einem berühmten deutschen Schriftsteller. Er wurde zunächst in der Zeitung „Deutsche Rundschau“ abgedruckt und erschien erst danach, im Jahr 1896, als Buch. ...

Effi Briest ist ein Roman von Theodor Fontane, einem berühmten deutschen Schriftsteller. Er wurde zunächst in der Zeitung „Deutsche Rundschau“ abgedruckt und erschien erst danach, im Jahr 1896, als Buch. Effi Briest ist einer der ersten Gesellschaftsromane und Fontane gilt als Vordenker von Thomas Mann.

In dem Roman geht es um ein junges Mädchen, das einen wesentlich älteren Mann heiratet. Wie zur damaligen Zeit besonders in wohlhabenden Haushalten üblich, war Effi kindlich und sich ihrer Situation nicht bewusst. Anfangs empfand sie Stolz, dass der ältere Mann überhaupt Interesse an ihr zeigte. Später dann ging sie zunehmend ihre eigenen Wege.

Das Schicksal Effis ist in der heutigen Zeit unvorstellbar. Trotzdem birgt der Roman viel Lebensweisheit in sich und zeugt von dem typischen Denken der Wilhelminischen Ära. Scheuklappen und nicht nachzuvollziehende Dogmen bestimmten das damalige Leben.

Fontane gilt bis heute als Größe seines Fachs und wird immer wieder gerne zitiert. Auch mir hat die Sprache wieder bestens gefallen. Es war für mich eine Wohltat, da es heute kaum noch so sprachgewaltige Autoren und Schriftsteller gibt. Das ungekürzte Hörbuch wird von Oliver Rohrbeck gelesen und das wiederum war ebenfalls ein Genuss. Er versteht es, den Hörer in den Bann zu ziehen und mit seiner Stimme den Anschein zu erwecken, als seien mehrere Leser vor dem Mikrofon.

Es sind 2 MP3-CD´s mit einer Länge von 653 Minuten, die der Audiobuch Verlag anbietet. Dieses Vergnügen sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Veröffentlicht am 02.08.2019

Wie der "Führer" die Menschen belog

Funkenflug
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NetGalleyDE
Funkenflug
AufbauVerlag

„Wären nicht Zeitungen und unzählige Briefe, käme es mir gar nicht zum Bewusstsein, dass ich in einer Zeit lebe, in der menschliche Unzulänglichkeit und Grausamkeit ...

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Funkenflug

AufbauVerlag

„Wären nicht Zeitungen und unzählige Briefe, käme es mir gar nicht zum Bewusstsein, dass ich in einer Zeit lebe, in der menschliche Unzulänglichkeit und Grausamkeit beängstigend überhand nimmt.“ Nein, dieses Zitat stammt nicht aus dem Jahr 2019. Es stand in einem Brief von Albert Einstein an seine Freundin der Königin Elisabeth von Belgien. Das Zitat stamme aus dem Jahr 1939. Einstein musste vor den Nazis flüchten, weil er Jude war. Katja und Thomas Mann machen Urlaub in Holland an der Nordsee. Auch sie flüchteten vor Hitlers Schergen und ihr Sohn Golo hofft darauf, dass er eine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz bekommt. Die wird ihm anfangs nur für zwei Wochen gewährt, denn hier sind die Flüchtlinge nicht willkommen.

Sophie Scholl, anfangs noch in der HJ, gründet mit ihrem Bruder die „Weiße Rose“ und wird später von den Nazis ermordet. Adolf Hitler schwärmt für Richard Wagner und ist in Bayreuth in der Villa Wahnfried stets ein gern gesehener Gast. Rienzi ist Hitlers liebste Oper und die Ouvertüre leitete die Reichsparteitage in Nürnberg ein. Minutiös und ausführlich schreibt der Autor Hauke Friederichs in dem Buch

Funkenflug was im August 1939 hinter den Kulissen geschah. Warum zum Beispiel Hitler so ganz plötzlich einen Pakt mit Stalin einging und wie die Medien zu Propagandazwecke Hitlers und Konsorten missbraucht wurden. Ja, damals konnten die Journalisten sich kaum wehren, ohne in Lebensgefahr zu geraten.

Jüdische Mitbürger mussten viel Geld aufbringen, um Deutschland verlassen zu können. Die Eltern von Katja Mann waren Millionäre, bis der „Führer“ ihrem Vermögen habhaft wurde.

Funkenflug, das ist mehr als „nur“ ein Sachbuch. Der Autor beschreibt die Tage im August 1939 sowohl aus Sicht der „Mächtigen“ als auch der Kritiker und Verfolgten. Wie alle getäuscht wurden, damit am 01. September 1939 „zurückgeschossen“ werden konnte. Was Churchill zu all den Lügen meinte und in welchem Luxus nicht nur der „Führer“ damals lebte.

Funkenflug zeigt auch, welche Charaktere hinter den bekannten Namen der Nazigrößen standen. Das Buch beginnt mit einer kurzen Einleitung und ist in 10 Kapitel aufgeteilt. Start ist am 01.August 1939 und es endet am 01.09.1939. Das 10. Kapitel, der Epilog, vermittelt das Schicksal einiger im Buch beschriebenen Menschen.

Interessant für mich waren auch die 14 Fotos am Schluss von #Funkenflug. Albert Einstein auf einem Boot zu sehen, das hat was. Es folgen noch die Erklärung von Abkürzungen sowie eine Auswahl an weiter führender Literatur. Personenregister und Bildnachweis fehlen ebenfalls nicht.

Für mich erschreckend, sind die Parallelen zur heutigen Zeit. Leider gibt es wieder vermehrt Populisten, die einzelne Schicksale ausschlachten, um den Menschen ihre Politik schmackhaft zu machen.