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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2019

Zwischen Pferden, Elefanten und speziellen Menschen

Mit 80 Viechern um die Welt
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Als Tiersitter auf Reisen gehen und dabei kostengünstig die Erde entdecken? Klang für Markus Huth nach einer guten Idee, also packte er seine sieben Sachen und zog raus in die Welt, um dort allerlei Getier ...

Als Tiersitter auf Reisen gehen und dabei kostengünstig die Erde entdecken? Klang für Markus Huth nach einer guten Idee, also packte er seine sieben Sachen und zog raus in die Welt, um dort allerlei Getier zu pflegen. Seine kuriosen aber auch witzigen Storys erzählt er in „Mit 80 Viechern um die Welt“.




Natürlich war für mich von Anfang an klar: Dieses Buch ist ganz anders als meine üblichen Fantasyromane und Dystopien, aber ich musste es einfach lesen. Und ich war mehr als positiv überrascht. Pro Kapitel besucht man mit dem Autor ein Land und lernt neue tierische Freunde kennen. Ich habe die kleinen Geschichten, die um die 40-50 Seiten haben, regelrecht verschlungen. Denn der Autor schreibt so humorvoll und ehrlich, dass es einfach Spaß macht, ihn auf seiner Reise zu begleiten. Dabei gibt es nicht selten vollkommen kuriose Situationen, bei denen nicht alles nach Plan verläuft. Auch das Ende seiner Reise trägt die ein oder andere Überraschung mit sich. Die wiederum sind aber eher erfreulich ;)

Fazit

Wer Tiere und/oder Reisen liebt, kommt bei diesem Buch auf seine Kosten. Der sympathische Autor weckt die Neugierde und Reiselust im Leser und erfrischt immer wieder mit Fakten rund um Kultur und Tier :)

Veröffentlicht am 15.08.2019

Die gefährliche Tradition der New Yorker Elite

Secret Game. Brichst du die Regeln, brech ich dein Herz (Romantic Suspense meets Dark Academia)
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Geld, Einfluss, Partys und Shopping – Darum dreht sich das Leben der New Yorker Elite an der Privatschule St. Mitchell. Auch Ivory ist nun dort Schülerin, nachdem es ihren Vater zurück in seine Heimat ...

Geld, Einfluss, Partys und Shopping – Darum dreht sich das Leben der New Yorker Elite an der Privatschule St. Mitchell. Auch Ivory ist nun dort Schülerin, nachdem es ihren Vater zurück in seine Heimat verschlagen hat. Doch Ivorys erste Wochen dort werden von einer langjährigen Tradition, dem Spiel, überschattet. Niemand weiß, wer in diesem Jahr Spielleiter ist und die Macht über die Aufgaben hat, doch das Spiel scheint in diesem Jahr keine Grenzen zu kennen. Ivory vermutet bereits, dass ihr neuer Freund Heath sich deswegen so seltsam benimmt und von ihr abwendet. Deshalb heißt es auch bald schon für sie: Wahl, Wahrheit oder Pflicht?

Secret Game wirkt wie eine Mischung aus Pretty little liars, One of us is lying, Nerve und Elite? Ist es wohl irgendwie auch, aber trotzdem ist die Story dahinter wirklich gut und spannend erzählt. Der Schreibstil ist sehr angenehm, auch wenn ich ihn an manchen Stellen als etwas „zu weit weg“ empfand, was aber wohl auch an der Erzählweise in der dritten Person liegt, mit der ich mich ab und an etwas schwer tue. Trotzdem habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen regelrecht weggeatmet, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen wollte… oder konnte :D Besonders gefallen haben mit die Textnachrichten. Herrlich dramatisch und mit genügend Spannung lädt die Geschichte zum Mitfiebern und Miträtseln ein.

Die Charaktere sind teilweise sehr stereotypisch, aber gerade diese Starallüren von Daphne und Pen haben mir unheimlich viel Spaß bereitet. Ivy ist sehr gutmütig, verantwortungsbewusst und versucht immer richtig zu handeln. Leider bleibt Heath für mich noch immer sehr blass und ich hätte mir zwischen den zweien mehr Szenen mit weniger Drama gewünscht. Man lernt aber auch sehr schnell, dass nicht alle Charaktere auch wirklich so ticken, wie es zunächst scheint. Die eine oder andere Figur ist auf meiner Sympathiepunkteliste auch mal von ganz unten nach ganz oben gerutscht und umgekehrt.

Fazit
Es hat wirklich Spaß gemacht Secret Game zu lesen, auch wenn die Beweggründe einiger Charaktere für mich noch immer im leichten Nebel liegen. Ivy ist eine großartige Protagonistin, bei der ich fast immer sagen konnte „Ja, kann ich nachvollziehen!“. Es lohnt sich also wirklich, dem Buch einen Platz im Regal freizuräumen :)

Veröffentlicht am 21.06.2019

No water, no life. No blue, no green.

Dry
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Es ist so einfach: Den Hahn aufdrehen und man hat Wasser. Aber was, wenn das nicht mehr der Fall ist? Wenn der Hahn aufgedreht wird und es kommt kein Wasser mehr? Mit dieser erschreckenden Zukunftsvision ...

Es ist so einfach: Den Hahn aufdrehen und man hat Wasser. Aber was, wenn das nicht mehr der Fall ist? Wenn der Hahn aufgedreht wird und es kommt kein Wasser mehr? Mit dieser erschreckenden Zukunftsvision haben sich Neal und Jarrod Shusterman in „Dry“ auseinandergesetzt und je länger man liest desto mehr fällt einem auf: Diese Zukunft ist erschreckend realistisch…

Die 16-Jährige Alyssa und ihre Familie sind trotz einiger Vorzeichen nicht auf den sogenannten Tap-Out vorbereitet. Doch plötzlich gibt es kein Wasser mehr und der Kampf ums Überleben beginnt. Als ihre Eltern zum Strand aufbrechen, um dort Wasser von den Entsalzungsanlagen zu holen, ist Alyssa mit Garret auf sich allein gestellt. Zu ihrem Glück ist da aber noch Kelton, der Nachbarsjunge. Bisher waren er und seine Familie, die sich seit jeher auf die Apokalypse vorbereitet haben, nur Spinner für Alyssa, aber nun braucht sie seine Hilfe. Zusammen begegnen sie verschiedensten Menschen, von denen jeder anders reagiert. Während die einen zusammen halten und teilen, um die Krise zu überstehen, würden die Anderen Alles dafür tun, um auch nur einen Tropfen Wasser zu ergattern. Diese Bandbreite an Reaktionen und die Entwicklung der Menschen, die in dem Buch gezeigt werden, macht es unheimlich spannend, lässt es aber auch erschreckend nah wirken.

Die Dystopie ist hauptsächlich aus der Sicht von Alyssa und Kelton erzählt, es gibt aber auch Kapitel aus der Sicht weiterer Hauptpersonen. Außerdem beinhaltet das Buch „Screenshots“, die die Geschichten und das Erlebte von anderen außenstehenden Personen erzählt. Dadurch wird Story sehr übergreifend und wirkt noch größer und bedrohlicher. Was ich aber am faszinierendsten finde, ist, wie mit spanenden Momenten umgegangen wird. Neal Shusterman hat einfach diese Art, durch Plötzliches nicht durchzurauschen, sondern es in Zeitlupe ablaufen zu lassen. Das nimmt aber keines Falls die Spannung, im Gegenteil. Es ist, als würde einem etwas runterfallen: Man sieht es langsam fallen, weiß, dass es zerschellen wird, aber zum Eingreifen ist man zu langsam und so kann man nur warten und die Scherben auffegen.

„Dry“ ist eine Dystopie, aber eine, die erschreckend realistisch ganz ohne irgendwelche Beschönigungen erzählt wird. Das Ende ist wahrscheinlich nicht für jedermann perfekt ( da möchte ich mal noch näher drauf eingehen), mir hat es aber sehr gefallen. Und wieder einmal hat mich mein Lieblingsautor nicht enttäuscht 

Veröffentlicht am 16.06.2019

Die gefürchteten Klingen

Nevernight - Die Prüfung
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Was passiert, wenn man eine Hogwartsartige Schule für Assassinen aufbaut und dort Arya Stark hinschickt? Tja, dann hat man mehr oder minder die Hauptstory von „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff. ...

Was passiert, wenn man eine Hogwartsartige Schule für Assassinen aufbaut und dort Arya Stark hinschickt? Tja, dann hat man mehr oder minder die Hauptstory von „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff. Die 16-jährge Mia Covere sucht ebenjenen Assassinenorden (=die rote Kirche) auf, um eine gefürchtete Klinge zu werden und ihre Familie zu rächen. Immer mit von der Partie: Herr Freundlich, ihre zeitweise ziemlich sarkastische Schattenkatze.
„Nevernight“ ist ein verstrickter Fantasyroman mit einer eigenen wunderschön gestalteten Karte, eigenen Völkern, Sprachen, Gesellschaften und Traditionen, sodass eine komplexe neue Welt entsteht. Doch zunächst muss unsere Protagonistin verschiedenste Prüfungen ihrer Shahiide (=Lehrer) bestehen und natürlich lauert der Tod an jeder Ecke, sodass Mias „Schulzeit“ von sehr viel Blut geprägt wird. Dabei ist das Mädchen impulsiv, klug und häufig feinfühliger als es zunächst scheint. Mein wahrer Held bleibt aber nach wie vor Herr Freundlich, der mich sehr an Salem aus „Simsalabim Sabrina“ erinnert :D Außerdem gibt es zahlreiche Nebencharaktere zum Lieben und Hassen, die man mitsamt ihrer Geheimnisse und Vergangenheiten einfach selbst kennen lernen muss ;)
Der Schreibstil des Romans ist zunächst gewöhnungsbedürftig, da er gleichzeitig direkt, aber eben auch detailverliebt ist. Ist man erstmal mit der Handlung vertraut, liest sich das Buch aber sehr flüssig und mich hat der Schreibstil dann doch sehr beeindruckt. Auffällig und für mich neu sind die Fußnoten, die mal mehr mal weniger wichtiges Wissen vermitteln, auf jeden Fall aber dazu beitragen, dass ich das ein oder andere Mal die Augen rollen, den Kopf schütteln oder einfach grinsen musste. Und obwohl das Buch um die 700 Seiten hat: Es wird nie langweilig oder langatmig.
„Nevernight“ ist direkt, es ist blutig, aber es ist eben auch voller Humor und Gefühl. Und während ich diese Rezension schreibe bekomme ich wirklich Lust, mir Band 2 zu schnappen und Mia weiter zu begleiten.

Veröffentlicht am 16.05.2019

Es begann mit einem Beben

Von Stein zu Blut
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Packt eure Trinkschläuche ein, sattelt euer Pferd und folgt Dominik A. Vockner in seine Welt, um das schier unglaubliche Abenteuer zu erleben, dass mit einem Beben begann. Aber Achtung: Ihr müsst schon ...

Packt eure Trinkschläuche ein, sattelt euer Pferd und folgt Dominik A. Vockner in seine Welt, um das schier unglaubliche Abenteuer zu erleben, dass mit einem Beben begann. Aber Achtung: Ihr müsst schon dazu bereit sein euer Leben zu lassen…

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich den Fantasyroman „Von Stein zu Blut“ lesen. An dieser Stelle zu erst einmal ein ganzes herzliches Danke an den Autor, der diese Leserunde auf wirklich ganz besondere Art begleitet hat. Auf jeden Kommentar gab es eine wortwörtlich fantastische Antwort, weshalb es wirklich unheimlich viel Spaß gemacht hat.
Aber jetzt zum Buch  Was mich wirklich direkt aus meinen Reitstiefeln gehauen hat war die Sprache: Altertümlich und gewählt, aber nicht zu hochgestochen; detailverliebt und bildgewaltig, aber nie zu langatmig. Ich war direkt im Thema, habe direkt begonnen, die Orte zu entdecken und die Charaktere kennen zu lernen. Dabei muss ich gestehen, dass mir eine Karte sehr geholfen hätte, mit meinem schlechten Orientierungssinn habe ich mich dann doch ab und an verritten und konnte die Aussicht nicht so genießen, wie sie es verdient hätte.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Man befindet sich aber noch in der Kennlernphase und erfährt Stück für Stück mehr aus der Vergangenheit. Besonders sympathisch ist mir dabei Großkönigin Vael.

Mein einziger Kritikpunkt neben der Karte? Das Buch ist zu kurz, ich will mehr! Nachschub bekomm ich aber zum Glück, denn „Von Stein zu Blut“ ist der erste Teil der „Erben des Wandels“-Reihe. Und eigentlich kann ich da nur wieder loben: Mit 200 Seiten ist das Buch im Vergleich mit anderen Fantasyromanen zwar recht kurz, aber ich finde es auch sehr schwierig, auf „so wenig“ Seiten nicht zu hetzen, eine komplexe Handlung sowie eine fantastische Welt und tiefgründige Charaktere zu kreieren. Das alles ist hier allerdings rundum gelungen.