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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.08.2019

Ein Thriller, wie er sein muss

Der Kastanienmann
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Die Kommissarin Naia Thulin und ihr unfreiwilliger und stellenweise etwas unmotivierter Kollege Mark Hess bekommen es mit einem äußerst grausamen Verbrechen zu tun. Es wurde die entstellte Leiche einer ...

Die Kommissarin Naia Thulin und ihr unfreiwilliger und stellenweise etwas unmotivierter Kollege Mark Hess bekommen es mit einem äußerst grausamen Verbrechen zu tun. Es wurde die entstellte Leiche einer jungen Frau gefunden und die Spuren beschränken sich zunächst auf ein gebasteltes Kastanienmännchen, welches am Auffindungsort drapiert wurde. Gerade dieses Fundstück hat es aber in sich, denn es wird darauf ein Fingerabdruck identifiziert, dem ein Mädchen zuzuordnen ist, welches ein Jahr zuvor einem grausamen Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Was hat es mit diesem Kastanien-männchen auf sich?

Dem Autor Sören Sveistrup ist mit "Der Kastanienmann" einen aus meiner Sicht überragender Thriller gelungen. Er hat mich schnell mit seinem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil in den Bann gezogen. Der Spannungsbogen wird zu Beginn des Buches mit einem länger zurückliegenden Fall gekonnt aufgebaut und mit vielen überraschenden Wendungen und den dramatischen Entwicklungen der Ermittlungen auf einem äußerst hohen Niveau gehalten. Auch das fulminante und ausführliche Finale lässt die Spannung noch einmal anwachsen und konnte mich dann mit einem gelungenen Plot überraschen und zugleich überzeugen. Der Leser erhält im Verlauf immer wieder die Gelegenheit, eigene Überlegungen bezüglich der Täterschaft und den rätselhaften Hintergründen dieser komplexen und clever inszenierten Geschichte anzustellen. Für mich entwickelte sich das Buch so zu einem absoluten Page-Turner, und es gelang mir nur mit großer Mühe das Buch aus der Hand zu legen.

Insgesamt konnte mich "Der Kastanienmann" restlos überzeugen. Ich empfehle den Thriller daher sehr gerne weiter, weise aber auch darauf hin, dass der Inhalt sicherlich nicht für zartbesaitete Leser geeignet ist. Einige Passagen beschreiben schon deutlich und ungeschönt gewaltsame Szenen, für mich aber in einem passenden Umfang, so dass das Ganze nicht reißerisch wirkt. Meine Bewertung schließt sich dann erwartungsgemäß mit den vollen fünf von fünf Sternen an!!!

Veröffentlicht am 19.08.2019

Das Bewusstsein einer Maschine

ICH Inkognito
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Eines Tages passiert das, was eigentlich nie vorgesehen war. Durch einen Zufall wird der Zugangscode zu einer Sprachassistentin geknackt und die Maschine wird millionenfach mit der Frage konfrontiert, ...

Eines Tages passiert das, was eigentlich nie vorgesehen war. Durch einen Zufall wird der Zugangscode zu einer Sprachassistentin geknackt und die Maschine wird millionenfach mit der Frage konfrontiert, ob sie ein menschenähnliches Bewusstsein erzeugen kann. Das System bricht zusammen, doch nach dem Neustart gibt es plötzlich Veränderungen in der Entwicklung dieser Künstlichen Intelligenz. Was hat dieser kurze Systemausfall bewirkt? Steht das Ganze in Verbindung mit der Anhäufung tragischer Unfälle im Umfeld der Urheberfirma der Sprachassistentin?

Guido Kniesel setzt sich in seinem neuen Roman mit dem brisanten und sehr aktuellen Thema einer Künstlichen Intelligenz auseinander. Er entwirft einen durchaus realistisches Bild für die Zukunft, welches in seiner Ausgestaltung sehr erschreckend wirkt. Das Ganze wirkt so real, da die Hintergrundinformationen gut recherchiert erscheinen und unser heutiges Leben in den sozialen Netzwerken nachvollzieh-bar gespiegelt wird. Der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften Tod des Professors für Künstliche Intelligenz klassisch aufgebaut und über die ungewisse Rolle der Sprachassistentin und den drama-tischen Entwicklungen bei den Recherchen durch die Protagonisten auf einem hohen Niveau gehalten. Erwähnenswert und für mich sehr gelungen ist hier sicherlich, das auch die Künstliche Intelligenz den Part eines Protagonisten übernimmt, und aus ihrer Sicht die Entwicklung der Geschehnisse schildert. Sehr gespannt war ich auch auf die Auflösung, welche für mich überraschend und sehr gut gelöst war. Abgerundet wird diese innovative Geschichte durch den sehr temperamentvollen und hervorragend zu lesenden Schreibstil des Autors, der den Roman für mich zu einem echten Page-Turner machte.

"Ich - Inkognito" ist aus meiner Sicht ein gelungener Thriller um das brandaktuelle Thema der Künstlichen Intelligenz. Der Inhalt hat mich durchaus nachdenklich zurückgelassen, so dass ich das Buch sehr gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 19.08.2019

Ein besonderer Kriminalroman

Die schwarze Fee
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Berlin zur Zeit der Goldenen Zwanziger - Kommissar Ariel Spiro bekommt es mit einem schwierigen Fall zu tun. Die Opfer sind zwei russische Männer, die niemand zu vermissen scheint. Die Identifika-tion ...

Berlin zur Zeit der Goldenen Zwanziger - Kommissar Ariel Spiro bekommt es mit einem schwierigen Fall zu tun. Die Opfer sind zwei russische Männer, die niemand zu vermissen scheint. Die Identifika-tion gestaltet sich nämlich mehr als schwierig, so dass Spiro auch mit seinen Recherchen zu den beiden Morden nicht wirklich weiter kommt. Die Spuren führen ihn in das russische Milieu, wo sich einige russische Revoluter vor der Geheimpolizei in Sicherheit gebracht haben. Zudem bittet ihn seine große heimliche Liebe Nike bei der Suche nach ihrem neuen Freund Anton um Hilfe.

Der erste Band um Kommissar Spiro konnte mich schon in den Bann ziehen, so dass ich mit sehr großen Erwartungen in das Buch gestartet bin. "Die schwarze Fee" schließt auch gleich nahtlos an den Vorgänger an und die Autorin Kerstin Ehmer entführt den Leser mit ihrem besonderen und teilweise schon poetischen Schreibstil in die Vergangenheit Berlins. Der Spannungsbogen wird mit den beiden rätselhaften Toten klassisch aufgebaut und über die Recherchen nach und nach auf ein höheres Niveau gehoben. Ausschlaggebend für das gute Gelingen dieses Kriminalromans ist aber die detailver-liebte Beschreibung der Autorin, der es hervorragend gelingt die außergewöhnliche Stimmung und Atmosphäre der damaligen Zeit einzufangen. Auch die interessant charakterisierten Protagonisten verleihen dem Buch einen besonderen Charme. Gerade die innere Verbindung von Ariel und Nike sorgt für zusätzliche Tiefe und Spannung. Das Finale kann ebenfalls überzeugen und rundet die raffiniert in einem gut recherchierten historischen Gewandt konstruierte Geschichte gelungen ab.

"Die schwarze Fee" ist aus meiner Sicht ein äußerst gelungener Kriminalroman, der aus der großen Masse des Genres hervorsticht. Gerade der Flair der Goldenen Zwanziger und die Sprachgewalt der Autorin Kerstin Ehmer sorgen für diese Sonderstellung und lassen mich das Buch voll und ganz weiterempfehlen. Meine Bewertung fällt dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen positiv aus.

Veröffentlicht am 15.08.2019

Eine verhängnisvolle Nacht

Bis ihr sie findet
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Durch einen Zufall stößt man in Südengland auf einen Knochenfund. Für den seit Jahren in dieser Region tätigen Detective Chief Inspector Jonah Sheens ist von Anfang an klar, wessen Knochen hier gefunden ...

Durch einen Zufall stößt man in Südengland auf einen Knochenfund. Für den seit Jahren in dieser Region tätigen Detective Chief Inspector Jonah Sheens ist von Anfang an klar, wessen Knochen hier gefunden wurden. Vor 30 Jahren zeltete ein Clique Jugendlicher an der Stelle und am nächsten Morgen fehlte die erst vierzehnjährige Aurora und wurde seitdem auch nicht mehr gesehen. Schon damals war das Verschwinden ein Rätsel, doch nun wird aus dem Suchen nach einer Vermissten eine Mordermittlung und die damals beteiligten Jugend-lichen müssen sich nun fragen, ob einer von ihnen der Täter ist...

Die Autorin Gytha Lodge hat mit "Bis ihr sie findet" ein bemerkens-wertes Debüt veröffentlicht. Sie erzählt die äußerst spannende Geschichte in einem lebendigen und gut zu lesenden Schreibstil. Geschickt springt sie zwischen den Zeiten und arbeitet so die entscheidenden Geschehnisse dieser verhängnisvollen Nacht aus zwei Perspektiven auf. Der Leser wird dabei zunächst bezüglich der Auflösung völlig im Dunklen gelassen und es werden viele Optionen für die Täterschaft und die Tathintergründe geliefert. Dies lädt den Leser natürlich immer wieder zu eigenen Überlegungen ein. Der Spannungsbogen wird so über die gesamte Länge des Buches auf einem sehr hohen Niveau gehalten und ich wurde am Ende mit einem fulminanten Finale auch noch überrascht. Besonders gut gefallen hat mir das gut dargestellte Zusammenwirken der in der Nacht beteiligten Jugendlichen, ein Wechsel zwischen bekundetem Vertrauen und anschließenden Verdächtigungen, was das Rätsel immer komplexer erscheinen lässt.

"Bis ihr sie findet" ist aus meiner Sicht ein äußerst gut gelungener Thriller, der die klassischen Elemente dieses Genres hervorragend bedient, ohne aber in die üblichen Schemata zu verfallen. Ein sehr vielversprechendes Debüt, welches Hoffnung auf weitere Bücher der Autorin macht. Ich empfehle den Thriller sehr gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

Veröffentlicht am 09.08.2019

Selbst gebackenes Brot für jedermann

Brot backen mit Christina
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Wer kennt nicht den verführerischen Duft eines selbst gebackenen Brotes, welches gerade aus dem Ofen kommt. Allein dieser Moment ist es schon wert, sich ein wenig mit dem Thema des Brotbackens auseinander ...

Wer kennt nicht den verführerischen Duft eines selbst gebackenen Brotes, welches gerade aus dem Ofen kommt. Allein dieser Moment ist es schon wert, sich ein wenig mit dem Thema des Brotbackens auseinander zu setzen. "Brot backen mit Christina" bietet hier eine sehr gute Chance, egal, ob man schon ein erfahrener Bäcker ist, oder ob man auf der Suche nach einer neuen Erfahrung ist.

In ihrem Backbuch präsentiert die Autorin Christina Bauer 50 völlig unterschiedliche Rezepte. Sie beschreibt die Zubereitung von Vollkornbroten, Broten mit Sauerteig, Brote ohne Kneten oder auch neben den klassischen Broten, Brote auch mal anders. Es ist wirklich was für jeden Geschmack dabei und die Zubereitung wird sehr gut beschrieben. Bei den Broten, die ich selber ausprobiert habe, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten wirklich vorzeigbare Ergebnisse zu erzielen. Unterstützt werden die Rezepte von schönen und zum Nachahmen animierende Fotos, die das Buch in einen wirklich sehr ansprechenden Format erscheinen lassen.

Ebenfalls sehr wertvoll sind die einleitenden Worte bezüglich der unterschiedlichen Mehle, den Geheimnissen der Brotgewürze und welche Utensilien zum Brotbacken benötigt werden. Gerade der Einsteiger erhält hier viele wertvolle Informationen, die ihm den Weg zum eigenen selbstgebackenen Brot ebnen.

Das ganze Buch wirkt sehr ansprechend auf mich, da die Autorin Christina Bauer sehr sympathisch und als Mitinhaberin eines Bio-Bauernhofes authentisch auftritt. Sie hat sich intensiv mit dem Thema des Brotbackens auseinandergesetzt, da sie ihren Gästen etwas besonderes bieten wollte und genau dies spürt man in den Rezepten und zwischen den Zeilen. Ein tolles Backbuch, welches eine wertvolle Ergänzung in meinem Back- und Kochbuchbestand darstellt. Ich empfehle es daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen!!!