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Veröffentlicht am 01.09.2019

Das Marschmädchen

Der Gesang der Flusskrebse
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Von ihrer Mutter und den Geschwistern verlassen lebt die sechsjährige Kya allein mit ihrem trinkenden Vater in einer Hütte mitten in den Sümpfen. Als auch ihr Vater verschwindet, bleibt das Kind allein ...

Von ihrer Mutter und den Geschwistern verlassen lebt die sechsjährige Kya allein mit ihrem trinkenden Vater in einer Hütte mitten in den Sümpfen. Als auch ihr Vater verschwindet, bleibt das Kind allein zurück und versucht allein für sich zu sorgen. Mit Hilfe des Schwarzen Jumpin, seiner Frau Mabel und des Jungen Tate gelingt es ihr, für sich zu sorgen. Und Kya bleibt immer allein und hält sich von den Bewohnern des nahen Städtchens fern, was sie zu einer Ausgestoßenen macht. Als Chase Andrews, der Goldjunge der Stadt, tot aufgefunden wird, hält der Sheriff Kya für die Mörderin. Wird sie verurteilt werden?

Kya dabei zu begleiten, wie sie allein in dieser unwirtschaftlichen Umgebung aufwächst, war wirklich fesselnd. Mir tat dieses Kind leid, das doch nur eins wollte: Geliebt zu werden. Stattdessen wird sie von allen verstoßen und ausgelacht. Die Menschen halten sich von den Menschen in der Marsch fern, halten sie für schmutzig und unwürdig. Nur Tate lässt sich nicht abschrecken, bringt ihr das Lesen bei und wird ihre erste Liebe. Das hat mich sehr berührt.

Der Prozess ist sehr spannend, da auf den ersten Blick viel gegen das Mädchen spricht und in der Stadt schon eine Art Vorverurteilung stattfindet. Als Leser will man nur eins: Kya soll zurück zu ihrer Hütte in der Marsch, zu ihren Tieren und ihrer Hütte.

Neben Kyas Geschichte steht die Natur im Vordergrund. Das einfache Leben in der Marsch, die Tiere, die Natur sind ebenso Hauptdarsteller des Buches. Man erfährt viel über das Leben im Sumpf, was faszinierend ist.

Eine schöne Geschichte über ein Mädchen, das von allen verlassen ein einsames Leben lebt. Sehr schön erzählt und faszinierend.

Veröffentlicht am 28.08.2019

Der zweite Fall für Cormoran Strike

Der Seidenspinner
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Die Frau des Autors Owen Quine engagiert Strike, weil ihr Mann seit einiger Zeit verschwunden ist. Sie will nicht die Polizei einschalten, da er schon öfter für eine Zeit nicht nach Hause kam. Trotz intensiver ...

Die Frau des Autors Owen Quine engagiert Strike, weil ihr Mann seit einiger Zeit verschwunden ist. Sie will nicht die Polizei einschalten, da er schon öfter für eine Zeit nicht nach Hause kam. Trotz intensiver Suche bleibt der Mann verschwunden, bis er ermordet und bizarr präsentiert aufgefunden wird. Cormoran und Robin ermitteln in Autorenkreisen und lernen eine Menge eigenwilliger Leute kennen, die alle ein Motiv hätten, denn in seinem letzten Buch hatte Quine über sie alle geschrieben und Geheimnisse ausgeplaudert. Doch wer wollte Quine tot sehen?

Wieder ein guter Fall für Cormoran Strike und seine Assistentin Robin. Der Fall ist sehr verzwickt und als Leser ist man nie sicher, wer der Täter sein könnte. Irgendwie kommen alle in Frage und auch die Motive durch das Buch sind vorhanden, doch man traut es den wenigsten zu, Quine derart zuzurichten und zu ermorden. Für Strike wird der Fall persönlich, als die Ehefrau Quines zur Verdächtigen wird, an deren Schuld er aber nicht glauben will. Auch die Beziehung zwischen Strike und Robin geht weiter. Robin will nicht mehr nur die Sekretärin des Detektivs sein, sondern seine Partnerin, die auch mal auf Ermittlungstour geht. Doch Strike ist nicht direkt begeistert, das bringt neuen Schwung in die Beziehung der beiden.

Ich mochte auch diesen zweiten Teil der Krimireihe total gerne. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, wer der Täter sein könnte. Die Auflösung war dann eine Überraschung, obwohl vorher so viele Hinweise auf ihn deuteten. Das war wirklich gut gemacht und clever geschrieben. Hat mir sehr gefallen!

Veröffentlicht am 26.08.2019

Der zweite Fall für Tom Babylon

Zimmer 19
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Bei der Berlinale soll der Eröffnungsfilm gezeigt werden. Der Saal ist vollbesetzt, als statt des offiziellen Films ein Snuff-Video abgespielt wird, in dem gezeigt wird, wie eine junge Frau vergewaltigt ...

Bei der Berlinale soll der Eröffnungsfilm gezeigt werden. Der Saal ist vollbesetzt, als statt des offiziellen Films ein Snuff-Video abgespielt wird, in dem gezeigt wird, wie eine junge Frau vergewaltigt und ermordet wird. Da sich der Film selbst zerstört, kann die Polizei nicht klären, ob er echt oder bearbeitet ist. Das Mädchen aber ist die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Doch der selbst und andere einflussreiche Leute um ihn herum mauern und machen Tom Babylon und Sita Johanns ihre Arbeit schwer. Und Sita erkennt, dass ihre Vergangenheit mit dem Fall zu tun hat und dass sie und Tom enger miteinander verbunden sind, als beide bisher ahnten.

Nach „Schlüssel 17“ ist „Zimmer 19“ der zweite Fall um das Ermittlerteam rund um Tom Babylon und Sita Johanns. Auch hier reicht der Fall wieder weit in die Vergangenheit und wirft auch wieder ein neues Licht auf das Verschwinden von Toms Schwester. In diesem Roman steht aber Sita mehr im Vordergrund. In Rückblenden wird aufgezeigt, wie Tom und Sita verbunden sind, ohne davon geahnt zu haben. Das fand ich sehr interessant und spannend. Auch der Fall, in dem das Team ermittelt, ist sehr spannend erzählt. Alles reicht in die DDR-Zeit zurück, weshalb viele heute sehr einflussreiche Betroffene schweigen, um sich nicht selbst zu belasten. Damit wird es schwer für Tom und Sita.

Marc Raabe hat es wieder geschafft, einen spannenden Fall zu erzählen, der neue Erkenntnisse im Verschwinden um Toms Schwester zu bringen. So hoffe ich, dass Tom im nächsten Buch mehr erfährt und vielleicht sogar herausfindet, was damals mit Vi geschah. Und welche Rolle spielt die kleine Finja, die mit einem unbekannten Mann auf der Berlinale-Eröffnungsfeier war und die Vi so ähnlich sieht? Sehr spannend!

Ich bin gespannt, wie es mit Tom und Sita weitergeht, auch in Bezug auf Bene und Vi. Wieder ein guter Thriller, den ich spannend und gut zu lesen fand!

Veröffentlicht am 24.08.2019

Ein Neubeginn

Was für immer bleibt
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Nach einem Unfall kann sich Gracie nicht mehr an ihr vorheriges Leben erinnern. Sie erkennt weder die Leute um sich herum noch erinnert sie sich an Ereignisse aus ihrem Leben. Nur ihre beste Freundin Scarlett ...

Nach einem Unfall kann sich Gracie nicht mehr an ihr vorheriges Leben erinnern. Sie erkennt weder die Leute um sich herum noch erinnert sie sich an Ereignisse aus ihrem Leben. Nur ihre beste Freundin Scarlett lässt sie an sich heran, während sie ihren Verlobten Blake nicht einmal sehen will. Um zu sich zu finden, geht Grace zurück nach Summerhill, der Blumenfarm ihrer verstorbenen Mutter. Hier beginnt sie ein Leben mit Blumen – und lernt ihren Nachbarn Flynn kennen, der sich nach und nach in ihr Herz stiehlt. Doch Flynn hat ein Geheimnis, das Gracies Leben wieder durcheinander bringen wird.

Die Situation, in der Grace sich nach ihrem Unfall wiederfindet, ist wirklich schlimm. Sich vorzustellen, dass man nichts und niemanden aus seinem vorherigen Leben mehr erkennt, ist erschreckend. Und es ist im Buch toll beschrieben, so dass man sich in den Gefühlsaufruhr, in dem sich Grace befindet, sehr gut nachvollziehen konnte. Aber auch Blakes Situation war gut nachzuvollziehen, auch wenn man ihn als Leser gar nicht wirklich kennenlernt, weil sich Grace weigert, mit ihm zu sprechen. Gleichzeitig ist die Zeit, die Grace mit Flynn verbringt so zu Herzen gehend, dass man gar nicht weiß, ob man ihr ein Wiedersehen mit Blake wirklich wünschen soll.

Das Buch ist sehr schön geschrieben und lässt einen mit Grace mitleiden, aber auch die Freude mitempfinden, die sie auf der Farm ihrer Mutter findet. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Schluss war eine Überraschung, auch wenn man vorher schon ahnen konnte, dass da mehr kommen muss. Mir hat es gut gefallen, wie Grace sich ein neues Leben mit neuen Erinnerungen aufbaut und trotzdem einen Weg findet, die Leute von früher darin zu integrieren.

Eine schöne Geschichte, die aufzeigt, dass wir manche Dinge doch erkennen, auch wenn wir uns nicht an sie erinnern können. Gut!

Veröffentlicht am 21.08.2019

Amüsante Reise nach Cornwall

Die kleine Bäckerei am Strandweg
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Nachdem ihre Firma pleite gegangen ist und sie ihre schöne Eigentumswohnung verkaufen müssen, gehen Polly und ihr Freund Chris erst mal getrennte Wege. Während er wieder bei seiner Mom einzieht, sucht ...

Nachdem ihre Firma pleite gegangen ist und sie ihre schöne Eigentumswohnung verkaufen müssen, gehen Polly und ihr Freund Chris erst mal getrennte Wege. Während er wieder bei seiner Mom einzieht, sucht Polly nach einer bezahlbaren Wohnung, was aber in Plymouth sehr schwierig ist. Als sie die Anzeige für eine Wohnung auf der Gezeiteninsel Polbearne entdeckt, entscheidet sie sich, auf die kleine Insel zu ziehen. Und hier warten einige Überraschungen auf Polly, die das Leben auf der urigen kleinen Insel plötzlich gar nicht mehr so doof findet wie gedacht.

Amüsant, das war es, was mir während des Lesens ständig durch den Kopf ging. Pollys Reise auf die kleine Gezeiteninsel mit ihren teils sehr skurrilen Bewohnern hat mir wirklich Spaß gemacht. Ihr Leben in dem kleinen Haus direkt am Hafen, ihre Bekanntschaft mit den örtlichen Fischern, ihre wiederentdeckte Leidenschaft fürs Backen, mit dem sie nicht nur sich, sondern auch die Bewohner der kleinen Insel erfreut und viele sehr lustige Ereignisse machen den Roman zum perfekten Sommerleseerlebnis.

Ich mochte Polly, die schnell merkt, dass ihr das geruhsame Leben auf der kleinen Insel doch gefällt. Ich mochte es, dass sie den Papageientaucher Neil bei sich aufnimmt, der fortan immer an ihrer Seite ist. Ich mochte Huckle, den „verrückten“ Amerikaner, der auf der Insel als Imker tätig ist. Ich mochte die Fischer – ja und irgendwie mochte ich sogar Mrs. Manse, die strenge Vermieterin, die doch eigentlich nur unglücklich ist.

Ein wirklich schöner und unterhaltender Roman darüber, dass man überall ein Zuhause finden kann, wenn man sich auf die Menschen einlässt. Gefällt mir sehr!