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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.08.2019

Signe Munch, die unbekannte Malerin

Die Malerin des Nordlichts
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In dem Buch "Die Malerin des Nordlichts" geht es um das Leben der wenig bekannten Nichte von Edvard Munch, um Signe Munch. Die Biografie setzt spät ein. Die Künstlerin geht schon auf die Vierzig zu, hat ...

In dem Buch "Die Malerin des Nordlichts" geht es um das Leben der wenig bekannten Nichte von Edvard Munch, um Signe Munch. Die Biografie setzt spät ein. Die Künstlerin geht schon auf die Vierzig zu, hat sich gerade aus den Zwängen einer lieblosen Ehe befreit und kann sich endlich ungehindert ihren künstlerischen Ambitionen widmen. Man lernt eine sehr schüchterne und introvertierte Frau kennen. Kaum zu glauben, dass sie in der damaligen Zeit Mut zur Trennung von ihrem Mann gefunden hat, da so etwas immer einen gesellschaftlichen Skandal bedeutete. Neben ihrem Malunterricht bei Pola Gauguin engagiert sie sich sehr für den Zusammenschluss junger Künstler. Doch wenn man der Erzählung Glauben schenken darf, dann fühlt sie sich nicht richtig wohl in der zumeist oberflächlichen Gesellschaft. Leider suchen auch viele Künstler nur ihre Bekanntschaft, um so in die Nähe der berühmten Edvard Munch zu kommen.

Neben Signes persönlicher Geschichte erfährt man einiges über die Lebensumstände des frühen 20. Jahrhunderts, vor allem über die Stellung der Frau. Erst mit Einar Siebke kommt allmählich etwas Bewegung in die für mich etwas zu langatmige Erzählung. Signe erfährt ein spätes Liebesglück, heiratet sogar und verliert doch am Ende durch die deutschen Nationalsozialisten alles: Der Ehemann wird im Widerstand verhaftet und verliert sein Leben, ihre Werke werden als entartete Kunst zerstört.

Erst gegen Ende konnte ich mich mit dieser Biografie anfreunden. Erst da geschieht etwas. Die Personen werden mehr zu eigenständigen Charakteren, vorher waren es einfach Menschen, die ihren Lebensweg kreuzen. Weil sich die Autorin aber über weite Strecken hinweg sehr mit der Gedanken- und Gefühlswelt von Signe befasst, und das leider nicht spannend vermitteln kann, bin ich leider etwas enttäuscht von diesem Buch.

Vielleicht wäre auch eine lebendigere Sprecherin die bessere Wahl für dieses Hörbuch gewesen. Christina Puciata hat zwar eine sehr angenehme Stimmlage, aber sie liest leider etwas ausdrucksarm.

Veröffentlicht am 19.08.2019

zähe Story

Die Hebamme von Sylt
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Der Roman spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel Sylt. Die Insel und ihre historischen Ereignisse werden, soweit ich das beurteilen kann, detailgetreu erzählt.
Nur mit den Personen habe ich ...

Der Roman spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der Insel Sylt. Die Insel und ihre historischen Ereignisse werden, soweit ich das beurteilen kann, detailgetreu erzählt.
Nur mit den Personen habe ich so meine Schwierigkeiten.
Geesche Jensen ist eine fähige Hebamme, doch sie macht den folgenschweren Fehler, Schicksal zu spielen und darum dreht sich die ganze Handlung. Weil die Menschen um Geesche herum sehr einfach strukturierte Charaktere sind, auch in ihrem Denken ihre gesellschaftlichen Bahnen nie verlassen können, bleibt alles ziemlich an der Oberfläche und vorhersehbar.
Mich konnte die Autorin leider nicht packen, weil der Erzählstil für mich einfach zu langatmig ist. Schade, denn die Grundidee hat durchaus Potenzial.

Veröffentlicht am 24.07.2019

Diffus

Kalte Wasser
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Als ich mich für das Buch "Kalte Wasser" entschieden habe, hatte ich die Erwartung, einen Thriller zu lesen mit Mystery-Elementen. Weder die Thriller- noch die Mysteryseite konnten mich überzeugen. Die ...

Als ich mich für das Buch "Kalte Wasser" entschieden habe, hatte ich die Erwartung, einen Thriller zu lesen mit Mystery-Elementen. Weder die Thriller- noch die Mysteryseite konnten mich überzeugen. Die Handlung wird oft unnötig in die Länge gezogen. Das beginnt schon mit der allzu ausführlichen Schilderung von Laurens Entbindung und ihrem Wochenbett. Die unheimlichen Ereignisse können sowohl Einbildung auf Grund der beginnenden postnatalen Depression sein, aber auch der Einstieg in die Mystery-Ebene. Leider bleibt es eigentlich bis zum Ende sehr vage, in welche Richtung es nun geht. Lauren als Hauptperson ist für mich nicht wirklich greifbar geworden, und auch die anderen Akteure sind meist eher wenig sympathisch, allen voran der selbstsüchtige Ehemann. Nur die toughe Polizistin Jo Harper kann punkten, aber sie allein konnte mir das Buch dann auch nicht noch schmackhaft machen. Auch das Ende konnte mich nicht überzeugen, so bleibt es bei gut gemeinten 3 Lesesternen.



Veröffentlicht am 05.07.2019

Gefährlicher Dampf

Mondscheingift
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Im beschaulichen Peine geht plötzlich ein perfider Giftmörder um. Er mischt das Gift des Stechapfels in die Spezialitäten des ortsansässigen E-Zigarettenladens, dessen Besitzerin Jasmin Schubert bislang ...

Im beschaulichen Peine geht plötzlich ein perfider Giftmörder um. Er mischt das Gift des Stechapfels in die Spezialitäten des ortsansässigen E-Zigarettenladens, dessen Besitzerin Jasmin Schubert bislang einen ausgezeichneten Ruf besitzt. Stellenweise stecken die Ermittlungen von Andreas Wagner und seinem Partner Oliver Gölz in einer Sackgasse. Alle Spuren führen ins Leere. Kein Motiv, kein Verdächtiger, kein falsches Alibi.

Der Krimi verläuft in sehr ruhigen Bahnen. Man merkt nicht, dass hier sogar zwei Autorinnen daran gestrickt haben. Der Erzählstil ist immer gleich gut. 

Gut gefallen hat mir die psychologische Tiefe, auch wenn die Enttarnung des Täters für mich nicht so recht glaubhaft ist. 

Gar nicht gefallen haben mir die zu ausführlichen Erklärungen zu E-Zigaretten samt Zubehör, die über das zum Verständnis nötige Mass hinaus gehen. Außerdem existiert ein gleichnamiger Laden in Peine, und so empfinde ich das nur als Reklame.

Deswegen vergebe ich auch nur 3 Lesesterne.

Veröffentlicht am 19.02.2019

Im Waisenhaus

Silent Scream
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Dieses Buch von Angela Marsons habe ich in der Hörbuch-Version gehört. Gelesen wird es von Andrea Sawatzki. Jeder Satz von ihr ist ein Genuss, weil sie allem das richtige Gewicht und den richtigen Tonfall ...

Dieses Buch von Angela Marsons habe ich in der Hörbuch-Version gehört. Gelesen wird es von Andrea Sawatzki. Jeder Satz von ihr ist ein Genuss, weil sie allem das richtige Gewicht und den richtigen Tonfall verleiht.
Leider reicht das diesmal nicht dafür aus, einen langweiligen Krimi in einen guten zu verwandeln.
Kim Stone ist die Ermittlerin. Sie hatte eine traumatische Kindheit mit einer psychotischen Mutter und wechselnden Pflegeeltern
und -heimen. Sie kennt also die Szene in und auswendig, als auf dem Gelände eines ehemaligen Waisenhauses menschliche Überreste entdeckt und zeitgleich frühere Beschäftigte ermordet werden.
Natürlich kann Kim alles aufklären, weil sie die absolut Beste in der ganzen Mordkommission ist. Jedenfalls ist das ihre Selbsteinschätzung. Doch leider finde ich Kim absolut unsympathisch. Sie widersetzt sich allen Anweisungen, ihre Mitarbeiter kommandiert sie herum, Alleingänge sind ihr Markenzeichen.
Insgesamt ein sehr enttäuschendes Buch, nur für Andrea Sawatzki Daumen hoch.