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EstherStu

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.06.2020

grandios schrulliger Roadtrip

Marianengraben
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Die Hauptfigur ist Paula, eine junge, selbstbewusste Studentin, deren Leben sich schlagartig verändert, als ihr Bruder bei einem Unfall ums Leben kommt. Paula ist am Ende und versinkt förmlich in ihrer ...

Die Hauptfigur ist Paula, eine junge, selbstbewusste Studentin, deren Leben sich schlagartig verändert, als ihr Bruder bei einem Unfall ums Leben kommt. Paula ist am Ende und versinkt förmlich in ihrer Trauer, bis sie eines Nachts auf dem Friedhof Helmut trifft, den das Schicksal ähnlich hart getroffen hat.
Obwohl beide auf ihre Art schrullig sind, verbringen sie ab da die Zeit gemeinsam, gehen auf eine abenteuerliche Reise in die Alpen und Paula taucht langsam aber sicher aus den Tiefen ihrer Trauer auf und entdeckt neuen Lebensmut.
Dieses Buch vereint für mich alles, was ein gutes Buch eben haben muss: starke, schrullige Charaktere, einen Stil, der dich beim Lesen einsaugt und eine Handlung, die todtraurig ist und gleichzeitig zum laut Lachen einläd.
Ein echter Glücksgriff!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.08.2019

restlos überzeugend

Geblendet
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Ich lese zwar hin und wieder gerne mal einen Krimi oder Thriller, muss aber zugeben, dass ich in letzter Zeit oft enttäuscht wurde: abgedrehte Handlung, billige Cliffhanger, völlig überspitzte Charaktere. ...

Ich lese zwar hin und wieder gerne mal einen Krimi oder Thriller, muss aber zugeben, dass ich in letzter Zeit oft enttäuscht wurde: abgedrehte Handlung, billige Cliffhanger, völlig überspitzte Charaktere. Nicht so das neue Buch von Andreas Pflüger.
Schnell kam ich in den absolut angenehmen und mitreissenden Roman hinein, die Sprache gefiel mir auf Anhieb. Besonders begeistert aber war ich von der blinden Protagonistin und Polizistin Jenny Aaron. In ihre Rolle kann man sich toll hinein versetzen, sodass man stellenweise denkt, man wüsste, wie es sich anfühlt, selbst blind zu sein. Die Rolle ist sehr glaubwürdig und authentisch.
Auch die Handlung fand ich beeindruckend. So steht man immer wieder vor moralischen Zweifeln, die super formuliert sind.
Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und kann es auch an alle empfehlen, die sonst keine Krimileser sind. Denn die literarische Umsetzung geht über den Durchschnitt dieses Genres weit hinaus.

Veröffentlicht am 13.08.2019

lustig und ernst zugleich

Wir von der anderen Seite
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Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, wusste ich nicht, was mich erwartet, und erst recht nicht, dass die Autorin Anika Decker hier einen Debütroman vorlegt, der mich so begeistern würde. Das ...

Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, wusste ich nicht, was mich erwartet, und erst recht nicht, dass die Autorin Anika Decker hier einen Debütroman vorlegt, der mich so begeistern würde. Das liegt nicht nur an dem tollen, mal lustigen, mal ernsten Stil, den man von ihr als Drehbuchautorin wohl schon gewohnt ist, sondern auch daran, dass sie hier mit so viel Authentizität erzählt, da sie selbst das Schicksal, eine Komapatientin zu sein, schon erlebt hat.
Im Buch ist es aber Rahel, die nach einer Krankheit und Koma den Weg zurück ins Leben finden muss. Sie erlebt den Krankenhausalltag, den Prozess der Genesung und auch das Gefühl, von Pflegepersonal und Medikamenten abhängig zu sein.
So kommt es auch immer wieder vor, dass sie "auf die andere Seite" abdriftet, eine Art Dämmerzustand.
Auch ihr Privatleben verändert sich nach dem Vorfall stark. Während ihr Job sich schwer mit dem Krankenhausaufenthalt vereinbaren lässt und auch ihre Beziehung nicht standzuhalten scheint, ist es ihre Familie, ihre Eltern und ihr Bruder, die ihr in dieser Zeit Halt schenken und zeigen, was bedingungslose Liebe ist.
Auch wenn all das ernst und traurig klingt, schafft es Anika Decker trotz allem mit intelligentem Wortwirt Pointen zu bauen. So verschlingt man dieses Buch schneller, als man "Komapatient" sagen kann.

Veröffentlicht am 03.07.2019

tolles Kochbuch für Campingfans

Die Familien-Campingküche
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Mein Freund und ich lieben Camping und den Urlaub in der Natur, was wir weniger lieben, ist das Essen zubereiten während dieser Ausflüge. Nicht selten ist es bisher darauf hinausgelaufen, an zwei Tagen ...

Mein Freund und ich lieben Camping und den Urlaub in der Natur, was wir weniger lieben, ist das Essen zubereiten während dieser Ausflüge. Nicht selten ist es bisher darauf hinausgelaufen, an zwei Tagen Ravioli aus der Dose zu essen und ab dem dritten Tag in ein Restaurant zu gehen.
Dieses Buch sollte Abhilfe verschaffen, und es hält, was es verspricht:
Ausnahmslos alle Rezepte sind campinggeeignet, man braucht nichtmal eine spezielle Ausrüstung (einen Campingkocher mit Zubehör sollte man aber dabei haben). Die Gerichte sind trotzdem sehr vielfältig, leicht zuzubereiten und auch prima für Kinder geeignet.
Ganz toll fand ich auch das Kapitel "Kochen bei Ankunft". Denn wohl jeder Camper kennt diese Situation, dass man abends ankommt und nur noch essen, aber nicht groß kochen will. Auch hier liefert "Die Familien-Campingküche" handfeste Tips.
Dazu ist das Buch wunderbar gemacht: Die Fotos sind schön und das Essen stilvoll angerichtet, trotzdem bodenständig. Ich hab es für mich selbst gekauft, es eignet sich aber auch toll als Geschenk für Campingbegeisterte!

Veröffentlicht am 03.07.2019

Vergnügliche Immigrantengeschichte

Der Zopf meiner Großmutter
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Ich bin begeisterte Alina Bronsky-Leserin, deswegen war auch dieser Titel ein Muss für mich. Und siehe da: ich wurde nicht enttäuscht, denn wieder einmal schafft es die Autorin, mich mit ihren skurillen ...

Ich bin begeisterte Alina Bronsky-Leserin, deswegen war auch dieser Titel ein Muss für mich. Und siehe da: ich wurde nicht enttäuscht, denn wieder einmal schafft es die Autorin, mich mit ihren skurillen und schrägen Charakteren zu unterhalten.
Im Zentrum steht Max, der bei seinen Großeltern aufwächst. Diese stammen aus der Sowjetunion und finden sich in Deutschland nicht so leicht zurecht. Sie bewohnen eine Wohnung in einem Flüchtlingsheim und stehen auch sonst eher am Rande der Gesellschaft, auch, weil die Großmutter wohl über alles und jeden schimpft.
Der Großvater hingegen verlibet sich im späten Alter in eine edutlich jüngere Frau namens Nina, ebenfalls Russin. Seine Frau darf von dieser Beziehung allerdings nichts erfahren.
Zwischen den Stühlen findet sich dann Max wieder, in einer Erwachsenenwelt, die er nicht versteht und mit Problemen, die er nicht nachvollziehen kann. Die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt.
Insgesamt ist das Buch bissig und tragisch-komisch geschrieben, ganz so wie man es gewohnt ist. Trotzdem leichtem und unterhaltsamen Schreibstil lässt Alina Bronsky aber nie aktuelle Themen unserer Gesellschaft außen vor.
Von mir ein klarer Sommerlesetip!