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Veröffentlicht am 09.11.2019

Brief für Brief zurück ins Leben – eine besondere Geschichte

Wort für Wort zurück zu dir
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Beste Freunde sind auf eine ganz bestimmte und besondere Art miteinander verbunden und selbst wenn man sich mal eine Weile nicht sieht oder hört, so ist man doch in Gedanken und mit dem Herzen oft bei ...

Beste Freunde sind auf eine ganz bestimmte und besondere Art miteinander verbunden und selbst wenn man sich mal eine Weile nicht sieht oder hört, so ist man doch in Gedanken und mit dem Herzen oft bei dem anderen. Aggie und Rosie haben sich vor 15 Jahren aus den Augen verloren – ihnen kam quasi das Leben und ein ziemlich großes Missverständnis dazwischen. Doch als sich nun das Leben von Rosie erneut wandelt und sie als Meteorologin in ein Kriegsgebiet geht, ist Aggie wieder zur Stelle und die beiden beginnen sich zu schreiben und aufzuarbeiten. Kann man die altbekannte Vertrautheit wieder zurück holen?

„Wort für Wort zurück zu dir“ war für mich eine besondere Geschichte, schon allein aufgrund des Stils. Während man in anderen Büchern meistens die Protagonisten aktiv bei ihren Erlebnissen begleitet, unabhängig von der Zeitform, in der berichtet wird, findet in diesem Buch keine direkte Interaktion statt. Das gesamte Geschehen findet in Form von Briefen oder E-Mails statt, die sich verschiedene Personen hin und her schreiben. Dabei schildern sie sich ihre Erfahrungen und Gefühle und erzählen natürlich auch von Erlebnissen, die sie hatten, es bleibt dabei jedoch eben immer eine Nacherzählung. Zu Beginn habe ich eine Weile gebraucht, bis ich mich wirklich in das Geschehen eingefunden hatte und wirklich Bezug zu den Charakteren aufbauen konnte. Wodurch man sie immer nur in so kurzen Etappen „begleitet“ ohne sie eben wirklich zu begleiten, benötigte ich etwas mehr Zeit, um mir ein Bild von ihnen zu machen und eine Bindung aufzubauen. Im Verlauf wurde es dann allerdings besser und die Protagonisten greifbarer. Die Charaktere arbeiten verschiedene Aspekte der Vergangenheit auf, was es leichter macht, sie kennen zu lernen und gleichzeitig kann man an den aktuellen Ereignissen teilhaben – zumindest ein Stück weit. All die Dinge, die sie sich nicht erzählen, erfährt man eben auch nicht.
Wodurch die Charaktere sich nicht gegenüber stehen, hatte ich manchmal das Gefühl, sie versuchen jemand zu sein, der sie nicht sind bzw. eben nicht zu zeigen, was wirklich in ihnen vorgeht. In einem Brief kann man vieles leichter verpacken und verstecken als in einem persönlichen Gespräch. Umso mehr mit und bei ihnen allerdings passiert, umso ehrlicher und offener scheinen sie jedoch zu werden – sich selbst und auch anderen gegenüber, was ich als sehr angenehm und auch authentisch empfand. Wenn man über Dinge schreibt, dann werden einem selbst dabei manchmal auch noch Punkte klar, die man vorher vielleicht gar nicht bedacht hatte.
Insgesamt auf jeden Fall eine interessante Art der Gestaltung, die es im Verlauf de Buches ermöglicht, die wichtigsten Personen doch ganz gut kennen zu lernen. Neben den Schilderungen von Erlebtem wird es auch immer wieder emotional, da sowohl Aggie, als auch Rosie zur Zeit in Lebenssituationen stecken, die sie vor Herausforderungen stellen.

Der Fokus im Buch liegt auf Rosie, die mit verschiedenen Leuten kommuniziert. Alle sind besorgt, nachdem sie in ein Krisengebiet geht und dann auch noch der erwartete Krieg ausbricht. Die Erfahrungen, die Rosie dort macht, sind sehr prägend für sie und in der Zeit, in der sie nicht arbeiten oder anderswo mit anpacken muss, hat sie viel Zeit über die Dinge nachzudenken, vor denen sie zuletzt eher weggelaufen ist. Auch bei Aggie läuft nicht alles nach Plan, doch im Gegensatz zu Rosies aktueller Situation sind die Veränderungen bei ihr keineswegs lebensbedrohlich. Die beiden Frauen erinnern sich an Vergangenes, erzählen sich von Gegenwärtigem und träumen auch ein wenig von der Zukunft. Dabei gibt es immer wieder bewegende und berührende Momente, Geständnisse, Passagen zum Schmunzeln, Hoffen und Bangen.
Neben Aggie gibt es noch Rosies Eltern, ihren Bruder, einige Anwohner des Heimatortes und alte Schulbekannte, die Briefe an Rosie schreiben. Auch Aggie schriebt mit verschiedenen Menschen und beginnt im Verlauf mit einer weiteren, ihr unbekannten Person Briefe auszutauschen. Die Schreibwechsel sind also recht vielfältig und doch war es immer gut möglich, den Überblick zu behalten. Die Briefe sind mit Daten versehen, so dass man einordnen kann, wie viel Zeit vergeht und was sich wohl worauf bezieht.
Der deutsche Titel des Buches passt gut zur Handlung, ebenso wie der Originaltitel „Dear Rosie Hughes“. In dem Fall habe ich da gar keinen großen Favoriten, denn beide Titel beschreiben einfach ganz genau, was im Buch passiert bzw. worum es geht.
Fazit

Eine schöne Geschichte über Freundschaft und das Leben, wie es sich entwickelt und verändern kann und wie ungesagte und ungeklärte Dinge manchmal alles beeinflussen können. Auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um richtig in die Handlung und die Leben der Figuren einzutauchen, hat mich die Geschichte dann doch berührt und unterhalten. Die besprochenen Dinge sind vielfältig und mitten aus dem Leben der Figuren gegriffen. Da man keine direkte Interaktion erlebt, ist der Aufbau etwas anders, als man es sonst kennt, aber ich empfand es als eine interessante Art des Handlungsverlaufes.

Veröffentlicht am 09.11.2019

interessante Fortsetzung, besser als der Auftakt

Die Prinzessinnen von New York - Rumors
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Band 2: meine Rezension kann kleine Spoiler auf den Auftakt enthalten!
Diana muss nach dem Tod ihrer Schwester dafür sorgen, dass ihre Familie wieder im Ansehen der New Yorker Gesellschaft steigt. Dafür ...

Band 2: meine Rezension kann kleine Spoiler auf den Auftakt enthalten!
Diana muss nach dem Tod ihrer Schwester dafür sorgen, dass ihre Familie wieder im Ansehen der New Yorker Gesellschaft steigt. Dafür benötigt sie eine gute Partie zum Heiraten. Und obwohl es da jemanden gibt, den sie gern zu ihrem Mann nehmen würde, ist die Situation alles andere als leicht, denn ihr Auserwählter ist genau der, den sie nicht haben darf. Neid, Missgunst und Intrigen machen die Lage zusätzlich schwer und Diana kann nicht viel unternehmen, ohne sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen…

Die Geschichte setzt kurz nach dem ersten Band an, daher ist es sicher günstig, wenn man den Auftakt der Reihe auch kennt. Einige Dinge werden zwar noch mal wieder aufgegriffen, aber die Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Figuren erschließen sich schon besser, wenn man „Scandal“ kennt.
Im ersten Band fand ich es sehr schade, dass man nach dem Prolog eigentlich schon wusste, womit das Buch enden wird. Im zweiten Buch war es etwas abgemilderter, aber da der Prolog ebenfalls wieder am Ende des zweiten Bandes spielt, ist ein Teil der Spannung eben einfach schon zu Beginn dahin, auch wenn man noch nicht genau weiß, wie es zu diesen Entwicklungen kommen wird. Insgesamt gesehen hat mir der zweite Band jedoch etwas besser gefallen, vielleicht auch weil man die Figuren schon kannte und nicht mehr von den ganzen Namen erschlagen wurde. Denn die Kreise, in denen sich die Protagonisten aufhalten sind schon recht groß und so gibt es immer wieder neue Personen, die auftauchen, bereits bekannte, die aber immer nur kurz eine Rolle spielen usw., damit ist der Figurenkreis recht umfangreich.

Es gibt wieder einen personalen Erzähler und die Perspektivwechsel ermöglichen es, verschiedene Protagonisten auf ihrem Weg zu begleiten. Das hat mir gut gefallen, da man so einen umfangreichen Blick auf die Handlung mit all ihren Entwicklungen, den Intrigen und Geheimnissen bekommt. Alle Charaktere haben direkt oder indirekt miteinander zu tun, so dass sich die Handlungsstränge immer wieder miteinander vermischen oder überschneiden, bevor die Figuren dann wieder ihrer Wege gehen.
Besonders interessant fand ich auch die Passagen, die nicht in New York gespielt haben, dazu kann ich aufgrund der Spoilergefahr nur nicht so viel verraten. In New York haben mir die Szenen mit Diana und Lina am besten gefallen. Die beiden Frauen haben keinen einfachen Weg und treffen sicher auch nicht immer die richtigen Entscheidungen, sie zu begleiten war jedoch interessant und man konnte sich häufig auch recht gut in ihre Lage hinein versetzen, selbst wenn man persönlich vielleicht anders gehandelt hätte. 1899 waren die Zeiten eben doch auch andere und es war für Frauen noch schwieriger sich zu beweisen, sich durchzusetzen und zu behaupten. Obwohl man die Figuren kapitelweise begleitet und man auch einiges von ihnen erfährt, sind nach wie vor nicht alle für mich so richtig greifbar. Zwischendurch hätte ich mir noch intensivere Einblicke in ihre Gedanken und Hoffnungen gewünscht, die teilweise durch die gesellschaftlichen Auflagen und Zwänge doch in den Hintergrund treten.
Neben den persönlichen Entwicklungen bekommt man auch Einblicke in die Zeit allgemein, die Verhaltensweisen in den reichen Kreisen, Anforderungen an die Familien und Dinge, die sie tunlichst vermeiden sollten. Geheimnisse und verbotene Ereignisse konnten sich schnell als Druckmittel gegen einen wenden und dem nächsten damit in die Karten spielen. Vor allem Penelope beherrscht das Spiel mit Informationen, Erpressung und dadurch dem Erreichen ihres Willens sehr gut. Das machte sie für mich sehr unsympathisch, aber auch so ist ihre Art einfach ziemlich ätzend, allerdings damit nicht weniger authentisch. Man kann sich gut vorstellen, dass es verwöhnte Mädchen wie sie gibt, die sich alles zu nutze machen, was ihnen in die Hände gespielt wird.

Den Schreibstil empfand ich als angenehmer, als noch im Auftakt. Die Sprache ist wieder der Zeit angepasst und man hat immer wieder altertümliche Ausdrücke und Redewendungen eingeflochten, die einen nie vergessen lassen, dass wir uns mit den Protagonisten kurz vor dem Jahreswechsel 1899/1900 befinden. Wodurch man viele der Personen schon kennt, muss man sich nicht ganz so auf die Namen konzentrieren und kann sich intensiver auf die Handlung einlassen. Auch hatte ich das Gefühl die Kleider und die Feste spielen keine ganz so große Rolle mehr, wie im Auftakt. Zwar gibt es auch reichlich gesellschaftliche Anlässe, zu denen man die Figuren begleitet, der Fokus lag für mich jedoch etwas mehr auf den persönlichen Entwicklungen und Schwierigkeiten bei den Protagonisten.
Im Verlauf der Geschichte spielen auch immer wieder die aufgewühlten Emotionen der Charaktere eine wichtige Rolle. Dabei geht es nicht nur um Liebe, auch um Freundschaften, Vertrauen, Wünsche, Hoffnungen, Frustration, Neid und einige Begegnungen, die die Figuren zum Nachdenken oder Umdenken bewegen. Die Herangehensweise der einzelnen Personen sind dabei sehr verschieden. Während man einige Reaktionen sehr gut nachempfinden kann, sind andere Entscheidungen eher fragwürdig und sehr selbstsüchtig.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Geschichte nun weiter entwickeln wird, da es gegen Ende doch noch mal unerwartete Entwicklungen gab und damit jetzt verschiedene Wege offen stehen, wie es weiter gehen könnte.
Fazit

Eine intrigenreiche Fortsetzung, in der viele Charaktere aus dem ersten Buch wieder eine Rolle spielen und ihren Platz in der Handlung bekommen. Auch wenn der Prolog wieder einen Teil der Spannung wegnimmt, war es interessant die Figuren zu begleiten und zu erleben, wie sie sich nach den Ereignissen im ersten Buch nun entwickeln.

Veröffentlicht am 31.08.2019

komplexe Welt, viele Figuren, Magie und Intrigen

Wüstenruf (Die Wüsten-Serie 1)
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Die Ansichten in manchen Adelsfamilien sind noch sehr traditionell und orientieren sich nicht an den langsam neu aufkommenden Ansichten. Doch Dayana möchte sich dem Wunsch ihres Vaters auf gar keinen Fall ...

Die Ansichten in manchen Adelsfamilien sind noch sehr traditionell und orientieren sich nicht an den langsam neu aufkommenden Ansichten. Doch Dayana möchte sich dem Wunsch ihres Vaters auf gar keinen Fall beugen. Denn dieser hat einer Hochzeit mit einem ungehobelten, als brutal geltenden Mann zugestimmt. Um ihrem Schicksal zu entgehen, flieht Dayana und begibt sich damit auf ein gefährliches Abenteuer. Auf ihrem Weg begegnen ihr verschiedene Menschen, einige sind ihr wohl gesonnen, andere nicht, manch einer fasziniert ihr, andere bereiten ihr Kopfzerbrechen….

Autorin Christina M. Fischer entführt die Leser in eine insgesamt eher mittelalterlich wirkende Welt mit unterschiedlichen Reichen, Sitten und Ritualen. Durch Errungenschaften wie Flugsteine und das Vorhandensein von Magie sind jedoch einige Dinge trotzdem möglich, die es in einer rein mittelalterlichen Welt nicht geben würde. Dadurch wir die Welt noch komplexer.
Die verschiedenen Reiche lernt man im Laufe des Buches etwas besser kennen, am besten natürlich die Orte, in denen sich die Protagonisten während der Handlung aufhalten. Da sie jedoch umherreisen, sieht man recht viel von den Ländern und bekommt von den meisten einen ganz guten Überblick, was erlaubt und geduldet ist und was nicht.

Das Buch wird von einem personalen Erzähler geschildert und zahlreiche Perspektivwechsel ermöglichen einen umfassenden Blick auf die einzelnen Handlungsstränge, die zum größten Teil parallel zueinander, aber teilweise ein unterschiedlichen Reichen, verlaufen. Die Stränge bedingen sich zu einem gewissen Teil, andere Passagen der Handlung sind unabhängig von dem Verschwinden der Adelstochter, aber dennoch wichtig für die Entwicklungen in den Reichen. Obwohl es einige Zeitsprünge gibt und man durch den Wechsel der Perspektiven immer mal wieder an anderen Orten ist, gab es ein paar Passagen, die mir persönlich etwas zu lang waren. Einige zieht sich doch ganz schön hin, während andere Dinge dann recht turbulent und plötzlich geschehen.
Man verbringt viel Zeit mit Dayana und ihren, im Verlauf der Geschichte wechselnden, Begleitern, Dayanas Familie bekommt ihren Platz in der Geschichte, ebenso wie die Königin von Dayanas Heimat und die Königskinder. Katharina und Rondell, die beiden Kinder der Königin, und ihre Entwicklungen mochte ich sehr gern, auch wenn ein Aspekt für mich etwas befremdlich war. Dennoch passten die Ereignisse rund um sie gut zusammen und es ergab ein schlüssiges Bild, in dem besonders die emotionalen Komponenten eine große Rolle spielten.
Die Fülle an Namen war für mich zeitweise gar nicht so leicht zu bewältigen. Einige Namen, sowohl von den Personen, als auch von den Reichen, klingen recht ähnlich und tauchen nicht so oft auf, da musste ich dann schon überlegen. Nach und nach erfährt man etwas über Verknüpfungen der Personen, Zusammenhänge der Geschehnisse und verschiedene Geheimnisse, wodurch dann die einzelnen Puzzleteile an ihren Platz fallen. Manche Passagen sind geprägt von den Gefühlen der Charaktere, in anderen Abschnitten stehen eher die Flucht oder die damit verbundenen Etappenziele im Vordergrund.
Die Geschichte ist schon angenehm zu lesen, durch die Perspektivwechsel kannte man jedoch ein paar Entwicklungen und Geheimnisse in der Handlung schon vor den Charakteren, was teilweise die Spannung etwas raus genommen hat. Der Buchtitel ist schön in die Handlung eingearbeitet. Die Figuren verbringen nicht nur einige Zeit in der Wüste, sondern es gibt noch einen weiteren Bezug zu einer der Hauptfiguren.

Fazit
Eine abwechslungsreiche Welt, die viele Gefahren und Geheimnisse für die Charaktere bereithält. Große Gefühle, Intrigen, Machtkämpfe und die Schwierigkeit zu sich selbst und seinen Träumen und Wünschen zu stehen, machen es den Figuren nicht immer leicht, ihren Platz zu finden und ihren Weg zu gehen. Durch einige Längen in der Passage und die Vorwegname von Überraschungsmomenten durch die Perspektivwechsel, fehlte es mir manchmal an Spannung, uninteressant zu verfolgen war die Handlung jedoch nie.


Veröffentlicht am 31.08.2019

ein Piratenschiff voller erotischer und anderer Abenteuer

Ich will dich, Pirat! Erotisches Abenteuer
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Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig ...

Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig werden und gibt den Passagieren die Möglichkeit, selbst in vergangene Epochen einzutauchen. Doch was Jana dann an Bord des Schiffes erlebt, übersteigt alles, was sie erwartet hätte.

Den Schreibstil von Trinity Taylor empfand ich als angenehm und flüssig zu lesen. Man kommt schnell in die Geschichte rein, auch wenn man nicht übermäßig viele Hintergrundinformationen zu Jana und ihrem Freund bekommt. Das spielte für mich auch gar keine so große Rolle, denn die Haupthandlung spielte eindeutig auf dem Schiff, auf dem es fast egal war, wer man ist und woher man eigentlich kommt. Die Urlauber tauchen dort in eine ganz eigene Welt ein, die sie bestimmt nicht so schnell wieder vergessen werden. Der personale Erzähler verschafft dem Leser einen guten Überblick über die Handlung und ermöglicht dennoch ein paar Einblicke in die Köpfe der Protagonisten. Das intensivere Kennenlernen der Charaktere an sich stand insgesamt nicht so im Vordergrund, die Dinge, die man erfährt, reichen aber um sich einen groben Eindruck von ihnen zu verschaffen.

Die Kulisse auf dem Piratenschiff wirkt sehr authentisch. Die Besatzungsmitglieder spielen ihre Rollen gut, es gibt Bestrafungen, wie es sie wohl bei den Piraten auch wirklich gab, reichlich Rum und nur karge Mahlzeiten. Und auch wenn einiges vielleicht ein bisschen abgemildert wurde und anderes dafür etwas überspitzt wirkt, verschwimmen doch recht schnell die Grenzen zwischen Realität und „Show“. Denn eigentlich sollte es ja eher ein harmloser Urlaub mit Einblicken in die Piratenwelt sein. Was Jana und die anderen bekommen, geht weit darüber hinaus. Gewalt, Demütigung und sexuelle Übergriffe gibt es genauso wie wissenswerte Informationen rund um die Piratenzeit.
Das Buch hat eine richtige, interessant zu verfolgende Handlung und ich fand es dadurch deutlich angenehmer die Geschichte zu lesen, als wenn es nur ein erotisches Abenteuer nach dem nächsten gegeben hätte, obwohl Schauplatz und Situation so viel Potenzial für einen anderen Rahmen bieten. Ob nun alles in Bezug auf die Piraten so stimmt und obwohl ich manchmal nicht so richtig wusste, was nun gespielt ist und was eine echte Intrige, so fügten sich die Ereignisse insgesamt doch recht gut zusammen.
Doch auch die Erotik bekommt ihren Raum in der Geschichte und ist gut in die Gesamthandlung eingebunden. Die Szenen sind abwechslungsreich, sowohl in Bezug auf die Partner, als auch in Hinsicht auf die Dinge, die dort ausgelebt werden. Angenehme Formulierungen lassen die Lust in diesen Passagen deutlich werden, ohne dabei zu derb oder plump zu wirken. Stellenweise sind die Piraten sehr grob im Umgang mit den Frauen, es gibt aber auch sinnliche, leidenschaftliche Momente, in denen sie ihre raue Art ein wenig ablegen.

Fazit
Eine leidenschaftliche Piraten-Geschichte mit ausgebauter, teilweise recht turbulenter Handlung und darin gut eingeflochtenen erotischen Passagen. Durch den angenehmen Schreibstil ließ sich das Buch gut und flüssig lesen. Dass die Figuren an sich etwas blass bleiben, empfand ich nicht als sehr störend, da der Fokus auf den Erfahrungen auf dem Piratenschiff und den damit verbundenen erotischen Abenteuern lag.


Veröffentlicht am 21.08.2019

Psychothriller nach einer wahren Begebenheit

Am Ende das Böse
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Mit Worten kann man viel erreichen. Man kann Menschen bewegen, sie berühren, sie motivieren, abschrecken, einschüchtern, erheitern oder in den Wahnsinn treiben. Sind die Formulierungen gut platziert und ...

Mit Worten kann man viel erreichen. Man kann Menschen bewegen, sie berühren, sie motivieren, abschrecken, einschüchtern, erheitern oder in den Wahnsinn treiben. Sind die Formulierungen gut platziert und richtig gewählt, kann man empfängliche Seelen benutzen, wie ein Spielball nach Belieben formen und verändern.
Adrian Bartósz ist Schriftsteller und weiß mit Worten umzugehen. Seine Frau bekommt seine Macht zu spüren und obwohl sie sicher ab und an merkt, dass in ihrer Ehe nicht alles optimal läuft, hat Adrian sie doch in der Hand. Bis zu einem gewissen Punkt. Doch selbst wenn man sich versucht zu lösen, zu befreien und neu anzufangen, kann man sich nie sicher sein, ob einen die Vergangenheit nicht doch wieder einholen wird.

Ich empfand den Schreibstil von Astrid Korten ist angenehm und streckenweise etwas poetisch angehaucht, was gut zu den Charakteren und ihren Berufen passt. Als Schriftsteller hat man vielleicht manchmal verworrene Gedanken, besonders wenn im Kopf nicht immer alles ganz sortiert läuft. Die Sprache ist teilweise sehr gewählt, feinsinnig, dichterisch und immer genau auf die Situation abgestimmt. Ich habe mich schnell in das Buch und das Leben der Figuren eingefunden. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man die Möglichkeit bekommt, sowohl Malin, als auch Adrian zu begleiten. Während Malin aus der Ich-Perspektive berichtet, sind die Kapitel aus Adrians Sicht von einem personalen Erzähler geschildert. Trotzdem taucht man in beide Figuren recht intensiv ein und bekommt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten. Bei Malin wirkt es natürlich etwas persönlicher und man kann damit als Leser noch genauer an den Schrecken teilhaben, die sie erlebt und denen sie ausgesetzt ist. Dennoch empfand ich auch Adrian nicht als besonders distanziert, die Erzählungen in seinen Abschnitten lassen ebenfalls tief blicken und offenbaren den einen oder anderen Abgrund seiner Seele und seines Denkens.

Das Buch umfasst einige Jahre, in denen sich die Handlung zwischen den Protagonisten abgespielt hat. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, die zum Beginn der Kapitel gekennzeichnet sind. Dadurch kann man sich in der Geschichte gut zurecht finden und gut erkennen, wenn eine gewisse Zeit zwischen den Ereignissen vergangen ist. Obwohl nicht jedes der „ausgewählten“ Kapitel im Leben von Adrian und Malin vor sich überschlagenden Erlebnissen strotzt, hatte ich das Gefühl, immer an wichtigen Wendepunkten dabei zu sein oder Einblicke zu erhalten, die für die Entwicklungen der Beziehung zwischen den Figuren, aber auch der Charaktere selbst von Bedeutung sind. Manche Abschnitte waren mir fast etwas zu kurz, weil kaum dass man etwas erfahren hat, wieder weggeblendet wird, andere Abschnitte waren etwas länger und hätten vielleicht ein paar Absätze weniger auch vertragen. Langatmig war das Buch nicht direkt, für mich persönlich konnte nur auch nicht in jedem Kapitel durchgehend die Spannung komplett gehalten werden. Auf der anderen Seite hatte ich immer im Hinterkopf, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, was das Empfinden für die Ereignisse noch einmal verändert.

Gegen Ende des Buches wird es noch mal etwas turbulenter, hektischer und die Ereignisse, die sich vorher über einige Jahre zugespitzt haben, finden ihr bitteres Finale. Es gibt ein paar brutale, blutige Passagen, ansonsten spielen sich die Qualen aber doch mehr auf der psychischen Ebene ab, so dass es rein körperlich nicht zu brutal wird. Für alle, die nicht gern von zu viel Blut lesen, sollte es also eine aushaltbare Dosis sein. Die psychische Komponente ist jedoch auch nicht außer Acht zu lassen. Ich hatte immer mal wieder beim Lesen Gänsehaut und wollte absolut nicht in der Haut von Malin stecken. Es ist gruselig und grausam, was Menschen einander antun und aus welchen Motiven. Manchmal möchte man einfach nur zweifeln, den Kopf schütteln und sich fragen, wohin das alles noch führen soll.

Ich habe die Geschichte ein paar Tage ruhen lassen, bevor ich jetzt die Rezension geschrieben habe. Besonders beängstigend finde ich nach wie vor, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht. Natürlich hört und liest man in den Nachrichten viel, man weiß, dass es viele schlimme Dinge in der Welt gibt. Aber wenn man in Bücher eintaucht, dann entzieht man sich oft ja zum Teil der Realität – je nachdem in welches Genre man so eintaucht. Mit dem Wissen hier zu lesen, was Menschen einander wirklich angetan haben, macht es noch mal erschreckender.

Fazit
Ein Thriller, der wirklich sehr auf die Psyche abzielt und nicht unbedingt viel Blut und Brutalität braucht, um so erschrecken und für Gänsehaut zu sorgen. Die Geschichte war interessant und größtenteils spannend zu verfolgen, durch die Sprünge durch die Jahre wirkt es manchmal etwas gekürzt, anderes war für meinen Geschmack fast ein wenig zu lang. Aber die geschilderten Abschnitte hatten alle ihre Berechtigung und waren wichtig für die Entwicklungen. Nach dem Lesen hoffe ich, selbst nie so einem Menschen zu begegnen….