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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2019

Ein echter Thriller und spannend bis zum Schluss

Der Blütenjäger
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In dem Buch Der Blütenjäger von Catherine Shepherd geht es um den Mord an jungen Frauen. Die Ermittlerin Laura Kern wird nicht nur an die Tatorte gerufen. Sie muss die Ermittlungen leiten. Zudem geht sie ...

In dem Buch Der Blütenjäger von Catherine Shepherd geht es um den Mord an jungen Frauen. Die Ermittlerin Laura Kern wird nicht nur an die Tatorte gerufen. Sie muss die Ermittlungen leiten. Zudem geht sie davon aus, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt. Sie kam darauf, weil alle Frauen in Abendgarderobe und mit einer Blume gefunden werden.

Die Autorin erzählt in zwei Zeitebenen. Zum einen im Hier und Jetzt und dann auch zu einer Zeit, die weit zurückliegt. Damals geschah auch ein Verbrechen, ein Kind wurde getötet. Es ist möglich, dass die jetzigen Taten damit im Zusammenhang stehen. Es gibt mehrere Verdächtige, aber kein Verdacht ist schlüssig. War es der Besitzer einer Disco oder sein Rausschmeißer? Unsympathisch sind sie auf jeden Fall.

In Der Blütenjäger gibt es ebenfalls junge Frauen, die zunächst gefangen gehalten werden. Ihre Ängste und die Hoffnung doch noch befreit zu werden, sind eindringlich beschrieben. Spannend bis zum letzten Moment ist das Buch auf jeden Fall. Bis zum Schluss hatte ich nicht die geringste Ahnung, wer denn nun der Mörder ist. Das lag auch daran, dass das Motiv ebenfalls bis zum Schluss nicht klar wurde.

Das Buch wurde von Beate Rysopp gelesen. Meiner Meinung nach passt die Stimme nicht zum Thriller. In meinen Augen liest sie zu emotionslos und kaum um Spannung bemüht. Schade, denn der Thriller hat seinen Namen verdient.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Krimi mit besonders sympathischem Ermittler

Algorithmus
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Richard Tackert, so heißt der 60jährige Ermittler und ist gleichzeitig die Hauptfigur im Kriminalroman Algorithmus von Wolfgang Glagla. Der Krimi ist Teil einer Reihe, lässt sich aber ganz gut ohne Vorkenntnis ...

Richard Tackert, so heißt der 60jährige Ermittler und ist gleichzeitig die Hauptfigur im Kriminalroman Algorithmus von Wolfgang Glagla. Der Krimi ist Teil einer Reihe, lässt sich aber ganz gut ohne Vorkenntnis lesen.

Die Ermittler werden zu einem Toten gerufen, der in einem Haus wohnt, welches der Gesellschaft WOMOVA gehört. Das sind Investoren deren Hauptziel es ist, die Wohnungen mit möglichst viel Gewinn zu veräußern. Aus dem Grunde möchten die auch gerne die alten Mieter aus ihren Wohnungen vertreiben. Das ist nicht leicht und dabei bedienen sie sich teilweise kriminellen Mitteln. Es wäre also nicht abwegig, den Mörder in deren Reihen zu suchen. Jedoch klären sich mit der Zeit andere Tatsachen und schnell gehören auch andere Leute zum Kreis der Verdächtigen.

Algorithmus wird chronologisch erzählt und nicht nur die Ermittlungen sind ein Thema. Es gibt einige Ausflüge ins Privatleben des Herrn Tackert, die er mit seiner Frau unternimmt. Das Buch unterhielt mich gut und zwischendurch kam immer mal wieder Spannung auf. Es kommt ohne Längen aus und punktet durch den sehr sympathischen und natürlich beschriebenen Ermittler. Ich werde wohl noch weitere Bücher mit Richard Tackert als Kriminaler lesen. Lose Enden gibt es auch, da es eine Reihe ist und die dann wohl in den nächsten Büchern aufgeklärt werden.

Veröffentlicht am 08.09.2019

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Kintsugi
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Miku Sophie Kühmel studierte in Berlin und New York Literatur. Und das unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Mittlerweile hat sie sich als Autorin und Podcast-Produzentin einen Namen gemacht. ...

Miku Sophie Kühmel studierte in Berlin und New York Literatur. Und das unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Mittlerweile hat sie sich als Autorin und Podcast-Produzentin einen Namen gemacht. Ihr neuestes Werk

Kintsugi erschien am 28.08.2019 im S.Fischer Verlag.

Der Roman erzählt die Geschichte von vier Menschen, die schon sehr lange befreundet sind. Max und Reik, ein schwules Paar sowie Tonio und Pega, sie sind Vater und Tochter. Max, Professor und sehr pedantisch und Reik, der ruhelose Künstler, möchten ihre Liebe feiern. Sie sind seit 20 Jahren ein Paar und jeder, der sie zusammen sieht, erkennt die große Harmonie der beiden. Tonio ist alleinerziehender Vater und sowohl Max als auch Reik halfen ihm, die Kleine sorglos heranwachsen zu lassen. Alle drei fühlen sich für sie verantwortlich. Mittlerweile ist Pega so alt wie die Beziehung zwischen Max und Reik und wohnt nicht mehr bei ihrem Vater. Die vier Freunde treffen sich in einem Wochenendhaus mitten in den Wäldern Brandenburgs und an einem ruhigen See.

Kintsugi ist ein Kunsthandwerk aus Ostasien. Dabei wird zerbrochenes Porzellan mit Gold zusammengefügt. Ich habe mir Fotos von einigen dieser Kunstwerke angeschaut. Mir gefielen sie sehr gut und die goldenen Fäden fügen sich perfekt in das zarte Porzellan. Beim Lesen des Romans fiel mir sofort die harmonische Sprache auf. Mal ernst, mal humorig aber zuweilen leider auch vulgär und das wiederum gefiel mir nicht.

Die Autorin lässt jede Figur für sich zu Wort kommen. Jeder berichtet, was er gegenwärtig empfindet aber auch etliche Erlebnisse aus der Vergangenheit sind ein Thema. Wie die drei aufwuchsen und was die frühen Kindheitserlebnisse aus ihnen machten. Es geht um eine Liebe, die nicht erfüllt wird, Eifersucht und Abhängigkeit.

Kintsugi zeigt auch wie wichtig es ist, die Kinder loszulassen, sodass sie ihre eigenen Erfahrungen machen können.

Es ist kein einfaches Buch und erfordert hohe Konzentration. Einige Längen gibt es auch aber die störten mich nicht, sie gehören wohl zum Stil der Autorin. Anspruchsvolle Literatur ist es und wer diese mag, dem empfehle ich das Buch auf jeden Fall.

Ich danke

NetGalleyDE, dass ich das Buch lesen durfte.

Veröffentlicht am 06.09.2019

Die Rose von Whitechapel

Hurenmord - Die Rose von Whitechapel
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Im zweiten Teil der Reihe von Tabea König geht es von Schottland nach London. Christine trauert um ihren Mann und vernachlässigt dabei sogar das Renfield Eden. Hier leben misshandelte Frauen und solche, ...

Im zweiten Teil der Reihe von Tabea König geht es von Schottland nach London. Christine trauert um ihren Mann und vernachlässigt dabei sogar das Renfield Eden. Hier leben misshandelte Frauen und solche, die sich ihren Lebensunterhalt als Hure verdienen müssen. Doch es ziehen dunkle Wolken über das Haus, denn ein Serienmörder verängstigt die Bewohner von Whitechapel. Hier leben Menschen, die kaum noch eine Perspektive in ihrem jämmerlichen Leben sehen. Sie ertränken ihren Frust im Alkohol und viele Kinder verwahrlosen.

Es sind Huren, die der Mörder tötet und das auf eine Weise, wie sie grausamer nicht sein kann. Mit einem Messer schlitzt er ihre Leiber auf und weidet sie aus. Als Christine zu einem Opfer gerufen wird, begegnet sie einem alten Bekannten wieder. Es ist Pike, jener Inspektor, der vor einigen Jahren ihre Freundin Emily aus den Fängen von Betrügern rettete. Ja, Emily und Christine sind noch immer befreundet. Emily ist schwanger und sie lebt mit Liam in Schottland auf dem herrschaftlichen Sitz ihrer Familie. Als sie erfährt, wie schlecht es Christina geht, eilt sie sofort zu ihr.

Die Autorin recherchierte die Lebensbedingungen der Menschen in London sehr genau. Auch wie sie die Gegensätze der Reichen und Ärmsten beschrieb, gefiel mir gut. Um Jack the Ripper ranken sich viele Geschichten und meiner Meinung nach setzte Tabea König diese sehr gut um. Dass auch die Liebe nicht fehlen darf, gehört zur Serie und nimmt einen großen Raum ein. Alles in allem ein Buch, das sich gut lesen lässt und die Bedingungen zur Zeit Victorias gut darstellt. Das Buch ist auch ohne Kenntnis des ersten Bandes gut zu verstehen. Die Autorin ließ immer mal wieder wichtige Ereignisse der Vergangenheit einfließen.

Das Cover ist wieder perfekt gewählt. Eine dunkle Rose spielt hier die Hauptrolle.

Veröffentlicht am 04.09.2019

2. Weltkrieg in der Eifel

Winterbienen
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Winterbienen ist eins der 20 Bücher, welche auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019 stehen. Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben und handelt vom letzten Kriegswinter in der Eifel. Es ist die ...

Winterbienen ist eins der 20 Bücher, welche auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2019 stehen. Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben und handelt vom letzten Kriegswinter in der Eifel. Es ist die Zeit von Januar 1944 bis Mai 1945. Egidius Arimond war Imker und lebte im Urfttal, in der Nähe von Kall. Der Ort liegt nicht weit von der Grenze zu Belgien entfernt. Das Tagebuch wird nicht täglich geführt, sondern immer mal wieder und das in guter Regelmäßigkeit. Zwischendurch kommen noch Auszüge dazu, die von Ambrosius, einem Mitglied des Benediktinerordens handeln.

Egidius ist Epileptiker und das war zur damaligen Zeit ein Todesurteil. Hätte die Nazis ihn entdeckt, wäre er ermordet worden. So versuchte er, die Anfälle mit Medikamenten zu unterdrücken. Das gelang ihm auch anfangs, bis der Apotheker ihm die Hilfe versagte. Er wurde zwar Zwangssterilisiert, aber die großen Anfälle bekam er zum Glück nicht im Beisein eines Nazis. Trotz seiner schweren Erkrankung war Egidius kein Kostverächter und hatte mit einigen Frauen des Dorfes ein Verhältnis.

Der Leser erfährt viel über Bienen und deren vielfältige Aufgaben in einem Stock. Gleichzeitig erklärt der Autor, wie mit der Hilfe dieser kleinen Tiere, Flüchtlinge zur belgischen Grenze geschafft werden konnten. Ein gefährliches Unterfangen, welches Egidius Arimond bis heute einen Platz im Gedächtnis der Geretteten brachte. Leider war ihm der Dank dieser Menschen nicht mehr vergönnt, da er kurz nach der Kapitulation mit seinem Pferdewagen über eine Mine fuhr.

Winterbienen lässt sich gut lesen, die Sprache ist einfach und so gehalten, als hätte Egidius tatsächlich selbst geschrieben. Die Lage der Flüchtlinge und auch jene der Einwohner von Kall sind eindrücklich beschrieben. Im Buch befinden sich Zeichnungen der Bomber, die damals über die Eifel hinwegflogen. Am Ende schreibt der Autor wie er zum Schreiben des Buches kam und es gibt ebenfalls ein Glossar, in dem Erklärungen zu Fremdwörtern stehen. Mir gefiel das Buch besonders gut, da ich die Gegend kenne und mir die Schauplätze sehr gut vorstellen konnte.