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Veröffentlicht am 29.09.2019

Interessantes Buchthema

The Chain - Durchbrichst du die Kette, stirbt dein Kind
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Die Hauptprotagonistin Rachel ist gerade auf dem Weg zu ihrer Ärztin, als sie den schlimmsten Anruf ihres Lebens erhält: Ihre Tochter wurde entführt. Für Rachel bricht eine Welt zusammen und man spürt ...

Die Hauptprotagonistin Rachel ist gerade auf dem Weg zu ihrer Ärztin, als sie den schlimmsten Anruf ihres Lebens erhält: Ihre Tochter wurde entführt. Für Rachel bricht eine Welt zusammen und man spürt förmlich, wie ihr Herz stehen bleibt. Mitten auf dem Highway stehend und mit der schlimmsten Nachricht ihres Lebens konfrontiert, versucht Rachel den Anweisungen der Anruferin zu folgen, um den perfiden Plan „der Kette“ ausführen zu können, denn nur so kann sie ihre Tochter retten.

Die Figur Rachel war mir sofort sympathisch. Nicht nur, weil sie in dieser ernsten Lage steckt. Sie wird dem Leser als starke Frau und Mutter beschrieben und wurde genau aus diesem Grund auch ausgewählt, Teil der Kette zu werden.

Für Rachel beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Sie muss ihre Tochter retten und dafür ein großes Opfer bringen – selbst ein Kind entführen. Eine absolut unvorstellbare Situation, die von Rachel einfach alles abverlangt. Ihre Stärke, Willenskraft und vor allem ihr Mut haben mich schwer beeindruckt und mir beim Lesen beinahe den Atem geraubt. Oft habe ich innegehalten und mich gefragt, wie ich in dieser Situation reagiert hätte. Könnte ich ein fremdes Kind entführen? Wohlwissend, welche Konsequenzen das für die Eltern hat und was dieses Erlebnis mit ihnen macht.

Dem Leser bleibt also keine andere Wahl, als mit Rachel mitzufiebern, mitzuleiden und mit ihr allerlei Emotionen einer verzweifelten Mutter zu durchleben. Dem Autor ist das meiner Meinung nach wirklich fabelhaft gelungen.

Der Schluss fährt dann nochmal ordentlich an Spannung auf und der Leser darf sich hier auf ein spektakuläres Ende freuen.

Einziger Kritikpunkt: Ich hätte mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht, vielleicht auch mehr Passagen aus Sicht des Netzwerkes. Zwar konzentriert sich der Plot mit seinem Hauptthema auf die Kindesentführungen, es wird jedoch für mich nicht sehr deutlich, wie solch eine Organisation so lange verdeckt agieren kann, wie das System im Kern funktioniert und wie das in der heutigen Gesellschaft möglich ist. Das gehört für mich nun mal zur Story dazu.

Persönliches Fazit: Für mich ein absolut gelungener Psychothriller, der mich von Seite 1 bis Ende prima unterhalten hat. Es war stets Abwechslung im Plot und auch deshalb konnte mich das Buch so fesseln. Klare Leseempfehung für Freunde des Genres!

© Recensio Online, Sabrina

Veröffentlicht am 19.09.2019

Kurzweilig, aber mit Tiefgang

Long Way Down
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Dieses Werk ist gänzlich anders als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe: eigenwillig, poetisch, stilistisch völlig diffus und dadurch neuartig.

Wills Bruder Shawn wurde gerade erschossen. Will weiß, ...

Dieses Werk ist gänzlich anders als alle Bücher, die ich bisher gelesen habe: eigenwillig, poetisch, stilistisch völlig diffus und dadurch neuartig.

Wills Bruder Shawn wurde gerade erschossen. Will weiß, dass es in seiner Verantwortung liegt, die Regeln seines Umfeldes einzuhalten und den Mörder zur Strecke zu bringen - mit der Waffe seines Bruders.

1. Regel: Niemals weinen
2. Regel: Niemals jemanden verpfeifen
3. Regel: Rache nehmen

Im Aufzug des Gebäudes, in dem Will Shawns Mörder finden soll, besuchen ihn Geister aus der Vergangenheit, die alle ein ähnliches Schicksal erlitten haben. Als der Fahrstuhl herunterfährt und die Geister die Umstände ihres Todes enthüllen, wird der Leser durch das Chaos von Wills trauerndem Geist hinuntergezogen.

Shawn ist tot.
Shawn ist tot.
Shawn ist tot.
Komisch das zu sagen.
Einfach traurig.
Aber es kam vielleicht
nicht überraschend
was vielleicht noch komischer ist
und noch trauriger.
(Zitat Seite 16)

In kurzen Sequenzen erzählt Will aus seiner Sicht, was passiert ist und wie seine Gedanken dazu sind. Das erinnerte mich an Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte mit Ebenezer Scrooge, dem ebenso die Geister erschienen sind, um ihm Lektionen zu erteilen. Das Gefühl der Hilflosigkeit war mir sehr vertraut, auch wenn die Regeln, die es in meiner Realität gibt, mit seinen nicht konform gehen. Wir alle aber können uns womöglich in einen trauernden Bruder hineinversetzen. Oder den Schmerz nachvollziehen, wenn Eltern den Verlust eines Kindes erleben müssen. Der Autor erweckt eine gewisse Empathie, die den Leser dazu bringt, das Leid der Protagonisten mitzuerleben oder gar mitzuempfinden. Wie das Trommeln der Herzschläge wird die Geschichte unermüdlich vorangetrieben und offenbart bei jedem Öffnen der Aufzugstüren einen neuen Todesfall.

Der Roman liest sich wie ein Gedichtband, wie Lyrik in Versen. Obwohl mir das Buch samt seiner tieferen Aussage gut gefallen hat, muss ich jedoch sagen, dass 14.95 € für 300 Seiten, die nicht einmal zur Hälfte beschrieben sind, einfach zu teuer ist. Letztlich ist es eine Kurzgeschichte für Jugendliche, die eine Lehre daraus ziehen sollen, wo Rache hinführen kann.

Und dann passierte es.
Er zog die Waffe
aus meinem Hosenbund.
Und hielt sie mir an den Kopf.
(Zitat Seite 232)

Persönliches Fazit: Eine kurzweilige, aber interessant geschriebene Geschichte mit Tiefgang, die mich etwas sprachlos zurücklässt.

© Recensio Online, Daniela

Veröffentlicht am 16.09.2019

Aufwendig konstruiert

Das Böse in ihr
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Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge unterteilt. Zunächst geht es um Clara, deren Freund Luke plötzlich spurlos verschwunden ist. Dieser Teil spielt in der Gegenwart, und das Verschwinden von Luke ...

Die Geschichte ist in zwei Erzählstränge unterteilt. Zunächst geht es um Clara, deren Freund Luke plötzlich spurlos verschwunden ist. Dieser Teil spielt in der Gegenwart, und das Verschwinden von Luke wird immer mysteriöser und bald auch zur Gefahr für Clara.

Der zweite Teil spielt in der Vergangenheit. Hier geht es um Beth, ihren Mann Doug, ihren Sohn Toby und deren Tochter Hannah, die bereits im Kleinkindalter alle Auffälligkeiten einer Soziopathin aufweist.

Zitat Position 2208
Sie war klug genug, um zu wissen, dass damit die Freiheit, die ihre Macht über uns gewährte, ein Ende hätte. Außerdem führte sie etwas Größeres im Schilde, wie wir bald zu spüren bekommen sollten.

Dieser Teil lässt einem vor Grusel die Haare aufstellen.

Beide Geschichten sind sehr spannend geschrieben und spitzen sich im Laufe der Seiten immer mehr zu. Doch man findet keinerlei Verbindung und rätselt verzweifelt, wie das alles zusammenhängen könnte. Erst nach der Hälfte des Buches gewährt uns die Autorin häppchenweise Einblicke in die gut durchdachten Verwebungen. Und erst im letzten Drittel versteht man die Ausmaße dieser Tragödie.

Persönliches Fazit: Ein sehr spannender und emotional aufwühlender Psychothriller, der aufwendig konstruiert ist und eine entsetzliche Realität beinhaltet.


© Recensio Online, Daniela

Veröffentlicht am 16.09.2019

Ein starker Thriller!

Todesmal
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Holla, die Waldfee, da hat der Herr Gruber aber wieder einen Pageturner vom Feinsten geschrieben!

Zuerst zum Cover.
Die blauweiße Schlange vor weißem Hintergrund sticht direkt ins Auge, sie hatte auf ...

Holla, die Waldfee, da hat der Herr Gruber aber wieder einen Pageturner vom Feinsten geschrieben!

Zuerst zum Cover.
Die blauweiße Schlange vor weißem Hintergrund sticht direkt ins Auge, sie hatte auf mich fast schon eine leichte hypnotische Wirkung. Ich interessiere mich nicht für Religion, aber habe eine Weile überlegt, was die Schlange mit dem Inhalt des Buches zu tun haben könnte. Ich fand für die Schlange im biblischen Zusammenhang u.a. diese Erklärung:
„Die Schlange des christlichen Paradieses wird zum Symbol des Aufbegehrens gegen Gott, für Überheblichkeit und Ungehorsam, Stolz und Hochmut.“

Wenn die Ankündigung der Nonne - 7 Morde in 7 Tagen zu begehen - kein Aufbegehren gegen Gott ist, dann weiß ich auch nicht! Es geht also gleich spannend zur Sache und ich war direkt von Seite 1 an gefesselt. So muss es sein!

Sein Übriges tut der Schreibstil von Andreas Gruber. Ich mag ihn sehr, denn er ist fließend, leicht verständlich und daher angenehm zu lesen.

Durch die sieben angekündigten Morde ist recht schnell klar, dass es zwischen der Nonne und den Opfern eine Verbindung geben muss. Mir stellte sich auch unweigerlich - da die Nonne ja bereits in Haft sitzt – die Frage, ob sie bei den Morden Komplizen hatte und wie deren Verbindung zu ihr aussieht.

In kurzen Rückblenden in die Vergangenheit erfahren wir bald mehr zu den Vorbereitungen der Taten und natürlich auch zu deren Motiven. Andreas Gruber schafft es, alles so zu erzählen, dass es zu keiner Zeit zu Verwirrungen kommt.
Es werden furchtbare Verbrechen aus der Vergangenheit aufgedeckt, die mich manches Mal schlucken und mich die Beweggründe der Taten etwas besser verstehen ließen.
Ohne hier zu spoilern: Die Morde sind meiner Meinung nach wesentlich brutaler, ausgefeilter und raffinierter als die in den Vorgänger-Bänden.

Die Protagonisten sind wieder einfach genial. Um die Mordserie zu stoppen, bilden Maarten S. Sneijder, Sabine Nemez, Tina Martinelli, der Pole Krzysztof, Horowitz und Marc Krüger aus der IT ein sensationelles Team. Sneijder erstaunte mich hier in Band 5 total: Wird der etwa noch ein Teamplayer?!
Von ihrem Chef van Nistelrooy mit einer Menge Sondergenehmigungen ausgestattet, ermitteln sie nicht immer auf konventionelle Art gegen die Zeit und scheinbar gegen übermächtige Gegner bis zum grandiosen Finale.


Persönliches Fazit:

Ein Buch, welches ich sehr gerne empfehle!
Andreas Gruber hat mit Todesmal wieder einen spannenden Thriller der Oberklasse geschrieben!

Für mich eindeutig der beste Teil der Reihe!


© Recensio Online, Sandra

Veröffentlicht am 16.09.2019

Ausgefeilter Thriller

Der Kastanienmann
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Ich war beim Erhalt des Buches kurz mal sprachlos und fühlte mich etwas erschlagen von dessen Umfang, aber das legte sich sofort wieder nach den ersten gelesenen Seiten. Die Story beginnt im Herbst 1989 ...

Ich war beim Erhalt des Buches kurz mal sprachlos und fühlte mich etwas erschlagen von dessen Umfang, aber das legte sich sofort wieder nach den ersten gelesenen Seiten. Die Story beginnt im Herbst 1989 auf einem entlegenen Bauernhof. Marius Larsen, ein Polizist aus der Gegend, findet ein blutiges Horrorszenario vor: tote und schwerverletzte Menschen.

Der nächste Erzählstrang katapultiert den Leser in eine andere Zeit: 30 Jahre später. Eine junge Frau kämpft gegen einen unsichtbaren Angreifer, dessen Stimme sie leise wahrnimmt. Kurz darauf wird ihre bestialisch verstümmelte Leiche auf einem Spielplatz gefunden. Über ihr baumelt ein Kastanienmännchen.

Kommissarin Naia Thulin und ihr Partner Mark Hess von Europol nehmen die Ermittlungen auf. Kein leichtes Unterfangen, denn der Täter scheint ihnen ständig einen Schritt voraus zu sein und sie zum Narren zu halten. Er führt sie auf falsche Fährten, hinterlässt Spuren, mit denen sie nichts anfangen können. So ist beispielsweise auf einer Bastelfigur der Fingerabdruck eines Mädchens, das seit einem Jahr als vermisst gilt.

Die privaten Angelegenheiten der Protagonisten rückt meiner Meinung nach zu sehr in den Vorgrund. Dadurch zieht sich der Plot stellenweise. Allerdings werden sie authentisch und interessant dargestellt, haben Ecken und Kanten. Es war mal schön, zu lesen, dass nicht immer alles auf Anhieb funktioniert. Auch nicht bei der Polizei.

Der Täter bzw. die Auflösung war für mich eine gelungene Überraschung. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Persönliches Fazit: Eine neue Entdeckung aus Skandinavien und ein Tipp an Freunde des Genres. Ich kann diesen spannenden Thriller wärmstens empfehlen.