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Veröffentlicht am 16.11.2016

Besser spät als nie

Nujeen – Flucht in die Freiheit
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Nujeen wurde 1999 geboren. Ihr Name bedeutet 'Neues Leben' - wenn man genauer darüber nachdenkt ist diese Bedeutung sehr passend, da sie in ihrer Biografie ihre Suche nach einem neuen Leben in Frieden ...

Nujeen wurde 1999 geboren. Ihr Name bedeutet 'Neues Leben' - wenn man genauer darüber nachdenkt ist diese Bedeutung sehr passend, da sie in ihrer Biografie ihre Suche nach einem neuen Leben in Frieden erzählt.

Ich bin mir ehrlich gesagt immer noch nicht sicher ob mir das Buchcover gefällt oder nicht. Normalerweise mag ich Covers wo 'richtige' Menschen drauf sind nicht, das finde ich irgendwie zu aufdringlich. Aber andererseits gehört für mich bei einer Biografie ein Bild der betreffenden Person drauf damit man sich diese besser vorstellen kann und von Anfang an ein konkretes Bild zur betreffenden Person im Kopf hat. Ich finde das Bild von Nujeen wurde gut mit dem Hintergrund und den Texten abgestimmt, es ist in einer Buchhandlung bestimmt ein Blickfang und weckt dadurch auf jeden Fall das Interesse einiger potenzieller Leser.
Bereits der Prolog ist irgendwie beunruhigend. Er zeichnet, wie auch das restliche Buch, eine beunruhigende Situation sowie eine beschwerliche und teilweise auch gefährliche und sehr mühsame Reise. Bekannte waren heuer in Griechenland, sie haben uns Fotos von Stränden mit verlassenen Flüchtlingsbooten und weggeworfenen Schwimmwesten gezeigt. Genau diese Bilder hatte ich während dem Lesen des Prologes im Kopf.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir sehr gut gelungen, die allgemeinen Informationen über Kurden sind sehr interessant und erleichtern den Einstieg in eine fremde Kultur ungemein. Man bekommt in dieser Biografie in den ersten Kapiteln erstmal einen groben Überblick über Nujeens Familien sowie deren Kultur und Land. Den geschichtlichen Inhalt in diesen ersten Kapiteln fand ich sehr interessant denn bisher wusste ich fast nichts über Kurden aber das hat sich dadurch nun geändert! Das kurdische Sprichwort 'Löwe ist Löwe egal ob Mann oder Frau.' gefällt mir sehr gut! Wobei noch besser gefällt mir einer von Nujeens Lieblingssprüchen: "Lache, solange du atmest, und liebe, solange du lebst." Dadurch bekommt man ein gutes Gefühl für die kurdische Mentalität und deren Lebenseinstellung.

Viele Aussagen und Ereignisse, vor allem die Bomben kann man sich gar nicht vorstellen - irgendwie total unwirklich und dennoch ist es Nujeen (und auch vielen anderen) genau so ergangen. Es ist für mich nach wie vor irgendwie unvorstellbar, trotz der Erzählung von Nujeen und der bekannten Bilder aus dem Fernsehen, fällt es mir schwer mir vorzustellen in einem Kriegsgebiet zu leben, ich hoffe dass wir das hier in Mitteleuropa auch nie mehr erfahren müssen. Unvorstellbar ist auch wie die Schleuser mit den Menschenleben umgehen und noch viel schlimmer wieviel Geld sie dabei verdienen. Nujeens Familie scheint einerseits so gut wie nur möglich auf ihre 'Flucht' vorbereitet zu sein aber andererseits auch unglaubliches Glück bei der Überfahrt gehabt zu haben! Die Behörden, egal welches Land man betrachtet die von Nujeen durchreist wurden, scheinen alle total überfordert und dadurch absolut unorganisiert zu sein. Es geht überall total chaotisch zu und keiner scheint einen Plan zu haben was zu tun ist bzw. wie mit all diesen hilflosen und verzweifelten Menschen umgegangen werden soll.

In diesem Buch wird folgende Aussage gemacht, welche mich sehr zum Nachdenken angeregt hat, vielleicht geht es anderen ja auch so!
"Deine Heimat ist kein Hotel, aus dem man auschecken kann, wenn der Service schlecht ist."
Nujeen vermittelt einem sehr gut dass man nicht aus der eigenen Heimat flüchtet weil man das will, sondern weil man es muss. Sie hofft in einem anderen Land aufgenommen zu werden um dort eine Zukunft zu haben, dabei geht es nicht darum eine besser Zukunft bzw. ein besseres Leben zu haben, sondern darum überhaupt eine Zukunft zu haben. In Nujeens Fall muss man allerdings auch sagen dass es ihr in Deutschland aufgrund der entsprechenden Einrichtungen viel, viel besser geht als in ihrer Heimat - dort wurde ihr ja aufgrund ihrer Einschränkungen nicht die Chance gegeben ein selbstständiges Leben zu führen. Ihre Reise mit dem Rollstuhl war lange und hart hat sich für sie aber bestimmt ausgezahlt, auch wenn es nach der Ankunft am Ziel nicht ganz so leicht war wie es sich Nujeen vorgestellt hat.

Abschließend noch:
Einer von 113 Menschen ist ein Flüchtling - diese Aussage fand ich total überraschend, mir war nicht bewusst dass dies auf so viele Leute zutrifft! Im gleichen Zuge will ich allerdings Papst Franziskus, wie hier im Buch, zitieren: "Die Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen..."

Veröffentlicht am 28.10.2016

Weniger ist mehr - toller Auftakt der neuen Rockstar Reihe von Liora Blake

True Crush
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Das Buchcover ist toll. Farblich super auf das Bild und den Titel abgestimmt. Ich finde es etwas blöd dass auf den ersten Seiten statt dem Bild der Autorin nur die Initialen LB als Bild eingefügt ist - ...

Das Buchcover ist toll. Farblich super auf das Bild und den Titel abgestimmt. Ich finde es etwas blöd dass auf den ersten Seiten statt dem Bild der Autorin nur die Initialen LB als Bild eingefügt ist - ich sehe immer gerne wie der/die Autor/Autorin aussehen von dem ich ein Buch lese - das hat mir hier leider gefehlt - das ist für mich aber kein Grund um einen Stern abzuziehen, maximal einen halben

In den ersten Teil der heißen Rockstar-Serie von Liora Blake kommt man gut rein. Die Hauptfigur Kate ist einem sofort sympathisch. Ihre sarkastische und etwas zynische Art die Dinge zu betrachten sind herrlich erfrischend, ebenso ihre Gespräche mit anderen Leute und noch viel mehr ihre eigenen Gedanken - die sind der Hammer. Auch ihre teilweise vorlaute Art ist sehr unterhaltsam..

Trevor/Trax hingegen ist schwerer einzuschätzen, es ist anfangs schwer zu sagen wie man zu ihm stehen soll.

Die beiden miteinander sind irgendwie süß aber zugleich auch lustig, vor allem da hier zwei Welten aufeinander prallen und Kate keine Ahnung hat dass Trevor niemand geringerer als der bekannte Rockstar Trax ist. Es ist amüsant und unterhaltsam zu sehen wie die beiden sich in der Welt des jeweils anderen zu Recht finden. Ein bisschen Erotik gehört in dieses Genre (ich meine HALLO, Rockstarts!!) auf jeden Fall rein aber mir war es ehrlich gesagt zwischenzeitlich etwas zu viel des ganzen. Da ich absolut nicht mit so einer geballten Erotik und vor allem den sehr vielen Sexszenen gerechnet hatte muss ich leider einen Stern abziehen. Meiner Meinung nach sollte man das in der Inhaltsangabe besser ausweisen.


Abschließen bleibt mir nur zu sagen: Ich hoffe bald mehr von Liora Blake und ihren Rockstars zu hören! Die Autorin hat mich hier köstlich unterhalten.

Veröffentlicht am 21.10.2016

Wenn sich eine Tür schließt, dann öffnet sich eine andere.

Johanna, alles hat seine Zeit ...
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Ich bin mir nach wie vor nicht sicher ob mir das Buchcover gefällt oder nicht. Ich persönlich mag normalerweise keine Cover mit ‚richtigen‘ Menschen darauf, das wirkt auf mich immer etwas aufdringlich. ...

Ich bin mir nach wie vor nicht sicher ob mir das Buchcover gefällt oder nicht. Ich persönlich mag normalerweise keine Cover mit ‚richtigen‘ Menschen darauf, das wirkt auf mich immer etwas aufdringlich. Aber ich finde hier passt es aufgrund des weißen Buches mit der Frau in heller Kleidung und der roten Schrift ganz gut.


Man kommt gut ins Buch rein. Gleich zu Anfang lernt man Johanna und ihren Mann kennen und erkennt recht schnell das sie sich in ihrer Beziehung und allgemein in ihrem Leben nicht wohl fühlt, und sich in der Vergangenheit immer mehr und mehr von ihrem Mann entfremdet hat. Sie sieht in all ihren Beziehungen, egal ob zum Mann oder den anderen Verwandten, nur mehr das schlechte und verfällt in eine Depression. Johannas Weg um zu sich selbst und zu ihrer Liebe zu Vera zu stehen und ihrer lieblosen Ehe mit Martin zu entfliehen ist hart und lang. Gefühlvoll und tiefgründig beschreibt Petra Kania Johannas Geschichte und deren Weg in ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben.

Der Schreibstil der Autorin ist gut und flüssig. Man kann Johannas Gefühl- und Gedankenwelt einfach und gut nachvollziehen. Einzig dass es keine Kapitel gab hat gestört, ich bin eine solche Einteilung von anderen Büchern viel zu sehr gewohnt und das hat mir hier dann doch stark gefehlt. Weil ich mir dadurch etwas schwerer tat, trotz der interessanten Geschichte und ich das Buch nicht aus der Hand geben konnte bevor ich auf der letzten Seite war, muss ich leider einen Stern abziehen.

Aja, und ich finde es irgendwie witzig dass die Geschichte dort spielt wo die Autorin lebt: Mönchengladbach. Das hat irgendwie etwas

Veröffentlicht am 19.10.2016

Tolles Rezeptbuch für Marmeladen, Chutneys und Gelees, Säfte, Sirups, Liköre, Öle und Pestos!

Die Einkoch-Bibel
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Das Buchcover ist toll. Ebenso die Bilder im Buch, teilweise nur Ausschnitte oder ganze Panoramabilder - machen dieses Bild zu einem echten Hingucker mit toller Aufmachung.

Jedes Mal beim Durchblättern ...

Das Buchcover ist toll. Ebenso die Bilder im Buch, teilweise nur Ausschnitte oder ganze Panoramabilder - machen dieses Bild zu einem echten Hingucker mit toller Aufmachung.

Jedes Mal beim Durchblättern bekommt man Lust etwas daraus zu machen wenn man diese Bilder sieht. Es ist durch die Bilder sehr ansprechend gestaltet und das Buch selbst ist gut strukturiert und aufgebaut. Man findet schnell was man sucht wenn man nur kurz etwas nachsehen möchte.

Die Grundlagen über das richtige Haltbarmachen fand ich sehr interessant. Allerdings würde ich diese nicht als ausführlich bezeichnen, eher ein kurzer Einblick was es so alles für Möglichkeiten gibt um Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze haltbar zu machen. Ohne Erfahrung mit diesen Vorgängen war es mir allerdings nicht möglich nur mit diesen Anleitungen die besagten Dinge durchzuführen. Wer sich also für diese Dinge interessiert ist hier wohl eher an der falschen Adresse - die Einkoch-Bibel sollte eher nur als Rezeptbuch statt als Anleitung zum Einkochen betrachtet werden, ansonsten wird man womöglich enttäuscht sein.

Die süßen und pikanten Rezepte hören sich alle super an und die meisten lassen sich ganz einfach selbst nachkochen. Durch die alphabetische Strukturierung der Obstsorten, Gemüsearte, Kräuter und Gewürze lässt sich alles leicht finden und man hat sofort einen Überblick welche Marmeladen, Chutneys und Gelees, Säfte, Sirups, Liköre, Öle und Pestos man mit den jeweiligen Dingen zubereiten kann. Man sucht zum Beispiel nach 'Tomaten' und findet dort dann dass man damit Tomatenketchup, Tomatensuppe, usw. herstellen kann. Die hilfreichen Tipps des Autors runden das Ganze noch ab! Einen Stern Abzug muss ich leider geben da mir ein paar wünschenswerte Dinge gefehlt haben - andererseits kann man vermutlich gar nicht alles in ein einziges Buch packen.

Veröffentlicht am 07.10.2016

Lottogewinn - Geldsegen oder Fluch?

Die Einsamkeit des Bösen
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Das Buchcover mit dem verschwommenen Bild und dem schwarzen Rand, dann noch die violetten Seiten dazu genommen ist das Buch der Hammer! Meistens lese ich nur mehr eBooks aber es wäre eine riesengroße Schande ...

Das Buchcover mit dem verschwommenen Bild und dem schwarzen Rand, dann noch die violetten Seiten dazu genommen ist das Buch der Hammer! Meistens lese ich nur mehr eBooks aber es wäre eine riesengroße Schande sich dieses Buch als solches zuzulegen. Alleine das Buch in den Händen zu halten erzeugt bereits eine gewisse Stimmung! Die tolle Aufmachung kann eindeutig mit dem Inhalt mithalten.

Das Buch fängt sehr spannend an und der Schreibstil gefiel mir auf Anhieb gut! Man kommt leicht ins Buch rein und fühlt sich den Figuren von Anfang an nahe. Die etwas ausgefallene Nummerierung der Kapitel macht das Buch nochmal unverwechselbar, außerdem kann man dadurch ganz leicht die Vergangenheit von der Gegenwart unterscheiden.

Das Ende stimmt mich allerdings unversöhnlich - es ist absolut unbefriedigend. Mit den Worten meines Cousins, über eine ähnlich Situation, gesagt: >>WAS? Das war es? Für das habe ich jetzt Stunden meines Lebens verschwendet? Da hätte ich es gleich bleiben lassen können.<< Wobei ich eingestehen muss dass diese Meinung viel zu hart für dieses Buch ist. Die Geschichte war absolut unglaublich - das Wort phänomenal wird dem nicht mal ansatzweise gerecht. Der Wechsel zwischen den Zeiten - Vergangenheit und Gegenwart - ist dem Autor Herbert Dutzler sehr gut gelungen. Er versteht es wunderbar zwischen den Zeiten zu wechseln und den Leser bis zum Ende hin mitfiebern zu lassen und immer wieder aufs Neue zu erschüttern und zu überraschen. Man denkt immer da kommt nicht mehr aber der Autor schafft es jedes Mal aufs Neue einen besser zu belehren. Man kann die Entwicklung von der Hauptfigur Alexandra gut nachvollziehen und versteht es einigermaßen wie es zu alledem kam und warum sie sich in diese Richtung entwickelt hat.

Im letzten Drittel wird nochmal ordentlich Spannung aufgebaut und es geht zackig dahin. Allerdings blieb ich am Ende einsam mit dem bösen Ende des Autors zurück - ich suchte und suchte nach weiteren Seiten, nur leider waren da keine... Deswegen auch der Stern Abzug, bei Fortsetzungen oder entsprechenden Genres sind solche Enden okay um bis zum nächsten Band Spannung zu bewahren oder die eigene Fantasie anzukurbeln aber eindeutig nicht bei einem Kriminalroman ohne Fortsetzung, da ist es für mich absolut inakzeptabel.


PS: Ich habe auch darüber nachgedacht zwei Sterne abzuziehen allerdings erschien mir das dann in Anbetracht des genialen Werkes und des phänomenalen Schreibstils des Autors doch zu überzogen und wäre nur meiner persönlichen Wut anstatt einer professionellen Meinung geschuldet gewesen...